Dr. Michaela Zöhrer erhält den Mieczysław Pemper-Forschungspreis der Universitätsstiftung Augsburg

Auf der zentralen Promotionsfeier der Universität Augsburg 2019 hat Dr. Michaela Zöhrer für ihre Doktorarbeit „Repräsentation ferner Wirklichkeiten“ den diesjährigen Mieczysław Pemper-Forschungspreis verliehen bekommen. Die Mitarbeiterin des Lehrstuhls für Friedens- und Konfliktforschung setzt sich in ihrer Dissertationsschrift damit auseinander, wie ethische, politische und epistemische Fragen der Repräsentation in Zusammenhängen wissenschaftlicher und humanitärer Wissensproduktion zunehmend zum Gegenstand kontroverser Debatten wurden und werden.

Die Arbeit beleuchtet, wie das Sprechen über Andere, Ferne und Fremde, im Zuge dessen sie einzig als Objekte, nicht aber als Subjekte benannt und anerkannt werden, ebenso fragwürdig wird wie ein stellvertretendes Sprechen für Andere, das die Sichtweisen und Forderungen der vorgeblich Repräsentierten außenvorlässt oder gar zum Schweigen bringt. Ein wichtiger Fokus der Arbeit von Michaela Zöhrer liegt auf kritischen Auseinandersetzungen mit den Bilderwelten und Weltenbildern internationaler Hilfs- und Entwicklungs-NGOS, die bis heute mit teils drastischen und/oder rassistischen Fotografien um Spenden werben. Der Umstand, dass heute jedoch weit weniger schockierende „Hungerkind“-Bilder von Hilfsorganisationen im Umlauf sind – und dies trotz unleugbar trauriger Aktualität von Hungersnöten und -krisen weltweit –, ist nicht zuletzt Resultat einer seit mehreren Jahrzehnten andauernden kritischen Auseinandersetzung mit der Repräsentation ferner Wirklichkeiten im humanitären Kontext. 

Mieczysław Pemper (1920-2011), Namensgeber des Forschungspreises und Ehrenbürger der Stadt Augsburg, war zentraler Unterstützer der von Oskar Schindler ermöglichten Rettung von mehr als 1000 jüdischen Zwangsarbeiter_innen. Seine Erinnerungen sind in dem Buch „Der rettende Weg. Schindlers Liste – Die wahre Geschichte“ dokumentiert.

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