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„The longer males attend school, the higher their self-esteem,

achievement, and ambition; the longer females attend school, the lower

their self esteem and aspirations“ Julia Wood, Gendered Lives. 1994: 206.

 

Welche Rolle spielt die Sprache und auf welchen Ebenen wirkt sie bei der Entstehung und ständigen Konsolidierung von Stereotypen?

 

1. Durch Sprache schaffen wir Wirklichkeit, mit Sprache handeln wir, Sprache spiegelt unsere Sicht der Welt wider. Sprache wirkt sich auf Denken und Verhalten aus. Andererseits schlagen sich Denkweisen und sozialen Strukturen in der Sprache nieder. Somit sind gesellschaftliche, sprachliche und kognitive Faktoren eng miteinander verflochten.

 

2. Unser Verhalten ist das Ergebnis von Genen, neurophysiologischen Vorgängen und vor allem lebenslangem Lernen. Lernen geschieht wesentlich über Sprache und Sprechen.

 

3. Frauen sind sprachlich sehr oft unsichtbar oder werden ungerecht, einseitig, klischeehaft gezeichnet, z.B. in Schulbüchern. Durch das Verschwinden in der Sprache sind die Frauen auch mental nur wenig präsent. Dies wurde wiederholt experimentell belegt. Trotzdem gibt es vehemente Kritik und vielfach polemische Reaktionen, auch von Frauen, die sich keiner Benachteiligung ausgesetzt sehen. Außerdem werden Behauptungen zu Unterschieden zwischen den Geschlechtern immer weiter gepflegt, obwohl die wenigsten den Tatsachen entsprechen. Frauen reden nicht mehr als Männer, kleine Jungen sind nicht stärker als kleine Mädchen, Mädchen sind in Mathematik nicht schlechter als Jungen.

 

Wie kann das sein?

Grund sind Stereotype, die wir von Kindesbeinen an lernen, verinnerlichen und nach denen wir unreflektiert leben. Dadurch stärken und bestätigen wir sie immer wieder. Während das stereotypkonforme Sprechen und Handeln belohnt wird und dabei konsolidierend wirkt, dient das Nichteinhalten stereotyper Vorgaben als Rechtfertigung für Diskriminierung – ein kleiner Junger, der weint, wird ausgelacht.

In dem Projekt soll das Zusammenspiel biologischer, sozialer und kultureller Faktoren bei Aufbau und Pflege von Stereotypen untersucht und die zentrale Rolle der Sprache gezeigt werden.

 

 

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