© Universität Augsburg

19.01.2017, 16.00-20.00 Uhr

Was passiert in Katalonien?

Zur Zukunft der Selbstbestimmung in Westeuropa

 

Podium 1: Der katalanische „Prozess“: aktuelle Probleme und Entwicklungsperspektiven
Podium 2: Föderalismus – ein Lösungsmodell?

 

Am 19. Januar organisierte Diplocat zusammen mit der Universität Augsburg eine akademische Tagung, bei der die Unterschiede zwischen den territorialen Modellen Spaniens, Deutschlands und Kanadas verdeutlicht wurden

„Ich bin sicher, dass die Kanzlerin, die anderen deutschen Politiker und die deutschen Institutionen eine Situation wie wir sie in Katalonien erleben mit viel mehr Takt, Intelligenz und einer offeneren Einstellung angehen würden“, erklärte Albert Royo, Generalsekretär des Diplomacy Council of Catalonia (Diplocat) während seiner Eröffnungsansprache auf der Konferenz „Was passiert in Katalonien? Zur Zukunft der Selbstbestimmung in Westeuropa“, die am 19. Januar in Augsburg stattfand. Royo bezog sich damit auf die kürzlich bekannt gewordene Antwort des Bundesverfassungsgerichts bezüglich eines Unabhängigkeitsreferendums in Bayern. Royos Meinung nach wäre die Reaktion der deutschen Regierung sicherlich eine andere, wenn die Befürworter der Unabhängigkeit Bayerns statt der aktuellen zwei Prozent eine parlamentarische Mehrheit bilden würden wie es in Katalonien der Fall ist.

Royo erwähnte auch die „400 offenen Verfahren gegen katalanische Amtsträger“ und ging anschließend kurz auf die Verfahren gegen Joan Coma, Artur Mas und Carme Forcadell ein. Er schlussfolgerte „dass dieser Angriff ein schlechtes Beispiel für die westliche Demokratie darstellt, denn es werden angebliche Vergehen der Meinungsäußerung strafrechtlich verfolgt.“

 

Der Direktor des Institut für Spanien-, Portugal- und Lateinamerika-Studien der Universität Augsburg, Hanno Ehrlicher, und der Direktor des Instituts für Kanada-Studien, Peter A. Kraus, hießen die Anwesenden ebenfalls willkommen. Die Tagung, die von Diplocat in Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg organisiert wurde, war in zwei Diskussionsrunden geteilt: die erste Debatte war der aktuellen Situation in Katalonien und seinen Zukunftsperspektiven, die andere dem Vergleich föderaler Modelle gewidmet.

An der ersten Diskussionsrunde nahmen Prof. Walther L. Bernecker, ehemaliger Professor für Auslandswissenschaft (Romanischsprachige Kulturen) an der Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Peter A. Kraus, Professor für Vergleichende Politikwissenschaft und Direktor des Instituts für Kanada-Studien an der Universität Augsburg, Prof. Stefan Oeter, Professor für deutsches und internationales öffentliches Recht an der Universität Hamburg und Dr. Joan Vallvé, Vizepräsident von Òmnium Cultural und ehemaliger Abgeordneter der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa im Europaparlament (1994-1999, 2002-2004, 2009) teil.

 

Die Teilnehmer der zweiten Diskussionsrunde waren Prof. Rainer-Olaf Schultze, ehemaliger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Augsburg. Prof. Alain-G. Gagnon, Contemporary Québec Professor in der Sorbonne (Paris), Prof. Ferran Requejo, Professor für Politikwissenschaften an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona und Dr. Kai-Olaf Lang, Senior Fellow an der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin.

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