Transgenerationales Trauma und Gedächtnis in indigener Literatur und Film

Gegenstand des Dissertationsprojektes ist der Einfluss von individuellem und kollektivem Gedächtnis auf das transgenerationale Trauma in indigener nordamerikanischer Literatur und Film, resultierend aus dem Residential School System und dem Sixties Scoop.

 

Im Falle meiner ausgewählten Texte bewegt sich dieses Trauma besonders im Spannungsfeld von desiring, nostalgia, mourning und lacking, also einer Melancholie die daraus entsteht. Einerseits durch die alteritäre Rolle, die den indigenen Protagonisten durch die westliche Sichtweise zugeschrieben wird, andererseits aber durch das Bewusstsein für die eigene Kultur, kommt es zu einem being inbetween, wodurch der eigene Platz innerhalb der fiktiven Welt immer wieder neu verhandelt und aufgearbeitet werden muss.
Mittels close readings wird untersucht, inwiefern Erinnerung und Gedächtnis das Trauma beeinflussen, verstärken oder sogar heilen können.

Allen untersuchten Figuren gemein ist die Ausgrenzung, die sie erfahren, und der Versuch durch Erinnerungsarbeit die eigene Identität neu zu konstituieren.

Sämtliche Texte lassen sich auch unter dem Schlagwort creative resistance verorten und bilden so ein alternatives kulturelles Gedächtnis und erzählen eine counter history. Sie setzen sich mit der überlieferten Geschichte auseinander und üben Kritik an stereotypisierten Bildern und gelenkter Geschichtsschreibung, gegen die sie im Sinne eines writing back/rewriting anschreiben.

 

Die Dissertation geht der Frage nach, in welchem Verhältnis transgenerationales Trauma zu anderen diskursiven Interventionen und gesellschaftlichen Diskursen, wie der Gedächtnisarbeit, steht.

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