Prof. Dr. Efrat Gal-Ed

Gastprofessorin im Rahmen des Studienschwerpunkts "Jüdische Studien"
Neuere Deutsche Literaturwissenschaft 2
Telefon: 0821 598 5807
E-Mail:
Raum: 4048 (D)
Adresse: Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg

Efrat Gal-Ed ist Professorin für Jiddistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Mitherausgeberin der Reihe Jiddistik: Edition & Forschung (dup / De Gruyter). Sie widmet sich in ihrer Forschung dem Ausbau der modernen jiddischen Literatur und Kultur im 20. Jahrhundert, seiner Konzepte, Diskurse und transkulturellen Phänomene. Ein Schwerpunkt ihrer Forschung bildet literarische Übersetzung: Sie übersetzt seit vielen Jahren Lyrik aus dem Hebräischen und Jiddischen und befasst sich mit Übersetzungstheorie und Übersetzungsprozessen von und zwischen Kulturen. 2016 erschien ihre umfangreiche biographische Studie Niemandssprache. Itzik Manger – ein europäischer Dichter, die nebst einem Porträt ihres Protagonisten zugleich eine Kulturgeschichte des jiddisch-säkularen Osteuropas vermittelt. 2019 brachte der Suhrkamp Verlag eine Neuauflage ihres Buchs der jüdischen Jahresfeste heraus.

Vorträge im Rahmen der Gastprofessur an der Universität Augsburg im Wintersemester 2021/22

1. Vortrag, 28. Oktober 2021, 19:00 Uhr

 

Über die Grenze – Lesung und Buchvorstellung

 

In Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität und dem Jüdischen Zentrum München


Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München

 

Flyer zur Veranstaltung

 

 

2. Vortrag, 10. November 2021, 18:30 Uhr,

Festsaal der Synagoge Augsburg (Halderstr. 6-8, 86150 Augsburg)

 

»Ich sah jiddische Worte, wie ganz kleine Feuer« – kommentierte Lesung jiddischer Lyrik


In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Augsburg Schwaben

 

Der Abend ist jiddischer Poesie gewidmet, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im östlichen Europa und in den Vereinigten Staaten entstand. Die Dichterinnen und Dichter der jiddischen Moderne waren polyglott und verbunden mit den sie umgebenden Kulturen, vor allem der russischen, deutschen und austro-ungarischen. Sie waren in der jüdischen Tradition verankert, gegen welche sie rebellierten, und geprägt vom Humanismus des christlichen Europa. Auf dem Programm stehen Gedichte von Jacob Glatstein, David Hofstein, Itzik Manger, Anna Margolin und Kadya Molodowsky u.a. Sie werden jiddisch und deutsch gelesen.

 

Informationen zur Anmeldung finden Sie auf der Seite des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben.

 

3. Vortrag, 12. Januar 2022, 18:30 Uhr

Festsaal der Synagoge Augsburg (Halderstr. 6-8, 86150 Augsburg)

 

Erinnerte Erlösung: Zum Pessachfest


In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Augsburg Schwaben

 

Feste finden zu bestimmten Zeitpunkten im Jahreszyklus statt. Aus dem jeweils besonderen Zeitpunkt im Jahr ergibt sich der Hintergrund für das Ritual und für die Bedeutung des Festes. Festzeiten schaffen Gemeinschaft, bekräftigen deren Selbstverständnis und repräsentieren die religiöse Selbstkonzeption. Was wird im Pessachfest heraufbeschworen und gefeiert? Pessach ist eines der ältesten jüdischen Feste. Seine Ursprünge sollen auf eine Periode zurückgehen, da die Hebräer noch als Halbnomaden lebten, möglicherweise zu einer Zeit vor dem Exodus. Pessach wurde in der Torah vorgeschrieben, von den Gelehrten späterer Generationen erläutert und von folkloristischen Traditionen ergänzt. Die uns heute bekannte Festgestalt entwickelte sich im Lauf von Jahrhunderten, geprägt von Kontakten mit den umgebenden Kulturen und Religionen und zugleich von der Bemühung um Distinktion der eigenen Gemeinschaft.
 

Kurzvita

  • 1976 – 1979 Studium der Judaistik in Köln ( Zwischenprüfung ), der Komparatistik und der Germanistik in Bonn ( abgeschlossenes Grundstudium )
  • 1978 – 1984 Studium der Malerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf 
  • 1983 Meisterschülerin bei Prof. Gotthard Graubner (M. A.)
  • seit 1984 Freischaffende Malerin und Autorin. Einzelausstellungen; Rundfunk-Features; Veröffentlichungen; Übersetzungen hebräischer und jiddischer Lyrik.
  • 2004–2009 Promotionshörerin an der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Uni- versität Düsseldorf
  • 2009 Disputatio, 15. Dezember 2009: » Niemandssprache : Der junge Itzik Manger – Ein europäischer Dichter «, Prädikat : summa cum laude
  • seit 2010 Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Lehraufgaben am Lehrstuhl für Jiddische Kultur, Sprache und Literatur, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • 2013 Habilitation (» Jiddisches Europa im Warschau der Zwischenkriegszeit. Zehn Jahre im Leben des jiddischen Dichters Itzik Manger «), Venia Legendi für das Fach Jiddistik, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • 2016 Apl. Prof. im Fach Jiddistik, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

 

Auszeichnung

2016  Reiner-Malkowski-Stipendium, Bayerische Akademie der Schönen Künste, Preisverleihung 24. Oktober 2016

Forschungsinteressen

  • Moderne jiddische Literatur
  • Jiddische Kulturgeschichte
  • Jüdische Literaturen und Kultur
  • Übersetzung von und zwischen den Kulturen

 

Aktuelle Forschung zum transkulturellen und transnationalen Phänomen ›Jiddischland‹

 

Lehre im WiSe 21/22

  • HS: Strategien des Übersetzens: Die hebräische Bibel auf Deutsch | Strategies of Translation: The Hebrew Bible in German Translation
  • PS: Biblische Stoffe transkulturell gelesen | Biblical Themes – a Transcultural Reading
  • Blockseminar: Gerechtigkeit, Gewissen und Gericht in der jiddischen und hebräischen Literatur der Moderne(Justice, law and consciene in modern Yiddish und Hebrew Literature
  • Blockseminar: Über jüdische Literaturen: Lyrik der klassischen Moderne textnah gelesen
  • Kolloquium Abschlussarbeiten (zus. m. Bettina Bannasch)

Suche