Katja Boser, M.A.

Coming of Age in Dinkelscherben?: Der Schäfflertanz als Übergangsritual zum Erwachsensein

 

Alle sieben Jahre heißt es in der schwäbischen Marktgemeinde Dinkelscherben „Komm zum Tanz!“. Dann findet vom Heiligen-Drei-Königs-Tag bis einschließlich Faschingsdienstag der Schäfflertanz statt. Dieser Brauch soll einer Legende zufolge auf das Jahr 1517 zurückgehen und gilt als Zunfttanz der Fassmacher. Diese sollen mit ihrem ausgelassenen Treiben in den Münchner Gassen der Bevölkerung die Angst vor der Bedrohung durch die Pest genommen haben.

 

Seit 1893 findet auch in Dinkelscherben (Schwaben), mit Unterbrechungen während der Kriegsjahre, alle sieben Jahre der Schäfflertanz statt. Tanzen dürfen hierbei ausschließlich die männlichen Ortsbewohner. Des Weiteren müssen diese bei der Teilnahme mindestens 18 Jahre alt sowie unverheiratet sein. Diese Kriterien bilden den Ausgangspunkt für die Überlegung, den Schäfflertanz im Kontext von Übergangsritualen zu untersuchen. Zentral ist hierbei die Frage, welche Rolle die aktive Teilnahme am Schäfflertanz im Leben dieser Personen einnimmt. Stellt die Teilnahme an dieser Brauchpraxis also ein Coming of Age in Dinkelscherben dar?

 

Ausgehend von diesen Überlegungen wurde die Tanzsaison 2019 (06.01.–05.03.2019) mit mehreren Feldforschungsaufenthalten begleitet und mittels teilnehmenden Beobachtungen an den einzelnen Tanztagen dokumentiert. Ergänzend hierzu werden mit aktiven und ehemaligen Schäfflern qualitative Interviews geführt, die die Bedeutung ihrer Teilnahme ins Zentrum stellt.

 

(Dissertationsprojekt)

 

 

 

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Europäische Ethnologie/Volkskunde

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