Berufswege Geistes-, Sozial- & Sprachwissenschaften

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe "Jobtalk mit Alumni", die wir im Laufe des Semesters zu unterschiedlichen Themen veranstalten, stellen Ehemalige der Universität Augsburg ihren Werdegang und ihr jetziges Aufgabengebiet vor. Zudem geben sie interessierten Studierenden Hilfestellungen und Anregungen, wie  das Studium so gestaltet werden kann, dass der Berufseinstieg wunschgemäß gelingt.

Mit einigen der Referierenden haben wir im Nachgang Interviews geführt. Sie finden darin eine hilfreiche Quelle für Informationen zu bestimmten Berufsfeldern und -bildern. Über die angegebenen Xing und LinkedIn Profile haben Sie die Möglichkeit sich zu vernetzen.

Studiengänge der katholisch-theologischen Fakultät

Umweltethik

Magdalena Droppelmann

"Die Logistik befindet sich in vielerlei Hinsicht im Wandel. Das erfordert unterschiedlichste Fähigkeiten und Wissen – und wenn ich zurück nach Augsburg schaue, sehe ich viele Kommilitonen, die genau das mitbringen!"

 

Frau Droppelmann, Sie sind als Fachbereichsleiterin für DACHSER SE tätig. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Mein Fachbereich verantwortet das Innovationsmanagement bei Dachser. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie wir als Unternehmen Innovationen generieren können, sondern auch, wie wir dabei die Mitarbeitenden involvieren und eine offene und mutige Innovationskultur fördern können. Hierzu gehört Kommunikation, Netzwerken aber auch konzeptionelle Arbeit. Einige Beispiele aus dem täglichen Doing: Die Durchführung und Organisation von Ideenkampagnen, das Betreuen von internen Ideenmanagern oder die Implementierung einer Software für Innovationsmanagement.

Welche Qualifikationen haben Sie sich durch den Master Umweltethik angeeignet? Warum haben Sie sich für dieses Studium als Ergänzung entschieden?

Umweltethik hat mich damals aus ganz persönlichen Gründen und dem Wunsch, mich intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen zu wollen angesprochen. Vor allem konnte ich davon profitieren, dass der Studiengang sehr interdisziplinär aufgebaut ist. Ich habe nochmal mehr als in meinem Bachelor gelernt, mich in unterschiedlichste Themenbereiche einzuarbeiten und die vielen Themenfelder miteinander zu verknüpfen. Eigenschaften, die ich auch heute während meiner täglichen Arbeit immer wieder benötige.

Welche Inhalte und Themen bringen Sie in Ihre Arbeit als Führungskraft ein?

Ganz klar, mein Handeln soll auch als Führungskraft verantwortungsvoll und nachhaltig sein, für meine Team, mein Unternehmen und meine Umwelt.

Was hat Umweltethik mit Logistik zu tun?

Allein wenn wir an die CO2 Emissionen denken, die im Sektor Transport und Logistik ausgestoßen werden, ist schnell erkennbar, dass Umwelt und Ethik von großer Bedeutung sind. Bei Dachser ist das Thema Climate Protection ein strategischer Schwerpunkt. In vier Handlungsfeldern beschäftigen wir uns mit Themen rund um Climate Protection: Energie-Effizienz, Prozess-Effizienz, Research and Innovation sowie Corporate Citizenship +, welches die soziale Nachhaltigkeit über die Unternehmensgrenzen und die geographische Präsenz des Unternehmens hinaus anspricht.

Wie viel Reisetätigkeit ist mit Ihrer Tätigkeit verbunden?

Das kann ich gar nicht so genau sagen, da ich meine Tätigkeit während der Covid-Pandemie aufgenommen habe. In dieser Zeit bin ich fast gar nicht gereist. Im Innovationsmanagement ist der Austausch mit Kollegen vor Ort oder externen Partnern wichtig, dennoch wird mittlerweile viel digital abgebildet. Aber eine grobe Schätzung in die Zukunft: Ein Viertel meiner Arbeitszeit?

Was motiviert Sie jeden Tag zur Arbeit zu gehen?

Eine spannende Aufgabe, meine Kollegen und die Möglichkeit mit meiner Arbeit eine positive Veränderung für unsere Welt zu schaffen.

Was ist das Besondere an einem familiengeführten Unternehmen?

Bei Dachser leben wir ein familiäres Betriebsklima, in dem die Mitarbeitenden eine sehr wichtige Rolle spielen. Ich wurde zum Beispiel immer sehr gezielt und im Einklang mit meinen Wünschen und Vorstellungen gefördert, wozu auch zählte, dass Dachser voll hinter meiner Entscheidung zum Umweltethik-Studium stand. Zugegeben: Umweltethik ist nicht der klassische Studiengang für Nachwuchstalente in der Logistik.

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

Kommunikation – Netzwerken – Empathie

Warum haben Sie sich für eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft entschieden? Und wie bringen Sie Ihr eher geisteswissenschaftliches Studium mit Ihrer Tätigkeit in der Wirtschaft in Verbindung?

Ich habe das Gefühl, dass ich in der freien Wirtschaft, also bei Dachser, viel bewegen kann und damit meine ich nicht nur Güter. Mein Unternehmen hört zu und möchte ernsthaft dazu beitragen, dass die Weltgemeinschaft das Ziel der Netto-Null-Emissionen erreichen kann.

Was wird sich in den kommenden zehn Jahren im Logistik-Bereich verändern? Warum sind Umweltethiker*innen geeignet, diesen Wandel zu gestalten?

Um den CO2-Ausstoß im Sektor Transport und Logistik zu reduzieren, brauchen wir Innovationen. Und diese werden von Menschen generiert, die sich mit Technologien und Ideen beschäftigen und diese in der Praxis umsetzen. Neue Antriebstechnologien, eine fortschreitende Digitalisierung, autonomes Fahren, neue Lager- und Umschlagstechniken: Die Logistik befindet sich in vielerlei Hinsicht im Wandel. Das erfordert unterschiedlichste Fähigkeiten und Wissen – und wenn ich zurück nach Augsburg schaue, sehe ich viele Kommilitonen, die genau das mitbringen!

 

Vielen Dank für das Interview!

Interview vom 02.07.2022

 

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

Seit 01/2021 – Department Head Idea2net Innovation Framework, DACHSER SE

07/2020 – 12/2020 – Consultant Idea2net, DACHSER SE

10/2017 – 07/2020 – Projektmanagerin Systems Management and Operations Training Road, DACHSER SE

10/2012 – 10/2017 – Consultant Systems and Operations Training Road, DACHSER SE

04/2015 – 09/2017 – Masterstudium der Umweltethik, Universität Augsburg

10/2009 – 10/2012 – Bachelorstudium der BWL mit Schwerpunk Spedition und Logistik, HWR Berlin

08/2006 – 01/2009 – Ausbildung zur Kauffrau für Spedition- und Logistikdienstleistungen, DACHSER GmbH & Co. KG Niederlassung Dortmund

Studiengänge der philologisch-historischen Fakultät

Geschichte/Kunst- und Kulturgeschichte

© Sandra Staehr

„Ohne Ausprobieren weiß man nicht, was am besten zu einem passt.“

 

Frau Staehr, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag und Ihre  Aufgaben als PR Beraterin bei elsaesser public relations.

Ich berate und betreue Kunden, hauptsächlich aus den Bereichen IT, Technologie und Industrie, in verschiedensten Belangen rund um Kommunikation, Medien- und Pressearbeit oder Social Media. Das reicht von Pressemitteilungen und redaktionellen Texten über Newsletter und Blogartikel bis hin zur Konzeption und Umsetzung von Social Media Kampagnen. Die Tätigkeiten sind sehr vielseitig und ändern sich mit jedem neuen Projekt.

Sie haben während des Studiums viele Praktika gemacht. Wie haben diese Ihren Berufseinstieg beeinflusst? Wann haben Sie sich für den Bereich PR entschieden?

Vor Studienbeginn wusste ich nicht wirklich was ich irgendwann beruflich machen will. Daher habe ich immer recht viele Praktika gemacht oder weiterbildende Angebote wie Journalismus-Workshops oder den Career Service genutzt. PR hatte ich vor meinem Studium noch gar nicht in Erwägung gezogen. Über eine Kommilitonin, die ein Praktikum in einer PR-Agentur gemacht hat, bin ich auf dieses Feld gestoßen und habe direkt selbst ein Praktikum gemacht und gleich Gefallen daran gefunden

Warum haben Sie sich für einen weiterführenden Master entschieden, nachdem Sie bereits gearbeitet haben? Welche Vorteile hat dieser für Ihre jetzige Position?

Für den Berufseinstieg ist der Master kein wirklicher Mehrwert, gerade als Geisteswissenschaftler*in. Aber auf lange Sicht ermöglicht er bessere Aufstiegschancen, gerade im Öffentlichen Dienst oder Unternehmen, die nach Tarif eingruppieren. Mir ging es bei dem Master mehr darum die Studentenzeit noch einmal zu genießen und mich selbst noch ein wenig weiterzubilden.

Was empfehlen Sie Studierenden als Einstieg in die PR-Branche?

Ab besten mit verschiedenen Praktika starten. So bekommt man einen guten Einblick. Die Tätigkeitsfelder sind sehr unterschiedlich. Klassische Unternehmenskommunikation? Oder ist Social Media doch eher meins? Großes Unternehmen oder doch lieber kleine Agentur? Alles hat Vor- und Nachteile und ohne Ausprobieren, weiß man nicht was am besten zu einem passt. Auch ein Volontariat zum Berufseinstieg ist sinnvoll, um direkt alle Basics „on the job“ zu lernen. 

Welchen Tipp können Sie Studierenden mit auf den Weg geben, die Germanistik/ Geisteswissenschaften studieren und noch nicht wissen, in welche Richtung es gehen soll?

Auch hier sind Praktika oder Angebote wie der Jobtalk des Career Service super, denn man bekommt Einblicke, Austausch oder nützliche Tipps. Außerdem sollten sich Studierende der Geisteswissenschaften nicht verunsichern lassen was ihre Jobaussichten angeht, es gibt sehr viele potentielle Berufsfelder – einfach ausprobieren und bewerben!

 

Vielen Dank, Frau Staehr!

 

 

Interview vom 27.02.2022

 

 

Wichtige Karriereschritte

LinkedIn

Xing

Seit Juli 2021 PR-Beraterin bei epr – elsaesser public relations

2016 – 2021 Junior PR-Beraterin/ PR Beraterin bei Hansmann PR

2014 – 2016 Redaktionsassistentin PR Company GmbH

2014 – 2016 Master Kunst- und Kulturgeschichte

2014 6 Monate PR - Assistentin bei Munford Public Relations

2013 – 2014 PR - Volontariat bei Munford Public Relations

2008 – 2012 Bachelor Anglistik, Kunst- und Kulturgeschichte

 

Jens Reitlinger

„Einen mittel- oder langfristigen Plan für meine berufliche Entwicklung hatte ich nie.“

 

Herr Reitlinger, Sie sind aktuell Pressesprecher des Landratsamts Augsburg. Würden Sie kurz beschreiben, wie Ihr Tätigkeitsgebiet bzw. Arbeitsalltag aussieht?

Im Fachbereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit haben wir alles im Blick, was von unseren Behörden nach außen kommuniziert wird. Wir machen uns teamintern Gedanken darüber, wie wir Nachrichten aufbereiten und veröffentlichen. In meiner Zuständigkeit als Pressesprecher liegt es, Pressemitteilungen und Stellungnahmen zu verfassen, Anfragen zu beantworten, Pressetermine zu organisieren und Medienkontakte zu pflegen.

Wie sind Sie beim Berufseinstieg vorgegangen? Wann haben Sie sich für den Journalismus entschieden?

Einen mittel- oder langfristigen Plan für meine berufliche Entwicklung hatte ich nie. Über Praktika und freie Mitarbeit in verschiedenen Redaktionen ist mir im Verlauf des Studiums klargeworden, dass ich mich gerne mit wechselnden Themen beschäftige.

Warum haben Sie sich beruflich dennoch anderweitig orientiert?

In erster Linie hatte ich nach der Ausbildung private Gründe, aus denen ich nicht wieder aus Augsburg wegziehen wollte, um irgendwo im Verbreitungsgebiet der Zeitung zu arbeiten. Außerdem muss ich in Sachen Abwechslungsreichtum bei meiner jetzigen Arbeit keine Einbußen in Kauf nehmen: Die Aufgaben unserer Behörden sind so vielfältig, dass ich mich auch jetzt mit verschiedensten Themen beschäftigen darf.

Welche Rolle spielt Ihr Studium für Sie heute noch?

Das Studium hat mir ganz wesentlich dabei geholfen, mit Sprache insgesamt sorgfältiger umzugehen. Und auch von anderen „Sekundärqualifikationen“ aus dem Studium profitiere ich immer noch sehr. Zum Beispiel, viele Informationen schnell zu verarbeiten, um sie dann mündlich und schriftlich präsentieren zu können.

Was begeistert Sie an Ihrer jetzigen Tätigkeit am meisten?

Ich mag die Nähe zu den Menschen. Anders als ein Unternehmen stellt ein Landratsamt kein „Produkt“ im eigentlichen Sinne her, das wir medial zu vermarkten hätten. Alles, was hier beraten und beschlossen wird, soll im Leben der Menschen im Landkreis einen positiven Unterschied machen. Das ist Motivation genug, um jeden Tag in die Arbeit zu gehen.

Was sind die wichtigsten drei Kompetenzen/Softskills, die ein:e Pressesprecher:in braucht?

Eine schnelle Auffassungsgabe, aber auch ein Sinn für Diplomatie sind wichtig. Ebenso darf man sich nicht davor scheuen, sowohl nach innen als auch nach außen robust zu diskutieren

Welchen Tipp können Sie Studierenden mit auf den Weg geben, die Geisteswissenschaften studieren und noch nicht wissen, in welche Richtung es gehen soll?

Mit Blick auf meinen eigenen Werdegang lautet mein Tipp, sich nicht zu früh zu konkrete Pläne zurecht zu legen oder sich gar unter Druck zu setzen, einen Plan haben zu müssen. Wer mit Spaß und Interesse das Studium absolviert und parallel über Praktika oder Nebenjobs verschiedene Eindrücke sammelt, wird ganz sicher den richtigen Weg finden.

 

Vielen Dank Herr Reitlinger.
 

 

Interview vom 22.02.2022

 

 

Wichtige Karriereschritte

 

Seit 2019  Pressesprecher Landratsamt Augsburg

2017/18 Volontariat bei der Augsburger Allgemeine

2015/16 Unternehmenskommuni-kation bei Airbus Helicopters

Praktika u.a. bei G/Geschichte und Donauwörther Zeitung

2008—2014 Magisterstudium

Anglistik/ Geschichte

 

© Sandra Loos

"Ich schätze die Vielseitigkeit und am Puls der Zeit zu sein."

 

Frau Loos, Sie arbeiten als SEO Redakteurin bei Munich Online GmbH. Würden Sie kurz beschreiben, wie Ihre Tätigkeit aussieht?

Meine Hauptaufgaben als SEO Redakteurin sind diverse Traffic-Projekte der Marken tz.de und merkur.de. Deren Ablauf besteht aus Themenvorschlägen zu potenziellen Traffic-Themen inklusive Keywordrecherchen, der Erstellung von Themenkonzepten und der Erstellung und Betreuung der dafür benötigen Artikel. Aus den begleitenden Projektmonitorings erstelle ich anschließend ein Performance-Abschlussanalyse.

Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit und am Unternehmen? Was schätzen Sie an Ihrer Stelle besonders?

Ich schätze die Vielseitigkeit und am „Puls der Zeit“ zu sein. SEO ist ein wichtiger Bereich für das Webmarketing und den Onlinejournalismus. Hier tut sich immer etwas. In Kombination mit aktuellen Nachrichten bietet das sehr viel Abwechslung und es wird nicht langweilig, da hier nichts statisch ist und viele Themen bespielt werden.

Was hebt Ihre Tätigkeit von der Tätigkeit in einer Agentur ab?

In einer Agentur arbeitet man für diverse Kunden. Das kann ebenso vielseitig sein. Aber meist ist die Arbeit projektbezogen und wenn es abgeschlossen ist, ist die Arbeit zum größten Teil beendet. Arbeitet man für ein Unternehmen, entwickelt man kontinuierlich die Internetseiten weiter und sieht den längerfristigen Erfolg.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf diesen Beruf vorbereitet? Und welche Fähigkeiten haben Sie sich noch aneignen müssen?

