Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Geschichtswissenschaftliche Perspektiven und exemplarische Befunde.

Prof. Dr. Klaus Große Kracht (Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg)

 

1. Dezember, 19.00 Uhr
Moritzsaal

 

Der Missbrauchsskandal erschüttert die katholische Kirche weltweit und lässt auch die Gläubigen in Deutschland nicht zur Ruhe kommen. Versuchten Bischöfe und Kirchenleitungen die Anzahl der Missbrauchsfälle anfänglich noch kleinzureden, liegen inzwischen mehrere Gutachten zu einzelnen Bistümern vor, die zeigen, wie weit verbreitet das übergriffige Verhalten der Kleriker, aber auch die Vertuschung dieser Taten durch die Kirchenleitung war. Die bisherigen Untersuchungen wurden größtenteils von privaten Rechtsanwaltskanzleien durchgeführt, seit kurzem gehen die Bistümer in Deutschland allerdings dazu über, Historiker:innen an den staatlichen Universitäten mit entsprechenden Bistumsstudien zu beauftragen. Eine erste dezidiert geschichtswissenschaftlich angelegte Forschungsarbeit, die die Geschichte des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker im Bistum Münster untersucht, wurde im Juni dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Hamburger Historiker Klaus Große Kracht, der maßgeblich am Entstehen der Studie beteiligt war, wird das methodische Vorgehen und die Ergebnisse der Untersuchung vorstellen und dabei der Frage nachgehen, welchen Beitrag die geschichtswissenschaftliche Forschung zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche insgesamt leisten kann.

 

Kontakt: Prof. Dr. Martina Steber, PhilHist Fakultät, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg

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