„Wir sind kein Paar, sondern Pares“
Hedwig Lachmann und Gustav Landauer – das sozio-anarchistische Schreibkollektiv
Im Jahr 1899 kreuzen sich die Wege der Lyrikerin und Übersetzerin Hedwig Lachmann (1865–1918) und des Sozioanarchisten Gustav Landauer (1879–1919). Aus dem Liebes- und späteren Ehepaar wird bald auch ein Schreib- und Übersetzungskollektiv.
Ihre schriftstellerische Arbeit, ob Dichtung oder Drama, im Feuilleton, als Übersetzung oder sprachkritische Abhandlung, verstehen beide als Notwendigkeit, um jener Gesellschaftsordnung, für die sie kämpfen, in einer neuen Sprache und mit einem neuen Denken den Boden zu bereiten.
Die Ausstellung, eine Gemeinschaftsarbeit Studierender der Universität Augsburg, begibt sich auf die literarischen Spuren des Paares, beginnend mit den ersten Briefen Gustav Landauers an Hedwig Lachmann. Sie zeichnet in fünf Kapiteln die Motive, Genres und literarischen Ziele des Schriftsteller*innenkollektivs nach, gerahmt von Einblicken in ihr jeweiliges und gemeinsames soziokulturelles Umfeld. Dabei tritt Hedwig Lachmann mit ihren literarischen Arbeiten und auch mit ihren politischen Überzeugungen nach und nach aus dem Schatten ihres Mannes heraus, der als öffentlicher Redner die Massen begeistert und in den tonangebenden Kreisen der Erneuerungsbewegungen ein- und ausgeht. Die Ausstellung vollzieht das dialogische Widerspiel nach, in dem Gustav Landauer und Hedwig Lachmann ihre Überzeugung von der Notwendigkeit einer grundsätzlichen Erneuerung der Gesellschaft literarisch realisieren.
Eine virtuelle Ausstellung der Universität Augsburg.
Studentische Mitwirkung: Amelie Bogner, Ramona Brettschneider, Cansu Cetin, Simona Engst, Sophie Kahlhammer, Sofia Köhler, Hannah Leinen, Patricia Mader, Bettina Mittendorfer, Virginia Otter, Pia Rehklau, Laura-Sophie Rogg, Jonas Ullmann, Alexandra Weihele, Andreas Winter
Betreung: Prof. Dr. Bettina Bannasch und Dr. sc. ETH Zürich Anika Reichwald
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