Grundlegende journalistische Fähigkeiten habe ich in meinem ersten Studium erlernt. Durch mein zweites Studium hatte ich mir noch ein breiteres Grund- und Fachwissen angeeignet. Das ist als Redakteur, gerade in einer News-Redaktion, nie verkehrt. Doch SEO-Fachwissen und die Anwendung des zuvor Erlernten, das musste ich mir erst nach meinem Studium aneignen.

Wieso hatten Sie sich nach Ihrem Diplom-Abschluss in Modejournalismus & Medienkommunikation für ein weiteres Bachelor-Studium an der Universität Augsburg entschieden?

Das hatte zwei Gründe: Zum einen stand die Mode- und Magazinbranche nach der Wirtschaftskrise 2008 sehr schlecht da, heißt Jobs waren rar. Zum anderen habe ich während meiner Praktika gemerkt, dass ich gerne noch vielseitiger und nicht nur im Bereich Mode arbeiten möchte. Um weniger auf das Thema „Mode“ reduziert zu werden, folgte mein Studium an der Universität Augsburg.

Sie haben zahlreiche Praktika gemacht und lange als Werkstudentin gearbeitet. Welche Bedeutung hatten diese für Sie?

Meine Praktika und mein Werkstudentenjob haben mich dort hingebracht, wo ich heute bin. Zum einen habe ich viel praktisches Wissen und vor allem Fachwissen mitgenommen. Darauf kann ich auch heute als SEO Redakteurin zurückgreifen. Außerdem lernt man so über den universitären Rand hinauszublicken.

Welcher Hashtag beschreibt Ihre Studienzeit oder Ihren Werdegang am besten?

#unverhofftkommtoft

 

Vielen Dank Frau Loos!

 

Interview vom 05.05.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

Seit 2021 SEO Managerin bei pd digital

2019 bis 2021 SEO Redakteurin bei Munich Online GmbH

2019 SEO Manager bei Klassik Radio

2016 bis 2018 Online Redakteurin bei Mädchen.de

2012 bis 2016 Bachelor Kunst- & Kulturgeschichte an der Universität Augsburg

2008 bis 2011 diverse Praktika

2006 bis 2009 Diplom Modejournalismus & Medienkommunikation an der AMD Akademie Mode & Design

 

© Universität Augsburg

„Versucht herauszufinden, was eure Stärken und Schwächen sind.“

 

Herr Dr. Retterath, würden Sie bitte kurz Ihre Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Historischen Kolleg und am  Institut für Zeitgeschichte     München–Berlin (IfZ) beschreiben.

In meiner Tätigkeit am Historischen Kolleg kümmere ich mich insbesondere um die Organisation von wissenschaftlichen Kolloquien, um das Lektorat der aus diesen Tagungen entstehenden Sammelbände sowie um die Öffentlichkeitsarbeit und die Homepage. Am Institut für Zeitgeschichte bin ich als Referent des Direktors tätig. In dieser Funktion helfe ich bei der Beantwortung zahlreicher Anfragen, bei der Recherche für Vorträge und Aufsätze, bei Gutachten oder bei der Erarbeitung von Anträgen. Meine Stellen sind für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter eher ungewöhnlich, wobei mir gerade die große Abwechslung gefällt.

Wie sehr hat Sie das Studium auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet? Würden Sie wieder Geschichte studieren?

Ich bereue es nicht, Geschichte studiert zu haben. Die Beschäftigung mit Geschichte macht mir nach wie vor viel Spaß. In meiner täglichen Arbeit profitiere ich von den Kompetenzen, die ich im Geschichtsstudium gelernt habe – angefangen bei Techniken der Quellenrecherche und -kritik, über die Fähigkeit Vorträge zu halten bis hin zur Stilsicherheit beim Schreiben von Texten.

Sie haben viele Praktika neben dem Studium gemacht. Wie wichtig war dies für Sie rückblickend?

Ich denke, das hat mir bei der Entscheidung, welchen Weg ich gehe, und auch beim Berufseinstieg sehr geholfen. Die Erfahrungen, die ich neben dem Studium sammeln konnte, haben mir nicht nur Einblicke in verschiedene Berufsfelder eröffnet, sondern ich habe darüber hinaus auch neue Kompetenzen erlangen können. Für den Berufseinstieg war dies sehr nützlich.

Wäre für Sie eigentlich auch eine wissenschaftliche Karriere an der Universität infrage gekommen?

Für mich stand lange Zeit nicht fest, wohin der Weg geht. Nach dem Abschluss habe ich mich auf verschiedenste Stellen beworben. Auch wenn ich sicherlich anderswo ebenso glücklich geworden wäre – letztlich bin ich froh darüber, dass ich nun als Wissenschaftler an zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen gelandet bin. Für mich stand schnell fest, dass ich keine klassische akademische Laufbahn einschlagen möchte, aber trotzdem wissenschaftlich tätig bleiben wollte. Meine beiden Stellen sind demnach geradezu ein Glücksfall.

Welche Tipps würden Sie den Geschichtsstudierenden geben?

Ich kann nur raten: Versucht herauszufinden, was eure Stärken (aber auch eure Schwächen) sind und was euch Spaß macht. Dazu können das Studium, aber auch Praktika, ehrenamtliche Tätigkeiten und Nebenjobs beitragen. Schaut über den Tellerrand hinaus. Gerade für Geisteswissenschaftler*innen gibt es keine klar umrissenen Berufsfelder – das macht es manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Mein Tipp: Sprecht Leute an, bringt euch ins Gespräch, haltet nach Jobs Ausschau, die euch liegen könnten, und bewerbt euch.

Vielen Dank Herr Dr. Retterath!

 

 

Interview vom 25.05.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

 

Seit 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am IfZ

Seit 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Kolleg, München

2014 - 2015 Volontariat in der Geschichtsredaktion eines Verlages

2010 - 2014 Promotion an der LMU und wissenschaftlicher Mitarbeiter am IfZ

2005 - 2008 Redakteur, Ressortleitung und Chefredakteur bei presstige

2004 - 2009 Magisterstudium Neuere/Neueste Geschichte, Politikwissenschaft, Staats- und Völkerrecht an der Universität Augsburg

© Universität Augsburg

„Die Job-Chancen sind sehr gut: Archivar*innen werden händeringend gesucht.“

 

Herr Dr. Feldmann, beschreiben Sie bitte kurz Ihre Tätigkeiten als stellvertretende Archivleitung im Stadtarchiv Augsburg. Was sind typische Aufgaben in einem Archiv?

Zu den klassischen Aufgaben von Archivar*innen gehören die Übernahme und Bewertung von Archiv- und Sammlungsgut, die Erschließung von Archivgut, die Betreuung von Benutzer*innen sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Als Abteilungsleitung und noch mehr als Stellvertretende Amtsleitung rücken konzeptionelle und strukturelle Tätigkeiten sowie Aufgaben der Verwaltung und Personalführung stärker in den Vordergrund.

In Deutschland gibt es sehr wenige Ausbildungsstellen zum*r Archivar*in. Gibt es alternative Möglichkeiten, um in Ihrem Berufsfeld tätig zu werden?

Neben der klassischen Ausbildung über die Archivschulen in München und Marburg bzw. dem Studium der Archivwissenschaft an der FH Potsdam gibt es in kleineren Archiven auch hin und wieder Stellen für Historiker*innen mit Archiverfahrung. Allerdings ist die Ausbildung sehr zu empfehlen, da für den Beruf viele unterschiedliche Fachkompetenzen erforderlich sind.

Welche formellen Voraussetzungen gibt es für die Ausbildungzum*r Archivar*in?

Die formellen Voraussetzungen unterscheiden sich nach der angestrebten Qualifikationsstufe z. B. verlangt die 3. Qualifikationsebene das Abitur, häufig aber auch den Bachelor oder Master. Die 4. Ebene setzt dann ein Geschichtswissenschaftliches Hochschulstudium voraus, wobei hier sogar oft eine Promotion erwünscht ist. Die Job-Chancen als Archivar*in sind dafür sehr gut, da sie händeringend gesucht werden.

Für wie wichtig erachten Sie Praxiseinblicke neben dem Studium? Wie sehr hat Sie Ihr Studium auf Ihre Arbeit vorbereitet?

Praktika während des Studiums sind wichtig, um die persönliche berufliche Richtung herauszufinden. Das gilt besonders für den etwas „spezielleren“ Bereich des*r Archivar*in. Obwohl historische Kenntnisse und Interesse an Geschichte in dem Berufsfeld natürlich zwingende Voraussetzung sind, hat der Berufsalltag nur teilweise etwas mit dem Studium zu tun. Die im Studium vermittelten Fähigkeiten wie eine strukturierte Herangehensweise und der Umgang mit Quellen sind natürlich wichtig. Ansonsten benötigen Archivar*innen noch viel weitreichendere archivfachliche Kenntnisse wie z. B. Bestandserhaltung, Archivrecht, Archivbau und Schriftgutverwaltung. Auch Position und Stelle sind entscheidend: Archivar*innen für Altbestände sind vermutlich noch näher am Studium als welche für die digitale Archivierung. Das Stadtarchiv Augsburg bietet übrigens den Studierenden auch Praktikumsplätze an.

Wo sehen Sie sich beruflich in 5 bis 10 Jahren?

Immer noch im Stadtarchiv Augsburg, einem der spannendsten und schönsten Kommunalarchive Deutschlands!

Vielen Dank Herr Dr. Feldmann!

 

Interview vom 01.06.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2020 Stv. Archivleitung/ Abteilungsleitung Digitale Archivierung & Digitalisierung, Stadtarchiv Augsburg

Seit 2018 Dozent an der Stadtakademie Augsburg und der Bayerischen Verwaltungsschule

2017 - 2020 Abteilungsleiter  Archivische Sammlung & Selekte

2014 - 2016 Bayerische Archivschule

2012 - 2014 freier Redakteur bei G/Geschichte, Mitarbeiter Stadtarchiv Augsburg, Lehrbeauftragter

2011 - 2014 Promotion in Neuere/ Neueste Geschichte an der Universität Augsburg

2006 - 2010 Magisterstudium Neuere/ Neueste Geschichte, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft,    Soziologie an der Universität Augsburg

 

© Universität Augsburg

„Leute, die genau hinsehen und analysieren können, sind in unserer komplexen Welt gefragt.“

 

Herr Riedl, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag und welche Aufgaben Sie haben?

Aktuell betreue ich zwei Projekte bei unseren Kunden, wobei ich vier Tage die Woche in meinem Rollout Management Projekt bei einem Kunden öffentlichen Rechts verbringe und den fünften Tag für mein zweites Projekt in der Automobilindustrie aufwende.
An drei Tagen die Woche klingelt der Wecker kurz nach fünf und ich pendle mit dem Zug ins Office meines Kunden. Die anderen beiden Tage bringe ich morgens meinen Sohn in die Schule.
Parallel zur Projektarbeit habe ich dieses Jahr eine Customer Experience Gilde bei Q_PERIOR mitgegründet, welche die Sicht des Kunden auf Produkte und Services eines Unternehmens in den Fokus rückt.

Was empfanden Sie als die größte Herausforderung in Ihrem ersten Job?

In meinem ersten Job wurde mir sofort ein Projekt übertragen, das ich eigenverantwortlich umsetzen musste und durfte. Die ersten beiden Wochen waren hart, wenn man nicht genau einschätzen kann, wo man selbst steht. In meiner aktuellen Tätigkeit als Unternehmensberater hat man diese Situation – neue Aufgaben in neuem Umfeld mit unbekannten Personen auf Kundenseite – bei jedem Projektwechsel. Hier hilft mir meine Erfahrung von damals. Der Trick ist, mit den Leuten zu reden und zu Beginn viele Fragen zu stellen.

Mit welchen Vorstellungen haben Sie damals Ihr Studium aufgenommen?

Meine Leidenschaft für Kunstgeschichte hat mich zu meinem Studium gebracht. Parallel haben weitere Interessen wie Design und Programmierung mein Studentenleben bestimmt. So kam auch die Gründung meiner Werbeagentur 2008 zustande, was meinen weiteren beruflichen Weg vorzeichnete.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf den Beruf vorbereitet?

Ein Studium der Geistes- und Sozialwissenschaften erhebt nicht den Anspruch, für einen Beruf auszubilden. Dessen war ich mir von Beginn an bewusst. Aber es bietet eine Unmenge von Chancen, neben den Fachthemen sich in Soft- und Projektmanagement-Skills zu üben und dabei interessante Netzwerke aufzubauen.

Wieso sind Geisteswissenschaftler/innen für eine Tätigkeit als Unternehmensberater geeignet?

Wir leben in einer Welt voll komplexer und sich schnell verändernder Themenfelder. Leute, die hier genau hinschauen und analysieren können, die auch historische Entwicklungen im Blick behalten und mit der Gegenwart verknüpfen können, sind hier gefragt. Zudem bringen Geisteswissenschaftler ausgeprägte Expertise im Präsentieren und Vortragen mit. Das ist bei unseren Konzernkunden wichtig, denn wer die Dinge auf den Punkt bringt und überzeugen kann, dem werden Aufgaben und Verantwortung übertragen.

Welche Kompetenzen erachten Sie als essenziell in Ihrem Beruf?

Die wichtigste Fähigkeit ist Empathie. Man kommuniziert mit vielen Menschen und steht in unterschiedlichsten Beziehungen – geschäftlich oder kollegial – mit diesen. Dabei zu erkennen, was deren Bedürfnisse und Wünsche sind, ist essenziell für einen Berater.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 01.12.2019

 

 

Wichtige Karriereschritte

 

seit 2018 Management– und IT-Beratung bei Q_PERIOR

seit 2008 Geschäftsführer und Gründer Werbeagentur XERADOS

2011 - 2017 Teamleiter und Web-Entwickler bei creationell

bis 2012 Studium Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Kunstpädagogik

 

© Regine Laas

„Enkeltauglich zu leben und zu wirtschaften - den Wandel zu gestalten, ist mein Antrieb.“

 

Frau Pehl, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag und welche Aufgaben Sie haben?

Meine Arbeitswoche ist abwechslungsreich. Themen sind vorzubereiten, ich entwickle Konzepte und stimme Inhalte ab. Die Hälfte meiner Zeit bin ich vor Ort in den Organisationen und halte Vorträge, Seminare und Workshops für Führungskräfte, Teams und Mitarbeiter.

Zu welchen Themen bieten Sie Beratungen und  Coachings an?

Ich begleite Unternehmen und Organisationen im Prozess der Nachhaltigkeit: Von der Leitbildentwicklung hin zur Strategie, über den konkreten Aufbau bis zur Kommunikation. CSR bedeutet unternehmerische Verantwortung. Dahinter stehen zwei Kernfragen: Wie können Unternehmen wert-schöpfen und wie können sie gesellschaftliche Herausforderungen meistern? Unternehmen haben eine enorme gestalterische Kraft und kreatives Potenzial. Sie sind ein wichtiger Motor für soziale Innovation.
CSR beruht auf drei Säulen: 1. Ökonomische Nachhaltigkeit – das Grundverständnis beinhaltet ethisches Geschäftsgebaren und Transparenz. 2. Ökologische Nachhaltigkeit – bei allen Prozessen werden Umweltauswirkungen berücksichtigt. 3. Soziale Nachhaltigkeit – werteorientierte Unternehmensführung führt zu guten Mitarbeitern, soziales Engagement stärkt die Region und somit das eigene Unternehmen.

Wieso haben Sie sich für die Selbstständigkeit entschieden?

Als eine der ersten CSR-Verantwortlichen in Deutschland, Anfang der 2000er Jahre, beim damaligen Pionierunternehmen betapharm Arzneimittel GmbH, durfte ich viele Erfahrungen sammeln. Ich habe gespürt, dass diese Themen uns in Zukunft stark beschäftigen werden. Wir befinden uns in Zeiten des Wandels, ja der Transformation hin zur Nachhaltigkeit und zum enkeltauglichen Leben und Wirtschaften. Es entstand in mir der Wunsch, diesen Prozess mitzugestalten und mein Wissen und die Erfahrung weiterzugeben.

