Angestoßen durch das Drittmittelprojekt AMYGDALA zur Verankerung der Musiktherapie an der Medizinischen Fakultät und dem Universitätsklinikum Augsburg entwickelt sich hier ein musiktherapeutisches Forschungsfeld. Im Gegensatz zur MusikMedizin, die Musik als Non-Pharmakon einsetzt, suchen wir nach neuartigen Verknüpfungen von funktionalen und von psychotherapeutischen Dimensionen, die stets beide beim Einsatz von Musik in der Krankenbehandlung eine Rolle spielen.

© Universität Augsburg
BASS-MR: Beeinflussbarkeit von Angst und Schmerz bei einer Schlingenkonisation der Zervix uteri durch Musik-geleitete Resonanzatmung

Eingeschlossen in die explorative, kontrollierte Interventionsstudie an der Klinik für Frauenheilkunde des UKA sind Patientinnen, die sich einer Operation unter Teilnarkose unterziehen müssen. Ziel ist es, a) eine perioperative Musikintervention, die Musik-geleitete Resonanzatmung (MGRB), in einer Machbarkeitsstudie zu etablieren b) die psychophysischen Effekte von MGRB insbesondere auf Angst und Schmerz im Vergleich mit der Standardbehandlung zu untersuchen. Die Datenerhebung hat begonnen.

Forschungskooperation: Dr. med. Philipp Hepp u. Dr. Philipp Morgott / UKA; Prof. Dr. Susanne Metzner u. Carmen Ding / UniA; Dr. Nora K. Schaal / Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; Dominik Fuchs HAW Kempten.

Kontakt: Prof. Dr. Susanne Metzner

© Universität Augsburg
GUARDIAN-MT: Musiktherapeutische Pilotstudie im Rahmen einer Feasibility-Studie zum Einsatz von Bioradar in der Palliativmedizin

GUARDIAN-MT ist der musiktherapeutische Teil des BMBF-geförderten Projekts GUARDIAN, bei dem mittels berührungsloser Erfassung von Atmung und Herzschlag Änderungen des Gesundheitszustandes von Palliativpatient*innen in Form eines kontinuierlichen Monitorings beforscht werden sollen. Zugleich eignet sich die verwendete Technologie zur Überprüfung von Effekten nicht-medikamentöser Interventionen auf die Herzratenvariabilität (HRV), was Gegenstand von GUARDIAN-MT ist. Die kontrollierte Pilotstudie (Phase I) mit gesunden Proband*innen zielt auf die Erprobung der musiktherapeutischen Intervention sowie die Generierung von Referenzdaten.

 

 

Forschungskooperation: Dr. med. T. Steigleder (Projektleiter), Prof. Dr. med. C. Ostgathe, Dr. med. C. Klein, Dr. rer. nat. A. Malessa / Palliativmedizinische Abteilung und Neurologische Klinik der Universitätsklinik Erlangen; Prof. Dr. Susanne Metzner u. Julia Müller-Bohn M.A. / UniA

 

Kontakt: Prof. Dr. Susanne Metzner

© Universität Augsburg
PALLIATIV: Musiktherapie in der Palliativmedizin – Untersuchung eines kombinierten stationären und ambulanten Behandlungssettings

Die kontrollierte Studie mit einer Interventions- (n=25) und einer Vergleichsgruppe (n=26) untersucht den Einfluss von Musiktherapie auf Angsterleben, depressives Erleben und das Wohlbefinden von Patient*innen und ihren Angehörigen. Gemessen wurde im stationären und ambulanten Setting zu 4 Untersuchungszeitpunkten (2014-2017) mit quantitativen und qualitativen Methoden. Die mit HDAS ermittelte signifikante Angstreduktion der Interventionsgruppe deckt sich mit den qualitativen Befunden (Abschlussinterviews, Musiktherapie-Fragenkatalog für Patient*innen,  Einschätzung der Musiktherapeutin) und spricht für positive Effekte auf Wohlbefinden sowohl für Patient*innen als für Angehörige. 

 

 

 

Schmidt, H.U., Hainsch-Müller, I., Aulmann, C., Semle, B. (2021): Musiktherapie in der Palliativmedizin - Untersuchung eines kombinierten stationären und ambulanten Behandlungssettings. Musiktherapeutische Umschau 42(1):15-17.

© Universität Augsburg
OSZILLATIONEN: Der Einfluss von Musik/Musiktherapie auf schmerzinduzierte neuronale Prozesse

In der experimentellen Analog-Studie mit gesunden Proband*innen wurden Auswirkungen von zwei musiktherapeutischen Konzepten auf das psychophysische Empfinden eines Laserwärme-Schmerzes sowie auf die kortikale Aktivität verglichen, die mittels MEG in aufgezeichnet wurde. Das Hören von bevorzugter Musik führte zu einer signifikanten Verringerung der Schmerzbewertungen, die mit einer signifikanten Leistungsreduktion der Delta-Band-Aktivität im Gyrus cinguli einherging. Das Hören von selbst komponierter Musik hatte hingegen große Auswirkungen auf die Gamma-Band-Aktivität in den primären und sekundären somatosensorischen Kortizes. Zusammenfassend deuten die Daten auf verschiedene Mechanismen bei der Schmerzmodulierung durch Musik(therapie).


 

Hauck, M., Metzner, S., Rohlffs, F., Lorenz, J., Engel, A.K. (2013): The influence of music and music therapy on neuronal pain induced oscillations measured by MEG. Pain® 154(4):539-47
 

 

Suche