Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit

Marktgeschehen auf dem Augsburger Perlachplatz: Jahreszeitenbild Oktober bis Dezember, Heinrich Vogtherr d. J. (?), um 1540; Kunstsammlungen und Museen Augsburg, Inv. Nr. 9330
„Die Erfindung der Brille“ aus der Kupferstich-Serie „Nova Reperta“ Jan van der Straets (ca. 1600); Public Domain CC0 (The Metropolitan Museum of Art, US)
© Universität Augsburg

Einführung in die Epoche

Das Fach Geschichte der Frühen Neuzeit befasst sich mit der Zeitspanne von 1500 bis 1800. Die Jahre um 1500 gelten bis heute als Schwelle zur Frühmoderne, charakterisiert durch Zäsuren wie die Anfänge der europäischen Expansion, die Reformation, die Durchsetzung des Buchdrucks und die damit begründete 'Medienrevolution'. Aus der Perspektive der modernen Industriegesellschaften und ihrer politisch-gesellschaftlichen Denk- und Organisationsformen wiederum vollzieht sich die Wende zur Moderne in der "Doppelrevolution" des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts: in der Amerikanischen und der Französischen Revolution auf der einen, verfassungsrechtlich-politischen Seite und der Industriellen Revolution auf der anderen, ökonomischen Seite.

Dementsprechend hat es die Frühneuzeitforschung mit einer entscheidenden 'Scharnierepoche' zu tun: Die alteuropäische ständisch-traditionale Lebensordnung war noch wirksam, und gleichzeitig zeichneten sich unmittelbar in die Gegenwart führende Entwicklungen ab. Kennzeichnend für die frühneuzeitliche Mentalität war der Umgang mit 'Veränderungen', wobei lange Zeit noch kaum Innovationsakzeptanz bestand, Wandlungsprozesse aber doch erfahren und damit zum Problem wurden.


 

Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls

  • Wissensgeschichte: Expertise und savoirs d’État (herrschafts- und staatsbezogenes Wissen) vom konfessionellen Zeitalter bis in die Sattelzeit (16. bis frühes 19. Jahrhundert)
  • Diskurs- und Mediengeschichte: Korrespondenznetze, politische Publizistik, aufklärerische Reformsprachen
  • Wirtschaftsgeschichte: Ökonomische Aufklärung und Innovation
  • Rechtsgeschichte: obrigkeitliche Normsetzung, Partizipation der Untertanen
  • Europäische Mächtebeziehungen: Konfliktaustrag, Feindbilder, Wahrnehmung, Zeremoniell, Verfahren
  • Digital Humanities: Datenbankprojekt zur Wissenszirkulation in aufklärerischen Medien, Texterkennungsverfahren
  • Environmental Humanities: ökonomische Erschließung des Alpenraums im 18. Jahrhundert, Waldnutzung in der Frühen Neuzeit

Forschungen des Lehrstuhls

Savoirs d'État

Herrschaft und staatsbezogenes Wissen in der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Lothar Schilling)

Wissen, Wissenschaft und Verwaltung

Die Interaktion zwischen aufgeklärten Sozietäten und der landesherrlichen Administration in wittelsbachischen Territorien von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis 1815 (PD Dr. Regina Dauser)

Intelligenzblätter als Quellen für die Erforschung der Zirkulation von "Savoirs d'État"

Datenbankprojekt (Prof. Dr. Lothar Schilling, PD Dr. Regina Dauser, Markus Grießl)

"Une révolution avantageuse et nécessaire"

Strategien der sprachlichen und medialen Vermittlung von Reformprojekten der OeG Bern, 1759-1798 (Lisa Kolb)

Artilleristische Expertise

Akteure militärtechnischen Wissens im Europa des Konfessionellen Zeitalters (Marius Mutz)

Lehrstuhlteam

Lehrstuhlinhaber
Geschichte der Frühen Neuzeit
Sekretärin
Geschichte der Frühen Neuzeit
Akademische Rätin
Geschichte der Frühen Neuzeit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Geschichte der Frühen Neuzeit
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Geschichte der Frühen Neuzeit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Geschichte der Frühen Neuzeit
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Geschichte der Frühen Neuzeit

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