Teresa Glaab: Interreligiöses sprachliches Handeln unter der Bedingung von sprachlicher Heterogenität in schulischen Kontexten (Arbeitstitel)

Sollten muslimische Schüler*innen während der Schulzeit im Ramadan fasten? Was macht eine gute Partnerschaft aus? Darf ich eine Fliege töten? Fragen wie diese werden nicht nur in der Fächergruppe Religionslehre / Ethik diskutiert, sondern stellen auch in der Alltagskommunikation von Schüler*innen wichtige Fragestellungen dar.

Das im Jahr 2018 begonnene Dissertationsvorhaben mit dem Arbeitstitel „Interreligiöses sprachliches Handeln unter der Bedingung von sprachlicher Heterogenität in schulischen Kontexten“ ist im Rahmen des sprachsensiblen Fachunterrichts zu verorten und hat zum Ziel, einen Beitrag zur Förderung eines konstruktiven (inter-)religiösen Austausches innerhalb der Schule zu leisten. Mit Hilfe qualitativer Lehrer*inneninterviews sollen (inter-)religiös brisante schulische Themen eruiert werden, die als Basis für die Erhebung sprachlicher Schüler*innendaten im interreligiösen Diskurs dienen sollen. Die geäußerten Schüler*innendaten werden im Hinblick auf die verwendeten Textprozeduren in einer Fallstudie untersucht und dienen anschließend zur Entwicklung fachdidaktischer Fördermöglichkeiten der genannten Fächergruppe. (Beginn: Oktober 2018)

 

Marie Horstmeier

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Jacques Abel OnyaDeutsch mit dem Radio in Kamerun lernen: Eine empirische Untersuchung mit Schülergruppen in der Stadt Jaunde (Arbeitstitel)

Frederking, Krommer und Maiwald (2012, S. 77) gehen von der Annahme aus, dass ein rein buchorientierter Deutschunterricht heute nicht mehr zeitgemäß sei. Bei genauer Betrachtung treffen diese Ausführungen vollkommen in vieler Hinsicht zu. Zum einen, weil sich der Deutschunterricht im Medienzeitalter der Mediengesellschaft anpassen muss. Der Mensch hat sich in der Tat jederzeit der Massenmedien als Hauptwissensquelle bedient (Vgl. Luhmann 1996, S. 10). Dies gilt im 21. Jahrhundert bzw. im 3. Jahrtausend mehr denn je, da wir in einer medial geprägten Gesellschaft leben. Zum anderen ist der Medieneinsatz nicht nur heutzutage in fremdsprachendidaktischen Fachdiskussion fest verankert, sondern auch hat seine didaktische Effizienz bewiesen. So können zum Beispiel Radiotexte bzw. Podcasts die Förderung aller Fertigkeiten ermöglichen (Vgl. Würffel 2019, S. 558.). Für Peuschel (2012, S. 50-51) können Lernende durch Radioprojekte Teilhabe am digitalen Diskurs haben. In Kamerun steckt noch die Mediendidaktik Deutsch in den Kinderschuhen und die Fertigkeit „Hören“ ist bislang ein Stiefkind der Unterrichtspraxis. Deshalb ist diese Arbeit, die u.a. empirisch deskriptiv, explorativ und interpretativ durchgeführt werden wird, von großer wissenschaftlicher Relevanz. (Beginn: November 2019)

 

Literatur:

Frederking,   Volker/Krommer,   Axel/Maiwald,   Klaus  (2012):  „Mediendidaktik   Deutsch.  Eine Einführung“.   Berlin: Erich Schmidt Verlag.

Luhmann, Niklas (1996): „Die Realität der Massenmedien“. 2. Erweiterte Auflage. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Peuschel, Kristina (2012): „Sprachliche Tätigkeit und Fremdsprachenlernprojekte. Fremdsprachliches Handeln und gesellschaftliche Teilhabe in radiodaf-Projekten“. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Würffel, Nicola (2019): „Hausaufgaben im DaF/DaZ-Unterricht. Ein altes Thema (digital) neu denken“. In: Info DaF. Bd. 46, Heft 5, 446-470.

 

Laura Schmidt

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Christine Stahl: Förderung der Professionellen Unterrichtswahrnehmung von Lehramtsstudierenden in Bezug auf Elemente des sprachsensiblen Unterrichts (Arbeitstitel)

Die Fähigkeit lernrelevante Situationen im Unterricht professionell wahrzunehmen, zählt zu den zentralen Elementen pädagogischer Professionalität (vgl. de Boer & Reh 2012). Voraussetzungen hierfür sind das Wissen über Bedingungen eines lernwirksamen Unterrichts und die Anwendung dieses Wissens auf konkrete Unterrichtssituationen. Lehramtsstudierende fühlen sich nur unzureichend auf den Unterricht in sprachlich heterogenen Klassen vorbereitet. Forschungsarbeiten belegen, dass eine Professionelle Unterrichtswahrnehmung zu adaptivem Handeln befähigen kann (vgl. Seidel & Prenzel 2007; Sherin & van Es 2009) und bereits Teilkompetenzen davon im Studium ausgebildet werden können (vgl. Stürmer 2011). Dieser Ansatz beschreibt die Fähigkeit, relevante Unterrichtsereignisse zu analysieren, wobei zwei Teilprozesse – noticing und knowledge based reasoning – unterschieden werden. Fachbezogene Untersuchungen zur Professionellen Unterrichtswahrnehmung, welche den Blick auf fachdidaktische Wissensbestände angehender Lehrkräfte im Bereich des Deutschen als Zweitsprache richten, stellen noch ein Forschungsdesiderat dar. Im Rahmen einer Längsschnittstudie soll die individuelle Entwicklung angehender Lehrkräfte hinsichtlich ihrer Fähigkeit sprachsensiblen Unterricht in Unterrichtsvideographien einschätzen und theoretisch einordnen zu können, untersucht werden. (Beginn: Mai 2019)

 

Literatur:

de Boer, Heike & Reh, Sabine (2012): Beobachtung in der Schule - Beobachten lernen. Wiesbaden: Springer VS.

Seidel, Tina & Prenzel, Manfred (2007): Wie Lehrpersonen Unterricht wahrnehmen und einschätzen – Erfassung pädagogisch-psychologischer Kompetenzen bei Lehrpersonen mit Hilfe von Videosequenzen. In: Prenzel, M.; Gogolin, I.; Krüger, H.-H. (Hrsg.): Kompetenzdiagnostik. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Sonderheft 8. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 201–218.

Sherin, Miriam & van Es, Elizabeth (2009): Effects of video club participation on teachers’ professional vision. In: Journal of Teacher Education 60, S. 20–37.

Stürmer, Kathleen (2011):  Voraussetzungen für die Entwicklung professioneller Unterrichtswahrnehmung im Rahmen universitärer Lehrerausbildung. Dissertation, Technische Universität München. 

 

 

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