Über das Projekt

Das Projekt „Die Sorge um die Fürsorge" widmete sich der Frage, aus welchen Gründen Menschen sich für bzw. gegen gesundheitliches Vorausplanen für finale Lebensphasen („Behandlung im Voraus Planen“ oder „Advanced Care Planning“, ACP) entscheiden. Es wurde aus einer gender- und kultursensiblen Perspektive untersucht, wie sich Vorstellungen von Autonomie, Verletzlichkeit und Pflegebedürftigkeit auf die Regelung künftiger Situationen auswirken und inwieweit diese Vorstellungen von (öffentlichen) Debatten zu gesundheitlichem Vorausplanen geprägt sind. Um die Argumentationsmuster in den öffentlichen Debatten herauszuarbeiten, wurden einerseits die massenmediale Berichterstattung in Printmedien und TV, die medizinethische Fachliteratur sowie die Beratungsliteratur zu Patientenverfügungen analysiert. Andererseits wurde erforscht, welche Positionen und Erwartungen zu ACP in der Bevölkerung, in zivilgesellschaftlichen Online-Foren sowie bei professionellen (juristischen, medizinischen und Sozial-) Berater*innen vorkommen. Die Projektergebnisse zeigen, dass das Thema ACP weder in den öffentlichen Debatten noch in den Lebenswelten von Menschen gender- und kultursensibel adressiert wird. Argumentationsmuster, die die Autonomie des Einzelnen beim ACP gegenüber fürsorge- und verantwortungszentrierten Perspektiven betonen, finden sich zudem sowohl in den öffentlichen Debatten als auch in den Vorstellungen von Menschen wieder. Das Projekt illustriert damit insgesamt, dass individuelle Vorsorgevorstellungen und ACP-Verhaltensweisen (auch) von öffentlichen Diskursen geprägt sind.

Weiterführende Links und Downloads

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 der Universität Augsburg

Vortrags- und Publikationsliste zum Projekt

Publikationen:

Wagner, A. J. M., Kinnebrock, S. & Menke, M. (eingeladene Veröffentlichung in Bearbeitung, Erscheinungsdatum Februar 2020). Care in den Medien: Gesundheitliches Vorausplanen und Care am Lebensende in der massenmedialen Berichterstattung. In F. Greiner, S. Krauss, S. Peuten, A. Bauer & M. Lippok (Hrsg.), Gesundheit am Lebensende. Baden-Baden: Nomos.

 

Wagner, A. J. M., Menke, M. & Kinnebrock, S. (under Review). Caring Conversations? Interpersonal Communication on the Sensitive Health Topic of Advance Care Planning.

 

Menke, M., Wagner, A. J. M., Kinnebrock, S. & Drakova, M. (under Review). Finding Communicative Care Online: Why Burdened Informal Caregivers Seek Mediated Social Support.

 

Wagner, A. J. M., Gadebusch Bondio, M. & Kinnebrock, S. (under Review). Patientenverfügungen und Informationsflut: Kein Ersatz für das professionelle Gespräch.

 

Wagner, A. J. M., Kinnebrock, S. & Gadebusch Bondio, M. (erscheint Oktober 2019). Wie Männer vorsorgen – Vorstellungen und Praktiken gesundheitlichen Vorausplanensr Vorsorge im Alltag und in der Beratungspraxis. Hospiz-Dialog NRW, 81.

 

Gadebusch Bondio, M., Wagner, A. J. M., Krieger, R., Weiß, L. & Kinnebrock, S. (2018). Behandlung im Voraus Planen (BVP): Eine Übersichtsarbeit über das Vorsorgeverhalten von Frauen und Männern in Deutschland. Das Gesundheitswesen (Online First). doi:10.1055/a-0652-5556

 

Kinnebrock, S. & Wagner, A. J. M. (2018). Geschlecht und Gesundheitskommunikation. In U. M. Gassner, J. von Hayek, A. Manzei & F. Steger (Hrsg.), Geschlecht und Gesundheit (S. 287–309). Baden-Baden: Nomos.

