Forschungsprojekte

Laufende Forschungsprojekte

 

 

  • Förderung der Lesefertigkeiten von Grundschulkindern mit dem Einsatz eines Lesehundes

Die Studie geht der Frage nach, ob sich das Leseverständnis pragmatischer Texte mit regelmäßiger Hilfe eines ausgebildeten Lesehundes in der Grundschule verbessern lässt. Dafür werden Texte, die in Zusammenhang zum Lesehund stehen, sowie schrittweise den Leseprozess abbildende Lesestrategien erarbeitet, die den Schülerinnen und Schülern dabei helfen, den durch regelmäßiges Lesen verinnerlichten mentalen Prozess schließlich auch bei Fremdtexten anwenden zu können. Die Anwesenheit des Lesehundes in den Lesestunden motiviert nicht nur zum Lesen, sondern ermöglicht auch die Erprobung der durch das Lesen erworbenen Kenntnisse im Umgang mit dem Hund. Durchgeführt wird die Studie u. a. an der Herrenbach-Grundschule in Augsburg.

 

Geplanter Abschluss: 2026

Beteiligte: Barbara Häckl

 

 

  • Interactive Storytelling mit Twine und ChatGTP. Ein schulisches Kooperationsprojekt zur Nutzung von KI für literarisches Schreiben

Die digitale Computertechnik und die darauf basierende Kultur der Digitalität haben nicht nur die Kommunikationsformen und das Spektrum an Textsorten verändert, sondern auch die Kulturtechnik des Schreibens an sich. Die Möglichkeiten, welche die Nutzung Künstlicher Intelligenz mittlerweile eröffnet, geht allerdings über die Unterstützung hierarchieniedriger Kompetenzen im Schreibprozess wie richtiges Schreiben deutlich hinaus. Dabei ist der Computer nicht mehr (nur) ein vom Menschen beherrschtes Textproduktionswerkzeug, vielmehr kommt es zu einer Koaktivität von Mensch und Computer.

 
Vor diesem Hintergrund wird in dem Forschungsprojekt literarisches Schreiben in Form von Interactive Storytelling mit der Nutzung Künstlicher Intelligenz verbunden. Konkret werden dazu die beiden Online-Programme Twine und ChatGTP miteinander kombiniert, um insbesondere die Kontrolle der Textdynamik als maßgebliche Kompetenz bei Schreibprozessen mit KI-Unterstützung in den Blick zu nehmen. Als theoretische Basis dient dafür die prozedurenorientierte Schreibdidaktik.
 
Datenquellen sind die in einem Kooperationsprojekt mit einer gymnasialen Oberstufe entstandenen Texte, Schreibprozessreflexionen und Portfolios von Schüler:innen sowie Lehramtsstudierenden. Die didaktische Klammer für das Vertiefungsseminar bildet forschendes Lernen. Ausgewertet werden die Daten im Rahmen der explorativen, qualitativ-experimentellen Fallstudie per Qualitativer Inhaltsanalyse bzw. Thematic Analysis. Die Ergebnisse versprechen, einen vielfältigen Einblick in die Nutzung der beiden Programme zu geben und ermöglichen perspektivisch, Rückschlüsse für die Unterrichtspraxis zu ziehen.
 

Geplanter Abschluss: 2026

Beteiligte: Stefan Emmersberger

 

 

  • Prompt-Design im literarischen Schreibprozess. Eine fallorientierte Design-Based Studie zu Interactive Storytelling mit KI

KI-basierte Programme verändern unter anderem die Kulturtechnik des Schreibens grundlegend. Wie der Deutschunterricht auf diese Entwicklung reagieren sollte, wird derzeit in Schreib-, aber auch Literaturdidaktik intensiv diskutiert. Insbesondere mit Blick auf literarisches Lernen und Schreiben stellt sich die Frage, welche Ziele und Kompetenzen in der Schule sinnvollerweise in den Blick kommen können und auf welche Weise der Einsatz von KI dazu einen gewinnbringenden Beitrag leisten kann.

 
Zentral ist die Rolle, die Schreiber:innen dabei einnehmen bzw. der KI zuschreiben. Idealerweise wird Letztere im Schreibprozess reflektiert und zielgerichtet eingesetzt. Wie dies mithilfe von elaboriertem Prompt-Design gelingen kann, exploriert dieser Beitrag auf der Basis eines kooperativen Unterrichtsprojekts mit einem bayerischen Gymnasium zu Interactive Storytelling mit Videospiel-Drehbüchern. In Anlehnung an Design-Based-Research werden dafür förderliche Parameter auf der Basis einer inhaltsanalytischen Auswertung der Chat-Protokolle identifiziert und so die Unterstützungsmöglichkeiten für die Lernwege der Schüler:innen optimiert.
 
