Dr. Sophie Kultzen
Akademischer Lebenslauf
Seit Juli 2024
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Altertums und Patrologie
Universität Augsburg
September 2023 bis Oktober 2024
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Altertums und Patrologie
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
2017-2023
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Altertums und Patrologie
Ludwig-Maximilians-Universität München
2024
Promotion am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Altertums und Patrologie zum Thema „Zwischen Bewahren und Erneuern: Die Romidee bei Claudian und Prudentius“
Ludwig-Maximilians-Universität München
Projektskizze
Mein Postdoc-Projekt zum Thema “Biblische Frauenfiguren im patristischen Diskurs der Spätantike“ leistet einen Beitrag zur Geschichte der Rezeption biblischer Figuren des Alten und Neuen Testaments und zu den Gender Studies in der Kirchengeschichte des Altertums und der Patrologie. Das Forschungsvorhaben verfolgt zwei Hauptanliegen: Zum einen soll die Rezeption von Frauenfiguren des Alten und Neuen Testaments wie z.B. der Eva, Hiobs Frau, Isebel oder Herodias und Salome bei den Kirchenvätern des 4. Jahrhunderts untersucht werden. Zum anderen werden diese Figuren in ihren sozialgeschichtlichen Dimensionen verortet. Dabei wird im Besonderen dem rhetorischen Gebrauch biblischer Figuren als Exempla im Kontext der Disziplinierung antiker christlicher Frauen in ausgewählten Schriften lateinischer und griechischer Theologen und Historiographen nachgegangen. Deren Schriften werden historisch und soziokulturell kontextualisiert und auf die Absichten der Autoren hin überprüft, mit denen diese die Frauen verschiedener sozialer und religiöser Stände wie Ehefrauen, Jungfrauen oder Witwen der unteren, mittleren und oberen Schichten zu belehren versuchten. Der Vergleich zwischen lateinischen und griechischen Texten des frühen Christentums dient der Ermittlung von kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden in Bezug auf die soziale Ordnung und Geschlechterordnung im west- und oströmischen Reich der Spätantike.
Publikationen
Artikel
- Melania d. Jüngere, in: BBKL (online)
- Ordo renascendi est crescere posse malis (Rutilius Namatianus I.140): The Sack of Rome and the Resilience of Western Roman Aristocracies, in: Early Medieval Europe 33/2 (2025), 139–152.
- Fatherhood and Patronage between Antiquity and Christianity – The Epistolary Correspondence of Ausonius and Paulinus of Nola, in: Studia Patristica (Peeters) (angenommen).
- Isebel als Täter- und Opferfigur im häresiologischen Diskurs des 4. und 5. Jahrhunderts, in: Grieser, Heike/Bärsch, Dominic/Brankaer, Johanna (Hgg.): Macht und Ohnmacht. Frauen in spätantiken Gewaltdarstellungen (in der Reihe „Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen“). Monographie und Herausgeberschaften
- Die Romidee bei Claudian und Prudentius. Eine Untersuchung zum pagan-christlichen Romdiskurs der Spätantike (STAC 143), Tübingen 2025.
- zus. mit Grieser, Heike/Bärsch, Dominic/Brankaer, Johanna (Hgg.): Macht und Ohnmacht. Frauen in spätantiken Gewaltdarstellungen (in der Reihe „Byzanz und die euromediterranen Kriegskulturen“) (erscheint vrs. im März 2026).
Forschungsschwerpunkte und Interessensgebiete
- Panegyrische (Rom-)Dichtung der Spätantike
- frühchristliche Märtyrerliteratur
- frühchristliche Kunstgeschichte und Archäologie
- Gender Studies in der Spätantike