Interreligiöse Bildung für nachhaltige Entwicklung - irBNE
Der Ansatz irBNE (engl. Interreligious Education for Sustainable Development; irESD) wurde als Ergebnis des Erasmus-Plus-Projektes ‚Facing global Challenges‘ (https://religions4ecology.org) unter Projektleitung der Universität Augsburg (Prof. Dr. Elisabeth Naurath, Amina Boumaaiz; Prof. Dr. Imran Schröter,) entwickelt und stellt ein innovatives und zukunftsweisendes Paradigma für die Nachhaltigkeitspädagogik dar.
"Facing Global Challenges. Environmental and Peace Education in Interreligious Cooperation for Teacher Training" ist ein Erasmus+Projekt (Cooperation Partnerships; 2023-2026) mit Partneruniversitäten aus Deutschland (Universität Augsburg; Projektleitung), Österreich (KPH Wien), Spanien (Universitat de Catalunya), Albanien (Beder University) und Malaysia (International Islamic University). Ziel ist es, angehende Lehrkräfte für eine interreligiöse Kompetenzbildung mit umweltethischer und friedenspädagogischer Perspektive zu befähigen – exemplarisch am Thema Wasser/Wasserethik, das ökologische, soziale und friedenspolitische Dimensionen (u. a. Klimaresilienz, Klimagerechtigkeit, SDG 4, 5, 6, 16, 17) miteinander verknüpft.
Entwicklung des Ansatzes irBNE (interreligiöse Bildung für nachhaltige Entwicklung)
- Ausgangspunkt: Religiöse Bildung für nachhaltige Entwicklung (rBNE) wird als religiös motivierte Perspektive innerhalb der allgemeinen BNE verstanden – mit dem Ziel, das Potenzial religiöser Traditionen für Nachhaltigkeit auf individueller, sozialer und globaler Ebene fruchtbar zu machen.
- Neuakzentuierung: Erweiterung der religionsspezifischen Bildung für nachhaltige Entwicklung zur interreligiösen Bildung für nachhaltige Entwicklung (irBNE). Dieses Konzept versteht sich weniger als differenztheologischer Ansatz denn als Kooperationsansatz mit lokaler, nationaler und zugleich internationaler Ausrichtung.
- Das Programm ‚Different faiths – common action‘ fokussiert eine Handlungsorientierung, die unterschiedliche religionsspezifische Zugänge ernst nimmt und respektiert, aber zugleich im Sinne eines ‚Wir-Bewusstseins‘ (Inter-Intentionalität) eine kooperative Wertebildung beabsichtigt.
- Dringlichkeit: Hintergrund ist eine Situationsanalyse, die aufgrund globaler Krisen eine an religiösen und spirituellen Werten orientierte Strategie erfordert. Ausgehend von dem Bewusstsein, dass die Klima- und Umweltkrise nicht nur technisch zu bewältigen ist, sondern auch kulturelle Einstellungs-und Verhaltungsänderungen erfordert, werden ethische Lösungsansätze im Sinne einer interreligiösen Bildung und Kooperation erarbeitet.
- IrBNE richtet sich als integratives Bildungsangebot an alle Lehramtsstudierenden und Lehrenden, um globale Nachhaltigkeitsthemen mit den Perspektiven Gerechtigkeit (bes. Klimagerechtigkeit), Friedensbildung, Mitgefühl, Empathie und Solidarität zu behandeln und sowohl Problembewusstsein zu schärfen wie auch Gemeinsinn zu stärken.
- IrBNE kann als interreligiöse Grundbildung für alle Schülerinnen und Schülern präsent werden und zeigen, dass unterschiedliche religiöse Traditionen gemeinsame ethische Werte und Verantwortung für die Schöpfung resp. Natur und Mitwelt teilen, ohne dass die eigene Identität relativiert bzw. dominierend präferiert wird. Es geht also nicht um Verwässerung oder Hierarchisierung der eigenen Position, sondern um das Sichtbarmachen gemeinsamer ethischer Grundlagen über Religionsgrenzen hinweg.
- IrBNE kann auch als zukunftsweisendes Modell interreligiöse Kooperationen auf gesellschaftspolitischer Ebene in Kommunen und Städten fördern. Stärker als bisher soll deutlich werden, dass sozialer Zusammenhalt in demokratischen Gesellschaften auch gemeinsame Kooperationen zum Gemeinwohl aller (auf der Ebene sozialer Anerkennung, Umwelt-und Naturschutz etc.) benötigt. Hier haben Religionsgemeinschaften auf der Basis interreligiöser Netzwerkarbeit eine herausragende Verantwortung und Bedeutung. Globale Zusammenhänge können auch auf lokaler Ebene nicht ausgeklammert werden: Think globally -act locally!
Das 'vision statement' von religions4ecology finden Sie hier: vision statement irBNE
Please find the English version here: Erasmus+ project english version
Eine Publikationsliste zum Thema irBNE finden Sie hier: irBNE - Publikationen
Das nachfolgende Poster finden Sie zum Download hier .
Die offizielle Webseite des Projekts gibt es hier.
Aktuelles
Facing Global Challenges
Environmental and Peace Education in Interreligious Cooperation for Religious Teacher Training
Vom 19. bis 21. Juni 2024 fand an der Universität Augsburg ein transnationales Treffen im Rahmen des Erasmus-Projekts (Cooperation Partnerships) unter der Leitung von Prof. Dr. Elisabeth Naurath statt.
Vertreter und Vertreterinnen anderer Hochschulinstitutionen aus Österreich, Spanien, Albanien und Malaysia nahmen als Partneruniversitäten an diesem ersten bedeutenden Präsenztreffen teil.
Das Programm umfasste intensive Workshops zur didaktischen Konzeptualisierung der interreligiösen Umweltbildung in verschiedenen Kontexten. Ziel war die Entwicklung von Methoden der Umwelt- und Friedenserziehung speziell im Rahmen der Lehramtsausbildung.
Zusätzlich zu den fachlichen Vorträgen und Diskussionen bot das Treffen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, lokale kulturelle Einblicke im Themenspektrum von Religion und Umwelt am Schwerpunktthema ‚Wasser‘ zu gewinnen. Dazu gehörten u.a. eine Stadtführung zum Wassersystem der UNESCO Welterbe-Stadt Augsburg, Veranstaltungen im Umweltbildungszentrum zum Thema ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘(BNE) sowie ein Besuch im Botanischen Garten. Der Besuch der Eschenhof-Moschee zum Freitagsgebet und ein anschließender Stadtrundgang auf den Spuren Martin Luthers und des Augsburger Religionsfriedens rundeten das interreligiöse Begegnungs- und Arbeitstreffen ab.
Dieses transnationale Treffen hebt die zunehmende Relevanz interdisziplinärer, interreligiöser und internationaler Zusammenarbeit in der Hochschulbildung hervor, insbesondere im Bereich der Lehramtsbildung.
Mitarbeitende
- Telefon: +49 821 598-2625
E-Mail: elisabeth.naurath@phil.uni-augsburgphil.uni-augsburg.de ()
- Telefon: +49 821 598-2629
E-Mail: mina.boumaaiz@uni-auni-a.de ()