Prof. Weller als Experte bei Transfertagung zur Wissensproduktion in der deutschen Sicherheitspolitik
Formate und Kommunikationsbedingungen der Wissensproduktion und Politikberatung in der Außen- und Sicherheitspolitik sind Themen des BMFTR-geförderten Forschungsverbunds
KNOWPRO, „Wissensproduktion in der deutschen Friedens- und Sicherheitspolitik“ der Universitäten Erfurt, Bremen und Kiel, der am 6.3.2026 den eingeladenen Expert:innen bei der Transfertagung in Berlin seine Ergebnisse präsentiert. Wie fließen wissenschaftliche Erkenntnisse und die Expertise der Friedens- und Konfliktforschung in politische und institutionelle Entscheidungsprozesse der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik ein? Welche Faktoren prägen den transdisziplinären Wissensaustausch zwischen Politik, Wissenschaft und institutionalisierter Politikberatung? Wo liegen die Potenziale, aber auch die Herausforderungen wissensbasierter politischer Entscheidungsprozesse? Entlang solcher Fragen wurden im Verbundprojekt KNOWPRO der Universitäten Bremen, Erfurt und Kiel verschiedene Fallstudien zum friedens- und sicherheitspolitischen Wissen, welches den politischen Entscheidungsprozessen bei militärischen Interventionen (Afghanistan, Somalia) zugrunde lag, durchgeführt. Auch die Bedeutung von Relevanz - politische, gesellschaftliche oder wissenschaftliche Relevanz - für die Wissensproduktion von Think Tanks war Thema des Forschungsverbunds. Die Bedingungen der Wissensproduktion in der Friedens- und Sicherheitspolitik stehen auch in enger Verbindung zu den „Deutungskämpfen“, die im
"Bayerischen Zentrum für Friedens- und Konflktforschung“(BZeFK) untersucht werden, etwa im Konflikt über Meinungsäußerungen zur israelischen Kriegführung im Gazastreifen. An diesem Konflikt wurde von Christoph Weller die in Augsburg entwickelte Konzeption des für die Forschung am BZeFK zentralen Begriffs der „Deutungskämpfe“ veranschaulicht (erschienen in der
Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung).
Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung erhält weitere Förderung: Der interuniversitäre Forschungsverbund zum Thema „Deutungskämpfe im Übergang“ mit dem „Transferzentrum Frieden Augsburg“ (TFA) wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ab 1. April 2026 für weitere zwei Jahre großzügig gefördert.