CAAPS Insight
Was ist das CAAPS eigentlich? „Das CAAPS vereint die (Mess-) Daten erhebenden und die Daten verarbeitenden Schwerpunkte der Universität Augsburg…“ Aber was heißt das konkret? Was bedeutet das für die involvierten Lehrstühle und deren Forschung? Im Folgenden stehen ausgewählte Mitglieder und Nachwuchswissenschaftlerinnen Rede und Antwort.
Ausgewählte Vorstandsmitglieder antworten
Der Vorstand des Zentrums wird alle drei Jahre neu gewählt und leitet im Auftrag der Mitglieder das CAAPS und ist dabei zuständig für alle das Zentrum betreffenden grundsätzlichen und laufenden Angelegenheiten. Er setzt sich zusammen aus dem Direktor (Daniel Peterseim), sechs Mitgliedern stellvertretend für die vier Anwendungsgebiete (Quantitative Life Sciences: Janina Bahnemann, Computational Medicine: Thomas Wendler, Quantum Science: Markus Heyl, Data-driven Materials: Dietmar Koch) und den methodischen Kern aus Mathematik (Malte Peter) und Informatik (Jörg Stückler). Auch der akademische Mittelbau ist im Vorstand vertreten (Ursula Weiß).
- Telefon: +49 821 598-2194
E-Mail: daniel.peterseim@math.uni-augsburgmath.uni-augsburg.de ()
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Daniel Peterseim: CAAPS ist als Reaktion auf die Hightech Agenda Bayern entstanden und geht auf einen offenen Ideenwettbewerb der Universität Augsburg zur Schwerpunktbildung in der Forschung sowie zur Schaffung neuer Studienplätze im informatiknahen Bereich zurück. Ausgangspunkt waren mehrere Initiativen und Entwicklungen an der Universität, die das Potenzial datengetriebener Forschung an den Schnittstellen der mathematischen, informatischen, naturwissenschaftlichen, technischen und medizinischen Forschung sichtbar gemacht haben. Im CAAPS hat sich daraus ein klares wissenschaftliches Profil entwickelt, das von der Computational Medicine über die quantitativen Lebenswissenschaften und die datengetriebene Materialforschung bis hin zur Quantum Science reicht und diese Felder über einen gemeinsamen methodischen Kern verbindet: Datenerhebung, Datenverarbeitung, Modellierung und Vorhersage.
Daniel Peterseim: Der wichtigste Erfolg des CAAPS ist aus meiner Sicht, dass aus einem strategischen Impuls sehr schnell eine tragfähige wissenschaftliche Struktur geworden ist. Dazu gehört, dass wir neue Studienangebote an den Schnittstellen von Mathematik und Informatik geschaffen haben, insbesondere im Bereich Data Science, und damit ein starkes und zeitgemäßes Angebot für Studierende entwickeln konnten. Parallel dazu ist es gelungen, über Fakultäts- und Fächergrenzen hinweg Verbindungen zu schaffen, die es vorher schlicht nicht gab. Daraus ist ein gemeinsames Forschungsprofil entstanden, das CAAPS heute auszeichnet. Man sieht inzwischen klar, dass diese Struktur wissenschaftlich trägt. Sie hat neue Kooperationen, neue Projekte und belastbare Perspektiven für größere Verbundvorhaben hervorgebracht. So ist beispielsweise Unitaria entstanden – ein Forschungsprojekt und Software-Framework, das Mathematik und Informatik verbindet, um den Zugang zu Quantenalgorithmen zu öffnen.
Daniel Peterseim: CAAPS war und ist eine Teamangelegenheit. Meine Aufgabe als Direktor sehe ich deshalb vor allem darin, Menschen zusammenzubringen, Entwicklungen zu moderieren und dem Zentrum nach innen und außen Sichtbarkeit zu geben. Entscheidend ist für mich, das gemeinsame Profil des CAAPS zu schärfen und Bedingungen zu schaffen, unter denen Zusammenarbeit produktiv wird. Interdisziplinarität ist kein Selbstzweck. Sie ist dann stark, wenn echte wissenschaftliche Fragen Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenbringen. Genau dafür muss ein Zentrum wie CAAPS Raum schaffen.
