Der Porsche 911 (1963 - 2021) Eine automobile Ikone in der zeitgenössischen Kunst (Twain Stolz B.A.)

© Universität Augsburg

Andy Warhol (*1928, †1987) folgte im Jahr 1966 einer Einladung von Porsche-Amerika. Er sollte als Werbeträger gewonnen werden und einen Porsche 911 künstlerisch in ein Art-Car verwandeln. Nach eingehender Betrachtung empfand Warhol die Formensprache des Fahrzeugs als zu ausgereift, um Hand anzulegen. Trotz der Kritik seiner Berater und obwohl es ihm eines Führerscheins ermangelte, erwarb Warhol eben diesen 911er für sich. Seine Verweigerung einer künstlerischen Veredelung des Fahrzeugs, sowie der Erwerb aus rein ästhetischer Begeisterung unterstreicht die Besonderheit des Porsche 911.

 

Diese Anekdote verdeutlicht die besondere Anziehungskraft dieses Automobils. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf einer Auswahl an zeitgenössischen Werken, welche allesamt die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Porsche 911 teilen. Darunter Werke von Erwin Wurm, Gottfried Bechtold, Uli Hack, Hannes Langeder, Heiner Meyer, Marcelo Petisci und Chris Labrooy. Ergänzung findet die Untersuchung des 911 als Kunstsujet in der Auseinandersetzung mit den sogenannten Art-Cars von Richard Phillips und Daniel Arsham. Als solche sollen, in Anlehnung an die bekannten BMW-Art-Cars, künstlerisch veredelte Fahrzeuge, welche jedoch weiterhin fahrtauglich bleiben, bezeichnet werden. Auf diese Weise soll das Phänomen Porsche 911 in der zeitgenössischen Kunst umfassend dargelegt werden. Es wird aufgezeigt, worin sich die starke künstlerische Rezeption des 911 begründet, beziehungsweise welche Intentionen hinter der jeweiligen Auseinandersetzung mit diesem Fahrzeug stecken. Dabei gilt es auch die Entwicklung und Stilisierung des 911 zu einer Ikone der Automobilgeschichte zu ergründen. Es ist zu erwarten, dass insbesondere der besondere Status dieses Fahrzeugs essentiell für die breite künstlerische Resonanz ist. Die Untersuchung basiert dabei auch auf vom Autor mit verschiedenen Künstlern geführten Interviews.

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