Neo-Realisme – Nieuwe Zakelijkheid und Magisch Realisme in der niederländischen Malerei

Anja Huber M.A.

Neo-Realisme – Nieuwe Zakelijkheid und Magisch Realisme in der niederländischen Malerei

In den vergangenen Jahren war die realistisch-figurative Malerei nach dem Ersten Weltkrieg in Europa wiederholt Thema groß angelegter Forschungs- und Ausstellungsprojekte. Der niederländische Neo-Realisme fand dabei nur selten Beachtung. Ein Umstand, der durch das späte Auftreten gegen Ende der 1920er-Jahre erklärt werden kann, als sich vergleichbare Richtungen in anderen europäischen Ländern bereits etabliert hatten. So blieben die neorealistischen Künstler*innen außerhalb ihrer Landesgrenzen weitestgehend unbekannt.

Das Promotionsprojekt ist die erste umfassende Untersuchung über die neorealistische Kunst in deutscher Sprache. Aufbauend auf den bisher in den Niederlanden erschienenen vornehmlich biografischen Publikationen, soll der Neo-Realisme in seiner Gesamtheit dargestellt und als eigenständige Strömung innerhalb der internationalen Realismus-Tendenzen des Interbellums erfasst werden. Dafür untersucht die Arbeit den Neo-Realisme aus zwei Perspektiven, aus denen sich die beiden Hauptteile der Arbeit ergeben. Da für die gegenständliche Malerei des Interbellum bis heute verschiedene Begrifflichkeiten kursieren, widmet sich der erste Teil der Arbeit einer terminologischen Bestimmung. Im zweiten Teil wird die Manifestation des neuen Realismus in der Malerei untersucht. Anhand ausgewählter Gemälde von Künstler*innen wie Nola Hatterman, Pyke Koch und Chris Lebeau, werden nicht nur die stilistischen und ikonographischen Gemeinsamkeiten mit verwandten europäischen Strömungen offenbar, sondern auch die geistesgeschichtliche Prägung, welche zu eigenständigen Themen und Ausdrucksmustern führte. Angesiedelt zwischen Tradition und Moderne werden in den neorealistischen Gemälden Inspirationen aus dem Bereich der bildenden Kunst ebenso verarbeitet wie solche aus dem alltäglichen Leben – etwa aus Mode, Film und Politik.

Ein umfassender Anhang, bestehend aus Literatur- und Abbildungsverzeichnis sowie Künstlerbiografien und Ausstellungsverzeichnissen, bietet Anschlussmöglichkeiten für künftige Forschungsprojekte.

 

(Dissertationsprojekt)

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