Welche Eigenschaften braucht man als selbstständiger Coach?

Essenziell sind Mut und eine eigene Mission als Basis für ständige Weiterentwicklung. Zudem bedarf es einer großen Vielseitigkeit für die unterschiedlichen Aufgaben. Disziplin, um in Entwicklungsprozessen dranzubleiben, ist ebenfalls notwendig. Beratung und Coaching sind Dienst-Leistungen.

Welche Kompetenzen und Interessen sollt man als Berater undCoach generell mitbringen?

Freude an der Begegnung, Dialogfähigkeit und Empathie sind wesentliche Aspekte. Eine gewisse menschliche Reife und ein bereits gesammelter Erfahrungsschatz sind zudem hilfreich. Als Berater und Coach ist man ein Brückenbauer zwischen Sachthemen, persönlichen Anliegen und Fragen auf Organisationsebene. Fachkompetenzen wie der Blick für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, Kommunikationsfähigkeit sowie analytisches und konzeptionelles Denken sind ebenfalls erforderlich.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Interview vom 01.12.2019

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2010 Selbstständigkeit als Business Coach, Beraterin und Dozentin für Nachhaltigkeit und CSR

2010 - 2012 Leitung des elterlichen Maschinenbaubetriebs, Martin Pehl GmbH

2002 - 2010 Leitung CSR bei betapharm Arzneimittel GmbH

1997 - 2001 Studium der Geschichte und Politikwissenschaft, Universität Augsburg

1995 - 1996 Trainee, Kempinski Hotel Vier Jahreszeiten in München

1993 - 1994 Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin

 

Sprachwissenschaften

Lisa Schädler

"Ich wünsche mir, dass der Arbeitsmarkt erkennt welchen Wert eine geisteswissenschaftliche Ausbildung hat."

 

Frau Schädler, Sie sind als Chefredakteurin bei der Forum Verlag Herkert GmbH tätig. Würden Sie bitte beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht und welche Aufgaben dazu gehören?

Als Redakteurin bin ich für die inhaltliche Gestaltung der Verlagsprodukte verantwortlich. Dazu gehört insbesondere:

  • die Recherche von aktuellen Themen und Fragestellungen, die die Branche bewegt
  • die Recherche nach neuen Experten und potentiellen Autorinnen und Autoren, die dann Fachbeiträge für die Produkte verfassen
  • das Lektorieren/Korrigieren und Verfassen von eigenen Texten (Editorial, Interviews, Meldungen, Online Beiträge), die grafische Gestaltung, also Auswahl von Bildern, Gliederung von Inhalten und kohärente und sinnhafte Abbildung der Inhalte.
  • Davon abgesehen unterstütze ich aktiv das Marketing für die Produkte, leiere beispielsweise Kooperationen mit Messen und externen Partnern an und gestalte die Homepage des Magazins SEO-technisch mit.

Wie sind zu Ihrer Tätigkeit gekommen und welchen Berufsweg haben Sie ursprünglich geplant?

Ursprünglich war der Plan, direkt nach dem Master zu promovieren und längerfristig an der Uni zu arbeiten, das hat aber leider aufgrund der damaligen Stellensituation nicht geklappt. Stattdessen habe ich überlegt, worin meine Stärken liegen und worin ich während dem Studium schon Freude gehabt habe. Da ich immer schon gerne mit Texten gearbeitet habe (man glaubt es kaum, aber es hat mir immer Spaß gemacht, Seminararbeiten zu schreiben) und auch sonst ein sehr kommunikativer Mensch bin, passte die Tätigkeit als Redakteurin ganz gut zu mir.

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie zur Arbeit gehen? Was motiviert Sie?

Ich habe ein ganz tolles Team an Kolleginnen und Kollegen um mich, mit denen die tägliche Arbeit Spaß macht. Man hilft sich hier gegenseitig und jede/r kann sich auf die/den andere/n verlassen. Das ist sehr wertvoll. Außerdem habe ich viel Freude daran mit Autorinnen und Autoren zu sprechen und es bestätigt mich jedes Mal, wenn die Zusammenarbeit gut funktioniert und man am Ende ein schönes Produkt in der Hand hält mit dem alle zufrieden sind. Darüber hinaus macht es mir viel Spaß mit Texten zu arbeiten und zu Lektorieren (daher habe ich mich später dann auch für eine freiberufliche Nebentätigkeit als Lektorin bei Klett entschieden).

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in ihrem Beruf gefragt sind?

Selbstmanagement, gutes Sprachgefühl, Empathie für die Zielgruppe

Welche Schwerpunkte hatten Sie im Studium gesetzt? Warum haben Sie sich für einen Master entschieden? Wie hat Sie das Studium auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet und welche Fähigkeiten haben Sie sich zusätzlich aneignen müssen?

Im Studium war mein Schwerpunkt interkulturelle Kommunikation und Spracherwerb, später habe ich dann auch in dem Bereich doziert und die Basismodule des Studiengangs DaF/DaZ betreut. Für den Master habe ich mich in erster Linie aus Interesse am Thema entschieden (eigentlich war ja sogar eine Promotion vorgesehen). Außerdem wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, wohin ich mich beruflich entwickeln wollte, weshalb ich den Jobeinstieg so ehrlicherweise noch ein bisschen hinauszögern konnte.

Was ich mir zusätzlich aneignen musste, war auf jeden Fall das Fachwissen. Im arbeite im Themenschwerpunkt Arbeitsschutz, Zoll und Logistik – da hat man vom Studium her natürlich gar keinen Hintergrund. Ansonsten wage ich zu behaupten, dass mein Studium und mein Job im Projektmanagement mich schon sehr gut auf die Tätigkeit vorbereitet haben.

Welche Bedeutung hatten Praktika und (ehrenamtliche) Nebentätigkeiten für Ihre persönliche Berufsorientierung und Ihre Einstellungschancen?

Ich glaube Praktika oder auch eine Werkstudententätigkeit sind sehr wichtig, weil man weg vom theoretischen Lernen an der Uni einen Einblick in das reale Arbeitsleben erhält und vielleicht schon erste Eindrücke erhält, was man später mal (auf keinen Fall) machen will. Außerdem öffnet einem ein Praktikum viele Türen und man hat potentiell die Chance, bei diesen Unternehmen später auch als Angestellte arbeiten zu können.

Welchen Tipp können Sie Studierenden zur Berufsorientierung geben? Wie sind Sie dabei vorgegangen/was hat Ihnen geholfen?

Nutzt die Möglichkeiten, die die Uni im Bereich Berufsorientierung bietet. Das heißt: Geht zu Jobtalks, fahrt zu Unternehmensbesichtigungen mit, nutzt Angebote für Praktika etc. Das ist eine gute Chance, Menschen aus der Praxis kennenzulernen und Kontakte abzuspeichern, die möglicherweise später sogar einen Job vermitteln können.

Überlegt außerdem konkret, was euch im Studium aktuell am meisten Spaß macht: Organisiert ihr gerne? Arbeitet ihr gerne sozial oder eher alleine? Schreibt ihr gerne oder arbeitet ihr lieber mündlich? Macht es euch Spaß vor einer Gruppe zu sprechen, oder ist das eher nicht euer Ding?

Solche Fragen können dabei helfen sich selbst und seine Interessen erstmal kennenzulernen. Und seid dabei ehrlich zu euch selbst: Nur weil ihr zum Beispiel Kulturgeschichte studiert, heißt das noch lange nicht, dass die einzige Option zu arbeiten in einer Kulturinstitution ist. Und ein pädagogisches Studium bedeutet nicht, dass man zwangsläufig nur in diesem Bereich etwas findet. Es geht viel mehr darum, wo eure persönlichen Stärken und Interessen liegen als um das eigentliche Studienfach.

Was ich außerdem auch gut finde, ist, bei gängigen Jobportalen Suchaufträge anzulegen und dann einfach mal die angebotenen Stellanzeigen zu prüfen. Schaut euch durch, was die Aufgaben wären und ob ihr euch damit identifizieren könnt und ob es sich vom Gefühl gut für euch anhört. Das gibt meistens auch schon einen ganz guten Eindruck davon, was der Markt bietet.

Worin sehen Sie besondere Herausforderungen und Chancen in der Arbeitswelt der Zukunft aus Sicht eines:einer Sprachwissenschaftlers:in?

Eine Herausforderung und gleichzeitig Chance ist meiner Meinung nach das recht offene Kompetenzprofil, das die meisten Studis haben. Damit meine ich, dass es nicht vorab definiert ist, was man später wird wie das beispielsweise bei einem Medizinstudium oder Lehramtsstudium ist. Dadurch fühlt man sich manchmal etwas verloren, weil man selbst nicht genau definieren kann, was denn das konkrete Kompetenzprofil ist. Den Satz „eigentlich kann ich gar nichts“ habe ich schon oft in dem Zusammenhang gehört – was natürlich völliger Blödsinn ist. Viel eher haben Studierende der Geisteswissenschaften die Möglichkeit, sich weitflächiger zu bewerben und sind nicht auf einen Bereich beschränkt. Ich denke, was allen Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in der Arbeitswelt der Zukunft zum Vorteil wird, ist, dass sie die Fähigkeit besitzen, sich neue Inhalte schnell und eigeninitiativ anzueignen und offen für unterschiedliche Themen sind. Bei mir war es im Studium zum Beispiel oft so, dass ich zunächst von einem Thema keine Ahnung hatte und dann durch Recherche und Ausdauer trotzdem zum Erfolg gekommen bin. Damit tun sich meines Erachtens Menschen aus MINT-Fächern oder von der FH oft schwerer, weil sie nicht so flexibel sind.

Was wünschen Sie sich für Ihre Branche?

Ich wünsche mir, dass der Arbeitsmarkt erkennt welchen Wert eine geisteswissenschaftliche Ausbildung hat und Firmen offen für die unterschiedlichsten Profile sind. Die Zeiten in denen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jahrzehntelang denselben Job ausgeübt haben und alles klar voneinander abgegrenzt war sind vorbei, gerade auch, weil wir durch die Digitalisierung mittlerweile in einer sehr dynamischen Arbeitswelt leben. Der Wille zu lernen und sich in neue Inhalte einzuarbeiten ist mittlerweile wichtiger denn je. Insbesondere vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels wäre etwas mehr Wertschätzung für unsere Arbeit und unsere Kompetenzen manchmal schön.

 

Vielen Dank für das Interview, Frau Schädler!

Interview vom 13.05.2022

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

LinkedIn

seit 2020 (Junior-)Redakteurin bei der Forum Verlag Herkert GmbH

seit 2021 Freiberufliche Mitarbeiterin beim Ernst Klett Verlag

2018 bis 2020 Projektmanagerin bei KERN AG Sprachendienste

2016 bis 2018 Lehrbeauftragte und Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl DaZ/DaF

seit 2016 Honorarlehrkraft am Humboldt Institut Verein für Deutsch als Fremdsprache e.V.

2014 3 Monate Auslandsstudium und Praktikum in Limerick, Irland

Master ANIS (Anglistik, DaF/DaZ) (Uni Augsburg)

Bachelor ANIS (Uni Augsburg)

 

 

 

Annika Litzel

„Der erste Job wird nicht der Letzte sein! Probiert euch aus!“

 

Frau Litzel, beschreiben Sie kurz Ihren Arbeitsalltag und Ihre typischen Aufgaben bei TUXEDO Computers als Marketing/ PR Managerin.

Als Marketing- und PR-Managerin bin ich Ansprechpartnerin für Journalist:innen, für Kooperationspartner:innen und in meinem Fall auch für Tester:innen von Laptops. Ich bin für die Erstellung und Veröffentlichung von Pressemitteilungen zuständig und für die Präsentation des Unternehmens auf diversen Social Media Kanälen. Ebenso bin ich Teil des Teams auf Messen. Grundsätzlich geht es um die Vermarktung des Unternehmens.

Welche ersten Praxiserfahrungen sammelten Sie während Ihres Studiums? Woher wussten Sie, dass das der Bereich PR/Markting für Sie der richtige ist?

Während des Studiums habe ich keine Pratika in dem aktuellen Bereich absolviert, weil ich die schlussendliche Entscheidung für das Gebiet Marketing/PR erst ein paar Jahre nach meinem Studienabschluss getroffen habe. Wenn man mit Freude dabei ist und sich morgens auf den Tag in der Arbeit freut, ist man eindeutig im richtigen Bereich angekommen.

Sie haben schon viele berufliche Stationen durchlaufen. Welche Tipps haben Sie für Studierende, die ihren Weg suchen? Woran könnten Sie sich orientieren? 

Der erste Job wird nicht der letzte sein! Probiert euch aus und wenn es nicht der richtige Job ist – sucht euch einen anderen! Eine Arbeit, die einen unglücklich macht, ist es nicht wert, ausgeführt zu werden.
Bei Bewerbungen spielen die aktuellen wirtschaftlichen Situationen eine große Rolle – hier hat man als Suchender keine wirkliche Kontrolle – versucht, euch Rückschläge nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen.

Warum entschieden Sie sich gegen eine Promotion?

Tatsächlich lag es an der mangelnden Betreuung während meiner ersten und, daraus resultierend der zweiten Magisterarbeit, die meine vorherigen Pläne zunichte machte. Rückblickend, war es eine weise Entscheidung, dem universitären Umfeld den Rücken zu kehren. Ich bin heute sehr glücklich mit der Entwicklung. 

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Arbeit und welche Herausforderungen gibt es?

Ich mag besonders die Abwechslung, die mein Aufgabengebiet bereithält. Man darf kreativ sein, organisieren, schreiben, mit Menschen in einem angenehmen Maße arbeiten.

Die drei wichtigsten Kompetenzen im Bereich Marketing/PR sind…

Organisationstalent, Kreatives Denken und Schreiben und eine offene und kommunikative Art.

Vielen Dank, Frau Litzel!

 

 

Interview vom 27.02.2022

 

 

Wichtige Karriereschritte

LinkedIn

Xing

Seit 2018 Marketing/ PR-Manager bei TUXEDO Computers GmbH

2015 – 2018 Marketing Assistenz bei CANVAS GmbH

2014 8 Monate Texter und Kundenmanager bei kaltner media group

2013 Praktikum, dann Teamassistenz bei We Care GmbH & Co KG

2007—2012 Studium Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Neuere und neueste Geschichte, DaF an der Universität Augsburg

 

 

Dr. Saskia Grandel

"Es gibt so viele Möglichkeiten und du hast es auch in der Hand – mit der Wahl deiner Praktika, Hobbies und Interessen."

 

Frau Grandel, beschreiben Sie uns Ihren Arbeitsalltag und Ihre Tätigkeiten als Abteilungsleiterin beim Bezirk Schwaben. Was sind Ihre typischen Aufgaben?

Ich bin für die Leitung der Kommunikation des Bezirks Schwaben in allen Kanälen und Formaten zuständig. Mein Team erstellt täglich z.B. Pressemitteilungen, Videos, Social-Media-Posts, neue Webseiten, Flyer, Plakate und arbeitet auch Veranstaltungsformate aus, z.B. für Messen, Preisverleihungen oder Mitarbeiterfeste. Wir machen gemeinsam strategische Konzeptarbeit, die sich nach unserer Kommunikationsvision ausrichtet, und überlegen uns, wie wir die Bürgerinnen und Bürger Schwabens am besten erreichen können. Hierzu sind viele Meetings und Gespräche mit Partner/-innen aus den Bereichen Soziales, Kultur, Umwelt usw. nötig – meine Stelle besteht zu 100 Prozent aus Schnittstellenarbeit. Am Ende landen auch alle erarbeiteten Materialen zur Freigabe auf meinem Tisch. Da das Team super kreativ und engagiert ist, habe ich hier seltenst was zu meckern. Neben der inhaltsbezogenen Arbeit gehören ganz normale Führungsaufgaben zu meinem Alltag wie z.B. Budget- und Personalplanung oder Mitarbeitergespräche.

Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Funktion beim Bezirk Schwaben gekommen?

