Primärprävention für die psychische Gesundheit von Medizinstudierenden – Entwicklung und Evaluation eines Onlinetools

Bei Medizinstudierenden wird von einem wachsenden Risiko für Depressivität und Burn-out im Verlauf des Studiums berichtet [1]. Im Hinblick auf die große Verantwortung, die der Arztberuf mit sich bringt, ist dies eine besorgniserregende Entwicklung. Dieser muss begegnet werden, um das im NKLM erklärte Ziel einer gesundheitsförderlichen ärztlichen Ausbildung zu erreichen [2]. Onlineinterventionen im Sinne von Verhaltensprävention werden als hilfreich eingeschätzt, um Studierende zeit- und ortsunabhängig in der Stärkung ihrer psychischen Gesundheit zu unterstützen [3]. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des Dissertationsvorhabens, ein auf theoretischen Modellen basierendes und an den konkreten Bedarfen von Medizinstudierenden ausgerichtetes Onlinetool zu entwickeln, das curricular integriert wird und auf die Stärkung der psychischen Gesundheit der Studierenden abzielt.

Dafür sind drei Publikationen geplant:

1) Die erste Publikation ist ein Literaturreview, mit dem nach einem Überblick über aktuelle Onlineangebote für Studierende schließlich herausgefunden werden soll, ob es bereits wirksame Onlineinterventionen speziell für Medizinstudierende gibt, die gezielt zur Stärkung ihrer mentalen Gesundheit entwickelt wurden.

2) Die zweite Publikation berichtet von der konkreten Konzeption und Entwicklung des Onlinetools, das zum einen auf den Erkenntnissen aus dem Literaturreview und damit verbunden auf wissenschaftlich fundierten, theoretischen Modellen aufbauen ( = theorie- und erkenntnisbasiert) und zum anderen auf der Grundlage konkreter Datenerhebungen an Medizinstudierenden an deren Bedarfen ausgerichtet ( = bedarfsgerecht) werden soll. Anschließend soll das Tool curricular integriert werden.

3) Die dritte Publikation behandelt die erste Evaluation des entwickelten Tools bezüglich seiner Akzeptanz, Usability und Feasibility und berichtet von den Erfahrungen mit der Implementierung des Tools in das medizinische Curriculum in Augsburg.

Die Dissertation ist des Teil Forschungsprojektes „ELMA (Experienced Learning Medicine Augsburg) – Analyse und Förderung der Selbstregulation und des Wohlbefindens von Medizinstudierenden als protektive Faktoren für Burn-out und Depressivität“.

 

 

Literatur:

1.      Dyrbye LN, West CP, Satele D, Boone S, Tan L, Sloan J, Shanafelt TD. Burnout among U.S. medical students, residents, and early career physicians relative to the general U.S. population. Acad Med. 2014 Mar [zitiert im Feb 2021];89(3):443-51. doi: 10.1097/ACM.0000000000000134.

2.      MFT Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland e.V., ed. Nationaler Kompetenzbasierter Lernzielkatalog Medizin (NKLM) [Internet]. Berlin: MFT; 2015 [zitiert im Feb. 2021]. Verfügbar unter: http://www.nklm.de/

3.      Cuijpers P, Auerbach RP, Benjet C, Bruffaerts R, Ebert D, Karyotaki E, et al. Introduction to the special issue: The WHO World Mental Health International College Student (WMH-ICS) initiative. Int J Methods Psychiatr Res. 2019 Jun [zitiert im Feb 2021];28(2):e1762. Verfügbar unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30623516/ DOI: 10.1002/mpr.1762

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