Pilze sind in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt, und zwar im Kontext von Ernährung, medizinischer Forschung und vor allem von (Wald)Ökologie, nicht zu vergessen die ‚magic mushrooms‘. Viele Zusammenhänge verstehen wir noch gar nicht oder nur anfanghaft, aber bestimmte Wirkweisen scheinen schon lange bekannt gewesen zu sein: Man denke nur an den Birkenporling und den Zunderschwamm, den die Gletschermumie ‚Ötzi‘ bei sich trug. Dies führt zu der Frage, wie es um mykologisches Wissen sowie Anwendungskontexte in der Antike bestellt war.

Dazu liegt nicht wirklich ein Forschungsstand vor, allenfalls kommentierte Stellensammlungen. Auf den ersten Blick ergeben sich deutlich auch mehr Leerstellen als gesicherte Erkenntnisse, bei näherer Betrachtung treten jedoch z.T. erstaunliche Einsichten zutage. Dieses Themenfeld möchte ich neu zu erschließen versuchen, etwa mit Blick auf Pilze als Nahrungsmittel, Heilmittel oder Gift bzw. die Zucht, den Transport und die Konservierung von Pilzen in der Antike.

Insgesamt bestehen noch beträchtliche Forschungspotentiale für eine Kulturgeschichte der Pilze. Besondere Aufmerksamkeit soll den offenkundig eher seltenen und bisher kaum erschlossenen Bildzeugnissen gelten, ebenso archäologischen Methoden, um Pilzsporen (Non-Pollen-Palynomorphe) im Rahmen archäologischer Explorationen nachweisen zu können. Hierin liegt auch eine Chance für die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen aus den Kultur- und Naturwissenschaften.

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Alte Geschichte

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