Über das IDK

Wo anthropogene Umweltschäden und Nebenwirkungen einer reflexiv gewordenen Moderne (Ulrich Beck) zunehmend unbeherrschbar geworden sind, wo die planetaren Grenzen erreicht oder gar überschritten wurden, bedarf es einer kritischen Analyse von umweltbezogenen Veränderungsprozessen und eines Um(welt)denkens hin zu einer reellen Nachhaltigkeit, das Fragen der sozialen Ungleichheit und Umweltgerechtigkeit zentral miteinschließt. 

 

Durch Bewegungen wie "Fridays for Future", aber auch in vielen lokalen Initiativen und kulturellen Veranstaltungen im Umweltbereich wird sichtbar, dass bei vielen Menschen die Überzeugung wächst: Eine nachhaltige Zukunft ist nur möglich, wenn wir unsere Beziehungen zu anderen, nicht-menschlichen Spezies und zu unserer Umwelt insgesamt überdenken.

 

Dazu gehört auch ein kritisches Bewusstsein für die wirtschaftlichen Unterschiede und die sozialen Hierarchien, die weltweit die Vulnerabilität der ökonomisch Geschwächten beschleunigen und vergrößern. Gleichzeitig wird deren Ruf nach Umweltgerechtigkeit als eine Kernverantwortung der reichen Nationen immer deutlicher vernehmbar. Solche sehr komplexen Entwicklungen undThemen sind Kernanliegen der Geistes- und Sozialwissenschaften. Das menschliche Denken zu analysieren, neue Perspektiven einzubringen und Anpassungsprozesse anzuregen, gehört zu den wichtigsten Kompetenzen, die diese vermeintlich "weicheren" Disziplinen bieten können.

 

Die Environmental Humanities am Wissenschaftszentrum Umwelt (WZU) in Augsburg und am Rachel Carson Center (RCC) an der Ludwig-Maximilians-Universität in München gehören zu den profiliertesten Einrichtungen in Deutschland und weltweit, die diese Debatten mit geprägt haben. Sowohl das WZU als auch das RCC haben wichtige Publikationen und Lehrkonzepte zu den Environmental Humanities beigetragen. Sie sind zudem beide bekannt für ihr außerordentlich großes und vielfältiges Netzwerk innerhalb und außerhalb der Wissenschaft. Durch die Zusammenführung dieser beiden herausragenden Forschungszentren unter dem Dach des Elitenetzwerks Bayern erhoffen wir uns Synergien, von denen unsere Doktorand:innen stark profitieren werden.

 

© Jens Soentgen und RCC

 

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