„Zwischen Alterität und Union“ – Koloniale Narrative innerhalb europäischer Nationalstaaten im 18. und 19. Jahrhundert

Das Promotionsprojekt untersucht Erzählungen von Eigenheit und Fremdheit innerhalb von multiethnischen Nationalstaaten des 18. Und 19. Jahrhunderts. Im Fokus der Untersuchung stehen die englische Perspektive auf Schottland sowie die österreichische Wahrnehmung Ungarns.
Untersucht werden die Erzählmuster in Reiseberichten, Briefen und Reiseführern, welche eine der populärsten Gattungen ihrer Zeit darstellen. In diesen werden die als peripher beschriebenen Landteile oft als Kolonien inszeniert, welche den Verfasser*innen fremd und zivilisierungsbedürftig erscheinen. Beide Herrschaftsbereiche weisen Konstellationen einer spezifischen internen Alterität auf, die in der räumlichen Nähe, der so wahrgenommen Kolonien sowie in der politischen Struktur einer vermeintlichen Einheit liegen. Das Forschungsprojekt befasst sich mit internen Konstellationen und Dynamiken der im 18. und 19. neu entstanden Herrschaftsgebilde. Es widmet sich der Frage welche Formen von Fremddarstellungen und Selbstinszenierung sich in dieser landesinternen Reiseliteratur finden und inwieweit diese mit dem politischen Konstrukt einer Union vereinbar waren. Grade im Zuge umfassender Ausdifferenzierungen von regionalen Identitäten im Europa des 21. Jahrhundert ist die Frage nach der historischen Konstruktion von Nationalidentitäten und ihren Ausgrenzungsmechanismen von besonderer Relevanz und Aktualität.

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