Lehrprofil

WiSe 2019/20

Angewandte Methoden: qualitativ

Aufbauend auf den bereits erworbenen Methodenkenntnissen vermittelt diese Übung forschungspraktische Kompetenzen für die Feldarbeit. Am Beispiel des Forschungsprogramms „Ethnografie“ werden exemplarisch die empirischen Vorgehensweisen qualitativer Sozialforschung exploriert und erprobt. Der Fokus liegt dabei auf der Erhebung und Verschriftlichung von Beobachtungs- und Gesprächsdaten sowie dem (forschungsethisch und datenschutzrechtlich) angemessenen Umgang mit diesen.

 

 

WiSe 2017/18
Bodies That Matter?! Health Sociological Perspectives on Gender 

This course aims to give an introduction to Gender and Queer Studies and a brief overview about Gender Theory’s examination of the body. The intention is to develop a deeper understanding of the notion “that ‘the’ body comes in genders” (Butler 2011: III) and the materiality of the body, targeting the entanglement of medicine (respectively medical knowledge) and “unthinkable, abject, unlivable bodies” (Butler 2011: X).

The seminar is to be understood as some kind of think-tank, where current debates within the Gender and Queer Studies are explored and (hopefully) held. The idea is to investigate together the (possible) extents and/or limitations of the liaison between the Sociology of Gender and the Sociology of Health. In addition, the class could (and should) be considered as a space to practise the usage of academic English – written as well as spoken.

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Butler, J (2011) [1993]: Bodies That Matter. On the Discursive Limits of “Sex”. London/New York: Routledge.

 

 

WiSe 2016/17
Der Frauenkörper als Politikum. Zur Verschränkung der Kategorien Gesundheit und Geschlecht 

Im Zuge der Frauengesundheitsbewegung der 1970er Jahre übten bewegte Frauen Kritik an der Medikalisierung des weiblichen Körpers durch das Gesundheitssystem und forderten Frauen zu mehr Selbstbestimmung über ihre eigenen Körper auf. Ein Blick auf die aktuellen Debatten um Frauenkörper und Frauengesundheit zeigt, dass der Ausspruch »Das Private ist politisch« bis heute nicht an Gültigkeit verloren hat.

Zu Beginn des Seminars sollen der historische Ablauf dieser sozialen Bewegung nachgezeichnet und die Ziele der bewegten Frauen erarbeitet werden. Im Anschluss wird die Verschränkung der Kategorien Gesundheit und Geschlecht aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Abschließend soll diese anhand aktueller Debatten diskutiert und reflektiert werden.

 

 

SoSe 2017
Geschlecht als Konfliktkategorie. Geschlechterverhältnisse und -repräsentation(en) in Film und Fernsehen

Die Wechselwirkung von massenmedialen Darstellungen und Geschlechterkonstruktionen ist durchaus umstritten. Medienpädagogisch orientierte Ansätze gehen davon aus, dass durch Massenmedien verbreitete Geschlechterbilder prägenden Einfluss auf die Vorstellung von Geschlecht und damit auf die Geschlechtsidentität(en) von Individuen haben (vgl. Beinzger 1999). Dabei wird häufig vergessen, dass in den Massenmedien keine Bilder erzeugt werden, die nicht ohnehin schon Ausdruck eines gesellschaftlichen Konsenses sind. Das heißt, dass es sich bei Medienprodukten um kulturelle Manifestationen handelt, in denen immer bestimmte Ideologien auffindbar sind, die Wirkung von Medien und Geschlecht also wechselseitig ist (Sennewald 2007: 39).

Das Seminar will einen Überblick über kontemporäre Geschlechtertheorien und -konzeptionen geben und diese anhand ausgesuchter (Kino-) Filme und (Fernseh-) Serien diskutieren. Weiterhin soll das nötige »Handwerkszeug« vermittelt werden, um Geschlechterverhältnisse und –repräsentation(en) »unter die Lupe nehmen«, deren (De-) Konstruktion und Inszenierung untersuchen und besagte Ideologien herausarbeiten zu können.

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Beinzger, D (1999): Pädagogische Reflexionen zum System der Zweigeschlechtlichkeit in den Medien. In: B Rendtorff/V Moser (Hg.): Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in der Erziehungswissenschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 201-221.

Sennewald, N (2007): Alien Gender. Die Inszenierung von Geschlecht in Science-Fiction-Serien. Bielefeld: transcript.

