Eröffnungsvortrag Jüdische Studien an der Universität Augsburg

Mendelssohns Religionsphilosophie bildet in mehrfacher Hinsicht den Anfang eines neuen jüdischen Denkens: Vollkommen modern war Mendelssohns  Ansatz, das Judentum von außen zu beschreiben, so dass der Weg für eine Lokalisierung des Judentums in der Weltgeschichte frei gemacht war, für das Erkennen des jüdischen Beitrages zur Entwicklung der Kultur der gesamten Menschheit – und damit, wiederum, für eine zivilisatorische Existenzberechtigung des Judentums auch noch in der Moderne. Diese Außensicht Mendelssohns hatte allerdings auch ihren Preis. Wollte man eine universelle, philosophisch-allgemeingültige Betrachtung des Judentums erreichen, die nicht mehr ausschließlich von der Autorität interner Glaubenssätze gestützt war, und gleichzeitig aber die identitätsstiftende Observanz des praktischen Religionsgesetzes beibehalten, so musste man beide Bereiche klar voneinander trennen – ein folgenreicher Prozess, wie hier gezeigt werden soll.

Der Vortrag wird über Zoom gestreamt. Der Link zur Veranstaltung kann über die Homepage der Philologisch-Historischen Fakultät/Gastprofessur Jüdische Kulturgeschichte abgerufen werden.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

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