Sicherlich war meine Stelle als Pressesprecherin bei den Kunstsammlungen der Stadt Augsburg, in der ich zuvor gearbeitet habe, ein sehr gutes Sprungbrett. Diese war inhaltlich super, aber leider befristet. Da habe ich mich umgesehen und einige Bewerbungsgespräche gehabt. Ich hatte Glück, da man sich aus einem Bewerbungsgespräch einer anderen Behörde an mich erinnert und mich weiterempfohlen hat. Durch diese Empfehlung wurde ich dann zum Bewerbungsgespräch beim Bezirk eingeladen. Ich kann also nur dazu anregen, solche Gespräche als super Grundlage für Netzwerkarbeit und als eine Chance, sich zu zeigen, zu verstehen. Man weiß nie, wem man auffällt und ob sich nicht nachträglich doch noch was daraus ergibt.

Sie haben als wissenschaftliche Hilfskraft/ Mitarbeiterin gearbeitet und zusätzlich promoviert. Wäre für Sie auch eine wissenschaftliche Karriere an der Universität infrage gekommen bzw. warum haben Sie sich dagegen entschieden?

Ganz ehrlich: Mir fehlt die wissenschaftliche Arbeit manchmal. Es ist wundervoll, sich so intensiv und auf so einem exzellenten Level mit Themen beschäftigen zu können! Trotzdem wollte ich nicht habilitieren, obwohl es mir angeboten wurde – ich mag meine Heimat, habe hier mein Pferd, meine Freunde, meine Familie und ich konnte mir nicht vorstellen, das aufzugeben und ständig zu reisen. Zudem finde ich die Bedingungen, wie sie für Nachwuchswissenschaftler/-innen herrschen auf Dauer nicht zumutbar, ich wollte mehr Stabilität, Sicherheit und Objektivität.

Für wie wichtig schätzen Sie eine Promotion nach dem Germanistikstudium ein?

Das kommt ganz darauf an, was man möchte. Für eine wissenschaftliche Karriere ist sie wichtig, sonst nicht. Natürlich merke ich, dass mein berufliches Umfeld gut darauf reagiert und ich auch Vorteile habe. Auch habe ich gelernt, lange an etwas dranzubleiben und mich durchzubeißen. Man sollte das aber auch intrinsisch wollen und nicht nur für andere – z.B. stolze Eltern – machen, denn es ist auch richtig viel Arbeit und dafür braucht man die richtige Motivation.

Inwieweit haben Praktika Ihr Fachwissen aus dem Studium ergänzt und auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet?

Durch ein Praktikum bei den Kunstsammlungen bin ich überhaupt an meine erste Stelle gekommen! Auch meine freie Mitarbeit im journalistischen Bereich war sehr wichtig für mich. Als „Geisti“ konkurriert man später auch schon mal mit BWLern oder Jurist/-innen um die gleichen Stellen. Da ist es echt wichtig, sich ein Profil zu erarbeiten, z.B. durch Praktika oder auch Weiterbildungskurse. Ich habe z.B. einen BWL-Kurs und eine Weiterbildung zur Marketing Managerin gemacht, was durchweg positiv angekommen ist.

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Arbeit und welche Herausforderungen gibt es?

Ich schätze das Vertrauen und die Freiheit, die mir von meiner Führungskraft gegeben wird: ich kann mich konzeptionell sehr stark verwirklichen und habe dazu keinen direkten Umsatzdruck wie in der freien Wirtschaft. Natürlich gehe ich deswegen kein Stück weniger verantwortungsvoll mit den finanziellen Mitteln um, die uns die Gesellschaft anvertraut. Die Themen, um die sich der Bezirk kümmert, haben alle direkten Einfluss auf die Lebenswirklichkeit der Menschen in Schwaben: soziale Hilfen, kulturelle Angebote, Umweltförderungen. Ich muss mir also nie die Frage nach dem Sinn meiner Arbeit stellen und habe sprichwörtlich die Ehre, diese schönen und wichtigen Themen zu den Menschen in Schwaben zu bringen. Herausfordernd ist es für mich mit der Vielzahl an Projekten – der Bezirk ist ein richtiger Macher und auf einem modernen Kurs – umzugehen. Außerdem bedeutet Schnittstellenarbeit nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen, das kann mitunter nervenaufreibend werden.

Welche Vor- und Nachteile hat die Arbeit im Öffentlichen Dienst für Sie?

Der große Vorteil ist die Sicherheit. Mein Job ist safe, unbefristet und ich muss mir auch während Corona keine Sorgen darum machen. Zudem habe ich Gleitzeit, Homeofficemöglichkeiten auch als Führungskraft und einen sehr gut ausgestatteten Arbeitsplatz. Durch feste Entgeltgruppen im TVÖD ist das Gehalt nicht so sehr abhängig von subjektiven Faktoren, es herrscht mehr Gleichbehandlung. Das finde ich fair. In vielen Bereichen können die Gehälter natürlich nicht mit der freien Wirtschaft mithalten. Da muss man sich dann einfach die Frage stellen, was einem langfristig wichtiger ist.

Welchen Tipp können Sie Studierenden mit auf den Weg geben, die Germanistik/ Geisteswissenschaften studieren und noch nicht wissen, in welche Richtung es gehen soll?

Probier‘ dich aus und setze dir selbst keine zu starren gedanklichen Grenzen, was mal aus dir „werden kann“. Es gibt so viele Möglichkeiten und du hast es auch in der Hand – mit der Wahl deiner Praktika, Hobbies und Interessen. Hör auch auf dein Herz und mache etwas, das dich befriedigt. Lass‘ dich nicht durch die Frage, ob du später Taxifahrer/-in werden möchtest, ärgern. Die Welt braucht Menschen, die klar denken können und Themen von unterschiedlichen Seiten betrachten – das können Geisteswissenschaftler/-innen meistens sehr gut.

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die ein/e Abteilungsleiter:in braucht bzw. die in der Presse-/ Öffentlichkeitsarbeit benötigt werden?

Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Humor.

Ihre Meinung zur Corona-Situation: Chance oder Risiko für den Berufseinstieg? 

Ich glaube, dass Krisen zum Leben dazugehören, ein Teil des Lebens sind. Beziehungen gehen auseinander, man ist mal eine Zeit lang arbeitslos, Menschen erkranken. Neben allem zutiefst berechtigten Schmerz und neben aller Sorge stellt sich immer wieder die Frage: Und wie mache ich jetzt weiter? Was kann ich der Situation abgewinnen, was lehrt sie mich? Welche Chance birgt die Situation? Ich kann nur jedem empfehlen die Geschichte „Der alte Mann und das Pferd“ zu lesen, die man leicht bei Google findet. Sie lehrt mich immer wieder, Vertrauen zu finden, und zeigt mir, dass ich im Moment nur einen ganz kleinen Teil meines Lebens wahrnehmen kann und noch ganz viel „drin ist“.

Eine positive Konsequenz in meinem Arbeitsbereich ist sicher, dass sich das Thema Homeoffice als eine feste Komponente eines Arbeitstages etabliert hat. Da viele Veranstaltungen, die wir normalerweise ausrichten, ausfallen oder nicht in Präsenz stattfindet können, sind wir mittlerweile Meister/-innen im „Das-Beste-draus-Machen“ geworden und haben uns in den Bereichen Video-Content und Streaming von z.B. Pressekonferenzen super entwickelt. Trotzdem freue ich mich wieder sehr auf Präsenzmeetings: Kreativität lebt einfach vom lebendigen Miteinander.

 

 

Interview vom 09.06.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

Seit 09/2019 Abteilungsleiterin Bezirk Schwaben Leitung der Abteilung für Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsorganisation

01 – 07/ 2019 Pressesprecherin Kunstsammlung und Museen Augsburg

2013 – 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft

2014 – 2017 Promotion in der Deutschen Sprachwissenschaft

2013 -  2016 Redakteurin Neue Szene Augsburg

2012 – 2013 wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft

2011 – 2013 Studium Germanistik MA

2009 – 2012 studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Bayerische und Schwäbische Landegeschichte und Tutorin am Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft

2008 – 2011 Studium Germanistik, Geschichte, Politik, Sozialwissenschaften BA

2006 – 2009 Redakteurin Neue Szene Augsburg; Moderatorin Radio Fantasy

2006 – 2008 Ausbildung zur Radio-/TV-Sprecherin/Moderatorin

© Janina Reiter

„Lassen Sie sich vom Leben inspirieren und schauen Sie, wohin Sie Ihr Weg führt.“ 


Frau Reiter, Sie arbeiten als Arbeitsvermittlerin mit Beratungsaufgaben SGB III bei der Bundesagentur für Arbeit. Würden Sie kurz beschreiben, wie Ihr Tätigkeitsgebiet bzw. Arbeitsalltag aussieht?

Mein typischer Arbeitstag beginnt mit Sachbearbeitung – ich prüfe z.B. Anträge auf Fahrtkostenerstattung, weise Maßnahmen zu, und bearbeite eingegangene Dokumente von Kunden. Ab 8 Uhr reiht sich ein Kundengespräch ans andere – aufgrund der aktuellen Situation telefonisch. Zwischendurch finden regelmäßig fachliche Besprechungen im eigenen Team oder auch mit dem Arbeitgeberservice statt. Meine Kernaufgabe besteht darin, Menschen wieder in Arbeit zu vermitteln und auf dem Weg zu unterstützen.

Wie sind Sie zur Bundesagentur für Arbeit gekommen?

Nach meiner ersten Berufserfahrung nach dem Uniabschluss wollte ich mich nochmal umorientieren und wieder in Richtung sozialer Tätigkeiten gehen, durch mein geisteswissenschaftliches Studium und insbesondere den Beginn der Corona-Pandemie war das aber gar nicht so einfach. Letztlich hat mich eine Berufsberaterin der Agentur für Arbeit auf die Idee gebracht, mich dort zu bewerben, und mich dadurch gleich auf mögliche Karrierewege aufmerksam gemacht.

Ein wichtiger Teil Ihrer Arbeit ist Beratungsgespräche zu führen. Wie haben Sie sich diese Kompetenz angeeignet?

Bevor ich meine aktuelle Stelle als Arbeitsvermittlerin angetreten habe, habe ich mehrere Monate im Einzelhandel und dann im Kundenportal der Agentur für Arbeit gearbeitet, also im telefonischen Kundenservice. Mir hat geholfen, mir immer wieder meine Rolle bewusst zu machen, und natürlich unterstützen auch die internen Strukturen und Leitfäden dabei, alle relevanten Informationen zu erfassen.

Welchen Anspruch haben Sie an sich persönlich bei Ihrer Arbeit? Was wollen Sie bewegen und woher nehmen Sie Ihre Motivation?

Ich möchte Menschen weiterhelfen, sofern diese das auch selbst wollen. Das System verändern können wir als einzelne Vermittler und Berater sicherlich nicht, aber jedes einzelne Kundengespräch bedeutet das Potenzial, das Leben eines fremden Menschen ein Stück weit zum Positiven zu verändern, sei es durch eine Umschulung, einen Denkanstoß, oder auch nur eine wertschätzende Erfahrung.

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

· Kommunikationsfähigkeit,

· Unvoreingenommenheit / Neutralität,

· Effizienz

Welchen Tipp würden Sie Studierenden mitgeben, die kurz vor dem Berufseinstieg stehen?

Probieren Sie sich aus, bleiben Sie offen für Neues, und haben Sie keine Angst! Nehmen Sie auch mal einen Job an, der nicht unbedingt Ihrer akademischen Qualifikation entspricht. Sprechen Sie mit Menschen, die das erreicht haben, was Sie erreichen wollen, aber auch mit Menschen weit außerhalb Ihrer „Bubble“. Lassen Sie sich vom Leben inspirieren und schauen Sie, wohin Sie Ihr Weg führt.

 

Vielen Dank Frau Reiter!

 

 

Interview vom 07.06.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

LinkedIn

Seit 2021 Arbeitsvermittlerin mit Beratungsaufgaben SGB III —Bundesagentur für Arbeit

2020 bis 2021 Fachassistentin  Kundenportal SGB III—Bundesagentur für Arbeit

2019 bis 2020 Content Marketing Managerin bei lingoking GmbH München

2018 bis 2019 Projektleiterin - Language Clinic Universität Augsburg

2016 bis 2019 M.A. Nordamerikastudien an der Universität Augsburg

2012 bis 2017 B.A. Anglistik & Philosophie an der Universität Augsburg

© Universität Augsburg

„Praxiserfahrung ist enorm wichtig! Dadurch kann man erste Einblicke erhalten und Kontakte knüpfen.“

 

Frau Klimpke, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag?

Mein Job ist sehr vielseitig. Den Großteil der Zeit verbringe ich mit der Betreuung von nationalen und internationalen Kunden im Bereich PPC (Pay per Click). Darunter fällt in meinem Fall v.a. die Planung, Aussteuerung und Optimierung der Kampagnen bei Google Ads sowie Bing Ads. Zudem bin ich zuständig für die Einstellung und Betreuung der Werkstudenten in meiner Abteilung.

Was sind die Herausforderungen und Chancen in Ihrem Job?

Ich denke eine Herausforderung ist, dass es keine konkrete Ausbildung gibt, die einen auf diesen Beruf vorbereitet. Das kann gleichzeitig eine Chance sein: Dieser Job ist Learning by Doing, man kann mit einem entsprechenden Engagement viel erreichen und sich vielseitig weiterbilden. Das ist nicht beschränkt auf Plattformen wie Google und Bing, sondern auch auf andere Marketing-Partner wie Amazon oder Facebook.

Inwieweit hat Sie der Studiengang ANIS auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet? Welche weiteren Qualifikationen ermöglichten Ihnen den erfolgreichen Berufseinstieg?

Unterschiedliche Sprachen zu beherrschen ist meines Erachtens immer ein Vorteil in der Berufswelt. Zudem hat man gelernt, sich selbst zu organisieren. Die sprachwissenschaftlichen und praxisorientierten Elemente bilden einen guten Grundstein, erfolgreich mit der Sprache umzugehen und diese in Werbebotschaften einzusetzen. Der Kurs „BWL für Geisteswissenschaftler“ kann eine gute Ergänzung zum Studium sein, sollte man sich für einen Beruf im Online-Marketing interessieren. Mir persönlich hat meine strukturierte und ergebnisorientierte Arbeitsweise den Berufseinstieg erleichtert.

Welche Voraussetzungen waren bzw. sind für Ihre aktuelle Position erforderlich?

Für die Senior Position sind einige Jahre Berufserfahrung im entsprechenden Umfeld notwendig. Der Einstieg als Berufsanfänger erfolgt meist über eine Trainee-Stelle.

Welche beruflichen Perspektiven sehen Sie im Bereich des Online-Marketings?

Da sich die Online-Marketing-Welt und die damit verbundenen Dienstleistungen ständig erweitern und verändern, sehe ich noch viel Potential, sich in diesem Umfeld weiterzuentwickeln.

Welche anderen Abteilungen gibt es in Ihrem Unternehmen, die für ANIS-Studierende spannend sein könnten?

Je nach persönlichem Interesse könnten für ANIS-Studierende auch andere Abteilungen spannend sein, z.B. SEO, Display oder Affiliate Marketing. Ein Blick auf die Karriere-seite und die Stellenanzeigen gibt erste Einblicke, welche Aufgabengebiete auf einen in den jeweiligen Abteilungen zukommen.

Können Sie Studierenden die Angst vor dem Berufseinstieg nehmen?

Praktisch jeder Berufseinsteiger muss sich erst einmal in der Berufswelt und dem neuen Aufgabenfeld zurechtfinden. Praktika und Werkstudententätigkeiten geben einem einen guten ersten Einblick und können helfen, die Angst zu nehmen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Interview vom 01.01.2019

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2017 Senior Account Manager bei explido»iProspect

2013 - 2017 Account Manager bei explido»iProspect

2013 Trainee PPC bei explido»iProspect

2009 - 2013 ANIS-Studium an der Universität Augsburg; währenddessen Werkstudentin PPC bei explido»iProspect

© Universität Augsburg

„Bewerbt Euch auch auf Stellen, die nicht explizit Sprachwissenschaftler suchen, und sammelt praktische Erfahrungen!“

 

Frau Sailer, welche Aufgaben haben Sie  als Werkstudentin, auch in Bezug auf die Unterscheidung zwischen interner und externer Kommunikation?

Ich unterstütze vorwiegend im redaktionellen Bereich, schreibe Newslettertexte für den externen Kundennewsletter sowie intern für die Angestellten. Ich erstelle auch Content für die Intranetseiten, unterstütze bei der Abstimmung mit externen Agenturen, wenn beispielsweise ein neuer Produktflyer erstellt wird, und schreibe Posts für Social Media. Seit Kurzem haben wir in den Küchen Infoscreens für die Mitarbeiter, die ich ebenfalls mit Inhalten füttere. Ich habe also eigentlich eine gute Mischung zwischen interner und externer Kommunikation.