 

 

SoSe 2019 | SoSe 2021 | SoSe 2022
Gesellschaft und Gesundheit II

Alltagsweltlich erscheinen uns Krankheit und Gesundheit, ja Körperlichkeit im Allgemeinen, als natürliche Phänomene, denen kulturelle Deutungen allenfalls aufliegen. Nicht zuletzt wird dieser Naturalismus durch die Dominanz der naturwissenschaftlichen Ausrichtung moderner Biomedizin sowie deren Deutung in den Medien gefördert und gesellschaftlich institutionalisiert. Ziel dieses Seminars ist es, hinter diese verengte Sicht zurückzutreten und sozialwissenschaftliche Theorien und Modelle kennenzulernen, die sich mit der gesellschaftlichen Genese und sozialen Deutungsprozessen von Krankheit und Gesundheit auseinandersetzen.
Ganz konkret widmen wir uns in diesem Seminar dem Topos Geschlecht und Gesundheit. Hierfür werden zunächst entsprechende gesundheits- und medizinsoziologische Grundlagen geschaffen bzw. aufgefrischt sowie zentrale Begrifflichkeiten gemeinsam definiert. Anschließend erarbeiten wir eine wissenssoziologische Perspektive auf das Gesundheitswesen und die Medizin, um dann den Konnex Geschlecht, Körperlichkeit und Gesundheit näher zu betrachten und genauer zu beleuchten.

 

 

WiSe 2017/18 | WiSe 2019/20 | WiSe 2021/22
Grundlagen soziologischen Denkens

Ziel dieses Grundlagenseminars ist es, Studienanfänger*innen fundamentale soziologische Begriffe, Denkfiguren und Analyseformen zu vermitteln. Zentral ist das Kennenlernen von Fragestellungen, die für die Soziologie charakteristisch sind, sowie das Einüben »soziologischer Denkstile«. Dies wird am Beispiel des (menschlichen) Körpers geschehen. Körper stehen – aktuell vielleicht mehr denn je – im Mittelpunkt gesellschaftlicher und individueller Aufmerksamkeit: Der Körper ist die „Visitenkarte des Subjekts“ (Klein 2010: 459), der Repräsentant des sozialen Status einer Person. Und die unhintergehbare Basis sozialer Interaktion (vgl. ebd.: 462). Die Bestimmung dieses wechselseitigen Verhältnisses von Körper(n) und Gesellschaft soll (und wird) uns also zur Schärfung der Perspektive(n) auf unseren Gegenstand dienen: das Soziale.

 

 

SoSe 2017
Klassiker der Medizinsoziologie: Harold Garfinkel, Erving Goffman & Michel Foucault 

Ein (sogenannter) »Klassiker« der Soziologie ist entweder für die (Weiter-) Entwicklung soziologischer Theorie(n), für die (Wieder-) Entdeckung eines wichtigen Problembereichs und/oder die Entdeckung einer neuen Methode zu dessen Erforschung von (hoher) Relevanz (vgl. Kaesler 2003). Der "unerschöpfliche Anregungsreichtum seiner Ideen, Einsichten und Argumente" (Müller 2003: 167), die Übersetzbarkeit wichtiger Kategorien in den Diskurs anderer Disziplinen sowie die Produktion von Schlüsselbegriffen zeichnen einen »Klassiker« des soziologischen Diskurses ebenfalls als solchen aus.

Harold Garfinkel, Erving Goffman und Michel Foucault gehören zweifelsohne zu den »Klassikern« der (Medizin-) Soziologie; mit ihrem Wirken haben sie maßgeblich zur Ausgestaltung der aktuellen (Forschungs-) Schwerpunkte und Perspektiven der Medizinsoziologie beigetragen. Sowohl in ihren Werken als auch im Anschluss daran werden Topoi verhandelt, die auch heute noch in höchstem Maße relevant sind; beispielhaft zu nennen sind die Stigmatisierung von (psychisch) Kranken, der Topos der Mensch-Maschine-Interaktion, die Debatte um Medikalisierung oder die A_e_rzt_in-Patient_in-Beziehung. Dieser Kurs will grundlegend theoretisch (und methodologisch) in die (Gesundheits- und) Medizinsoziologie einführen und das nötige »Rüstzeug« zur Verfügung stellen, um die gesellschaftliche Konstruktion von Krankheit und Gesundheit kritisch hinterfragen und den Zusammenhang zwischen diskursiven Ordnungen, Macht- und Herrschaftsmechanismen und der Rolle medizinischen Wissens nachzeichnen zu können.

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Kaesler, D (2003): Vorwort. In: ebd. (Hg.): Klassiker der Soziologie. Band 1: Von Auguste Comte bis Norbert Elias, 4. Auflage. München: Beck, 7-9.