 

Krieger, R. & Gadebusch Bondio, M. (2016). Gesundheitliches Vorausplanen. Haben Frauen und Männer andere Sorgen? Bayerisches Ärzteblatt, 12, 674–676.

 

Menke, M., Kinnebrock, S. (2016). „Würde bis zum Schluss? Mediale Konzeptionen von Würde im Diskurs über Sterbehilfe“. Medien & Altern, 8, 32–46.

 

Krieger, R., Menke, M., Kinnebrock, S. & Gadebusch Bondio, M. (2015). P-68 Concerned about care: Disposing until the end of life… gender specific ideas about autonomy, responsibility, and vulnerability. Supportive and Palliative Care, 5(2), A64.3–A65. doi:10.1136/bmjspcare-2015-000978.198

 

 

Medienbeiträge über das Projekt:

Hallermayer, M. (2018). Hilfe aus dem Internet? Wie gesundheitliche Vorsorge in Online-Foren diskutiert wird. Forschungsbeilage/ Februar in der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 01.02.2018, S. 2.

 

Hallermayer, M. (2016). „Bis zum Ende über sich verfügen: Analysen von Debatten über Patientenverfügungen“, Forschungsbeilage 06/Winter in der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 11.01.2016, S. 2.

 

Gadebusch Bondio, M. (2015). „Forschungsverbund zu Gender und Care“, TUMcampus 02/2015, S. 12–13.

 

Gadebusch Bondio, M. (2015). Forschungsverbund „ForGenderCare“, Diversity an der TUM. Fokus: Gender & Family vom 07.10.2015, S. 39–40.

 

Kinnebrock, S. & Prem, K. P. (2015). Pressemitteilung „Sorge um die Fürsorge“, 12.02.2015.

 

Universität Augsburg (2015). Pressemitteilung „ForGenderCare mit drei Augsburger Teilprojekten. Von weiblich konnotierter Sozialarbeit über die Vorsorge für die finale Lebensphase bis hin zur Robotik in der Altenpflege“, 15.02.2015.

 

 

Vorträge:

Wagner, A. J. M., Menke, M. & Kinnebrock, S. (2019). “She only wants to talk about it on WhatsApp“: Difficult conversations in the context of Advance Care Planning. Vortrag auf der Preconference “Difficult conversations in healthcare” der 69. Jahrestagung der International Communication Association (ICA), Washington, USA, 24. – 28. Mai.

 

Wagner, A. J. M., Menke, M. Drakova, M., Gadebusch Bondio, M. & Kinnebrock, S. (2019). Communicative care from a distance: The expansion of traditional care networks through social media. Vortrag auf der Abschlusskonferenz des Forschungsverbunds ForGenderCare “Blurring boundaries: Rethinking gender and care”, Augsburg, 13. – 15. März.

 

Kinnebrock, S. & Wagner, A. J. M. (2019). "Caring about care": Until the end of life... Perceptions of autonomy, responsibility and vulnerability. Postervortrag auf der Abschlusskonferenz des Forschungsverbunds ForGenderCare “Blurring boundaries: Rethinking gender and care”, Augsburg, 13. – 15. März.

 

Wagner, A. J. M. (2019). „Bitte achte auf dich“ – Die Kommunikation in Online-Communities über Care am Lebensende. Vortrag auf dem 1. Augsburger Nachwuchsworkshop zur interdisziplinären Gesundheitsforschung: „Rationalitäten des Lebensendes. Sterbekulturen in Vergangenheit und Gegenwart“, Augsburg, 07. – 08. März.

 

Wagner, A. J. M. (2018). Von kranken Männern und pflegenden Frauen: Gesundheit und Care in den Medien. Vortrag an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kempten, Kempten, 23. Oktober 2018.

 

Wagner, A. J. M., Menke, M., Kinnebrock, S. & Drakova, M. (2018). Who cares for the carers? Seeking communicative care in interpersonal relationships online. Vortrag auf der 7. ECREA European Communication Conference, Lugano, Schweiz, 31. Oktober – 3. November.

