Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft beteiligt sich an neuer Kooperation zwischen Augsburg und Bergamo

Am 16. Juni 2026 präsentierte Prof. Dr. Daniela Pietrini im Rahmen des Workshops „Atenei per l’Europa“ das Forschungsprojekt „Ageing and Longevity: Discourses, Narratives and Images of Advanced Age in a German-Italian Perspective“. Mit diesem Beitrag vertrat sie die Philologisch-Historische Fakultät der Universität Augsburg bei der Vorstellung laufender Forschungskooperationen zwischen der Universität Augsburg und der Università degli Studi di Bergamo. Für den Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft nahm außerdem Dr. Stefano Miani vor Ort an der Veranstaltung teil.

Die Veranstaltung fand am 15. und 16. Juni in der Villa Vigoni am Comer See statt und stand im Zeichen der deutsch-italienischen Wissenschaftskooperation. Anlass war die feierliche Unterzeichnung eines strategischen Kooperationsabkommens zwischen der Universität Augsburg und der Università degli Studi di Bergamo. Die Vereinbarung wurde von der Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, und dem Rektor der Università degli Studi di Bergamo, Prof. Dr. Sergio Cavalieri, unterzeichnet. Anwesend waren unter anderem Prof. Dr. Axel Tuma, Vizepräsident für Internationalisierung der Universität Augsburg, sowie Prof. Dr. Flaminia Nicora, Prorettrice con delega all’Internazionalizzazione der Università degli Studi di Bergamo, gemeinsam mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Hochschulverwaltung beider Universitäten.

Im Mittelpunkt des zweiten Veranstaltungstags stand die Präsentation laufender gemeinsamer Forschungsprojekte. Neben Kooperationen aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften sowie Statistics and Data Science wurde auch das von Prof. Dr. Daniela Pietrini gemeinsam mit Prof. Dr. Elena Agazzi und Prof. Dr. Raul Calzoni (Università degli Studi di Bergamo) entwickelte geisteswissenschaftliche Projekt vorgestellt.

Das Projekt „Ageing and Longevity: Discourses, Narratives and Images of Advanced Age in a German-Italian Perspective“ untersucht, wie Alter und Langlebigkeit in Sprache, Literatur, Medien und öffentlichen Diskursen dargestellt und gesellschaftlich verhandelt werden. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung sowohl Deutschland als auch Italien vor grundlegende gesellschaftliche Herausforderungen stellen. Fragen nach aktivem Altern, Autonomie, Pflege, Lebensqualität und Generationenbeziehungen gewinnen zunehmend an Bedeutung und werden intensiv öffentlich diskutiert. Der Forschungsverbund bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, darunter Linguistik, Literatur- und Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Geschichte, Psychologie sowie Medizinethik. Ziel ist es, die kulturellen Vorstellungen, Narrative und Bilder des Alterns aus einer interdisziplinären und deutsch-italienischen Perspektive zu untersuchen.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht stehen insbesondere die sprachliche Konstruktion von Alter und die gesellschaftlichen Bedeutungen im Mittelpunkt. Analysiert werden aktuelle Diskurse in Presse, digitalen Medien und sozialen Netzwerken ebenso wie die historische Entwicklung jener Begriffe, Metaphern und Kategorien, mit denen Alter und verschiedene Lebensphasen beschrieben werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich zwischen dem deutschen und dem italienischen Sprach- und Kulturraum. Untersucht werden unter anderem Altersbilder in der digitalen Kommunikation, mediale Darstellungen älterer Menschen, Großelternfiguren in der Gegenwartskultur sowie Prozesse der Inklusion, Exklusion und Stereotypisierung.

Das Projekt versteht sich zugleich als Ausgangspunkt für den Aufbau eines langfristigen deutsch-italienischen Forschungsnetzwerks. Die Zusammenarbeit zwischen Augsburg und Bergamo soll künftig auf weitere Hochschulen und Disziplinen ausgeweitet werden und neue Impulse für die geisteswissenschaftliche Altersforschung auf europäischer Ebene setzen.

Neben den wissenschaftlichen Diskussionen bot das Programm Gelegenheit zum Austausch über zukünftige Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen beiden Universitäten. Einen besonderen Höhepunkt bildete die Führung durch die Villa Vigoni, die von ihrer Direktorin Dr. Christiane Liermann Traniello persönlich gestaltet wurde. Sie vermittelte den Teilnehmenden einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte der Villa und ihre Rolle als Deutsch-Italienisches Zentrum für den europäischen Dialog.

Die Teilnahme an „Atenei per l’Europa“ unterstreicht die aktive Rolle des Lehrstuhls für Romanische Sprachwissenschaft beim Aufbau neuer deutsch-italienischer Forschungskooperationen. Das vorgestellte Projekt bildet zugleich den Auftakt einer engeren Zusammenarbeit zwischen der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg und der Università degli Studi di Bergamo.

 

Lehrstuhl Romanische Sprachwissenschaft

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