Rückblick: Exkursion "Natur, Mensch, Zukunft. Ausstellungsperspektiven auf das Anthropozän"
Wie werden Mensch-Umwelt-Beziehungen und das Konzept des "Anthropozän" in Ausstellungen reflektiert? Unter dieser Leitfrage stand die Exkursion am 27.2.2026 nach München mit Roman Tischberger. Die 2024 eröffnete Sonderausstellung "Zukunft Alpen" im "Alpines Museum" bot reichen Diskussionsstoff. Welche Akteur:innen sind wie repräsentiert und welche diskursiven Setzungen werden in der Ausstellung vorgenommen? Wie kritisch wird die Entwicklung zum alpinen Massentourismus reflektiert - und in wie weit können die ausgestellten Beispiele für "sanften Tourismus" angesichts abtauender Gletscher eine nachhaltige Lösung sein? Die Dauerausstellungen des "Museums Mensch und Natur" sind überwiegend im Zeitgeist der 1980er- und 1990er-Jahre konzipiert. Dioramen und große Bemühungen um Anschaulichkeit bei gleichzeitiger Informationsdichte prägen die naturkundlichen Abschnitte. Folgen der menschengemachten Eingriffe in Natur und Umwelt sind in der Regel nur zwischen den Zeilen erkennbar, wie etwa bei den Argumentationen um planetare Ressourcen wie Wasser oder Steinkohle. Doch wirft die Konzeption auch darüber hinaus ethische Fragen auf, etwa nach Provenienzen geologischer Objekte, Human Remains im Museum oder der Fülle an präparierten Tierkörpern und auch lebendigen Tieren. Gleichzeitig nahmen die Studierenden verschiedenen Bemühen um Interaktivität sehr positiv wahr, wenngleich didaktische Konzepte und Hands-On-Stationen sichtlich Kinder ihrer Zeit sind. Insgesamt bleibt die Perspektive aus dem Konzept Anthropozän eine wichtige für Museumsausstellungen. Wie sich künftige Konzepte diesen Fragen annehmen, bleibt spannend. Auch, da sich jede Neukonzeption zu Fragen des Zeitgeists positioniert.