 

Menke, M., Drakova, M., Wagner, A. J. M. & Kinnebrock, S. (2018). ”Everbody should do it!“ – How Advance Care Planning is communicated among members of online communities. Postervortrag auf der 68. Jahrestagung der International Communication Association (ICA), Prag, Tschechien, 24. – 28. Mai.

 

Gadebusch Bondio, M. & Krieger, R. (2016). “Gesundheitliches Vorausplanen von Männern und Frauen – Was wir wissen und (noch) nicht wissen…”, Vortrag auf dem 6. Ethiknachmittag am Klinikum rechts der Isar, München, 07.12.2016.

 

Menke, M. (2016). “Angewiesenheit und/oder Selbstbestimmung? Zur Darstellung von Fürsorge-Beziehungen in den Medien”, Vortrag auf dem 6. Ethiknachmittag am Klinikum rechts der Isar, München, 07.12.2016.

 

Gadebusch Bondio, M. (2016). „Imagining the End of Life: Diversity as a Matter of Concern for personalized Ethical Counseling“, Vortrag auf dem Liesel Beckmann Symposium „Ethical Counseling in the Age of Personalized Medicine and Diversity Issues“, Institute for Advanced Study, TUM, München, 25.11.2016.

 

Gadebusch Bondio, M., Kinnebrock, S., Krieger, R. & Menke, M. (2016). „Die Sorge um die Fürsorge: bis zum Ende über sich verfügen… Vorstellungen von Autonomie, Verantwortung und Vulnerabilität“, Posterbeitrag für die ForGenderCare-Verbundstagung „FemiCare und MaskuWork – Geschlechtlichkeiten im Feld der Sorgearbeit“, Landshut, 17.11.-18.11.2016.

 

Menke, M. & Kinnebrock, S. (2016). “Dignity despite vulnerability? Current ethical principles of the media discourse on advance directives”, Vortrag auf der 6th European Communication Conference der ECREA, Prag, Tschechische Republik, 09.11.-12.11.2016.

 

Krieger, R. & Gadebusch Bondio, M. (2016). „Antizipatives Entscheiden im Angesicht von Gender und Geschlecht“, Posterbeitrag für den 11. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) „Qualität braucht Miteinander, Mut und Kompetenz“, Leipzig, 07.09.-10.09.2016.

 

Krieger, R., Gadebusch Bondio, M., Kinnebrock, S. & Menke, M. (2015). “Concerned about care: Disposing until the end of life… Gender specific ideas about autonomy, responsibility, and vulnerability”, Posterbeitrag auf der 5th International Conference on Advance Care Planning and End of Life Care, München, 09.09.-12.09.2015.

 

Menke, M. (2016). Teilnahme an der Podiumsdiskussion auf dem verbundsinternen Workshop „Technik und Medien“, TUM, München, 07.07.2016.

 

Kinnebrock, S. & Menke, M. (2015). Würde bis zum Schluss? Eine Analyse der aktuellen Berichterstattung über vulnerable Alte”, Vortrag auf der Fachtagung der GAM Gesellschaft – Alter – Medien e.V. "Designing Age. Konzepte – Ästhetiken – Praktiken", Berlin, 19.06.-20.06.2015.

 

Kinnebrock, S., Gadebusch Bondio, M., Menke, M. & Krieger, R. (2015). „Die Sorge um die Fürsorge: bis zum Ende über sich verfügen… Vorstellungen von Autonomie, Verantwortung und Vulnerabilität“, Posterbeitrag für die ForGenderCare-Verbundstagung „Was ist Care? Zwischen privater Liebestätigkeit und globaler Ausbeutung“, Tutzing, 12.06.-13.06.2015.

 

Kinnebrock, S. (2015). „Gender und Care – damals und heute“; Posterbeitragbei der Eröffnung des Zentrums für Interdisziplinäre Gesundheitsforschung (ZIG), Augsburg, 11.06.2015.

 

Menke, M. & Kinnebrock, S. (2015). “Würdekonzepte in der aktuellen Berichterstattung über Menschen in hohem Alter und in finalen Lebensphasen”, Vortrag auf der 60. Jahrestagung der DGPuK, Darmstadt, 13.05.-15.05.2015.

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