Müller, HP (2003): Emile Durkheim (1858-1917). In: D Kaesler (Hg.): Klassiker der Soziologie. Band 1: Von Auguste Comte bis Norbert Elias, 4. Auflage. München: Beck, 150-170.

 

 

WiSe 2020/21 & SoSe 2021

Lehrforschungsprojekt: (Soziale) Ordnung (in) der Medizin, Teil I & II

Das Gesundheitssystem unterliegt seit mehr als 20 Jahren einem tiefgreifenden Wandel (vgl. Manzei/Schmiede 2014). Reform, Fachgruppenstandards und Leistungskatalog sind nur einige der Buzzwords, die in diesem Zusammenhang immer wieder fallen – und die strukturellen Rahmenbedingungen des medizinischen Alltags bilden. Am Beispiel der Ordnungsbildung in und durch die Medizin werden wir uns exemplarisch mit der Verschränkung von Gesellschaft und Gesundheit befassen. Dabei können und sollen die Mikro-, Meso- als auch die Makroebene untersucht und hochaktuelle Fälle wie auch »klassische Problemlagen« des Feldes in den Blick genommen werden.

Ziel dieser zweisemestrigen Lehrforschung ist es, alle Phasen eines empirischen Forschungsprojektes – unter Anleitung – selbstständig zu erarbeiten und durchzuführen. Im ersten Teil (WiSe 2020/21) werden hierfür zunächst entsprechende theoretische sowie method(olog)ische Grundlagen geschaffen bzw. aufgefrischt und erprobt, zentrale Begrifflichkeiten gemeinsam definiert, konkrete (eigene) Fragestellungen innerhalb des Themenfeldes „(Soziale) Ordnung (in) der Medizin“ erarbeitet sowie ein Forschungsplan erstellt. Im zweiten Teil (SoSe 2021) findet dann die eigentliche Durchführung der jeweiligen Forschungsprojekte statt.

 

 

WiSe 2018/19 & SoSe 2019
Lehrforschungsprojekt: Technisierung des Alltags, Teil I & II

Smartphones, Wearables und Apps sind heute (in der Regel) ganz selbstverständlich Teil unseres Alltags. Aber auch Waschmaschinen, Fahrkartenautomaten oder Autos partizipieren an alltäglichen (Routine-) Handlung(en). Doch wie genau gestalten sich Mensch-Maschine-Interaktionen im Alltag? In welchen Praktiken sedimentiert sich der Prozess der Technisierung konkret? Wie beeinflussen Technologien soziale Beziehungen? Diese und andere Fragen sollen im Rahmen des Lehrforschungsprojektes eruiert werden.
Ziel dieses zweisemestrigen (antizyklischen) Lehrforschungsprojektes ist es, alle Phasen eines empirischen Forschungsprojektes – unter Anleitung – in Kleingruppen zu erarbeiten und durchzuführen. Im ersten Teil (WiSe 2018/19) werden hierfür zunächst entsprechende theoretische sowie method(olog)ische Grundlagen geschaffen bzw. aufgefrischt, zentrale Begrifflichkeiten gemeinsam definiert und konkrete Fragestellungen innerhalb des Themenfeldes »Technisierung des Alltags« erarbeitet. Im zweiten Teil (SoSe 2019) geht es dann in medias res: Nach einigen forschungspraktischen Übungen (inkl. anschließender Reflektion) beginnt die Feldphase.

 

 

SoSe 2017 & WiSe 2017/18
Lehrforschungsprojekt: Zeitdruck, Leistungsstress, Rollenerwartungen. Zur gesundheitlichen Belastung von Studierenden, Teil I & II (gemeinsam mit Prof. Dr. Alexandra Manzei) 

Diverse aktuelle Studien belegen, dass Stress im Studium nicht nur zugenommen hat, sondern auch, dass Studierende gestresster sind, als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im gleichen Alter (vgl. AOK Studie 2016: Studierendenstress in Deutschland). Als Ursache hierfür wird vermutet, dass die Bologna-Reform (Übergang zu Bachelor/Master-Studiengängen) Studierende vor neue Herausforderungen, wie z. B. gestiegenen Leistungsdruck, stelle.

Es zeigen sich dabei jedoch signifikante Differenzen zwischen den einzelnen Studierendengruppen: So sind bspw. Frauen signifikant gestresster als Männer, Fachhochschülerinnen und Fachhochschüler sind signifikant gestresster als Studierende an Universitäten und Dualen Hochschulen, Studierende staatlicher Hochschulen sind signifikant gestresster als Studierende privater Hochschulen, Bachelor-Studierende sind signifikant gestresster als Magister-/Diplom-Studierende (und auch als Staatsexamen-Studierende) und Studierende aus NRW und Baden-Württemberg sind signifikant gestresster als Studierende aus Schleswig-Holstein, Brandenburg oder Bayern. Aus einer spezifisch gesundheitssoziologischen Perspektive soll untersucht werden, wie es sich mit dem Stress der Studierenden an der Universität Augsburg verhält. Im Zentrum steht dabei die Frage, warum es zu diesen Differenzen kommt.

