Farel Sheran Mapangou Mapangou

Projektskizze

Deutschlernen im Deutschclub in Gabun: Eine Fallstudie zur transkulturellen Praxis im Kontext außerschulischer Sprachlernorte. Das vorliegende Promotionsprojekt untersucht, wie Deutsch als Fremdsprache in außerschulischen Kontexten in Gabun angeeignet und gelebt wird, am Beispiel von Deutschclubs. Im Fokus steht die Frage, welche transkulturellen Praktiken entstehen, wenn Lernende in informellen Räumen außerhalb der Schule miteinander interagieren, sprachlich handeln und kulturelle Bedeutungen aushandeln. Während schulischer Deutschunterricht in vielen Ländern Subsahara-Afrikas gut dokumentiert ist, bleiben außerschulische Lernorte wie Deutschclubs, Sprachcafés und Kulturvereine weitgehend unerforscht. Diese Räume sind jedoch für viele Lernende in Gabun zentral, um Deutsch jenseits von Prüfungsdruck und Lehrplänen authentisch zu nutzen. Sie fungieren als Kontaktzonen, in denen deutsche Sprache, lokale Sprachen wie Französisch und Fang sowie globale Jugendkulturen aufeinandertreffen. Methodisch stützt sich die Arbeit auf einen qualitativen Fallstudienansatz. Durch teilnehmende Beobachtung, leitfadengestützte Interviews mit Lernenden und Betreuenden sowie die Analyse von Interaktionen und Artefakten im Deutschclub werden drei Ebenen analysiert: 1. Die sprachlichen Praktiken der Teilnehmenden und deren Entwicklung im Laufe der Zeit. 2. Die Aushandlung von Identität und Zugehörigkeit im Spannungsfeld zwischen lokaler und deutscher Kultur. 3. Die Rolle der Betreuenden als Vermittler transkultureller Kompetenz. Das Projekt versteht Deutschlernen nicht als reinen Spracherwerb, sondern als soziale Praxis im Sinne der Theorie der Praxisgemeinschaften nach Etienne Wenger und der Transkulturalitätsforschung nach Wolfgang Welsch. Ziel ist es zu zeigen, wie außerschulische Orte zur Sprachförderung beitragen und welche didaktischen Implikationen sich daraus für die Deutschförderung in Gabun und vergleichbaren Kontexten ergeben. Die Arbeit wird betreut von Prof'in. Dr'in. Kristina Peuschel, Lehrstuhl für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache an der Universität Augsburg. Prof. Dr. bringt Expertise in den Bereichen transkulturelle Kommunikation, Spracherwerbsforschung und empirische Unterrichtsforschung ein, die für die theoretische und methodische Fundierung des Projekts zentral ist. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Forschung zu außerschulischem Fremdsprachenlernen leisten und praxisrelevante Empfehlungen für die Arbeit von Goethe-Zentren, Deutschclubs und Lehrkräften in Afrika formulieren.

 

 

Forschungsschwerpunkte

  • Außerschulisches Deutschlernen: Praktiken und Strukturen von Deutschclubs als informelle Lernorte in Gabun
  • Transkulturelle Sprachpraxis: Aushandlung von Sprache, Identität und Kultur in multilingualen Kontexten
  • Erwerb von Deutsch als Fremdsprache: Sprachliche Entwicklung und Interaktionsmuster in informellen Lerngruppen
  • Qualitative Fallstudienforschung: Teilnehmende Beobachtung, Interviews und Analyse authentischer Interaktionen
  • Praxisgemeinschaften und Lernräume: Rolle von Peer-Gruppen und Betreuenden im Spracherwerbsprozess
  • Deutsch in Afrika: Spezifika der Deutschförderung und -vermittlung im subsaharischen Kontext
  • Didaktische Implikationen: Ableitung von Handlungsempfehlungen für Goethe-Zentren und lokale Initiativen

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