Mehr Dissens für gerechten Frieden. Fragen und Anstöße für die notwendige friedensethische Debatte
Mit zwölf Fragen eröffnen Christoph Picker, Direktor der
Ev. Akademie der Pfalz, und Christoph Weller, Friedensforscher an der
Universität Augsburg, eine Blogreihe der
Friedensakademie Rheinland-Pfalz zur Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland. Zur Prüfung der vertretenen Positionen identifizieren sie zwölf Themenbereiche, in denen die Anerkennung von Dissens einen wertvollen Beitrag zum Frieden leisten könnte, und laden dazu ein, sich an der Debatte zu beteiligen. Wenn es um Frieden und Krieg geht, um Leben und Tod, um Gewaltlosigkeit und Widerstandskraft, ums Grundsätzliche also – dann melden sich zu Recht auch die Religionsgemeinschaften zu Wort. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat mit seiner Denkschrift „
Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ einen umfangreichen und anspruchsvollen 147-seitigen friedensethischen Text vorgelegt. Im Vorwort formuliert die Ratsvorsitzende Bischöfin Kirsten Fehrs den Anspruch, die Denkschrift solle „zur Gewissensbildung beitragen und Orientierungspunkte geben für ein Leben aus dem Geist der Versöhnung.“ Ihr ist klar: „Die Denkschrift bietet keine fertigen Antworten an, erst recht keine einfachen Patentrezepte, sondern sie lädt dazu ein, Fragen neu zu stellen, die eigenen Positionen zu prüfen und das Gewissen zu schärfen. Denn erst auf der Grundlage einer eigenen, reflektierten Position ist eine Verständigung über den besten Weg zur dauerhaften Sicherung des Friedens möglich.“ Wir greifen die Einladung der Friedensdenkschrift zur Prüfung von Positionen und zur Formulierung von Fragen auf. In unserem Auftaktbeitrag der Debattenreihe Friedensdenkschrift fokussieren wir zwölf Themenbereiche, die der weiteren Diskussion bedürfen und in denen die Anerkennung von Dissens einen wertvollen Beitrag zum Frieden leisten könnte. Die Fragen sollen die Debatte anregen und strukturieren. Sie eröffnen eine Blogreihe der
Friedensakademie Rheinland-Pfalzund laden dazu ein, sich zu beteiligen.