Geplanter Abschluss: 2027
Beteiligte: Stefan Emmersberger
 

 

  • Videospiel-Narrationen und literarisches Lernen. Eine explorative, qualitativ-experimentelle Fallstudie zu interaktiver Literatur in digitalen Medien

Wie schon zuvor bei der Erfindung des Buchdrucks und des Films erweitert sich mit der Digitalität noch einmal das Spektrum von Literatur. Anders als in analogen Medien ist mit ihr elaborierte Dramatic Agency möglich und damit neue expressive Kraft für das Erzählen von Geschichten verbunden. So verwundert es nicht, dass interaktive Literatur in digitalen Medien in der Literaturdidaktik aktuell verstärkt Aufmerksamkeit erfährt. Über das Gameplay ermöglichen insbesondere Videospiel-Narrationen ihren Rezipient:innen bzw. Spieler:innen mit ihren Handlungen und den damit verbundenen Entscheidungen Einfluss auf Storyworld, Figuren und Handlung zu nehmen und individuelle Geschichten zu erleben.

 
Vor diesem Hintergrund stehen aus literaturdidaktischer Sicht vor allem die zwei Fragen im Raum, welche besonderen Potenziale Videospiel-Narrationen für literarisches Lernen bieten und wie sich diese im Literaturunterricht nutzen lassen. Untersucht werden diese mit angehenden Deutschlehrkräften im Rahmen von Seminaren zu forschendem Lernen anhand der vier Videospiel-Narrationen Until Dawn (Supermassive Games 2015), Detroit: Become Human (Quantic Dream 2018), The Awesome Adventures of Captain Spirit (Don’t Nod Entertainment 2018) und Tell Me Why (Don’t Nod Entertainment 2020). Im Zentrum stehen dabei die Spielverlaufsprotokolle der Lehramtsstudierenden, deren inhaltsanalytische Auswertung mithilfe des speziell für Videospiel-Narrationen entwickelten 3Plus1-Ringe-Modells literarischen Lernens vertiefte Einblicke in deren Rezeptions- bzw. Spielprozesse ermöglicht. Ergänzend geben Literaturbiografien und Portfolios Aufschluss darüber, wie nah die zukünftigen Deutschlehrkräfte verschiedenen literarischen Medienangeboten stehen und welche didaktisch-methodischen Schlussfolgerungen sie aus ihren persönlichen Rezeptions- bzw. Spielerfahrungen für den Literaturunterricht ziehen.

 

Geplanter Abschluss: 2028

Beteiligte: Stefan Emmersberger

 

 

 

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

 

 

  • Schreiben in digitalen Medien: die Textsorte Blog im Lehramtsstudium

Eine explorative Fallstudie zu digitalen Schreibkompetenzen von Lehramtsstudierenden

 

Eine der zentralen Forderungen für einen digitalen Deutschunterricht ist das Schreiben mit und in digitalen Medien. Empirische Studien wie ICILS 2018 zeigen, dass hier erheblicher Handlungsbedarf besteht. Dass Schüler:innen am Computer digitale Textsorten schreiben, ist im Unterrichtsalltag oft noch die Ausnahme. Grund dafür ist jedoch nur zum Teil die mangelnde technische Ausstattung. Die Professionalitätsforschung legt nahe, dass die Überzeugungen und das Können der Lehrkräfte die entscheidende Rolle spielen, wenn Lehrer:innen Textsorten vermitteln sollen, mit denen sie in ihrer eigenen Schulzeit und Ausbildung nie konfrontiert waren.

 

Vor diesem Hintergrund konzentriert sich das vorliegende Forschungsprojekt auf folgende Fragen:

  • Welche Erfahrungen haben Lehramtsstudierende mit digitalen Textsorten (Schreibbiografien)?
  • Wie stark sind ihre digitalen Schreibkompetenzen ausgeprägt?
  • In welchem Maß können sie ihre eigenen Schreibkompetenzen reflektieren? 

Untersucht wurden diese Fragen in Form einer Fallstudie am Beispiel des Blogs. Die Ergebnisse ermöglichen einen vertieften Einblick in die digitalen Schreibkompetenzen von Lehramtsstudierenden und versprechen konkrete Ansatzpunkte für die Transformation der Unterrichtspraxis.      

 

Beteiligte: Stefan Emmersberger

 

 

 

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