Daniel Peterseim: Das große Ziel ist natürlich, die gewachsene wissenschaftliche Substanz des CAAPS in ein größeres Verbunddrittmittelprojekt zu überführen, idealerweise im Format eines Sonderforschungsbereichs. Der Grundstein dafür ist gelegt: Es gibt tragfähige thematische Verbindungen, erfolgreiche erste Kooperationen und eine gemeinsame Forschungsbasis, die in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen ist. In den kommenden Jahren wird es darauf ankommen, diese Stärken weiter zu verdichten, das Profil des Zentrums weiter zu schärfen und daraus größere, wissenschaftlich überzeugende Verbünde zu entwickeln. Ich hoffe, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in CAAPS ein Umfeld finden, in dem es sich lohnt, große disziplinübergreifende Fragen zu stellen.
Malte Peter: Die hochauflösende Datengewinnung und angepasste Datenverarbeitung zur Identifikation relevanter Größen gehört zu den wichtigsten Technologien, um Erkenntnisgewinn und Innovation zu ermöglichen. Das CAAPS vereint die (Mess-) Daten erhebenden und die Daten verarbeitenden Schwerpunkte der Universität Augsburg in einem multidisziplinären Zentrum mit dem Ziel, Fortschritt und Innovation in der Methodenentwicklung – experimentell und nicht-experimentell – und konkreten Anwendungen zu ermöglichen.
Malte Peter: Eine große Herausforderung stellte die Vertiefung, der Ausbau und die nachhaltige Förderung der bestehenden Kooperationsstrukturen an der Schnittstelle zwischen Mathematik, Informatik, Chemie, Physik, Material- und Ingenieurwissenschaften sowie der Medizin dar. In allen diesen Bereichen gab es bereits renommierte Forschungsschwerpunkte und einzelne fachübergreifenden Projekte. Mit der Einrichtung des CAAPS wurden diese Kompetenzen gebündelt und eine einzigartige interdisziplinäre Kooperationsstruktur mit einem klaren Fokus auf Datenerfassung und Datenverarbeitung als Aushängeschild der Universität Augsburg positioniert.
Janina Bahnemann: Das CAAPS ist für mich eine zentrale Plattform und ein gutes Netzwerk für interdisziplinären Austausch und wissenschaftliche Zusammenarbeit an der Universität Augsburg.
Markus Heyl: Das CAAPS ist für mich eine zentrale Institution der Uni Augsburg. In der Wissenschaft wird das Arbeiten sowohl mit großen Datenmengen als auch neuen Datentypen immer wichtiger und immer mehr auch zum Kern meiner eigenen Forschung. Das CAAPS ist hier der zentrale Anker und daher auch für die Zukunft der Uni Augsburg von großer Bedeutung.
Janina Bahnemann: Mich hat insbesondere der interdisziplinäre Anspruch des Zentrums motiviert sowie die Möglichkeit, strategisch an der Weiterentwicklung zukunftsrelevanter Forschungsschwerpunkte mitzuwirken und hierbei die Interessen des noch „jungen" Bereichs „Life Sciences“ zu vertreten.
Markus Heyl: Es ist schon ein ganze Weile so, dass ich auf der ein oder anderen Weise mit dem CAAPS selbst oder mit deren Mitgliedern zusammen arbeite. Teil des Vorstand im CAAPS zu werden hat die Möglichkeit eröffnet direkt mitzugestalten. Das fand ich sehr attraktiv und macht auch richtig Spaß.
Malte Peter: Das Zentrum ist vor allem ein Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie eine Plattform für diese, um interdisziplinäre Projekte anzubahnen und zu unterstützen. Zudem fungiert es als Aushängeschild nach außen -- zur Erhöhung der Sichtbarkeit sowie als Ansprechpartner.
Malte Peter: Auf regelmäßigen Veranstaltungen kommt man mit Kolleginnen und Kollegen anderer Disziplinen regelmäßig in Kontakt. Allein dies hebt unglaublich viele Potentiale für innovative Projekte. Darüber hinaus bietet das CAAPS direkte Unterstützung bei der Anbahnung von Projekten und es bringt Personen auch gezielt zusammen, insbesondere über das Format CAAPS Connect.
