Festkolloquium für Gregor Weber 9.-11.7.2026

Aus Anlass des 65. Geburtstags von Gregor Weber findet vom 9. bis 11. Juli ein Festkolloquium statt, das Lehrer, Schüler und akademische Freunde des Jubilars in Augsburg zusammenführen wird. Gregor Weber hat seit 2003 den Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Universität Augsburg inne und hat das Fach in Forschung und akademischer Selbstverwaltung maßgeblich geprägt. Akademische Weggefährten würdigen die Breite und Strahlkraft seiner wissenschaftlichen Arbeit durch forschungsorientierte Beiträge, die sich an den wissenschaftlichen Schwerpunkten des Jubilars orientieren.

Im Zentrum stehen u. a. die Zeit ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. und der Hellenismus, Formen höfischer Repräsentation und politischer Kommunikation sowie die antike Traumdeutung und die Religionsgeschichte in der griechisch-römischen Welt.

Die Vorträge finden statt im Auditorium des PATRIZIA Forum,  Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer,  Universitätsstraße 12, 86159 Augsburg. Eine Anmeldung ist für den Besuch der Vorträge nicht erforderlich.

 

Donnerstag, 9. Juli 2026

 

14:50 Uhr: Einführung in das Festkolloquium – Andreas Hartmann / Christopher Schliephake

 

Sektion I: Der hellenistische König und monarchische Herrschaft in der Antike

15:00–15:45 Uhr: Der Beste im Kampf wie in den Musen: Alexandrinische Wissenschaft und die Strahlkraft ptolemäischer Macht in die griechische Welt – Stefan Pfeiffer (Halle)
15:45–16:30 Uhr: Der Geburtstag des hellenistischen Königs – Peter Franz Mittag (Köln) 
17:00–17:45 Uhr: Zwist und Parteikämpfe. Überlegungen zum Zusammenhang von Königshof und Stasis bei Polybios – Philipp Egetenmeier (Toronto) 
17:45–18:30 Uhr: Einer sei Herr. Überlegungen zur monarchischen Herrschaft im Altertum – Stefan Rebenich (Bern) 

 

Freitag, 10. Juli 2026

 

Sektion II: Politik und Gesellschaft im antiken Griechenland und im römischen Augsburg

09:30–10:15 Uhr: Politik der Worte: Der Streit um die makedonische Herrschaft im griechischen politischen Diskurs (4.–3. Jh. v. Chr.) – Charalampos Chrysafis (Augsburg)

10:15–11:00 Uhr: Die Welt steht Kopf. Die Geschichte Athens im frühen Hellenismus und in der attischen Komödie – Hans-Joachim Gehrke (Freiburg)
11:00–11:45 Uhr: Schmutzige Politik? Reinheitsvorstellungen und ihre politische Instrumentalisierung im antiken Griechenland – Werner Rieß (Hamburg) 
13:30–14:15 Uhr: Bedürftigkeit und bürgerliche Gleichheit. Zum Umgang mit städtischen Unterschichten in antiken Städten – Andreas Hartmann (Augsburg)
14:15–15:00 Uhr: Für den „kretischen“ Gregor: Zur Monumentalität, Materialität und Medialität archaischer Gesetze – Gunnar Seelentag (Hannover)

15:00–15:45 Uhr: Eine kleine Kulturgeschichte antik-römischer Bärte – Kapitel 1.1. Augsburg – Natascha Sojc (Augsburg) 


Sektion III: Traumdeutung und Religion in der Antike

16:15–17:00 Uhr: Religiöse Zeitlichkeit und städtische Selbstreflexion – Jörg Rüpke (Erfurt)

17:00–17:45 Uhr: Functions and conception of dreams among the Greco-Latin historians of Alexander – Christophe Chandezon (Montpellier)
17:45–18:30 Uhr: qui vidit angelum: Träume und Visionen im Zeugnis der spätantiken Inschriften – Isabelle Mossong (Echternach)

 

Samstag, 11. Juli 2026


Sektion IV: Wirtschaft und Umwelt

09:00–09:45 Uhr: Wirtschaftlicher Wandel im späteren Ptolemäerreich – Sitta von Reden (Freiburg)

09:45–10:30 Uhr: Rom zur See – Seefahrt und Seehandel in der Kaiserzeit – Christoph Schäfer (Trier)
10:30–11:15 Uhr: Alexander der Große und die „Entdeckung“ von naphtha bei Plutarch – Christopher Schliephake (Augsburg)

 

