Der Klimawandel ist ein Faktum. Das Bewusstsein für globale Klimarisiken der meisten Regierungen der Welt führte inzwischen zu zahlreichen Gesetzen und Regulierungen, die die Entwicklung der Wirtschaft in Richtung einer „Green Economy“ vorgeben. Somit befinden wir uns auf einem Transitionspfad von einer emissionsintensiven zu einer emissionsarmen Wirtschaft. Nicht nur die zu beobachtenden internationalen und nationalen Vereinbarungen, sondern auch sich wandelnde Stakeholder-Interessen und Finanzierungsbedingungen für Unternehmen im Hinblick auf den Transitionsprozess führen zu sich massiv ändernden und immer volatileren Vermögenswerten. Daher ist es für alle Finanzmarktakteure von elementarer Bedeutung, die Chancen und Risiken, die mit diesem Transitionsprozess der Wirtschaft verbunden sind, adäquat zu erfassen, zu managen und zu berichten. Diese Chancen und Risiken werden unter dem Begriff ‚Carbon Risk‘ subsumiert.

Ziel des Projektes CARIMA ist es, ein Konzept zu schaffen, das eine Quantifizierung, ein Management und Reporting eben dieses Carbon Risks erlaubt. Dazu wird ein kapitalmarktbasiertes Verfahren entwickelt, das Unternehmen hinsichtlich ihrer Sensitivität gegenüber solchen Risiken bewertet und auf eine Vielzahl von Finanztitel, wie Aktien, Portfolios oder auch Fonds und Bonds anwendbar ist.

Das Forschungsprojekt soll hierbei nicht nur bestehende Lücken in der Forschung schließen. CARIMA soll ein Bewusstsein für die Problematiken des Klimawandels für Finanzmarktakteure schaffen und diesen dabei helfen, mit den neuartigen wirtschaftlichen Risiken und Chancen richtig umzugehen. Das Projekt findet somit in Zusammenarbeit mit dem Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e.V. (VfU) statt, um den Dialog mit allen Bereichen der Finanzindustrie, den Aufsichtsbehörden, der Politik sowie den Rating-Agenturen zu nutzen. Neben Interviews zu der Thematik mit Asset Management Vertretern und Workshops für NGO Experten und Asset Manager ist zudem eine Rollout-Konferenz vorgesehen. Durch diesen ständigen Austausch mit der Finanzpraxis und parallelen Publikationen in Fachzeitschriften wird das Konzept transparent und offen zugänglich gemacht, sodass alle Finanzmarktakteure davon profitieren.

Das Projekt wird ab dem 1. September 2017 für zwei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 

Dekan
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

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