Janina Bahnemann: Die Zusammenarbeit ist geprägt von regelmäßigen Treffen und offenem Austausch sowie CAAPS Symposien und Workshops zu den verschiedenen Kernbereichen des Zentrums. Ideen für Projekte, Drittmittelanträge oder Veranstaltungen entstehen idR in kleineren Treffen oder durch geplante Workshops.
Markus Heyl: Mir hat die Atmosphäre unter den Mitgliedern im CAAPS immer sehr gut gefallen, immer offen für jegliche Art von Fragen oder Zusammenarbeit, sei es bzgl. wissenschaftlicher oder auch persönlicher Aspekte.
Janina Bahnemann: Durch neue methodische Impulse, interdisziplinäre Perspektiven und den direkten Zugang zu potenziellen Kooperationspartnern innerhalb (z.B. MedFak, Prof. Westerhausen) und außerhalb meines Fachgebiets (z.B. Mathematik, Dr. Weiß, Prof. Peter, Prof Pietschmann).
Janina Bahnemann:
- Projekt zur Simulation von Mikromischern (Dr. Weiß, Dr. Heuer)
- Projekt zur Berechnung der Separationseffizienz eines Spiralseparators anhand unterschiedlicher Geometrie (Prof. Peter, Prof Pietschmann)
- Projekt zur Erhöhung der Transfektionseffizienz durch gezielte Änderung der Zellmembranpermeabilität (Prof. Westerhausen, Förderung durch „Forschungspotentiale besser nutzen“)
Janina Bahnemann: Fortführung aus Ausbau der o.g. Projekte.
Durch Bewilligung eines DFG-Großgeräteantrags für die Beschaffung eines Nano-3D-Druckers könnten sich hier zukünftig neue, spannende Möglichkeiten auftun („Nanofabrication“ „Nanoanalytics“).
Ausgewählte Mitglieder des Zentrums antworten
Aus den 32 Gründungsmitgliedern mit denen das Zentrum im Jahr 2021 startete, ist das Zentrum inzwischen auf über 50 Mitglieder angewachsen. Mitglieder arbeiten aktiv an der Umsetzung der Ziele des Zentrums mit und bringen ihre Forschungs- und Lehrleistung in die interdisziplinären Projekte des Zentrums ein.
- Telefon: 0821/598/3379
E-Mail: jakob.kottmann@uni-auni-a.de ()
- Telefon: +49 821 598-69223
E-Mail: nils.meyer@uni-auni-a.de ()
- Telefon: +49 821 598 69270
E-Mail: lars.mikelsons@uni-auni-a.de ()
- Telefon: +49 (0) 821 598 - 2970
E-Mail: laura.steingruber@med.uni-augsburgmed.uni-augsburg.de ()
Nils Meyer: Ich war zuvor an einer technischen Universität unter Ingenieurinnen und Ingenieuren. Im CAAPS ergeben sich nun spannende Kooperationsmöglichkeiten mit ganz neuen Disziplinen für mich, z.B. mit der Medizin. Die zahlreichen Veranstaltungen des CAAPS ermöglichen es dabei, rasch interdisziplinär in Kontakt zu kommen.
Jakob Kottmann: Das Caaps erfüllt eine zentrale Funktion in der internen Vernetzung und stärkt das interdisziplinäre Forschungsprofil der Universität Augsburg. Für meine eigene Forschung konnten über das CAAPSneue Forschungsprojekte in Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen in Mathematik und Physik angestoßen werden.
Jakob Kottmann:
- Stärkung und Förderung interdiziplinärer Forschung
- Vernetzung der beteiligten Forschungsgruppen sowohl auf Leitungs- als auch auf Nachwuchsebene
- Ausrichtung von kleineren Workshops oder Networking Veranstaltungen mit externen Gästen (CAAPS Connect, CAAPS Workshop)
- Plattform für übergeordnete Interessen (z.B. Verwaltung wissenschaftlicher Daten und Software)
Laura Steingruber: Zunächst die Möglichkeit, meine innerhalb der Anatomie und Zellbiologie erworbenen methodischen und inhaltlichen Kompetenzen niederschwellig mit Fachvertretern anderer Disziplinen zu verknüpfen. Expertise in Simulation, Programmierung und Materialanalyse sind im biomedizinischen Kontext meiner Forschungsvorhaben zum muskuloskelettalen System unabdingbar – diese habe ich im CAAPS schnell und unbürokratisch vorgefunden.