Sektion V: Wissenschaftsgeschichte

11:45–12:30 Uhr: Welche Bedeutung hat der Begriff „Akzeptanzsystem“ für das Verständnis des römischen Kaisertums? – Aloys Winterling (Berlin)
12:30–13:15 Uhr: Neuorientierung in der Alten Geschichte und die Geste der ausgestreckten Hand: Victor Ehrenberg und Alfred Heuß im Dialog – Uwe Walter (Bielefeld)

ca. 13:30 Uhr: Dankesworte von Gregor Weber und Abschluss des Festkolloquiums

Programm

 

 

Dienstag, 21. April 2026, um 18.15 Uhr
 

PODIUMSDISKUSSION ZUM NEUEN RÖMISCHEN MUSEUM AUGSBURG

Unter der Moderation von Dr. Florian Knauß (München) diskutieren Dr. Nina Willburger (Konstanz ), Prof. Dr. Christoph Eger (Xanten), Jürgen Enninger (Augsburg), Dr. Sebastian Gairhos (Augsburg) und Danny Schmolke (Augsburg)
 

Nicht erst seit dem Silberschatzfund der Stadtarchäologie und den erfolgreichen Römertrikots des FC Augsburg erfährt das Projekt „Neues Römisches Museum Augsburg“ breiten Zuspruch in der Stadtgesellschaft. Mit der vorliegenden Machbarkeitsstudie ist nun zudem ein möglicher Standort für das neue Museum bestimmt. Da in jüngerer Zeit auch vonseiten der Stadtpolitik und des Freistaats positive Signale zur Planung eines solchen Museums ausgesendet werden, ist nun ein günstiger Zeitpunkt gekommen, um gemeinsam mit Expertinnen und Experten über die strategische Ausrichtung, marketingrelevante Aspekte sowie die allgemeinen Perspektiven für die Stadt Augsburg zu diskutieren.

 

 

Dienstag, 05. Mai 2026, um 18.15 Uhr
 

CAESAR IN MENINX. EIN NEUFUND UND SEINE FOLGEN

Prof. Dr. Martin Kovacs (München)
 

Im September 2024 kam auf der tunesischen Insel Djerba bei Grabungen des Münchner MeninxProjektes im Forumsbereich der antiken Stadt ein überlebensgroßes Marmorporträt zutage, das angesichts der bislang von dort bekannten Skulpturen aus dem Rahmen fällt. Nicht nur die Dimensionen, sondern auch die bemerkenswerte Qualität der Ausführung, die Verwendung von Carrara-Marmor sowie die frühkaiserzeitliche Datierung rücken das Stück in den Kontext der augusteischen Monumentalisierungsphase des Stadtzentrums von Meninx. Der Vortrag stellt die These auf, dass es sich hierbei um den Rest einer ansonsten verlorenen Statue des Gaius Iulius Caesar handelt, die dort in frühaugusteischer Zeit errichtet wurde. Da sich das Porträt darüber hinaus auch als ikonographisch bemerkenswert erweist, ermöglicht es grundsätzlich einen neuen, kritischen Blick auf die disparate Bildnisikonographie des römischen Diktators und deren Tradierung von der spätrepublikanischen bis zum Ende der julisch-claudischen Zeit.

 

 

Dienstag, 19. Mai 2026, um 18.15 Uhr

 

EINE KULTURGESCHICHTE DER PILZE IN DER GRIECHISCH-RÖMISCHEN ANTIKE. PERSPEKTIVEN FÜR EIN NEUES FORSCHUNGSFELD

Prof. Dr. Gregor Weber (Augsburg)
 

Pilze sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt, und zwar im Kontext von Ernährung, medizinischer Forschung und vor allem von (Wald)Ökologie, nicht zu vergessen die ‚magic mushrooms‘. Viele Zusammenhänge verstehen wir noch gar nicht oder nur anfanghaft, aber bestimmte Wirkweisen scheinen – man denke nur an den Birkenporling und den Zunderschwamm, den ‚Ötzi‘ bei sich trug – schon lange bekannt gewesen zu sein. Dies führt zu der Frage, wie es um mykologisches Wissen sowie Anwendungskontexte in der Antike bestellt war, zumal nicht wirklich ein zufriedenstellender Forschungsstand dazu vorliegt. Auf den ersten Blick ergeben sich deutlich mehr Leerstellen als gesicherte Erkenntnisse, bei näherer Betrachtung treten jedoch z.T. erstaunliche Einsichten zutage. Dieses Themenfeld möchte ich neu zu erschließen versuchen – z.B. mit Blick auf Pilze als Nahrungsmittel, Heilmittel oder Gift – und aufzeigen, wo noch beträchtliche Forschungspotentiale für eine Kulturgeschichte der Pilze liegen. Besondere Aufmerksamkeit soll den bisher kaum erschlossenen Bild-zeugnissen gelten.

