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Multiple Risiken - Kontingenzbewältigung in der Stammzellforschung und ihren Anwendungen

Spätestens seit der Jahrtausendwende bewegt die Stammzellforschung weltweit die Wissenschaft, die Medien, die Politik und das Recht. Das Projekt besteht aus drei sich ergänzenden Teilbereichen, in denen die Kommunikation von Risiken und Chancen der Stammzellforschung in internationalen wissenschaftlichen sowie öffentlichen und rechtlichen Diskursen in Deutschland aus Sicht der Medizinethik, der Politikwissenschaft und der Rechtswissenschaft analysiert werden soll.

 

An der Universität Augsburg wird zum dritten Teilbereich geforscht: Teilprojekt 3: Rechtliche Analyse

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Ulrich M. Gassner (Jura)

Erzeugung neuronaler Netzwerke durch on-Chip Zell-Manipulation mit akustischen Oberflächenwellen

Innerhalb der Arbeitsgruppe von Dr. Westerhausen am Lehrstuhl von Prof. Wixforth an der Universität Augsburg gelang es kürzlich, lebende Zellen in einem Chip-Labor mittels akustischer Wellen im Mikrometerbereich zu stimulieren. Die Nachwuchsforscher MSc. Manuel Brugger und Dr. Melanie Stamp konnten zeigen, dass die gezielte Behandlung einer adhärenten SaOs-2 Zellkultur auf einem Chip mit akustischen Oberflächenwellen eine bis zu 20% höhere Wachstumsrate dieser Zellen beim Verschließen einer künstlichen Wunde (wound healing assay) bewirkt.

 

Projektleitung:

Dr. Christoph Westerhausen (Experimentalphysik)

Mütter für den Staat

Weiblich konnotierte Care-Arbeit als historisches Legitimationsmuster auf dem Weg zur Gleichberechtigung

Care-Arbeit scheint somit zunächst Gleichberechtigungsbestrebungen und dann Retraditionalisierungstendenzen Vorschub geleistet zu haben. Deshalb gilt es im Projekt zu untersuchen, wie Gender und Care im Zeitverlauf, d.h. unter verschiedenen historischen Bedingungen, miteinander verknüpft wurden und welche Rolle Medien dabei spielten.

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Susanne Kinnebrock (Kommunikationswissenschaft)

Antibakterielle und abriebarme Beschichtung von Gleitflächen orthopädischer Implantate

In den letzten zehn Jahren wurde die zentrale Rolle aktiver, ungerichteter räumlicher Fluktuationen für den Ablauf biologische Prozesse immer deutlicher und gelangten deshalb in den Fokus medizinisch-biophysikalischer Forschungen weltweit. Besonders für die Genexpression aber auch für Zell-Zell Arrangements wie bei der embryonalen Entwicklung. Diese aktiven Fluktuationen sind nicht thermisch bedingt, sondern ATP-abhängig und erhöhen u.a. die Mobilität von Biomolekülen.

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Achim Wixforth (Experimentalphysik)

Forms of Attunement during the Initial Stages of Music Therapy for Patients with Acute Psychosis

Empirical evidence supports the provision of individual music therapy for the treatment of psychosis. Predictors of change in mental health care have been identified by outcomes research. Meanwhile the observation of musical micro-processes has been limited to qualitative research revealing fundamental difficulties in attunement capacities. The aim of this non-experimental follow-up study was to investigate rhythmic attunement processes within free improvisations in the early stage of psychodynamic music therapy in order to investigate its predictive value for therapeutic change.

 

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Susanne Metzner (Musiktherapie)

Auditory Sensitivity in Survivors of Torture, War and Flight

Auditive Reizempfindlichkeit bei Überlebenden von Folter, Krieg und Flucht – eine explorative Studie zu Risiken und Möglichkeiten der Musiktherapie

 

In der improvisatorischen Gruppenmusiktherapie des „Zentrum Überleben“ in Berlin berichten Patienten mit durch Krieg, Folter und Flucht verursachten komplexen Traumastörungen häufig über eine unangenehme Klangwahrnehmung. Das Ziel dieser explorativen Studie war es, einen Einblick in die auditive Wahrnehmung dieser Patienten zu bekommen und Möglichkeiten der musikalischen Improvisation bei der Behandlung von Patienten mit komplexer PTBS (posttraumatischer Belastungsstörung) zu erkunden.

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Susanne Metzner (Musiktherapie)

PRÄGNOSIS

Pränatale, prädiktive und präsymptomatische Diagnostik von neurodegenerativen Erkrankungen

Fortschritte der Genetik in der Neurologie rückten in jüngster Zeit eine Reihe von Krankheitsentitäten neu in das Zentrum des wissenschaftlichen Interesses, bei denen pränatale und prädiktive Diagnose- und Handlungsmöglichkeiten besondere Konsequenzen für die betroffenen Personengruppen nach sich ziehen können. Die ethischen Implikationen solcher prädiktiven Tests sind vielfältig, aber bisher kaum systematisch analysiert worden. Mit einem klassischen, interdisziplinären Forschungsansatz untersucht das vorliegende Projekt Motoneuronenerkrankungen als paradigmatisches Beispiel für vorhersagbare, zu einem späteren Zeitpunkt (late-onset) auftretende Erkrankungen. Im Bereich der rechtlichen Analyse wird das besondere Augenmerk auf den Regelungen des Gendiagnostikgesetzes mit seiner Ausnahme für Forschungszwecke liegen. Ziel ist es, auf der Grundlage einer soliden Datenbasis und unter Einbeziehung klinischer Kooperationspartner neuartige Lösungskonzepte für den Umgang mit pränataler und prädiktiver Diagnostik bei late-onset-Erkrankungen zu entwickeln, zu validieren und zu kommunizieren.