Darüber hinaus sind Bildverarbeitung und -analyse für die histologischen Gewebefärbungen im Rahmen unserer Fragestellungen enorm wichtig. Das Zentrum bietet hierzu wertvolle Möglichkeiten, um mein Forschungsnetzwerk weiter auszubauen, neue Ideen zu entwickeln und grundlegenden biomedizinischen Fragstellungen, in denen es vorwiegend um morphologische/strukturelle Anpassungen z. B. aufgrund bestimmter Umwelteinflüsse geht, mit Hilfe von ingenieur- und naturwissenschaftlichen Methoden nachzugehen.
Lars Mikelsons: Nachdem ich das CAAPS einige Zeit von der Außenlinie beobachtet habe und die Aktivitäten schon ganz spannend fand, habe ich mich nach der Teilnahme am CAAPS Connect "Julia for Scientific Computing and Data Science" und einem Folgetreffen mit Michael Schlottke-Lakemper schließlich entschlossen auch selber mitzumachen.
Laura Steingruber: CAAPS bietet ein offenes und kooperationsstarkes Umfeld, in dem Zugang zu innovativen sowie zukunftsorientierten Forschungsmethoden und -feldern unbürokratisch ermöglicht wird. Besonders überzeugend ist für mich persönlich die interdisziplinäre Ausrichtung und der offene Austausch zwischen Medizin, Technik und Naturwissenschaften.
Lars Mikelsons: Mein Eindruck ist, dass das CAAPS sehr aktiv ist und die Dinge wirklich voranbringen möchte. Sei es der Call für die Organisation für Workshops, die Initiative bzgl. Forschungsdaten und -software, aber auch kleinere Aktivitäten, wie der Neujahrsempfang. Das gefällt mir sehr gut.
Jakob Kottmann: Durch regelmäßige Symposien und Workshops findet ein kontinuierlicher Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Instituten statt. Gerade das Anstoßen von neuen Projekten wird hierdurch sehr erleichtert. Angebote für Nachwuchswissenschaftler (Retreat, Workshops) werden von meinen Doktoranden und Doktorandinnen gerne genutzt und tragen auch zur Stärkung des internen Netzwerks bei. Durch niederschwellige Verfahren lassen sich mit überschaubarem Aufwand eigene Workshops ins Leben rufen. Neben dem wissenschaftlichen Austausch trägt dies auch positiv zur Außenwirkung des Forschungsstandortes Augsburg bei und stärkt unser interdisziplinäres Profil.
Laura Steingruber: Durch das CAAPS sind in kurzer Zeit gemeinsame Publikationen entstanden, gefolgt von Drittmittelanträgen für Forschungsprojekte mit anderen CAAPS-Mitgliedern, die einen Bezug zwischen grundlegender/klinischer Anatomie, angewandter Biomechanik und der Weiterentwicklung von Bildverarbeitung bieten. Zudem fördern die Workshops und Veranstaltungen im CAAPS generell den Wissenstransfer und stärken die Einbindung medizinischer Grundlagenforschung in die Augsburger Forschungslandschaft.
Lars Mikelsons: Wir haben uns an dem Call for Workshops beteilgt und werden nun vom CAAPS bei Ausrichtung bei einem Workshop zum Thema Scientific Machine Learning unterstützt. Ohne diese Unterstützung hätten wir das so nicht angehen können. So haben wir schon einen echten Mehrwert für den Lehrstuhl, und das über die Vernetzung innerhalb des Zentrums hinaus.
Nils Meyer: Durch ein CAAPS Connect haben wir ein kleines Projekt angebahnt, in dem wir uns mit Titanklammern zur Behandlung von Rippenfrakturen beschäftigt haben. Mit unserer Expertise in Materialmodellierung und Simulation konnten wir Vorschläge entwickeln, um das Design solcher medizinischer Implantate zu verbessern.
Außerdem beschäftigen wir uns gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Hybride Werkstoffe (Kay Weidenmann) in einem DFG Projekt mit dem Remanufacturing von hybriden Faserverbundwerkstoffen. Während die Kollegen sich vor allem mit der experimentellen Werkstoff- und Prozessentwicklung beschäftigten, geht es bei uns um die optimale Auslegung von Bauteilen für mehrere Bauteilgenerationen mit sich verändernden Nutzungsprofilen.
