Urbanistische Strukturen der Textilindustrie in Augsburg zwischen 1830 und 1914

 

Augsburg war eine der bedeutendsten Städte der Textilindustrie auf dem europäischen Festland. Ab den 1830er Jahren entstand im heutigen Augsburger Stadtgebiet eine Vielzahl von Betrieben, die sämtliche textile Produktionsbereiche abdeckten. Darunter befanden sich – weitgehend zeitgleich – sowohl kleinste Produktionsstätten, die häufig in ehemaligen Manufakturen mit nur wenigen Mitarbeiter*innen mitten im einst befestigten Stadtgebiet eingerichtet waren, als auch neu überplante, ausgedehnte Industrieansiedlungen vor den Toren der Stadt mit einer ungleich größeren Belegschaft. Notwendigerweise entwickelte sich zudem eine bedeutsame Zulieferindustrie.

 

Die bis heute nur noch vereinzelt erhaltenen Bauten der Augsburger Textilindustrie wurden in der Forschung bereits vergleichsweise gut untersucht. Das Gros der niedergelegten Fabrik-, Wohn- und Infrastrukturbauten, die im Zuge der Textilindustrie seit den 1830er Jahren entstanden waren, sind als architektonische Manifestationen dieser städtebaulichen Entwicklungen im heutigen Stadtbild weitgehend unsichtbar und bis dato nur wenig exploriert. Prägend haben sie doch bis in die Gegenwart wirksame urbanistische Strukturen geschaffen, die das Gesicht der Stadt Augsburg entscheidend baukulturell geformt haben.  

Die Studie verfolgt eine Art der „Wiedersichtbarmachung“ dieser Strukturen und stellt darauf aufbauend in einem zweiten Schritt die Frage, ob sich aufgrund der gegebenen topografischen, historischen und gesellschaftspolitischen Voraussetzungen konkrete lokalspezifische Kennzeichen für die Stadtentwicklung Augsburgs ermitteln lassen.

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