»Sag mir, wie Du heißt. Und ich sage Dir, wer Du bist.« Das trifft auch für die biblischen Ortsnamen zu. Es gibt Orte, die seit jeher mit positiven Assoziationen verbunden sind, und andere Orte, die problembeladen sind. Die biblischen Autoren haben ihre Erzählungen oft mit theologischen Hintergedanken an bestimmten Orten lokalisiert. Es lohnt sich daher, die jeweiligen Verortungen der Bibeltexte näher in den Blick zu nehmen.

 

Um eine biblische Erzählung in die Topographie der Levante einordnen zu können und die literarischen Konnotationen der Ortsnamen für die Erzählung fruchtbar zu machen, bedarf es einer möglichst genauen Verortung der biblischen Toponyme. Auch wenn man bei vielen Orten nur ein ungefähres Gebiet angeben kann, bestimmt ein solches Wissen maßgeblich Verständnis und theologische Aussage der Texte. Gesicherte Ortsidentifikationen sind aber insofern schwierig, als im Laufe der Zeit das Wissen von der Lage einzelner Orte verloren gegangen ist oder sich verschoben hat.

 

Da sich zudem die Topographie des biblischen Endtextes markant von der Topographie der einzelnen literarischen Vorstufen unterscheiden kann, muss man bei der Auswertung der Topographie des Endtextes vorsichtig sein, damit man nicht das synchrone Bild, das literarischen Konventionen folgt, vorschnell für eine Verortung der biblischen Toponyme auswertet (diachroner Vorbehalt). Vor diesem Hintergrund müssen Historische und Literarische Topographie differenziert werden.

 

Das Projekt vernetzt somit innerhalb der Theologie historische, archäologische, sprachwissenschaftliche und topographische Forschungen und bringt diese Disziplinen in einen Dialog. Darüber hinaus ist die internationale Einbindung des Forschungsprojekts notwendig, da die Forschungsergebnisse mit dem materiellen Befund in Israel abgeglichen werden müssen.

 

 

Lehrstuhlinhaber
Alttestamentliche Wissenschaft

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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana
Das Heilige Land auf der Tabula Peutingeriana (gemeinfrei)

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