Jakob Kottmann:
- MQV Leutturmprojekt KID-QC2 zur Erforschung von Methoden der künstlichen Intelligenz für das Quantenschaltkreisdesign.
- BMFTR Verivaq: Verbundprojekt mit der TU Darmstadt und Merck KGaA zur Erforschung verifizierbarer variationeller Algorithmen. Durch das CAAPS wird hier die Rolle der Universität Augsburg als Koordinatorin des Projektes weiter gestärkt.
- BMFTR HoliQC2: Größere Einzelförderung zur Erforschung ganzheitlicher Quantenalgorithmen für elektronische Systeme.
Nils Meyer:
- Daniel Peterseim und Malte Peter (Mathematik): Wir entwickeln zusammen inverse Methoden, um aus der Verformung von Verbundbauteilen auf deren innere Eigenschaften (z.B. Defekte) zu schließen.
- Dietmar Koch (MRM): Optimierung von Verbundbauteilen für den Fiber Patch Placement Process.
- Kay Weidenmann (MRM): Optimierung über Bauteilgenerationen hinweg für das Remanufacturing von hybriden Verbundbauteilen.
- Philipp Lechner (MRM): Entwicklung von Surrogatmodellen zur Beschreibung von Formfüllprozessen.
Jakob Kottmann: Unsere Arbeitsgruppe arbeitet eng mit der numerischen Mathematik (Prof. Peterseim) und der Quanteninformation (Prof. Benito) zusammen.
- Zusammen mit dem Lehrstuhl für Numerische Mathematik entwickeln wir neuartige Software für zukünftige Quantencomputer. Ziel ist es, eine numpy-artige Abstraktion zu entwickeln, welche einen intuitiven Zugang zu numerischen Quantenalgorithmen wie zum Beispiel der Quanten-Singulärwerttransformation ermöglicht.
- Zusammen mit der Professur für Quanteninformation erforschen wir Methoden zur numerischen Berechnung von Vielteilchensystemen in sogenannten Quantendots. Diese sind zum Beispiel für die Entwicklung sogenannter Spin-Qubits von zentraler Bedeutung.
Ausgewählte Mitglieder des Graduate Board antworten
Das Graduate Board koordiniert und organisiert die Aktivitäten der Early Career Researchers im CAAPS. Alle Mitarbeitenden, die einem CAAPS-Mitglied zugeordnet sind, zählen automatisch zur Gruppe der Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler und können sich entsprechend an den Aktivitäten beteiligen.
- Telefon: +49-821-598-68013
E-Mail: christopher.heuer@uni-auni-a.de ()
Für mich ist das CAAPS das Zusammenkommen von Lehrstühlen aus dem MINT-Bereich und der Medizin, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Uni Augsburg zu stärken und Synergien für neue Forschungsprojekte zu schaffen. Im Vordergrund steht es, die Datenerhebung (Medizin, Life Sciences, Materialwissenschaften) mit der Datenanalyse und Simulationen (Mathematik, Informatik) zu verknüpfen.
Das Graduate Board setzt sich im Idealfall aus 3-4 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern (PhD, Postdoc) zusammen, die die verschiedenen dem CAAPS zugehörigen Fakultäten/Institute vertreten. Im Graduate Board organisieren wir die Vernetzungstage für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Workshops zu relevanten Themen, z.B. Grant Writing, interdisziplinäre Kommunikation, smartes Arbeiten.
Mein Ziel ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs durch die jährlichen Vernetzungstage und Workshops miteinander in Kontakt zu bringen. Ich finde es wichtig, einen Einblick in die Forschung anderer Bereiche zu bekommen, auch um zu verstehen, wo man Hilfe bei Problemen finden kann, die man mit dem eigenen Wissen nicht lösen kann. Außerdem hilft der Austausch dabei, die wissenschaftliche Sprache anderer Bereiche besser zu verstehen - eine wichtige Voraussetzung für interdisziplinäre Forschung, die in Zukunft immer wichtiger werden wird.
