Zu den wichtigsten Beständen eines Universitätsarchivs zählen die schriftlichen Nachlässe bedeutender Personen aus dem Kreis der Professoren, der Verwaltung bzw. aus dem engeren universitären Umfeld. Mit diesen Unterlagen lässt sich - im Idealfall - der Lebens- und Berufsweg der jeweiligen Person rekonstruieren, was etwa biographische Forschungen ermöglicht. Darüber hinaus dokumentieren diese Nachlässe aber insbesondere die Tätigkeit der betreffenden Person an der bzw. für die Universität, sowohl in Lehre und Forschung, als auch in der akademischen Selbstverwaltung. Aber auch andere Tätigkeitsfelder außerhalb der Universität, z.B. außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und -projekte, Verbände, Vereine, Parteien uvm. lassen sich mit diesen Unterlagen rekonstruieren.

 

Erwerb und Erschließung von Vor- und Nachlässen stellen daher einen besonderen Schwerpunkt in der Arbeit des Universitätsarchivs dar. Es konnten bereits zahlreiche Vor- und Nachlässe übernommen werden (nicht selten handelt es sich dabei um Teilnachlässe oder sogar nur um sog. Nachlasssplitter). So z.B. verwahrt das Universitätsarchiv die Nachlässe der bedeutenden Hymnologen wie Konrad Ameln, Walter Blankenburg und Walther Lipphardt. Die Sachakten der beiden erstgenannten Hymnologen wurden im Zuge des Erwerbs der Hymnologischen Sammlung durch die Universitätsbibliothek an das Universitätsarchiv überführt (zu Hymnologischen Sammlungen der Universität Augsburg). Darüber hinaus finden sich hier die Vor- und Nachlässe vieler weiterer Wissenschaftler, darunter Physiker, Historiker, Anglisten, Romanisten u.a.

 

Romanistenarchiv

 

Prof. Dr. Frank Rutger Hausmann, 1991-2006 Ordinarius für Romanische Literaturwissenschaft an der Albrecht-Ludwigs-Universität Freiburg und der Universität Augsburg aufgrund seiner Funktion als Mitglied ihres Hochschulrates in den Jahren 1998-2002 besonders verbunden, übergab dem Universitätsarchiv Augsburg in den zurückliegenden Jahren sukzesssive Materialien, die er im Zusammenhang mit seinen Forschungen insbesondere zur Geschichte der Romanistik in Deutschland zusammengetragen hatte. Daneben bemüht er sich auch um die schriftlichen Nachlässe renommierter Fachkollegen, von denen einige bereits ihren Platz im Universitätsarchiv Augsburg gefunden haben.

 

Hingewiesen sei an dieser Stelle auch auf das Online-Romanistenlexikon sowie die Fortführung seit 2021, für die beide Prof. Dr. Hausmann inhaltlich verantwortlich zeichnet, sowie das elektronische Hugo Schuchardt-Archiv, an dem er maßgeblich mitwirkt. Sehr wertvoll für Forschungen zur Romanistik bzw. zu den Forschungsgebieten Hausmanns ist ein Verzeichnis der zahlreichen von ihm verfassten Rezensionen aus dem Informationsmittel für Bibliotheken (IFB).

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