Nachruf: John van Buren (*21.9.1952 bis †15.1.2022)

Zu Jahresbeginn verstarb der Komponist John van Buren, der viele Jahre in unserer Institution tätig war.

Seine Liebe zur Musik war geprägt von seinem unvoreingenommenen Interesse an zeitgenössischer Musik aller Spielarten, mit einem wachen Gespür für Qualität. Seine Kompositionen wollten nie belehrend oder erziehend sein, ein moderner Schönklang war sein Ideal, wie er es insbesondere in seinen Werken für Flöte (vom Solowerk bis zum Konzert für Flöte und Orchester) und in seinem „Gloria“ eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Van Buren, studierte an der Stuttgarter Musikhochschule bei Milko Kelemen. Bereits ein Jahr nach dem Abschluss seines Studiums gewann er den Kompositionspreis der Stadt Stuttgart (1980). Es folgten Stipendien der Heinrich-Strobel-Stiftung (1984) und der Kunststiftung Baden-Württemberg (1991). Sein Werk, das Solo- und Kammermusik, Chorwerke und Elektronische Musik ebenso umfasst wie Kompositionen für großes Orchester, wurde von bedeutenden Ensembles und Orchestern gespielt (u.a. Deutsches Sinfonie-Orchester Berlin, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, Orchester des Staatstheaters Kassel). Aufführungen an verschiedenen deutschen Opernhäusern sowie in internationalen Musikmetropolen (z.B. in der Carnegie Hall New York) ebenso wie Aufnahmen deutscher und amerikanischer Rundfunk- und Fernsehanstalten dokumentieren ein wachsendes Interesse der Öffentlichkeit an seinem Werk.

In der Szene der „Neuen Musik“ in Deutschland stieß sein kompositorischer Ansatz jedoch häufig auf Unverständnis, daher suchte er zunehmend Aufführungsmöglichkeiten in seiner Heimat, den USA. John Van Buren war 1992- 2006 Dozent für Komposition und Tonsatz und Leiter des Studios für Neue Musik an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg und genoss großes Ansehen bei Dozierenden, ebenso bei den Studierenden, nicht zuletzt auch durch sein freundliches Wesen.

Durch zwei Schlaganfälle tragischerweise in seiner Tatkraft gebremst und in seinem Aktionsradius behindert, hielt er dennoch lange Kontakt zu seinen Komponistenkollegen und informierte sich weiter über neue Tendenzen in der Musik.

Wir behalten ihn in Erinnerung, in unseren Gedanken an die guten kollegialen Stunden, der wertvollen Lehre, die er gab, und durch seine Werke, die wir weiter spielen werden.

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