Jonathan Renner
Vom Naturschutzgesetz oder der Eingriffsregelung z. B. hatte ich noch gar keine Ahnung. Ich wurde aber richtig gut eingelernt und habe alle Kernkompetenzen für den Job im Modus learning by doing erlangt.

Jonathan Renner
Fachkraft für Naturschutz und Landschaftspflege, Untere Naturschutzbehörde Aichach-Friedberg

Wichtige Karriereschritte

Beruf
Seit 2022            Fachkraft für Naturschutz und Landschaftspflege in der uNB am Landratsamt Aichach-Friedberg (Verbeamtung auf Lebenszeit voraussichtlich 01.04.2027)
2021 - 2021        Mithilfe auf Pflegeflächen des Landschaftspflegeverbands Aichach-Friedberg (Entfernung von breit- und stumpfblättrigem Ampfer) – selbstständig
2021 - 2022        Überprüfung der fachgerechten Mahd von Pflegeflächen des Naturparks Augsburg Westliche Wälder – selbstständig

Studium & Ausbildung
2025 - 2026         Vorbereitungsdienst Verbeamtung 3. QEtD (aktuell verbeamtet auf Probe)
2019 - 2023         Studium Geographie (Master) an der Uni Augsburg
2015 - 2019         Studium Geographie (Bachelor) an der Uni Augsburg

Praktika und Ehrenamt
2021 - 2022        Naturschutz-Scout für den Landschaftspflegeverband Augsburg
2020                   Masterpraktikum – Naturpark Augsburg Westliche Wälder
2017                   Bachelorpraktikum – Vegetationskartierung an der Wertach (Zuarbeit zu einer Doktorarbeit)

Interview vom 13.02.2026

 
Beschreiben Sie bitte kurz Ihr Tätigkeitsfeld und Ihren Zuständigkeitsbereich. Wie gestaltet sich eine typische Arbeitswoche, Ihr Arbeitsalltag und wie sehen typische Aufgaben aus?

Im Rahmen verschiedener Vorhaben (meist bau- oder immsionsschutzrechtlich) werden wir als uNB als Träger öffentlicher Belange beteiligt, das heißt, wir schreiben naturschutzfachliche und-rechtliche Stellungnahmen, meist mit den Hauptthema der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung bei Vorhaben im Außenbereich. Meine zwei Kollegen und ich teilen den Landkreis durch drei, sodass jeder für eine ähnliche Anzahl an Gemeinden zuständig ist.  Darüber hinaus bin ich am Projekt Licca liber (Renaturierung des Lechs) beteiligt und kümmere mich um den Fledermausschutz im Landkreis, weitere Projekte werden noch dazukommen. Außerdem arbeiten wir eng mit unserem Landschaftspflegeverband zusammen, wenn es um die Pflege der landkreiseigenen Landschaftspflegeflächen geht.

Meine Arbeit ist eine schöne Mischung aus Büro- und Außendienst, den man sich in der Regel ganz frei einteilen kann. Ein Mal in der Woche kann ich im Homeoffice arbeiten, ein zweiter Tag ist in Planung.

 

Wie haben Sie Naturschutz als Tätigkeitsbereich für sich entdeckt? War dies von Studienbeginn für Sie Ihr Berufswunsch?

Eigentlich bin ich erst im Master in das Thema reingerutscht. Im Bachelor wusste ich noch gar nicht, was ich später mal arbeiten will, aber meine Begeisterung für Biogeographie war da auf jeden Fall auch schon vorhanden. Im Master habe ich dann vor allem durch mein Praktikum beim Naturpark Augsburg intensiveren Kontakt mit dem Naturschutz bekommen und ab da war klar: sowas in der Art will ich auch arbeiten.

 

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in Ihrem Beruf gefragt sind?
  • Manchmal braucht man ein dickes Fell bzgl. schwieriger Bürger*innen
  • Darüber hinaus Einfühlungsvermögen und Geschick im Handling besagter Bürger*innen
  • Teamfähigkeit ist grundsätzlich nötig, da man häufig mit unterschiedlichen Personen(gruppen) zusammenarbeitet

 

Welche Schwerpunkte hatten Sie im Studium gesetzt? Wie hat Sie das Studium auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet? Was können Sie aus Ihrem Studiengang in die Praxis einbringen? Welche Fähigkeiten mussten Sie sich zusätzlich aneignen?

Belegte Fächer im Masterschwerpunkt Landschaftsprozesse im Anthropozän: Biogeographie, Paläoökologie und Vegetationsdynamik, Biogeochemische Stoffkreisläufe.

Ich bin ehrlich: aus dem Studium habe ich tatsächlich nur die naturwissenschaftlichen Grundkenntnisse bzgl. Ökologie und botanischer/zoologischer Artenkenntnis mitgenommen. Vom Naturschutzgesetz oder der Eingriffsregelung z. B. hatte ich noch gar keine Ahnung. Ich wurde aber richtig gut eingelernt und habe alle Kernkompetenzen für den Job im Modus learning by doing erlangt.

 

Welche Bedeutung haben Praktika und Nebentätigkeiten für die Berufsorientierung und zur Verbesserung der Einstellchancen?

Ich weiß nicht, wie die Entscheidung im Bewerbungsprozess bzgl. meiner Person gefallen wäre, wenn ich nicht meine Praktika vorweisen hätte können. Ich kann mir aber vorstellen, dass gerade für uns Geograph*innen Praktika im entsprechenden Berufsfeld sehr wichtig sind, da wir bekanntermaßen ja Konkurrenzdruck aus verschiedensten anderen Fachdisziplinen haben.

 

Welche Entwicklungschancen gibt es in Ihrem Beruf?

Im Laufe der Zeit kann man sich im öffentlichen Dienst schon nach oben orientieren. Sachgebietsleitung in der uNB kann ich zwar nicht werden (dafür muss man hier im LRA Aichach-Friedberg ein Verwaltungsbeamter sein, andere LRAs handhaben das aber manchmal anders), dafür stehen mir aber grundsätzlich Positionen in der höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Schwaben oder vielleicht sogar irgendwann mal im Umweltministerium in München offen. Außerdem habe ich vor, mich mal für ein befristetes Projekt am LfU abberufen zu lassen und danach in die uNB zurückzukehren.

 

Gibt es Ereignisse, mit denen Sie damals während der Bewerbungsphase überhaupt nicht gerechnet haben?

Tatsächlich nicht!
 

Welcher Hashtag beschreibt Ihre Studienzeit oder Ihren Werdegang am besten?

Weiß ich nicht :D

 

 

 

 

 

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