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Ulrich M. Gassner (Jura)

Kooperationspartner im Verbundprojekt

 

Laufzeit:

02/2013 bis 01/2016

 

Finanzierung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung

OR.NET

Sichere dynamische Vernetzung in Operationssaal und Klinik

Die steigende Zahl computergestützter Geräte und Instrumente führt aktuell zu dem Bedarf, Systeme und Softwarelösungen in eine gesamtheitliche IT‐Infrastruktur eines Operationssaals bzw. einer Klinik zu integrieren. Basierend auf den in den Vorgängerprojekten entwickelten Ansätzen zur modularen und dynamischen Vernetzung von Medizinprodukten im OP und basierend auf dem Paradigma einer serviceorientierten Architektur (SOA), ist das Ziel des Vorhabens die Entwicklung von zertifizierbaren, dynamischen, herstellerunabhängigen Vernetzungsmöglichkeiten bestehender und zukünftiger Geräte sowie Softwarelösungen im medizinischen Umfeld. Hierzu werden die bestehenden Ansätze im Hinblick auf Plug & Play‐Vernetzung unter Berücksichtigung der Aspekte der Zulassungsfähigkeit und des Risikomanagements weiterentwickelt und projektbegleitend in kommerzielle Medizinprodukte der KMU‐Projektpartner exemplarisch und technisch umgesetzt.

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Ulrich M. Gassner (Jura)

Kooperationspartner im Verbundprojekt

Björn Bergh (Universität Heidelberg), Tim C. Lüth (Technische Universität München), Klaus Radermacher (RWTH Aachen), u. a.

 

Laufzeit:

09/2012 bis 08/2015

 

Finanzierung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Implementierung eines (Alt-)Wirkstoffprogramms für Tierarzneimittel

Wirkstoffe in Tierarzneimitteln schädigen häufig die Umwelt. Ökotoxizitätsprüfungen wurden bisher nicht oder jedenfalls nicht in der erforderlichen Intensität durchgeführt. Dies gilt besonders für die Wirkstoffe in Tierarzneimittel, die schon länger im Handel sind (z. B. Antibiotika). Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, ein regulatorisches Modell für ein (Alt-)Wirkstoffprogramm zu implementieren, das adäquate Umweltbewertungsprüfungen gewährleistet.

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Ulrich M. Gassner (Jura)

Laufzeit:

12/2012 bis 05/2013

 

Finanzierung:

UBA

Prädiktive Gendiagnostik und die Ethik des Nichtwissens - Eine aktuelle Bedarfsanzeige

Im Kontext der prädiktiven Medizin wird das Recht auf Nichtwissen im Dienst an einer aufgeklärten Patientenautonomie und einer patientenorientierten Medizin fundiert. Der Verzicht auf ein möglichst umfassendes Wissen wird im Rahmen des Projekts als eine denkbare und ethisch verantwortbare Vorgehensweise im Umgang mit den biogenetischen Wissensmöglichkeiten profiliert. Beim Recht auf Nichtwissen handelt es sich nicht um die nostalgisch-naive Flucht in „selige Unwissenheit“ (Richard Powers) oder um einen „technikaversen Irrläufer“ (Reinhard Damm). Im Fokus der Überlegungen steht ein aufgeklärtes Nichtwissen, das zur autonomen freiheitlichen Selbstbestimmung befähigt. Das positiv begründete und damit ethisch legitimierte Recht auf Nichtwissen im Rahmen der Biomedizin entlastet von der individuellen Verantwortungsüberforderung. Es vermeidet die durch Krankheitsantizipation verursachten Einbußen an persönlicher Lebensqualität. Es ermöglicht den wohlüberlegten Verzicht auf diagnostische Untersuchungsmethoden. Es ist verwurzelt in einer klugheitsorientierten Präventivethik und steht im Dienst autonomer Lebensgestaltung und Sinnerfüllung.

 

Publikationen:

  • Arntz, Klaus (2013): Das Recht auf Nichtwissen. Fundamentalismus in der Bioethik?, in: Stephan Goertz / Rudolf Branko Hein / Katharina Klöcker (Hg.), Fluchtpunkt Fundamentalismus. Gegenwartsdiagnosen katholischer Moral, Freiburg i. Ue., 420-444.
  • Ders. (2013), Nichtwissen. Ein theologisch-ethisches Angebot, in: Peter, Claudia / Funcke, Dorett (Hg.), Wissen an der Grenze. Zum Umgang mit Ungewissheit und Unsicherheit in der modernen Medizin, Frankfurt a. M. 2013, 235-259.

 

Projektbeteiligte:

Prof. Dr. Klaus Arntz

Ariane Schroeder

 

Projektart

Drittmittel als DFG-Projekt „Ethik des Nichtwissens. Ein theologisch-ethisches Angebot.“

 

Laufzeit:

04/2007 bis 10/2012

 

Finanzierung:

DFG-finanziert

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