 

 

Dienstag, 02. Juni 2026, um 18.15 Uhr

 

ENTANGLEMENT UND EMPIRE. GEDANKEN ZU EINER VERFLECHTUNGSGESCHICHTE AFRO-EURASIENS IN VORHELLENISTISCHER ZEIT
Prof. Dr. Robert Rollinger (Innsbruck)
 

Der Vortrag setzt sich kritisch mit der weit verbreiteten These auseinander, dass eine Verflechtungsgeschichte Afro-Eurasiens erst in hellenistischer Zeit einsetzte. Er versucht aufzuzeigen, dass es vielmehr bedeutende Vorstufen einer als Protoglobalisierung zu bezeichnenden Entwicklung gibt, die vor allem mit der dauerhaften Etablierung des Phänomens „empire“ am Beginn des 1. Jahrtausend v. Chr. einhergeht. Ein spezieller Blick wird dabei auf transregionale Austauschprozesse in imperialen Kontexten gelegt, die uns inzwischen durch eine Vielzahl unterschiedlichster Quellenzeugnisse belegt sind.

 

 

Dienstag, 16. Juni 2026, um 18.15 Uhr,
 

DAS GYMNASIUM VON AGRIGENT: NEUE FUNDE UND FORSCHUNGEN

Prof. Dr. Monika Trümper (Berlin)

 

Die griechischen Gymnasien stellten im östlichen Mittelmeerraum den zentralen Ort für die sportliche und intellektuelle Ausbildung der Jugend dar. Von den wenigen bekannten Beispielen im westlichen Mittelmeerraum ist das Gymnasium in Agrigent das wichtigste und größte. Nachdem es zwischen 1960 und 2005 nur partiell freigelegt worden war, gräbt dort seit 2020 ein Team der Freien Universität Berlin. Ziel des Vortrags ist es, die Ergebnisse von sechs Feldforschungskampagnen vorzustellen, darunter zwei 2025 entdeckte sensationelle Funde: ein Hörsaal und eine große Bauinschrift, die dokumentiert, dass das Dach eines Apodyteriums erneuert wurde. Die Befunde erlauben, ein breites Spektrum an athletischen Aktivitäten, darunter auch das sonst kaum belegte Schwimmen, sowie intellektuellen Aktivitäten und Vorführungen zu rekonstruieren.

 

 

Dienstag, 23. Juni 2026, um 18.15 Uhr
 

MEN (AND WOMEN) AT WORK: LIVES OF ROMAN BUILDERS

Dr. Janet DeLaine (Oxford)

 

This paper examines the human side of the Roman building industry in an attempt to understand more about the lives of those individuals whose myriad actions resulted in the built environment of the Roman world. It concentrates mainly on those engaged directly in manual labour or in organising it, both during the construction process on site or in the production and transport of building materials, focusing primarily on Rome and Ostia but also making use of material from elsewhere in the empire, especially the granite quarries at Mons Claudianus in eastern Egypt. It examines the legal and social status of those involved, their origins, their involvement in the collegium of the fabri tignuarii, their relations outside of work, the possibility of social mobility, the conditions of labour, and the question of hazards and risks both physical and in terms of liability when things go wrong.

 

 

Dienstag, 14. Juli 2026, um 18.15 Uhr
 

STÄDTISCHE WASSERVERSORGUNG UND RÖMISCHE VERWALTUNG IM KAISERZEITLICHEN KLEINASIEN

Prof. Dr. Christof Schuler (München)

 

Ein vor wenigen Jahren publiziertes Edikt aus Laodikeia am Lykos, das in die Zeit Trajans datiert und detaillierte Regelungen zur Verwaltung des städtischen Aquäduktes enthält, ist das wichtigste neue Dokument zu kaiserzeitlichem Wassermanagement, das seit Langem bekannt geworden ist.
Der Vortrag diskutiert das Edikt im Vergleich mit anderen einschlägigen Inschriften und mit Frontins „Handbuch“ der Wasserversorgung der Stadt Rom. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit das stadtrömische Vorbild administrative Praktiken in den Städten des griechischen Ostens beeinflusst hat.

 

 

Die Podiumsdiskussion und die Vorträge finden jeweils ab 18:15 Uhr in HS III im Hörsaalzentrum (Gebäude C) an der Universität Augsburg statt.
 

 

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