Was macht für Sie die Arbeit in einem global agierenden Unternehmen wie Siemens aus?

Die Teams sind grundsätzlich international zusammengesetzt, die allgemeine Arbeitssprache ist meistens Englisch. Es macht einfach Spaß, seinen Horizont durch den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitern so einfach erweitern zu können.

Welche beruflichen/akademischen Hintergründe haben Ihre KollegInnen?

Meine direkten Kollegen im Kommunikationsbereich kommen aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich. Die Marketing-Kollegen haben meist einen medizinischen Hintergrund, da der Bezug zu medizintechnischen Geräten so von vornherein gegeben ist. Das ist wichtig, da sie den Kunden, die ja auch viel Fachwissen haben, die Produkte erklären müssen und sich in ihre Lage versetzen müssen. 

Warum haben Sie sich im Anschluss an den ANIS-BA für den Master Kommunikationswissenschaft entschieden?

ANIS an sich hat mir gefallen, jedoch wurde mir bald klar, dass Sprachen alleine mich nicht weiterbringen; ich brauchte noch andere Skills, um in der Berufswelt Fuß fassen zu können. Außerdem wollte ich meinen Horizont noch etwas erweitern und noch einen neuen Fachbereich kennen lernen anstatt mein Wissen im Bereich Sprachwissenschaft zu vertiefen.

Inwieweit hat Sie das ANIS-Studium auf Ihre jetzige Tätigkeit vorbereitet? Wie haben Sie den Einstieg in den Bereich Social Media gemeistert?

Vor allen Dingen hat mir das Studium interkulturelles Verständnis nähergebracht und natürlich meine Sprachkenntnisse vertieft. Allerdings haben mir meine praktischen Erfahrungen viel mehr geholfen. Das Agenturleben hat mich während meines Praktikums einiges gelehrt und dort habe ich auch Einblicke in Social Media gewonnen, jedoch habe ich festgestellt, dass so gut wie jeder Berufseinstieg ausschließlich durch „learning by doing“ funktioniert. Jede Firma hat andere Prozesse, die erst nach und nach erlernt werden.

Was empfehlen Sie anderen ANIS-Studierenden?

Praktische Erfahrungen sind meist wichtiger als die Note im Bachelorzeugnis. Zudem kommen Zusatzqualifikationen bei den Personalern, die oft ein Gesamtpaket mit verschieden Facetten suchen, super an. Beweist auch mit fachfremden Kursen, dass ihr nicht nur auf einer Ebene punkten könnt.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 01.01.2019

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2017 Werkstudentin „Marketing-kommunikation für Computertomographie“ bei Siemens Healthineers in Forchheim

seit  2017 Masterstudium Kommuni-kationswissenschaft an der Universität Bamberg

2013 - 2016 ANIS-Studium an der Universität Augsburg; währenddessen prakt. Erfahrung in den Bereichen Pressearbeit, SEO-Texten, Social Media u.a.

Studiengänge der philosophisch-sozialwissenschaftlichen Fakultät

Medien und Kommunikationswissenschaft

© Universität Augsburg

„Wer im Journalismus Fuß fassen möchte, sollte früh anfangen, regelmäßig in diesem Bereich zu arbeiten — auch nebenher.“

 

Herr Stadler, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag und welche Aufgaben Sie haben?

In meiner Lokalredaktion beginnt die Arbeit gegen 9 Uhr. Als erstes checke ich meine Mails und die Zahlen unseres Onlineauftrittes und schreibe mir meine aktuellen Themen für die Konferenz zusammen. Die findet gegen 9.30 Uhr statt. Feste Inhalte sind die Blattkritik, die Planung der Zeitung für den nächsten Tag und ein Blick auf die Onlinezahlen. Wir haben das Gebiet nach Regionen aufgeteilt, für die jeweils ein Redakteur vorrangig zuständig ist. Nach der Konferenz redigieren wir zugesandte Texte, telefonieren, fahren auf Termine, schreiben unsere Artikel, bereiten diese für unsere Internetseite auf, produzieren unsere Zeitungsseiten und reagieren, falls etwas Unvorhergesehenes passiert.

Mit welchen Erwartungen haben Sie Ihr Studium begonnen? Welche beruflichen Ziele hatten Sie damals?

Ich wollte mir einen tieferen Einblick in die Funktionsweise der Medien in Deutschland verschaffen. Mich haben insbesondere die Rezeptions- und Wirkungsforschung sowie die Kommunikatorforschung interessiert. Ich hatte bereits zu Beginn meines Studiums das Ziel, Journalist zu werden. Ich habe deshalb auch zeitgleich die studienbegleitende Journalistenausbildung am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses begonnen.

Was empfehlen Sie Studierenden als zusätzliche Qualifikationen?

Ich würde empfehlen, ein Praktikum zu absolvieren und dann eine freie Mitarbeit anzustreben. Das hilft dabei, sicherer im Umgang mit Interviewpartnern und beim Verfassen eigener Texte zu werden. Zudem findet man so heraus, ob der Job zu einem passt. Die Mitarbeit bei einer Unizeitung ist sicher auch eine gute Idee, ersetzt aber nicht die nötigen Erfahrungen in einer Zeitungsredaktion. Die meisten Medienhäuser fordern von Bewerbern ohnehin, ein Praktikum zu absolvieren. Außerdem unterscheidet sich die Arbeit in einigen Punkten wesentlich. Gut ist es auch, neben der Zeitung andere Medienarten wie Fernsehen, Radio und eine reine Onlineredaktion auszuprobieren. So kann man herausfinden, was zu einem passt.

Welche Tipps haben Sie für Studierende, die eine journalistische Laufbahn anstreben?

Sich nicht entmutigen zu lassen. Wer versucht, im Journalismus Fuß zu fassen, wird immer wieder hören, dass in diesem Beruf wenig Geld, viel Arbeit und eine unsichere Zukunft warten. Doch wenn man für den Journalismus brennt, ist es der beste Job der Welt. Und eine Branche, die sich im Umbruch befindet, bedeutet nicht nur Unsicherheit. Das heißt auch, es gibt Möglichkeiten, einen Wandel mitzugestalten. Wahrscheinlich gab es nie eine spannendere Zeit, Journalist zu werden.

Thema Arbeitszeiten: wie flexibel sind Sie in Ihrer Zeiteinteilung und wie oft kommt Unvorhergesehenes dazwischen?

In der eigenen Zeiteinteilung bin ich sehr flexibel. Wer immer wieder abends und am Wochenende arbeitet, hat dafür auch immer mal wieder vormittags und unter der Woche frei. Wenn privat etwas Wichtiges ansteht, lässt sich das einrichten. Klar ist aber, dass es Jobs gibt, bei denen man mehr Planungssicherheit hat. Wann genau ich nach Hause komme, weiß ich selten vorher.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 02.07.2019

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2018 Redakteur bei der Donau-Zeitung in Dillingen

von 2016 bis 2017 Volontariat an der Günter-Holland-Journalistenschule für die Augsburger Allgemeine

von 2013 bis 2015 Studienbegleitende Journalistenausbildung am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) in München

von 2012 bis 2015 Studium Bachelor Medien und Kommunikation an der Universität Augsburg

 

 

Erziehungswissenschaft

Andrea Reiter

„Das wichtiges Learning nach meinem Studium: Die Arbeitswelt ist bunt. Jede:r hat einen anderen (Bildungs)weg hinter sich und bringt unfassbar wertvolle Kompetenzen mit. Das Studium ist kein Königsweg, sondern eine Option unter vielen.“

 

Frau Reiter, Sie sind als Personalreferentin für Team 23 tätig. Würden Sie bitte beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht und welche Hauptaufgaben Sie im Unternehmen übernommen haben?

Mein Arbeitsalltag ist unfassbar abwechslungsreich. Ich führe z.B. Entwicklungsgespräche, überlege mir Maßnahmen, lass mir neue Prozesse einfallen und beantworte Mitarbeiterfragen.  

Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit und am Unternehmen? Was schätzen Sie an Ihrer Stelle besonders?

TEAM23 ist in seinem Denken und Handeln immer einen Schritt voraus. Und das wollen wir im HR natürlich auch leben, was uns immer wieder vor spannende Herausforderungen und Fragestellungen stellt. 

Wie sind Sie in den Personal Bereich gekommen und welchen Berufsweg haben Sie ursprünglich geplant?

Ich wollte schon immer in dem Themenbereich „Beruf“ arbeiten. Eine ursprüngliche Idee war daher mal Berufsberatung o.Ä. Ich bin dann ganz klassisch gegangen über Praktikum, HR Trainee, Personalsachbearbeiterin, Assistenz der Personalleitung bis dann zum Personalreferenten und jetzt HR Business Partner. 

Würden Sie ein Trainee Programm als Einstieg in die Berufswelt empfehlen?

Unbedingt. Ich hatte keine Ahnung, wie ein „Büro“ funktioniert und musste erstmal lernen, wie z.B. eine Wiedervorlage funktioniert. 

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf diesen Beruf vorbereitet? Welche Fähigkeiten und Kenntnisse mussten Sie sich zusätzlich noch aneignen? 

Verständnis für komplexe Themen und der Umgang mit ihnen war die wichtigste Kompetenz aus meinem Studium. Das wichtiges Learning nach meinem Studium: Die Arbeitswelt ist bunt. Jede:r hat einen anderen (Bildungs)weg hinter sich und bringt unfassbar wertvolle Kompetenzen mit. Das Studium ist kein Königsweg, sondern eine Option unter vielen. Demut ist jederzeit angebracht. 

Welche Bedeutung haben aus Ihrer Sicht Praktika und weitere Nebentätigkeiten für die Berufsorientierung und zur Verbesserung der Einstellungschancen?

Das A und O und das E und das I. Mein Studium an der Uni hat mich nicht für einen Beruf ausgebildet. Da musste ich mich schon selber drum kümmern, was über die Arbeitswelt zu lernen. 

Wenn Sie noch einmal vor der Wahl stünden, würden Sie dasselbe Studium noch einmal wählen?

Das Studium war ein Teil meines Lebens und hätte ich was anderes studiert, hätte ich jetzt ein anderes Leben. Also ja, ich würde wieder den selben Weg gehen.  

Haben Sie einen Tipp, wie man mit seiner Bewerbung aus der Masse hervorstechen kann?

Arbeitsproben, die auf das Unternehmen zugeschnitten sind, unaufgefordert gleich mitschicken, z.B. eine Analyse der Karriereseite oder Personas zur zukünftigen Zielgruppe etc. Ja, ist ein Haufen Arbeit und vielleicht für die Katz. Aber einfach kann ja jeder. 

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

Zuhören, analysieren, reflektieren. 

Ihre Meinung zur Corona-Situation: Chance oder Risiko für den Berufseinstieg? Was kann man aus der Krise lernen? Welche Konsequenzen ergeben sich für Ihr Arbeitsfeld? 

Es spielt keine Rolle, ob die Pandemie eine Chance oder ein Risiko ist. Sie ist Fakt und man muss damit umgehen, ganz egal ob beim Berufseinstieg oder beim Rentenbeginn. Und genau das kann man auch lernen: Flexibilität, mit der sich ständig wandelnden Realität umzugehen. Mein Arbeitsfeld geht damit einher und ist ständigem Wandel unterworfen. Corona ist da ein weiterer Faktor in unserer VUCA Welt.

 

Vielen Dank Frau Reiter!

 

Interview vom 28.07.2022

 

 

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

LinkedIn

Seit Juli 2019 Chief Staff Officer for Optimistic People & Geek Culture bei Team23

2014 - 2019 Personalreferentin bei hwk Schwaben

2011 - 2013 Assistentin Geschäftsbereichsleitung Recht und Personal bei hwk Schwaben 

2010 - 2011 Human Resources Coordinator bei gettyimages

2009 - 2010 Trainee Human Resources bei gettyimages 

2008 - 2009 Praktikum Personalabteilung bei WashTec Holding

2002 - 2003 Praktikum Projektmitarbeiterin Interkultureller Stadtplan beim Statdtjugendring Augsburg 

2002 - 2007 Studium Pädagogik, Psychologie & Ethnologie an der Uni Augsburg 

 

Verena Nittmann

„Seien Sie offen für die vielen Möglichkeiten, die ein Studium der Erziehungswissenschaft mit sich bringt. Sehen Sie sich möglichst viele Bereiche an und sammeln dort praktische Erfahrungen!“

 

Frau Nittmann, Sie sind als Prokuristin & Leitung der ambulanten Angebote tätig. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Ich arbeite im Frère-Roger-Kinderzentrum, das zur Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. gehört. In meiner Tätigkeit trage ich die inhaltliche, organisatorische und wirtschaftliche Verantwortung für derzeit etwa 350 Mitarbeitende im Bereich der ambulanten Angebote. Dazu gehören ambulante Hilfen zur Erziehung, Familienstationen, Familienstützpunkte, Jugendarbeit, Kindertagesstätten und Angebote an Schulen, Schulbegleitung, schulische Betreuungsangebote oder Stütz- und Förderklassen. Für meinen Arbeitsalltag bedeutet dies, dass ich häufig in den Städten und Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg unterwegs bin, denn der direkte Austausch liegt mir sehr am Herzen.

Wie hat Ihnen die praktische Erfahrung aus den Nebenjobs weitergeholfen?

Durch meine Nebentätigkeit als freiberufliche Referentin für politische Bildung konnte ich viele wichtige Kontakte knüpfen und mir ein Netzwerk aufbauen. In Seminaren zur Demokratiepädagogik für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe an Schulen, für Lehrkräfte und Schüler*innen, aber auch für Jugendbeteiligungsgremien, Kommunalpolitiker*innen und Ehrenamtliche habe ich unterschiedliche Perspektiven und Menschen in sehr verschiedenen Tätigkeitsfeldern kennen gelernt. Darüber hinaus habe ich durch diese praktische Erfahrung eine hohe Sensibilität für die Themen und Herausforderungen im pädagogischen Handeln entwickelt. Dies ist für mich besonders bei der Personalführung wichtig, denn meine Mitarbeitenden arbeiten direkt mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien zusammen.

Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen?

Dass ich Führungsverantwortung übernehmen möchte, wurde mir schon während dem Studium klar. Durch meinen Schwerpunkt der Erwachsenenbildung, hat sich dieser Wunsch zunehmend verstärkt. Mein aktueller Arbeitgeber hat mir die Möglichkeit gegeben, mich sukzessive weiterzuentwickeln und über die Jahre hinweg mehr Verantwortung zu übernehmen. Diese Chance habe ich gerne ergriffen, insbesondere, weil ich den Familienalltag mit meinem Mann und meinen beiden Kindern gut mit meiner beruflichen Entwicklung verbinden konnte.

Wo liegt Ihre Leidenschaft und wie konnten Sie diese in Ihren Beruf einbinden?

Während des Studiums habe ich eine große Affinität für den Bereich der politischen Bildung entwickelt. Die Partizipation Jugendlicher (v.a. im ländlichen Raum) war und ist mir ein großes Anliegen. Meine freiberufliche Nebentätigkeit und mein ehrenamtliches Engagement im Bereich der Jugendarbeit haben mir große Einflussnahme und Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet.

Netzwerkarbeit: Wie wichtig war und ist diese für Sie?

Kooperation und Vernetzung ist die Basis meiner Tätigkeit. Ohne die vielen persönlichen Kontakte, den fachlichen Austausch und die gegenseitige Unterstützung hätte ich mich persönlich und beruflich nicht in diesem Ausmaß weiterentwickeln können. Der Bereich der Kinder– und Jugendhilfe ist von einer großen Vielfalt und Dynamik gekennzeichnet—wir müssen miteinander im Gespräch bleiben, um dem ständigen Wandel und den damit einhergehenden Herausforderungen gerecht werden zu können.

Welche drei Kompetenzen werden für eine Tätigkeit im Bereich der Kinder– und Jugendhilfe benötigt?

· Teamfähigkeit

· Sensibilität für pädagogische Fragestellungen

· Leidenschaft für die Förderung, Betreuung und Begleitung

 

Vielen Dank Frau Nittmann!

