Lisa-Marie Baumann
Ich wollte schon immer in einem Beruf arbeiten, der einen positiven sozialen Beitrag leistet.

Lisa-Marie Baumann
Spezialistin Nachhaltigkeit bei Zott SE & Co. KG

Wichtige Karriereschritte

Seit 2025                    Spezialistin Nachhaltigkeit bei Zott SE & Co. KG
2024 bis 2025             Werkstudentin Corporate Sustainability bei ams OSRAM
2022                           Auslandssemester an der Universitas Udayana (Freemover Programm Uni Augsburg)
2022 bis 2025             Studium Betriebswirtschaftslehre (Master) an der Uni Augsburg
2021 bis 2024             Werkstudentin Produkt- und Implementierungsmanagement bei DEKRA

Interview vom 26.01.2026

 

Beschreiben Sie bitte kurz Ihr Tätigkeitsfeld und Ihren Zuständigkeitsbereich. Wie gestaltet sich eine typische Arbeitswoche, Ihr Arbeitsalltag und wie sehen typische Aufgaben aus?

Ich arbeite im Nachhaltigkeitsmanagement der Genussmolkerei Zott und verantworte dort unseren Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD, die Anforderungen der EU‑Taxonomie sowie die gesamte Nachhaltigkeitskommunikation. Dabei ist es mir wichtig, sowohl die gesetzlichen Vorgaben – etwa seitens der Europäischen Kommission – einzuhalten als auch sicherzustellen, dass Nachhaltigkeit in allen Abteilungen verankert und ganzheitlich gedacht wird.

Da der Bereich sehr dynamisch ist, gehört es zu meinem Arbeitsalltag, Prioritäten regelmäßig neu zu setzen und Projekte mit viel Motivation voranzutreiben. Nachhaltigkeit ist fest in unserer Unternehmensstrategie verankert und für uns als Familienunternehmen ein zentraler Wert. Deshalb arbeiten wir auch eng mit der Geschäftsleitung zusammen, beispielsweise bei der Umsetzung neuer Energieeffizienzmaßnahmen oder anderer strategischer Nachhaltigkeitsinitiativen.

 

Wie sind Sie in den Nachhaltigkeitsbereich gekommen und welchen Berufsweg haben Sie ursprünglich geplant?

Ich wollte schon immer in einem Beruf arbeiten, der einen positiven sozialen Beitrag leistet. Als das Thema Nachhaltigkeit spätestens seit dem Pariser Klimaabkommen 2016 stärker in den Fokus gerückt ist, war für mich schnell klar, dass ich mich in diesem Bereich vertiefen möchte. Bereits während meines Bachelorstudiums habe ich entsprechende Kurse belegt.

Ursprünglich hatte ich geplant, ins Business Development einzusteigen. Da sich Business Development und Nachhaltigkeitsmanagement aber in vielen Punkten ähneln – beide Bereiche treiben Veränderung und Transformation im Unternehmen voran – wurde mir schnell klar, dass mein Weg im Nachhaltigkeitsbereich liegt.

 

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in ihrem Beruf gefragt sind?

Zu den zentralen Kompetenzen gehören auf jeden Fall ein sicherer Umgang mit Excel, Word und PowerPoint, sowie die Bereitschaft und das Interesse, sich intensiv mit Gesetzestexten und regulatorischen Anforderungen auseinanderzusetzen. Ebenso wichtig ist eine intrinsische Motivation, Nachhaltigkeit im Unternehmen wirklich voranzubringen. Unsere Abteilung hat eine gewisse Vorbildfunktion, weshalb es entscheidend ist, Themen mit Begeisterung zu treiben und andere mitzunehmen.

 

Welche Schwerpunkte hatten Sie im Studium gesetzt? Wie hat Sie das Studium auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet? Was können Sie aus Ihrem Studiengang in die Praxis einbringen? Welche Fähigkeiten mussten Sie sich zusätzlich aneignen?

