Christina Pauls wurde mit Forschung zu Erinnerungsaktivismus als Friedensarbeit promoviert

, Geschäftsführerin des (TFA) und wissenschaftlich in Forschung, Lehre und Transfer an der Schnittstelle von Friedensforschung und Friedensbildung engagiert, hat am 10.3.2026 ihr Promotionsverfahren an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg sehr erfolgreich abgeschlossen. Im Zentrum ihrer Dissertation steht die Frage, inwiefern dekolonialer Erinnerungsaktivismus als eine Form von Friedensarbeit verstanden werden kann und welche Impulse sich daraus für Friedensforschung und Friedensbildung ergeben.

Ausgehend von der Beobachtung, dass dekoloniale Perspektiven in der Friedens- und Konfliktforschung zwar zunehmend an Bedeutung gewinnen, konkrete erinnerungsaktivistische Praxen jedoch bislang nur selten systematisch als Friedenswissen ernst genommen werden, untersucht die Arbeit Erinnerungsaktivismus als konflikthaftes, situiertes und verkörpertes Wissen. Die Dissertation versteht dekolonialen Erinnerungsaktivismus nicht primär als Untersuchungsgegenstand, sondern als epistemische und politische Intervention, die hegemoniale Selbstverständlichkeiten von Frieden irritiert. Im Fokus stehen dabei insbesondere jene Formen des Aktivismus, die koloniale Gewaltverhältnisse, verdrängte Geschichte und fortwirkende Machtasymmetrien im öffentlichen Raum sichtbar machen und damit dominante Friedensnarrative herausfordern. Die Arbeit zeigt, dass solche Praxen wertvolle Beiträge zur Erweiterung von Friedenswissen leisten, indem sie Fragen von Verantwortung, Verstrickung, historischer Gewalt und gesellschaftlicher Transformation neu in den Blick rücken.

Anhand empirischer Fallanalysen arbeitet die Dissertation heraus, wie dekolonialer Erinnerungsaktivismus friedensrelevantes Wissen hervorbringt, hegemoniale Wissensordnungen irritiert und Lern- und Aushandlungsprozesse über Gewalt, Gerechtigkeit und Verantwortung anstößt. Damit leistet die Arbeit nicht nur einen wichtigen Beitrag zur dekolonialen Weiterentwicklung der Friedens- und Konfliktforschung, sondern eröffnet auch neue Perspektiven für eine Friedensbildung, die koloniale Kontinuitäten, Ambivalenzen und gesellschaftliche Machtverhältnisse stärker berücksichtigt.

 

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