Zukunft für Israelis und Palästinenser in Würde und Sicherheit - Veranstaltung mit Jeremy Milgrom

Auf Einladung von berichtet der Reformrabbiner und Friedensaktivist Jeremy Milgrom in Augsburg über seine aktuellen Erfahrungen in Israel. Er lebt zwischen Jerusalem und Tel Aviv und zeigt Wege auf, wie Israelis und Palästinenser gleichberechtigt zusammen leben können und wie dies gewaltfrei und mit zivilem Ungehorsam gegen Unrecht und Waffengewalt gelingen kann. 

Veranstaltung in Kooperation mit dem am Donnerstag, 9. Juli um 19 Uhr im Moritzsaal, Moritzplatz 5, Eintritt frei.

Jeremy Milgrom ist Mitbegründer der Rabbis for Human Rights (1988) und Mitglied bei Clergy for Peace (»Geistliche für den Frieden«), die sich gegen Menschenrechtsverletzungen in Israel und den besetzten Gebieten stark macht. Es geht ihm darum, Rechte von Minderheiten in Israel sowie von Palästinensern in den besetzten Gebieten zu schützen und eklatante Verletzungen der Grundrechte zu verhindern. Ihn trägt die Überzeugung, dass Gerechtigkeit für alle fest in der jüdischen Tradition und in der rabbinischen Lehre verwurzelt ist. Durch ihr Dasein und ihre Aktionen, wie die Unterstützung palästinensischer Bauern bei der Olivenernte, versuchen die Rabies for Human rights auch Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben, um die Wahrung der Menschenrechte zu gewährleisten, was aber bei der jetzigen Regierung fast nicht mehr möglich ist.

Milgrom, ein Rabbiner, ein Lehrer des Judentums, hat den Traum von einem Land, in dem Menschen mit unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammenleben können. Die Palästinenser haben das gleiche ererbte Recht auf ihre Heimat wie die Israeliten, es muss möglich sein, dass Israeliten und Palästinenser in einem binationalen Staat gleichberechtigt zusammenleben. Milgrom zeigt Wege, wie dies gewaltlos und mit zivilem Ungehorsam gegen Unrecht und Waffengewalt gelingen kann. Seine Erfahrungen mit Christen und Muslimen mitten in Jerusalem sind anders als die offizielle Meinung im israelischen Staat.

Für Milgrom ist nicht die Bibel selbst das Problem, sondern ihre Verbindung mit einem Kontext aus Angst und Nationalismus. „1800 Jahre lang hatten die Juden keine Armeen oder Instrumente organisierter Gewalt. Die praktische Tradition war eine Tradition der Gewaltlosigkeit. Mit dem Nationalismus werfen wir in einem Konfliktkontext unsere Geschichte der Gewaltlosigkeit über Bord und suchen in den Texten nach theologischen Rechtfertigungen für Gewalt.

“Die Tradition des Judentums erinnert daran, dass Frieden kein Geschenk ist, das uns fertig serviert wird, sondern etwas, das wir suchen und aufbauen müssen. Anerkennung der Existenz von Palästinensern muss ein Schritt, wenn auch ein fragiler, in Richtung einer Zukunft sein, in der Israelis und Palästinenser Seite an Seite leben können, jeder in Würde, jeder in Sicherheit, jeder in Frieden. 

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