Mein BWL‑Studium war breit angelegt, was für das Nachhaltigkeitsmanagement sehr wertvoll ist. Ein grundlegendes Verständnis für Unternehmensstrukturen, wirtschaftliche Zusammenhänge und betriebswirtschaftliche Abläufe ist in meinem Beruf essenziell.

Ich habe gezielt Kurse zu EU‑Taxonomie, Ressourcennutzung, Umweltrecht und Nachhaltigkeitsmanagement gewählt. Diese theoretischen Grundlagen konnte ich direkt in der Praxis anwenden. Was ich mir rückblickend manchmal gewünscht hätte, wäre ein noch stärkerer Praxisbezug im Studium. Einige Fähigkeiten – insbesondere im Umgang mit gesetzlichen Anforderungen – habe ich mir daher zusätzlich on the job angeeignet.

  

Welche Bedeutung haben Praktika und Nebentätigkeiten für die Berufsorientierung und zur Verbesserung der Einstellchancen?

Ich bin überzeugt, dass ich ohne meine Werkstudententätigkeiten heute nicht dort wäre, wo ich bin. Praktische Erfahrungen zeigen, wie ein Unternehmen wirklich funktioniert, wie man mit Tools wie SharePoint oder dem MS‑Office‑Paket arbeitet und wie Nachhaltigkeit im Unternehmenskontext konkret umgesetzt wird.

Genauso wichtig war für mich die Erfahrung, herauszufinden, welche Bereiche mir weniger liegen. Tätigkeiten im Vertrieb haben mir zum Beispiel nicht so viel Freude bereitet. Auch das war eine wichtige Erkenntnis.

 

Welchen Tipp können Sie Studierenden zur Berufsorientierung geben? Wie sind Sie dabei vorgegangen und was hat Ihnen geholfen?

Mein bester Tipp: ausprobieren! Ob durch Ferienjobs, Praktika oder Werkstudententätigkeiten – praktische Einblicke helfen enorm dabei, herauszufinden, was einem Spaß macht. Im Studium lohnt sich außerdem ein genauer Blick ins Modulhandbuch, um gezielt die Fächer zu wählen, die zu den eigenen Interessen passen.

 

Wo sehen Sie sich beruflich in 10 Jahren?

Ich sehe mich in einem Job, der mich weiterhin erfüllt und glücklich macht. Ich gehe heute jeden Tag gerne zur Arbeit – weil mir der Bereich Spaß macht und ich mit einem großartigen Team zusammenarbeite. Wenn das in zehn Jahren noch genauso ist, wäre das für mich ein absoluter Erfolg. Und wenn ich diese Aufgaben dann als Teamleitung oder in einer ähnlichen Position ausüben darf – umso besser.

 

Welche Entwicklungschancen gibt es in Ihrem Beruf?

Da das Nachhaltigkeitsmanagement ein noch vergleichsweise junger und sich ständig weiterentwickelnder Bereich ist, stehen die Chancen sehr gut. Es entstehen laufend neue Rollen – etwa rund um Energieeffizienz, nachhaltige Verpackungen oder regulatorische Anforderungen. Durch die interdisziplinäre Arbeit erhält man zudem Einblicke in viele Abteilungen, was zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet.

 

Gibt es Ereignisse, mit denen Sie damals während der Bewerbungsphase überhaupt nicht gerechnet haben?

Ja, definitiv! Mein jetziger Job entstand durch eine Initiativbewerbung. Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Unternehmen auch dann anzusprechen, wenn gerade keine passende Stelle ausgeschrieben ist. Und ebenso wichtig: Absagen gehören dazu und sollten nicht entmutigen. Am Ende war für mich mein Bauchgefühl der beste Ratgeber und es hat sich gelohnt.

 

Welcher Hashtag beschreibt Ihre Studienzeit oder Ihren Werdegang am besten?

#wargeil – besonders wegen meines Auslandssemesters!

 

 

Mehr über die Person und die Möglichkeit, sich zu vernetzen:  LinkedIn

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