 

 

SoSe 2022

Let’s Talk about Sex (and Gender): Einführung in die Queer Studies

In den Queer Studies werden Geschlecht(skörper) und Sexualität sowohl als Instrumente als auch als Effekte spezifischer Bezeichnungs-, Regulierungs- und Normalisierungspraktiken (vgl. Hark 1993: 104) begriffen. Queere Ansätze oder Modelle möchten Brüche im angeblich stabilen Verhältnis zwischen biologischem und sozialem Geschlecht sowie sexuellem Begehren hervorheben. Geschlechtliche und sexuelle Identität werden dabei nicht als naturgegeben, sondern sozial konstruiert verstanden und im Kontext von Machtverhältnissen und hegemonialen Normen untersucht.
In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit den grundlegenden Differenzlinien der Geschlechtersoziologie sowie deren analytischer Rekonstruktion. Nach einer Einführung in zentrale queertheoretische Annahmen und Perspektiven werden wir uns insbesondere dem Topos Transgeschlechtlichkeit widmen. Im Mittelpunkt steht dabei das Verhältnis von Körperlichkeit und Geschlechtlichkeit. Anhand dieses zentralen Beispiels sollen die zuvor erarbeiteten Erkenntnisse vertieft und expliziter nachvollzogen werden.

 

 

SoSe 2018
Theorie/Sozialstruktur/Gegenwartsdiagnosen: Race, Class, Gender 

In diesem Grundkurs steht die Konstruktion (und Verschränkung) der (Sozial-) Kategorien Race, Class und Gender im Mittelpunkt. Dafür werden die jeweiligen Begriffe und Konzepte zunächst eingeführt und definiert. Weiterhin werden die Termini Ungleichheit und Differenz zueinander in Verhältnis gesetzt sowie die Beziehung zu o. g. Kategorien aus einer machtkritischen Perspektive diskutiert.

 

 

SoSe 2018 | SoSe 2020
Theorie/Sozialstruktur/Gegenwartsdiagnosen: Gesundheit als Ungleichheitskategorie 

Dieser Grundkurs beleuchtet die Konstruktion und Verschränkung von sozialer Ungleichheit und Gesundheit. Dafür werden zunächst die relevanten Grundbegriffe erarbeitet sowie der (sozial- und gesundheits-) politische und historische Kontext genauer betrachtet, um anschließend en detail verschiedene Formen gesundheitlicher Ungleichheit zu eruieren und zu diskutieren.

 

 

SoSe 2022 (Universität Bielefeld)

Trans/Gesundheit. (Medizin-)Soziologische Perspektiven auf Körper und Geschlecht

Im Rahmen des Seminars wollen wir uns mit der (Regel-)Gesundheitsversorgung von transgeschlechtlichen Personen in Deutschland befassen und damit, inwiefern diese mit dem (Un-)Wissen über Körper, die nicht der (geschlechtlichen) Norm entsprechen, innerhalb der Medizin verschränkt ist. Da der heteronormative, ärztliche Blick (vgl. Foucault 2016 [1963]) im medizinischen Kontext ein lebenslanges Outing (immer wieder) notwendig macht, also die Gegebenheit des Körpers Handlungsräume eröffnet und begrenzt (vgl. Meuser 2006: 98), ist die (bio-)medizinische Be- und Verhandlung transgeschlechtlicher Körper niemals vollständig abgeschlossen, sondern führt zu einer permanenten (Re-)Produktion von Geschlechtlichkeit. Ziel des Seminars ist es, das Spannungsfeld zwischen der gesamtgesellschaftlich beobachtbaren Pluralisierung von Geschlechterkonzepten und der Materialität des (Geschlechts-)Körpers in und am Beispiel der Medizin auszuleuchten.

 

 

WiSe 2018/19 (EH Ludwigsburg)
Zwischen gender, race, class und... Einführung in die intersektionalen Perspektiven

In diesem Seminar stehen die Konstruktion und Verschränkung der (Sozial-) Kategorien Race, Class und Gender miteinander sowie mit anderen Kategorien sozialer Ungleichheit im Mittelpunkt. Dafür werden die jeweiligen Begriffe und Konzepte zunächst eingeführt und definiert, um dann am Beispiel diskutiert zu werden.

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