Einmal pro Jahr finden die Vernetzungstage statt. Das ist ein super Format, insbesondere für neue Doktorandinnen und Doktoranden sowie Postdocs, um sich mit dem Nachwuchs aus anderen Bereichen zu vernetzen und neue Projektideen zu entwickeln. Außerdem finden regelmäßig Workshops zu Themen der Karriereentwicklung des Nachwuchses sowie zur Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit statt. So wurde z.B. im letzten Jahr (2025) ein Workshop zu Fragestellungen im Forschungsbereich der Mikrofluidik an der Schnittstelle von Mathematik und Technischer Biologie veranstaltet.
Ausgewählte Nachwuchswissenschaftler antworten
Die Nachwuchsförderung im CAAPS fokussiert sich neben der Vernetzung insbesondere auf den Ausbau von Kompetenzen, die für eine erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit relevant sind.
- Telefon: +49 (821) 598 4334
E-Mail: julian.lorenz@uni-auni-a.de ()
- Telefon: +49 821 598-4833
E-Mail: carmen.tretmans@uni-auni-a.de ()
Carmen Tretmans: Ich arbeite derzeit an Simulationen von Partikeln in einem gekrümmten Mikrofluidikkanal. Wenn Flüssigkeit durch einen gekrümmten Kanal fließt, treten aufgrund der Krümmung des Kanals einige interessante Strömungsphänomene auf. Diese Phänomene führen zu zusätzlichen Kräften, die auf die Partikel in der Flüssigkeit wirken. Infolgedessen verhalten sich Partikel unterschiedlicher Größe verschieden und sammeln sich an unterschiedlichen Gleichgewichtspositionen. Durch Ausnutzung dieser unterschiedlichen Gleichgewichtspositionen und die Aufteilung des Kanals an der richtigen Stelle lässt sich eine größenabhängige Partikeltrennung erreichen. Die simulierten, kanalabhängigen Gleichgewichtspositionen können von der „Technischen Biologie“ genutzt werden, um den genannten Kanal im 3D-Druck herzustellen und ihn effizient für die Zelltrennung einzusetzen.
Carmen Tretmans: Die Möglichkeit, verschiedene Disziplinen und Forschungshintergründe in einem Projekt zu vereinen, ist meiner Meinung nach sehr wertvoll. Aus meiner eigenen Perspektive, aus mathematischer Sicht, ist es faszinierend zu sehen, wie sich Simulationen zu physikalischen Anwendungen entwickeln – etwas, das für mich ungewohnt ist. Die Kombination von Computersimulationen mit physikalischen Experimenten wirft viele neue Fragen und Probleme auf, von denen einige von Mathematikern meist vernachlässigt werden. Wie sehen die Maße des Gerätes in der Realität aus, oder ist das Design des Gerätes unter Berücksichtigung von z.B. Produktionsparametern überhaupt physikalisch realisierbar? Fragen, die mir anfangs nicht in den Sinn gekommen sind, die aber dennoch sehr wichtig sind. Diese andere Seite unseres Projektes zu sehen, hilft mir, meine eigene Forschung in die richtige Perspektive zu rücken, und macht es noch spannender, zu beobachten, wie physikalische und computergestützte Experimente zusammenkommen.
Julian Lorenz: Die Workshops des CAAPS haben mir vor allem am Anfang der Promotion viel geholfen, um effizient zu arbeiten, aber auch durch den Kontakt zu fachfremden Kollegen habe ich viele neue Ideen und Blickwinkel sammeln können.
Carmen Tretmans: CAAPS hilft mir dabei, mein Netzwerk zu erweitern, insbesondere mit Forschenden aus verschiedenen Fachbereichen. Als Erstes fallen mir dabei CAAPS-weite Veranstaltungen ein, wie das CAAPS-Nachwuchs-Retreat auf der Reisensburg und das CAAPS-Symposium. Darüber hinaus freue ich mich immer über interdisziplinäre Workshops, die Einblicke in die Forschungsthemen und -methoden verschiedener Lehrstühle bieten.
Julian Lorenz: Das CAAPS Retreat! Andere Doktoranden und Post-Docs kennenzulernen, sich auszutauschen und einfach Zeit zusammen zu verbringen, ist bereichernd und eine tolle Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte.