Lehrerprofessionalität im Bereich der geographischen Perspektive des Sachunterrichts - Überzeugungen und fachdidaktisches Wissen von angehenden Grundschullehrpersonen

Grundlage der Studie bildet das Modell der professionellen Handlungskompetenz von Lehrpersonen (Baumert & Kunter 2006), wonach Professionswissen und Überzeugungen als zwei zentrale Aspekte für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schüler erachtet werden. Fachdidaktisches Wissen als Teilbereich des Professionswissens wird vor allem in der ersten und zweiten Ausbildungsphase erworben, während Überzeugungen sich überwiegend vor oder während der Studienzeit herausbilden (Hartmann 2019, Krauss et al. 2008, Kuhl et al. 2013). Eine Entwicklung und Veränderung der beiden Konstrukte im Verlauf der universitären Lehramtsausbildung sowie im Rahmen längerfristiger Interventionsprogramme ist daher möglich (Doll 2004, Schlichter 2012). Während sich die meisten Studien zur Lehrerprofessionalität im naturwissenschaftlichen und mathematischen Bereich mit Fokus auf Sekundarstufenlehrpersonen finden lassen, so existieren mit Blick auf das Unterrichtsfach Geographie vergleichsweise wenige bis gar keine Studien.

Vor dem Hintergrund der skizzierten Forschungsdesiderata ist das zentrale Anliegen dieser Studie, Ausprägungen und Veränderbarkeit von Überzeugungen und fachdidaktischem Wissen bei Grundschullehramtsstudierenden im Bereich der geographischen Perspektive des Sachunterrichts zu untersuchen. Daher wird der Frage nachgegangen, welches fachdidaktische Wissen und welche Überzeugungen Grundschullehramtsstudierende zur geographischen Perspektive des Sachunterrichts aufweisen und inwieweit sich diese durch universitäre Ausbildung verändern lassen. Die Zielgruppe stellen Grundschullehramtsstudierende ab dem dritten Semester dar.

Anhand einer empirischen, quasi-experimentellen Interventionsstudie im Prä-, Post- und Follow- Up Design werden die Überzeugungen und das fachdidaktische Wissen von Grundschullehramtsstudierenden (N=500) mittels Fragebogen zu drei Messzeitpunkten erfasst. Die Experimentalgruppe (N=250) nimmt an einer Seminarintervention zur geographischen Perspektive des Sachunterrichts teil, während die Kontrollgruppe (N=250) ein klassisches Sachunterrichtsseminar besucht, um Effekte des Fragebogens ausschließen zu können. Als besonders geeigneter Zugang erwies sich im Rahmen der Intervention das Konzept der didaktischen Rekonstruktion sowie der Einbezug der grundlegenden – das Fach strukturierenden – Basiskonzepte. Die Studie wird insgesamt an fünf verschiedenen Universitätsstandorten in ganz Deutschland durchgeführt. Dadurch kann ein Testleitereffekt ausgeschlossen werden.

 

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