Prof. Oels veröffentlicht ein neues Paper zum Versagen der internationalen Klimapolitik
Die Ausgangsfrage des neuen Papers von Steig und Oels lautet: Wenn die UN-Klimakonferenzen so wenig zur Lösung des Klimaproblems beitragen, was machen sie bitteschön dann stattdessen? Steig und Oels tragen zusammen, was für Erkenntnisse über 100 Beiträge der Gouvernementalitätsforschung zu dieser Frage gewonnen haben. Genau 20 Jahre nach dem ersten Beitrag von Prof. Oels in diesem von ihr mitbegründeten Forschungsfeld findet in diesem Review Paper eine systematische Bestandserhebung statt. Steig und Oels zeigen, wie die Freiwilligkeit und Selbstbestimmtheit der nationalen Klimaschutzbeiträge des Pariser Klimaabkommens zu einem System organisierter Unverantwortlichkeit führen. Für den Bereich der Klimaanpassung legen die Autoren dar, wie technokratische Zukünfte vorgegeben werden, anstatt die politisch umkämpfte Frage offen zu stellen, wie wir in Zukunft mit Klimafolgen leben wollen. Im Bereich der nicht vermiedenen Klimafolgen zeigen Steig und Oels, wie Schäden und Verluste normalisiert, naturalisiert und so entpolitisiert werden. Den von Schäden betroffenen wird geraten, sich besser resilient zu machen, ohne dass sie dabei Reparationen oder Unterstützung erhalten. So wird der Klimawandel auf komplexe Weise politisch bearbeitet, ohne dass je die Ursachen (u.a. fossile Brennstoffe und Entwaldung) bekämpft würden. Diese Formation der Problemverwaltung würde lediglich von sozialen Bewegungen und von Klimaklagen erfolgreich herausgefordert und bloßgestellt, attestieren die Autoren. Die Langfassung zum Nachlesen gibt es open access
hier.
E-Mail:
angela.oels@uni-auni-a.de ()