 

Interview vom 10.05.2022

 

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2019 Prokuristin und Leitung ambulante Angebote, Frère-Roger-Kinderzentrum KJF

2014 bis 2019 Koordinatorin/Bereichsleitung Angebot an Schulen, Frère-Roger-Kinderzentrum KJF

2008 bis 2012 Fachkraft für gemeindliche Jugendarbeit, Frère-Roger-Kinderzentrum KJF

2009 bis 2016 Freiberufliche  Nebentätigkeit als Referentin für politische Bildung

2002 bis 2008 Diplom-Studium der Pädagogik an der Universität Augsburg

 

Stefan Reichenberger

„Für mich persönlich war es sehr wichtig, positive und auch negative Erfahrungen zu sammeln. Dadurch wurde mir erst bewusst, welche Ziele ich in meiner beruflichen Karriere erreichen möchte.“

 

Herr Reichenberger, Sie sind als Bereichsleiter Angebote an Schulen tätig. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Als Bereichsleiter bin ich derzeit für rund 65 Mitarbeitende in zehn verschiedenen Maßnahmen in Stadt und Landkreis Augsburg verantwortlich. Innerhalb der Maßnahmen stimmen wir uns in regelmäßigen Teambesprechungen ab. Dazu gehört auch die Durchsicht der Berichte sowie das Erstellen und die Weiterentwicklung von Konzepten. Zusätzlich findet ein regelmäßiger Austausch mit unseren Kooperationspartnern, z. B. Schulen, das Landratsamt Augsburg oder die Sozialdienste der Stadt Augsburg, statt. Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Personalsuche, -einstellung und Einarbeitung für die einzelnen Maßnahmen. Zusätzlich bin ich als „insofern erfahrene Fachkraft (ISEF) nach §8a“ innerhalb der Einrichtung tätig. Hinzu kommt die Arbeit in bestimmten Gremien und Arbeitskreisen.

Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Tätigkeit gekommen?

Mein beruflicher Einstieg begann als Sozialpädagoge an einem Förderzentrum. Im Laufe der Jahre konnte ich hier alle notwendigen pädagogischen Methoden kennen lernen, sammelte intensive Erfahrungen in der Arbeit mit den Kindern, Eltern und deren Familien und begann mich mit externen Kooperationspartnern zu vernetzen. Da ich bereits früh Leitungsaufgaben innerhalb des Frère-Roger-Kinderzentrums übernehmen wollte, thematisierte ich dieses Ziel auch in meinen Mitarbeitergesprächen mit meinem Vorgesetzten. Zusätzlich nahm ich am Führungskräfteseminar der KJF Augsburg teil.

Was war der bislang größte, berufliche Erfolg in Ihrem Leben?

Ich denke, es sind eher die vielen kleinen Dinge im beruflichen Alltag, die ich als Erfolgsgeschichten bezeichnen würde. Angefangen von den betreuten Kindern und Jugendlichen in der Stütz- und Förderklasse, die trotz widriger Prognosen einen schulischen Abschluss machen und mit beiden Beinen fest im Leben stehen, bis hin zu Konfliktlösungen im Team oder der Installation und Umsetzung von neuen Jugendhilfemaßnahmen.

Wie hat Ihnen die Weiterbildung "Systemische Beratung" weitergeholfen? Welchen Einfluss hatte diese auf Ihren Berufsalltag?

Die Weiterbildung zum systemischen Berater hat mir sehr geholfen. Neben dem Erlernen von unterschiedlichen Methoden, geht es in erster Linie um eine Haltung. Der Stil der Systemischen Beratung ist üblicherweise indirektiv: Es wird keine Lösung vorgeschlagen. Stattdessen soll die Lösung aus einem Selbstreflexionsprozess des Einzelnen oder der jeweiligen Gruppe entstehen. Gerade in der direkten Arbeit mit den Klient:innen war es für mich als Sozialpädagoge extrem hilfreich, diese als ihre eigenen Experten zu betrachten und sie auf Ihrem Weg zu „begleiten“. Ebenso lassen sich natürlich die systemischen Methoden auf die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden oder auf Konfliktsituationen übertragen.

Wie wichtig ist die Zugehörigkeit zu einer kirchlichen Gemeinschaft, um bei der KJF Augsburg mitwirken zu können?

Die KJF Augsburg und ihre Einrichtungen und Dienste stehen als Arbeitgeber allen Menschen offen gegenüber - unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Familienstandes. Wichtig ist, dass die Mitarbeitenden die Werte wie z. B. Nächstenliebe, Wertschätzung, Toleranz und Vertrauen mittragen.

Was sind die drei wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

· Belastbarkeit

· Kommunikationsfähigkeit

· Organisationsfähigkeit

 

Vielen Dank Herr Reichenberger!

 

Interview vom 10.05.2022

 

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

Seit 2019 Koordinator/Bereichsleiter Angebote an Schulenbeim Frère-Roger-Kinderzentrum KJF

2015 bis 2017 Weiterbildung Systemischer Berater

2011 bis 2018 Sozialpädagoge in einer Stütz– und Förderklasse

2004 bis 2010 Magister-Studium der Erziehungswissenschaft an der Universität Augsburg

2001 bis 2004 Studium der Volkswirtschaftslehre

 

 

Dennis Galanti

„Meine Tätigkeit in der Jugendarbeit begann vor Ende des Studiums und hat mir einen nahtlosen Übergang in das Berufsfeld geebnet.“

 

Herr Galanti, Sie sind als Leitung im Bereich der offene Jugenarbeit tätig. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Als pädagogische Leitung im Stadtjugendring Augsburg ist mein Arbeitsalltag durch vielfältige Aufgabenfelder geprägt. Diese beinhalten die Fach- und Dienstaufsicht über den Fachbereich der offenen und mobilen Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit im Jugendring. Gleichzeitig auch die Fachaufsicht und Weiterentwicklung der Projekte der Jugendarbeit und der schulischen Betreuungen in Trägerschaft des SJR. Mein Arbeitsalltag ist dementsprechend durch fachliche Konzeptionierung, Gremien, Netzwerkarbeit, Leitungs- und Führungsaufgaben, Personalgewinnung und weitere Bereiche geprägt.

Worin unterscheidet sich das Hochschulstudium „Erziehungswissenschaft“ Ihrer Meinung nach von dem Hochschulstudium „Soziale Arbeit“?

Die Praxisorientierung in der sozialen Arbeit ist höher. Während meines Studiums der Erziehungswissenschaft fand ich die verschiedenen Aspekte, die in der Sozialen Arbeit eher unterrepräsentiert sind, als gewinnbringend. Vor allem Personalmanagement bildet für mich bis heute eine wichtige Grundlage.

Welche Praxiserfahrungen haben Sie neben dem Studium gemacht? Wie wichtig waren diese?

Ich selber war als Praktikant und auch nebenberuflich in verschiedenen Einrichtungen der Weiterbildung und der Suchthilfe tätig. Diese Erfahrungen waren für mich tatsächlich sehr wichtig, um die Arbeitsfelder und auch die verschiedenen Rechtskreise kennenzulernen.

Was macht die Zielgruppe "Jugend“ für Sie aus?

Die Zielgruppe "Jugend" ist für die Jugendarbeit in ihrer Vielfalt und Pluralität zu denken. Hier sehe ich die Aufgabe, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen, Räume zur Entfaltung zu schaffen, Hilfestellung zu leisten, ihre Interessen zu vertreten und auch bei Gefährdungen zu schützen, als zentrales Merkmal der Jugendarbeit.

Wie sieht Streetwork aus?

Streetwork ist eine besondere und sehr flexible Form der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit. Streetworker gehen im öffentlichen Raum auf junge Menschen und Gruppen zu und unterstützen diese vor Ort oder integrieren diese bei Bedarf in die Strukturen der Jugendarbeit und auch der Jugendhilfe. Streetwork muss wie jede Form der Jugendarbeit immer nah am Zeitgeist sein und mit pluralen Lebensentwürfen arbeiten. Das macht es zu einem sehr spannenden Berufsfeld der sozialen Arbeit!

Sie erleben eine sehr verantwortungsvolle Rolle durch Ihren Beruf. Wie fühlt sich das an?

Für mich ist es eine wunderbare, spannende Rolle, die Einfühlungsvermögen, strategisches Denken, Flexibilität und trotzdem Genauigkeit benötigt.

Wie haben Sie sich das rechtliche Grundlagenwissen für Ihre aktuelle Stelle angeeignet?

Tatsächlich zuallererst im Studium, in Vorlesungen und Seminaren. Hier vor allem das KJHG. Danach dann durch Selbststudium und interne sowie externe Fortbildungen während der beruflichen Laufbahn in den verschiedenen Rechtskreisen und Themenfeldern, die die soziale Arbeit und die Jugendarbeit im Speziellen betreffen.

Welche Rolle spielt Politik in Ihrer Arbeit?

Politik spielt in der Identitätsfindung junger Menschen eine wichtige Rolle. Hieraus resultiert der Bildungsauftrag der Jugendarbeit nach SGB VIII, der Beteiligung, Selbstbestimmung und soziales Engagement fördert. Damit sind die Themen der politischen Bildung und der Vertretung jugendlicher Interessen ein ständiger Begleiter im Arbeitsfeld.

 

Vielen Dank Herr Galanti!

 

Interview vom 10.05.2022

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2019 Leitung Offene Jugendarbeit im Stadtjugendring (SJR)

2014 Regionalleitung Mitte im SJR Augsburg

2008 Abschluss Diplom-Pädagogik an der Universität Augsburg

2007 Leitung des Fanprojekts Augsburg des SJR Augsburgs

2004 bis 2007 Honorar– und Teilzeitkraft in der Kompass Nachsorge in Augsburg

 

Heike Rosenbauer

„Auslandserfahrungen sind immer bereichernd. Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse sind ein großer Vorteil. Dazu kommen neue Leute, neue Länder und neue Kulturen, die Sie kennenlernen und dadurch auch Ihr Netzwerk erweitern“

 

 

Frau Rosenbauer, Sie sind als OPM für die VHS Augsburg tätig. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht und welche Hauptaufgaben Sie im Unternehmen übernommen haben?

Hauptsächlich beschäftige ich mich mit der Konzeption und Realisierung eines bedarfsgerechten und teilnehmerorientierten Veranstaltungsangebotes. Dazu gehört das Dozent*innen-Management und die Betreuung und Beratung von Teilnehmer*innen. Zudem kümmere ich mich um die Etablierung digitaler Kursangebote in der VHS.

Inwieweit können Studierende von einer dualen Ausbildung vor dem Studium profitieren?

Praktische Erfahrungen in den Bereichen Verwaltung und Pädagogik sind in der Volkshochschule sehr wertvoll. Aber auch das theoretische Basiswissen erleichtert den Einstieg in das Studium. Zudem finde ich, dass in einer Ausbildung das eigenverantwortliche Arbeiten gefordert und damit die Selbstorganisation des Studiums erleichtert wird.

Wie stehen Sie zu Auslandserfahrungen während des Studiums? Was spricht dafür und was dagegen?

Auslandserfahrungen sind immer bereichernd. Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse sind ein großer Vorteil. Dazu kommen neue Leute, neue Länder und neue Kulturen, die Sie kennenlernen und dadurch auch Ihr Netzwerk erweitern.

Wie wichtig sind Fremdsprachenkenntnisse für Ihre aktuelle Position?

In der Volkshochschule sind alle Bildungsinteressierten aus allen gesellschaftlichen Schichten, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität willkommen. Das heißt, wir sind täglich mit Menschen aus verschiedenen Ländern in Kontakt. Fremdsprachenkenntnisse sind daher unabdingbar.

Wie sind Sie zu dem EWS Studium gekommen?

Ich hatte eine Freundin, ebenfalls mit Berufserfahrung und Kindern, die mir vom Studium erzählt und mich davon überzeugt hat, dass es der richtige Schritt ist, dieses Studium zu beginnen.

Was war das Thema Ihrer Bachelorarbeit? Und empfehlen Sie Studierenden eine praxisorientierte Abschlussarbeit?

Die Möglichkeiten des Einsatzes von digitalen Medien in Lehr- und Lernprozessen der Erwachsenenbildung. Ein digitaler Transformationsprozess am Beispiel der vhs Augsburg im Projekt: Einstieg in die vhs.cloud. Die praxisorientierte Abschlussarbeit ermöglichte mir, mit den erarbeiteten Inhalten, in der vhs Augsburg einzusteigen.

Würden Sie rückblickend irgendetwas anders machen im Hinblick auf Ihren beruflichen Werdegang?

Nein.

Was empfehlen Sie Studierenden, die auch einer VHS arbeiten möchten? Wie kann der Einstieg gelingen?

Der erste Kontakt zur vhs Augsburg kann über eine Stelle als Dozent*in erfolgen, gerne können Studierende sich auch als Praktikant*in vorstellen oder sich auf offene Stellen bewerben

Wie lassen sich Job und Familie unter einen Hut bringen?

Ich habe eine Teilzeitstelle und die Gleitzeit ermöglicht es mir, sehr flexibel zu arbeiten.

Was sind momentan Ihre größten Herausforderungen, v.a. im Hinblick auf Digitalisierung und die Pandemie?

Die Kursplanung hat keine Regelmäßigkeit mehr und wir müssen uns an verschiedene Gegebenheiten anpassen, die wir früher nicht gekannt haben (keine Räume, weniger Räume, weniger Teilnehmer*innen, neue Medien, …)

Ihre Meinung zur Corona-Situation: Chance oder Risiko für den Berufseinstieg? Was kann man aus der Krise lernen? Welche Konsequenzen ergeben sich für Ihr Arbeitsfeld?

Ich denke, die Corona-Situation zeigt uns, dass flexibles Handeln und Denken immer wichtiger wird. Sei es beruflich oder privat. Es ergeben sich Chancen, aber auch Risiken. Doch wir befinden uns nie in einer Sackgasse.

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

Leistung-, Lern- und Veränderungsfähigkeit

 

 

 

Vielen Dank Frau Rosenbauer!

 

Interview vom 15.07.2021

 

 

 

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

XING

Seit Mai 2019 OPM Digitales und Gesundheit an der VHS Augsburg

Seit Okt. 2017 Pädagogische Mitarbeiterin für Projekt Digitale Bildung an der VHS Augsburg

2015 - 2018 Studentin Erziehungswissenschaft an der Universität Augsburg

2013 - 2015 Verwaltungsangestellte am Paul Klee Gymnasium in Gersthofen

2008 - 2013 Marketingassistentin bei Spirig Pharma GmbH

2007 - 2008 Elternzeit

2006 - 2007 Assistentin Marketingleitung bei Spirig Pharma GmbH

2005 - 2006 Produktmanagerin bei Kunert AG

2004 - 2005 Assistentin der Geschäftsführung bei Kunert AG

2001 - 2004 Ausbildung zur staatl. Geprüften Betriebswirtin (Marketing)

1998 - 2001 Ausbildung zur Bankkauffrau bei Leutkircher Bank eG

Tamara Klotz

"Ich wünsche mir, dass ich nie aufhöre neue Dinge zu lernen und mich für Neues zu begeistern!"

 

Frau Klotz, Sie sind als Teamleiterin Recruiting bei Sonntag & Partner in Augsburg tätig. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Mein Arbeitsalltag ist sehr vielfältig. Neben dem Führen von Vorstellungsgesprächen und dem Kontakt mit den Bewerber:innen fallen Projektarbeiten wie die Erstellung von Konzepten und strategische Überlegungen zum Recruiting bei SONNTAG, die Direktansprache von Kandidat:innen über XING und LinkedIn, das Employer Branding sowie der Kontakt zu Schulen, Hochschulen und Unis in mein Aufgabengebiet. Zudem sind auch der Austausch mit Führungskräften zu Planungen und das Management meines Teams Teil meiner Tätigkeit.

Was begeistert Sie an Ihrer Tätigkeit? Was schätzen Sie an Ihrer Stelle besonders?

Mich reizt und begeistert vor allem die Vielfalt der Themen, die Tätigkeit als Schnittstellenfunktion innerhalb der Kanzlei und die Verantwortung für immer neue Projekte und Herausforderungen.

Ich schätze dabei besonders das Vertrauen der Führungskräfte und die Offenheit bezüglich neuer Ideen, um uns als Kanzlei immer weiter zu entwickeln sowie die Zusammenarbeit im Team.

Was hilft Ihnen dabei, Herausforderungen zu begegnen?

Vor allem der Austausch im Team, die gegenseitige Unterstützung und das Ziel immer im Blick zu haben, für das man arbeitet.

Welche Fähigkeiten mussten Sie sich nach dem Studium noch aneignen?

Im Grunde die meisten – das Studium vermittelt eine gute Basis, setzt jedoch seine Schwerpunkte nicht im Bereich Recruiting. Anschließend an das Studium habe ich eine Ausbildung für Ausbildende sowie verschiedene Schulungen zum Führen von Vorstellungsgesprächen, Seminare im Arbeitsrecht und ein Führungskräftetraining gemacht.

Was motivierte Sie dazu, ein Masterstudium an den Bachelor Erziehungswissenschaft anzuschließen? Würden Sie sich noch einmal dafür entscheiden?

Ich habe mich für den Master entschieden, um meine Kenntnisse im Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung zu vertiefen und zu verbreitern. Ich würde mich auch ein zweites Mal für den Master entscheiden.

Welche Praxiserfahrungen haben Sie während des Studiums gesammelt und wie wichtig waren diese für Sie?

Während des Studiums habe ich als Praktikantin und Werkstudentin bereits im HR Bereich allgemein und auch im Bereich Recruiting Erfahrungen gesammelt. Diese Erfahrungen waren die ausschlaggebende Basis für meine spätere Entwicklung und haben mich nachhaltig in meinem Berufswunsch bestärkt. Für die volle Konzentration auf praktische Eindrücke habe ich mich für zwei Urlaubssemester während des Masters entschieden und habe das als sehr wertvoll wahrgenommen.

Was wünschen Sie sich für sich und Ihre berufliche Zukunft?

Ich wünsche mir, dass ich nie aufhöre neue Dinge zu lernen und mich für Neues zu begeistern – der Bereich des Recruitings wird immer wichtiger und entwickelt sich so schnell, sodass hier noch viele Themen auf mich zukommen werden.

Welche Weiterbildungen empfehlen Sie Studierenden, die sich für den Personal/HR-Bereich interessieren?

Das kommt sehr stark auf die konkrete Ausrichtung innerhalb des HR Bereichs an. Eine wichtige Grundlage für das gesamte Personalmanagement bildet jedoch das Arbeitsrecht. Zudem wird die Konkurrenz um gute und langjährige Mitarbeitende immer stärker, sodass gerade das Employer Branding, nach innen wie außen, ein zentrales Thema ist, zu dem sich Weiterbildungen sicher lohnen.

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

Teamgeist, Offenheit für Neues und Organisationstalent.

Ihre Meinung zur Corona-Situation: Chance oder Risiko für den Berufseinstieg? Was kann man aus der Krise lernen? Welche Konsequenzen ergeben sich für Ihr Arbeitsfeld?

Ganz klar – Chance! Durch die Krise hat sich die Arbeitswelt in allen Unternehmen deutlich verändert, man ist flexibler und digitaler geworden. Ein Einstieg während Corona bringt zwar Herausforderungen mit sich durch räumliche Trennungen, man steigt dafür jedoch auch in eine neue Arbeitswelt ein.

Wir haben gelernt, digital als Team zu arbeiten, ohne uns täglich im Büro zu sehen und Vorstellungsgespräche virtuell zu führen. Wir haben gemerkt, wie wichtig digitale Einblicke (z.B. über Instagram) werden, um die Unternehmenskultur zu vermitteln. Konsequenzen aus Corona sind v.a. eine verstärkt digitale und flexible, ortsunabhängige Arbeitswelt und eine beschleunigte Digitalisierung.

 

Interview vom 13.12.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

seit 2020 Teamleiterin Recruiting bei Sonntag & Partner

2018 bis 2020 Recruiterin bei Hoffmann Group

2017 bis 2018 Werkstudentin Recruiting bei Hoffmann Group

2016 bis 2017 Praktikum, Werkstudentin im StartUp Studyflix, Praktikum in HR bei Hoffmann Group

2015 bis 2018 Studium MA Erziehungswissenschaft (Universität Augsburg)

2015 bis 2015 Arbeit als Pädagogin mit minderjährigen Flüchtlingen

2012 bis 2015 Studium BA Erziehungswissenschaft (Universität Augsburg)

 

Markus Neumann

"Das Arbeitsfeld offene Jugendarbeit erfordert permanente Flexibilität und die Auseinandersetzung mit Belangen von jungen Menschen sowie von externen Kooperationspartner*innen."

 

Herr Neumann, beschreiben Sie bitte Ihren Arbeitsalltag und Ihre Tätigkeiten als Regionalleitung beim Stadtjugendring Augsburg. Was sind dort typische Aufgaben für Sie?
Mein Arbeitsalltag lässt sich tatsächlich nur schwer kurz beschreiben, da die Aufgabenfülle, die die Stelle einer Regionalleitung mit sich bringt, sehr mannigfaltig ist: Teilnahme an internen Gremien (teils Informationsweitergabe, teils inhaltliches Arbeiten rund um die offenen Jugendarbeit), Personalführung und die daraus resultierenden Mitarbeitendengespräche sowie Teamleitungen, Netzwerken mit Kooperationspartnern, Erstellen und Weiterentwicklung von Konzeptionen und Projekten. Darüber hinaus auch noch die Verwaltung des Regionenhaushalts und dem Einsatz des Veranstaltungsbudgets.

Sie haben neben dem Studium schon gearbeitet. Wie wichtig erachten Sie diese Praxiseinblicke für dem Arbeitseinstieg? 
Die Wahl meines Studienfachs war die Folge meines Zivildienstes. Während dieser Zeit konnte ich erste intensive Erfahrungen im sozialen Bereich sammeln und meine Fähigkeiten für dieses Arbeitsfeld erkennen. Diese Tätigkeit sowie der Nachtbereitschaftsdienst in einem Wohnheim für psychisch kranke Menschen waren wichtige Erfahrungen für den Berufseinstieg.
Das Erlernte aus dem Studium schwingt eher unterbewusst mit und hilft oftmals beim Erstellen von Konzeptionen bzw. bei der Reflexion des eigenen Handelns. Notwendiges selbständiges Arbeiten ist ebenfalls eine Fähigkeit, die ich in meinem Studium erlernt habe.

Die Arbeit im Öffentlichen Dienst wird in der Gesellschaft oft als weniger stressig und familienfreundlicher gesehen. Können Sie das bestätigen?
Ganz klar: Nein! Das Arbeitsfeld offene Jugendarbeit erfordert permanente Flexibilität und die Auseinandersetzung mit Belangen von jungen Menschen sowie von externen Kooperationspartner*innen. Deadlines müssen auch im öffentlichen Dienst eingehalten werden. Und die Arbeitszeiten in meinem Feld sind mit regelmäßigen Einsätzen in den Abendstunden und an Wochenenden alles andere als Easy-Going.

Welche Vor- und Nachteile hat die Arbeit als Angestellter beim Staat?
Meiner Meinung nach überwiegen definitiv die Vorteile: Gleiche Bezahlung für alle Geschlechter, sicherer Arbeitsplatz bei Festanstellung und betriebliche Altersvorsorge.

Würden Sie rückblickend wieder Erziehungswissenschaften studieren und wenn ja/nein, warum?
Bei Erziehungswissenschaften wäre ich eher zurückhaltend. Stellen, die diese Profession und nicht die des BA Soziale Arbeit voraussetzen, sind rar bis ausgestorben. Und beim Fachkräftegebot zieht man als Erziehungswissenschaftler*in gegenüber Sozialpädagog*innen mittlerweile öfters den Kürzeren.

Woran haben Sie gemerkt, was der richtige berufliche Weg für Sie sein könnte?
Im sozialen Bereich erkannte ich schnell, dass ich von den Tätigkeiten erfüllt war und, dass ich tolle Erfahrungen sammeln durfte. Allgemein gesprochen waren die persönlichen Benefits definitiv die Triebkraft, den Weg weiterzuverfolgen.

Was schätzen Sie besonders an Ihrer Arbeit?
Ich schätze die Möglichkeiten des selbstbestimmten Arbeitens und mein tolles Team.

Was war Ihre größte Herausforderung/ Belastung bis jetzt?
Vor allem das letzte Jahr mit Corona und den daraus resultierenden Schließungen der Jugendhäuser waren eine große Herausforderung. Mein Team kontinuierlich zu motivieren auch im digitalen Raum am Ball zu bleiben trotz stetig fallendem Zuspruch der Jugendlichen war ansprungsvoll.

Wo sehen Sie sich beruflich in 5 - 10 Jahren?
Derzeit kann ich mir gut vorstellen, weiterhin eine Regionalleitungsstelle beim Stadtjugendring in Augsburg zu besetzen. Ich bin aber grundsätzlich offen für neue Herausforderungen.

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen, die in der Jugendarbeit gebraucht werden?
Empathie, Gesprächsführung und Belastbarkeit

Ihre Meinung zur Corona-Situation: Chance oder Risiko für den Berufseinstieg? 
Die Konsequenz sollte sein, dass man den drohenden Verwerfungen unmittelbar mit erhöhtem Fachkräfteeinsatz entgegentritt, also weitere Stellen in der außerschulischen und schulischen Bildungsarbeit (NICHT nur Projektstellen) schafft. Da jedoch die kurzfristigen wirtschaftliche Faktoren (unmittelbar höhere Kosten; keine langfristigen Ziele) meist priorisiert werden, sehe ich eher die Gefahr der Reduzierung von Stellen im Bildungsbereich und demnach einen erschwerten Einstieg ins Berufsfeld.

 

Vielen Dank für das Interview!

Interview vom 09.06.2021

 

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2018 Stadtjugendring Augsburg Regionalleitung Region Ost

2012 - 2018 Stadtjugendring Augsburg Pädagogische Mitarbeiter Südstern Jugendtreff Haunstetten

2009 - 2012 Stadtjugendring Augsburg, Pädagogischer Mitarbeiter im offenen Betrieb

2009 Berufsbildungszentrum (BBZ) Augsburg der Lehmbaugruppe gGmbH Leitung des Projektes „Ganzheitliches Integrationscoaching“ an der Berufsschule VI, Augsburg Jugendsozialarbeit an der Martinschule, Sonderpädagogisches Förderzentrum II, Augsburg und an der Löweneck-Volksschule

2005 – 2008 Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz) gemeinnützige GmbH, Augsburg Schulsozialarbeit an der Berufsschule VI, Augsburg

2001 – 2006 Arbeiterwohlfahrt Augsburg Bebo-Wager-Haus, Wohnhaus: Wohnbereitschaftsdienst

2000 – 2006 Erziehungswissenschaften, Universität Augsburg

1999 - 2000 Arbeiterwohlfahrt Augsburg Clemens-Högg-Haus, Beschäftigungs- und Trainingszentrum: Zivildienst

Alex Nacken

„Im Studium habe ich ganz grundlegende Haltungen gegenüber dem Lernen an sich und den Zielgruppen entwickelt und meine Rolle als Pädagog*in geschärft“

 

Alex Nacken, wie sieht Ihr Arbeitsalltag und welche Hauptaufgaben übernehmen Sie?
Im Wesentlichen berate ich Einzelpersonen, im Moment wegen der Pandemie fast ausschließlich online. Es geht dabei vor allem darum, wie sie besser in Kontakt zu ihren Kindern kommen, und wie sie mit dem anderen Elternteil besser kommunizieren können. Dazu kommen dann die Paartherapien. Als pädagogische Leitung kümmere ich mich um die Konzeptentwicklung, die Vertretung in Gremien und die Öffentlichkeitsarbeit: ich rede, höre zu, lese und schreibe also viel.

Wie sind Sie zu Väter e.V. gekommen und was macht Ihnen am meisten Freude an Ihrer Tätigkeit dort?
…ganz klassisch: über eine Stellenanzeige, auf die ich mich beworben habe. Am meisten Freude macht mir die Lebendigkeit – mit Menschen in Kontakt zu kommen und zu erfahren, was sie bewegt, und in den Gesprächen und Diskussionen mit meinen Kollegen.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf diesen Beruf vorbereitet?
Im Studium habe ich ganz grundlegende Haltungen gegenüber dem Lernen an sich und den Zielgruppen entwickelt und meine Rolle als Pädagog*in geschärft. Und natürlich gelernt, mich selbst zu organisieren. Danach habe ich viele Fort- und Weiterbildungen gemacht, um mir neue Berufsfelder zu eröffnen,
zuletzt eben die systemische Therapie. Mit jedem neuen Job habe ich mich zudem auch anpassen
müssen an die jeweiligen Herausforderungen.

Wie sind Sie mit Krisen in Ihrem Leben umgegangen? Was können Sie jungen Menschen aus dieser Erfahrung heraus mit auf den Weg geben?
Zunächst einmal ist eine Krise immer eine Chance - ein Zeichen dafür, dass sich etwas im Leben ändert und auch ändern muss. Am wichtigsten ist meiner Meinung nach die Zuversicht, dass es gut werden wird. Und meine Erfahrung ist, dass es IMMER gut ausgegangen ist und mein Leben hinterher besser war.
Was tun Sie für eine gute Work-Life Balance?
Ja, das ist eine gute Frage, denn ich habe meiner eigenen Work-Life Balance lange Zeit zu wenig Beachtung
geschenkt. Die erste Voraussetzung für mich war, überhaupt erstmal ein Gespür für mich selbst und meine Bedürfnisse zu bekommen; zu erkennen, dass ich es per se Wert bin, dass es mir gut geht – und das nicht von anderen, z.B. den Eltern, Kollegen oder Bekannten definieren zu lassen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag und was hilft Ihnen damit umzugehen?
In der therapeutischen bzw. Beratungsarbeit besteht manchmal die Gefahr, sich allzu sehr ins Problem des Gegenübers hineinziehen zu lassen und dann zu glauben, manmüsse jetzt dessen Problem lösen. Ich habe mir in Sichtweite ein Bild eines berühmten Künstlers angepinnt. Auf das schaue ich dann immer und denke: der hätte sich auch nicht von seinem kreativen Prozess abbringen lassen, nur damit er anderen einen Gefallen tut.
Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/ Softskills, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

1. Viel Respekt und Wertschätzung für die Menschen, mit denen wir arbeiten.

2. Ein gutes Zusammenwirken zwischen Intuition und theoretischem Wissen.

3. Flexibel sein und trotzdem den Überblick behalten.


Vielen Dank, Alex Nacken!

Interview vom 13.12.2021

 

 

 

Wichtige Karriereschritte
Xing

Seit 2021 systemischer Therapeut*in, Paar- und Familientherapeut*in
Seit 2021 Dozent*in an der International
University (IU) Seit 2020 Pädagogische Leitung & Psychologische*r Berater*in bei VÄTER e.V. Hamburg
2016-2019 Aufbau und Leitung eines Azubiwohnheims
1997 bis 2008 Bildungsreferent*in bei der Evangelischen Jugend Hamburg

1992 bis 1996 Studium Pädagogik Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg
1989 bis 1992 Studium Pädagogik Universität Augsburg

Simone Heppert

"Mein Tipp für die Jobsuche ist: Bleibt offen und versteift euch nicht auf eine bestimmte Stelle.“

 

Frau Heppert, Sie sind als pädagogische Mitarbeiterin bei fakt.ori tätig. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Jeder Tag ist anders und bringt neue Herausforderungen. Meistens bearbeite ich morgens meine Emails. Danach folgen für gewöhnlich Teambesprechungen oder anderweitige Termine (Netzwerkarbeit oder Beratungen). Je nach Bedarf der Zielgruppe müssen verschiedenste Themen bearbeitet werden (z.B. Wohnungssuche, Jobsuche, medizinische Versorgung, Krankenversicherung, etc.). Daher waren meine Hauptaufgaben am Anfang die intensive Recherche über den Bereich der Prostitution und die Vernetzung mit verschiedenen lokalen Akteuren (Gesundheitsamt, Anmeldestelle, Stadtrat, Kriminalpolizei, Beratungsstellen, u.v.m.).

Wie haben Sie diese Stelle gefunden?

Ich bin ganz zufällig über die Stelle gestolpert. Eigentlich hatte ich online eine Stelle in der Personalentwicklung gesucht. Als diese Suche relativ erfolglos war, habe ich mich nach pädagogischen Stellen umgesehen und die Anzeige von fakt.ori entdeckt. Ich hatte zuvor noch nie mit dem Bereich Prostitution zu tun, aber dieses ungewöhnliche (Tabu-)Thema hat mich dann doch fasziniert.

Welchen Tipp haben Sie für die Jobsuche?

Mein Tipp für die Jobsuche ist: Bleibt offen und versteift euch nicht auf eine bestimmte Stelle. Manchmal ergeben sich so neue und spannende Wege, an die man vorher niemals gedacht hätte.

Inwieweit fühl(t)en Sie sich durch Ihr Studium auf Ihre aktuelle Tätigkeit vorbereitet?

Das Studium hat mir die Basiskenntnisse vermittelt. Zudem hat sich mein pädagogisches Bewusstsein entwickelt und meine Reflexionsfähigkeit verbessert. Gerade die Reflexionsfähigkeit ist im sozialen Bereich sehr wichtig. Für jeden Job muss man sich noch zusätzlich spezifische Fähigkeiten, oder besser gesagt Wissen, aneignen. Das passiert aber ganz natürlich in der Einarbeitung und im Laufe des Arbeitsverhältnisses. In meinem Fall war es beispielsweise das selbstbewusste Auftreten als Leitung.

Welchen Herausforderungen begegnen Sie in Ihrem Arbeitsalltag und was hilft Ihnen dabei, diese zu meistern?

Meine Herausforderungen bestehen hauptsächlich aus dem Unbekannten. Man muss schnell Lösungen finden können. Dafür braucht man viel Kreativität und Wissen darüber, wer einem wie helfen kann. Gleichzeitig muss ich so viele Themen abdecken, mit denen ich zuvor noch nie in Berührung gekommen bin. Jeden Tag lerne ich neue Dinge dazu (wie z.B. die Beantragung einer Grundsicherung und die Abläufe im Jobcenter). Ich bin von Natur aus ein sehr neugieriger und wissensbegieriger Mensch und das ist tatsächlich sehr hilfreich.

Was betrachten Sie rückwirkend als wertvollste Erfahrung während Ihrer Studienzeit?

Zur damaligen Zeit war mir das nicht wirklich bewusst, aber das Wertvollste waren die Diskussionen in den Seminaren. Während Corona und der Online-Veranstaltungen war das leider nicht möglich und ich habe das stark gemerkt. Einfach der Austausch mit anderen Studierenden und Dozierenden war super wertvoll für die eigene Verarbeitung der Themen und die Entwicklung praktischer Anwendungsmöglichkeiten.

Vielen Dank, Frau Heppert!

 

Interview vom 13.12.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

LinkedIn

Seit 2021 bei fakt.ori in Ulm

2020 bis 2021 Werkstudentin in der Personalabteilung bei KALKA Dienstleistungs GmbH in Günzburg

2019 bis 2020 Ambulante Familienhilfe (Teilzeit) bei bekamo gGmbH

2019 bis 2021 Studium Erziehungswissenschaft (MA) an der Universität Augsburg

2016 bis 2019 Studium Erziehungswissenschaft (BA) an der Universität Augsburg

 

 

 

Elisabeth Berchtold

„Ich mag meine eigene Chefin sein – meine Erfolge sind meine, meine Fehler auch.“

 

Frau Berchtold, Sie sind Inhaberin von EB-Training & Coaching. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Meine Arbeit besteht aus dem Durchführen von Seminaren und Coachings. Es gibt einen lebhaften Wechsel zwischen einerseits sehr interaktiven Tagen mit Veranstaltungen und andererseits Bürotagen, in denen konzentriert und introvertiert an Konzepten gearbeitet wird. Beides macht Freude, aber von keinem möchte ich im Übermaß. Neben diesen Tätigkeiten führe ich noch ein Online-Institut. Ich finde Dozent*innen und wickle die Durchführung der Kurse ab. Es geht um die Anwendung der Logotherapie nach V.E. Frankl, um Sinn- und Werteorientierung in der Arbeitswelt. Ein berufliches Herzensthema, das ich qua Selbstständigkeit einfach ausleben kann. Nicht verschweigen sollte man allerdings auch, dass man eine resiliente Person sein sollte und grundlegend mit Geld umgehen bzw. finanzielles Risiko ertragen kann.

Was hat Sie dazu motiviert, sich selbständig zu machen?

Gestaltungswille. Den Ausschnitt aus meinem Berufsfeld gezielt so verwirklichen, wie ich ihn mir vorstelle. Ich mag meine eigene Chefin sein. Man arbeitet selbst und ständig – meine Erfolge sind meine, meine Fehler auch. Ich arbeite gern auch am Samstag und bis spät abends, aber als Angestellte musste ich das oft tun, ohne entscheidend mitgestalten zu können und Entscheidungen mittragen, die nicht immer sinnvoll waren aus meiner Perspektive.

Wie haben Sie sich das nötige Wissen für Ihre Tätigkeit angeeignet?

Als Angestellte habe ich bereits in meiner ersten Stelle als Projektleitung eine Honorarkraft gehabt. Später hatte ich als Projektleitung ehrenamtliche Ortsgruppenleitungen zu führen. In Italien hatte ich die Koordination für zwei große Gruppenunterkünfte. Als Selbstständige habe ich teils Praktikant*innen oder auch mal „saisonale“ Mitarbeitende. Mit der Gründung des Online-Instituts bin ich aktuell Führungskraft für die Kursleitungen.

Welchen Herausforderungen begegnen Sie in Ihrem Arbeitsalltag?

Man wird ständig „gefeedbackt“. Jede Veranstaltung, jedes Coaching wird evaluiert. Immer bist Du auf dem Präsentierteller. Man darf keine Perfektionistin sein, eher Improkünstlerin. Ebenso verhält es sich mit der Heterogenität von Menschen und Zielgruppen. Du musst unglaublich flexibel sein und wahnsinnig schnell von einem auf den anderen Tag switchen z.B. zwischen Studierenden, Führungskräften einer IT-Firma und dann wieder Einzelkunden. Ebenso der Sprachcode.

Was können Studierende tun, um Ihren eigenen beruflichen Weg zu finden?

A: Ergründen, was für Sie das wesentliche Moment an der Pädagogik ist und dieses dann praktisch weiter verfolgen.

B: Herausfinden, wer man ist und ganz viel für die eigene Persönlichkeitsentwicklung tun. Dann zusätzliche fachliche Stärken aufbauen und sich in Methoden weiterbilden. Einfach mal an einem Ende beginnen.

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

Offenheit, Flexibilität, Integrität

Gibt es etwas, das Sie rückblickend anders machen würden?

Nein, es hat sich sinnvoll eines aus dem anderen ergeben. Weniger Selbstzweifel wären möglicherweise angebracht gewesen.

 

Vielen Dank, Frau Berchtold!

 

 

Interview vom 13.12.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

elisabeth-berchtold.de

logotherapeutisches-institut-berchtold.de

Xing

Seit 2021 Leiterin Online-Institut für Angewandte Logotherapie in der Arbeitswelt

Seit 2001 Inhaberin von EB-Training & Coaching Augsburg“

1996 bis 2001 Mitarbeiterin im Berufsbildungszentrum

1995 bis 2001 Projektleitungen in der Jugend- und Erwachsenenbildung

1989 bis 1991  Projektleitung in der außerschulischen Jugendbildung

1989 Studium der Erziehungswissenschaft  in Würzburg und Augsburg

 

 

© Universität Augsburg

„Wichtig für den Berufseintritt: Habt keine zu hohen Ansprüche an euch selbst!“

 

Frau Stummer, Sie sind als Sozialpädagogische Betreuung in der Kolping Akademie Augsburg tätig. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Tätigkeitsgebiet und Ihre Hauptaufgaben aussehen?

Meine Hauptaufgaben sind die Unterstützung der Schüler*innen in ihrem Schulalltag und die Vermittlung in Praktika und Ausbildung. Konkret bedeutet das, ich bin die Ansprechpartnerin für (private und schulische) Sorgen und Probleme, unterstütze beim Umgang mit Behörden und erarbeite mit den Schüler*innen auch Schlüsselqualifikationen wie z. B. Pünktlichkeit. Außerdem berate ich sie unter Einbezug ihrer persönlichen Fähig- und Fertigkeiten zu Themen wie Berufswahl, Praktikumsmöglichkeiten und Bewerbungen. Die Gespräche mit den Schüler*innen finden im Einzelsetting statt. Da sich der Unterricht zwischen Schule und Fachpraxis beim Bildungsträger aufteilt, wechsle ich meinen Arbeitsplatz Mitte der Woche. Bei Kolping bin ich dafür zuständig die Dozenten zu koordinieren und zu unterstützen und die An-/ Abwesenheiten der Schüler*innen zu kontrollieren.

Wie gelingt Ihnen das Masterstudium parallel zu Ihrer Arbeit bei der Kolping Akademie?

In meinem ersten Jahr bei Kolping klappte das recht gut, da ich nur an den Tagen arbeitete, an welchen keine universitären Veranstaltungen stattfanden. Nun, in meinem zweiten Jahr, arbeite ich deutlich mehr Stunden, weshalb sich das Schreiben der Masterarbeit etwas in die Länge zieht. Generell sind eine gewisse Organisation und ein gutes Zeitmanagement nötig, um beides unter einen Hut zu bringen. Auch wenn dies manchmal anstrengend ist, würde ich Studierenden raten, bereits neben dem Studium ein wenig Praxisluft zu schnuppern. Denn die Praxis sieht meist völlig anders aus, als die im Studium gelernten Inhalte.

Sie übernehmen viele unterschiedliche Aufgaben und werden zudem ständig mit Neuem konfrontiert. Wie meistern Sie diese Herausforderung?

Ich denke, das Wichtigste ist, sich auf Veränderungen und Neuerungen einzulassen und zu wissen, wohin man sich bei Fragen oder Unklarheiten wenden kann.

Was meinen Sie, worauf kommt es an, um im Beruf glücklich zu sein? Worauf sollten Ihrer Meinung nach die Studierenden Wert legen?

Ich denke, der Beruf, den man ausübt, sollte auf jeden Fall den eigenen Interessen und persönlichen Fähigkeiten entsprechen, damit er glücklich macht. Nette Kollegen verschönern natürlich auch den Arbeitstag. Wichtig ist es, glaube ich, bereits im Studium zu eruieren, wo die eigenen Interessen und Stärken liegen, sei es durch die Seminare an der Uni oder Praktika. Wichtig für den Übergang ins Berufsleben: Keine zu hohen Ansprüche an sich selbst haben! Die Praxis ist völlig anders als der Berufsalltag und es braucht etwas Zeit, um sich dort zurechtzufinden. Niemand erwartet von euch, dass ihr bereits am ersten Tag alles wisst und könnt.

Vielen Dank Frau Stummer!

 

 

Interview vom 04.06.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte
Xing

Seit 2019 Sozialpädagogische Betreuung der Berufs-Integrationsklassen, Kolping Akademie Augsburg

Seit 2018 Masterstudium der Erziehungswissenschaft an der Universität Augsburg

2017 - 2020 Pädagogische Fachkraft im Ambulant Betreuten Wohnen der Lebenshilfe Augsburg

2017 - 2019 Pädagogische Fachkraft im Offenen Ganztag an der Franz-von-Assisi Grund- und Mittelschule

2016 - 2017 Pädagogische Hilfskraft im Offenen Ganztag Maria Stern

2016 Pflichtpraktikum bei Netzwerk BAVF bei Tür an Tür e.V.

2013 bis 2017 B.A. Erziehungswissenschaft an der Universität Augsburg

 

© Universität Augsburg

„Ich kann immer helfen und wenn es nur ist, dass ich jemandem mein offenes Ohr schenke.“

 

Frau Zech, Sie sind als Sozialpädagogin bei Wildwasser Augsburg e.V. tätig. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Tätigkeitsgebiet aussieht und welche Hauptaufgaben Sie übernommen haben?

Zu meinem Tätigkeitsbereich zählt neben der Fachberatung von Betroffenen, Angehörigen, Unterstützer*innen und Fachkräften, auch die Arbeit in der Selbsthilfe und die Leitung des Präventionsbereichs. Je nach Zeitpunkt im Jahr verändern sich die Schwerpunkte meiner Aufgaben etwas.

Wie sind Sie zu Wildwasser Augsburg e.V. gekommen?

Ich habe 2013/2014 ein fünfmonatiges Praktikum in der Fachberatungsstelle gemacht und so die Arbeit inklusive ihrer Inhalte und Herausforderungen kennen gelernt. Dann hatte ich einfach Glück: Zu dem Zeitpunkt ist eine Kollegin ins Sabbatical gegangen und es ist eine Stelle frei geworden. Da meine Kolleginnen mit mir und meiner Arbeit sehr zufrieden waren, hat mir die Fachberatungsstelle den Job angeboten. Und dann wurde aus einem Jahresvertrag ein unbefristeter Vertrag und so kommt es, dass ich immer noch bei Wildwasser Augsburg e.V. bin.

Welchen Wert haben Ihrer Meinung nach praktische Erfahrungen während des Studiums?

Einen sehr, sehr hohen. Das Studium bereitet nur bedingt auf die Arbeit vor. Man lernt theoretische Hintergründe der (sozial)pädagogi-schen Arbeit, aber man lernt beispielsweise nicht, wie man einen Sozialbericht schreibt. Auch Themen wie Selbstfürsorge und wie man sich am besten abgrenzt, um Fälle nicht mit nach Hause zu nehmen, werden nicht im Studium behandelt. Ganz abgesehen davon bieten praktische Erfahrungen auch immer eine Möglichkeit sich auszuprobieren. Was macht mir Spaß und was vielleicht nicht so? Was sind meine Stärken? Mit welcher Zielgruppe möchte ich gerne arbeiten? Das alles kann durch Praktika herausgefunden werden.

Nehmen Sie manche Situationen aus der Arbeit mit nach Hause? Wie gehen Sie damit um, wenn Sie etwas besonders berührt?

Wichtig ist, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn mich etwas berührt. Ich bin ein Mensch und kein Roboter. Nur weil mich Geschichten von Klient*innen berühren, heißt das nicht, dass ich deswegen eine weniger gute Fachkraft bin. Ich finde es wichtig, dass hier auch so deutlich zu sagen, vor allem für die zukünftigen Erziehungswissenschaftler*innen und Sozialpädagog*innen. Wenn ich merke, dass mich ein Fall sehr berührt oder ich einfach nur Unterstützungsbedarf habe, dann wende ich mich an meine Kolleginnen für eine kollegiale Fallberatung. Wir haben auch regelmäßig Fallsupervisionen mit einer externen Supervisorin.

Wie gehen Sie damit um, wenn Sie nicht helfen können?

Ich kann immer helfen und wenn es nur ist, dass ich jemandem mein offenes Ohr schenke und ihr bzw. ihm zuhöre, in dem Moment da bin und der Person glaube. In manchen Situationen fühlt man sich, als könne man nicht helfen bzw. nichts machen. Dann ist es wichtig, sich dies immer wieder zu sagen. Manchmal stößt man zwar auf bürokratische Hürden oder ähnliches, wo man nichts machen kann, aber trotzdem kann ich helfen. Sich dies klarzumachen ist eine Strategie.

Vielen Dank Frau Zech!

 

 

Interview vom 17.05.2019

 

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2014 Sozialpädagogin bei Wildwasser Augsburg e.V.

2018 Sozialpädagogin bei Regens Wagner—Offene Hilfen

2014 - 2017 M.A. Erziehungswissenschaft an der Universität Augsburg

2014 Auslandspraktikum in Peru bei Santa Lucia  - Zentrum für Frühförderung und Rehabilitation

2013 - 2014 Praktikum bei Wildwasser Augsburg e.V.

2010 - 2013  B.A. Pädagogik und  Sonderpädagogik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

 

© Universität Augsburg

„Ich wollte unbedingt ein Praxissemester machen, um so viel wie möglich praktische Erfahrungen zu sammeln.“

 

Frau Lewin, Sie sind als Mitarbeiterin der Brücke e.V. Augsburg tätig. Würden Sie bitte kurz Ihr Tätigkeitsgebiet und Ihre Hauptaufgaben vorstellen?

Ich begleite Jugendliche und Heranwachsende nach dem JGG (Jugendgerichtsgesetz) in verschiedenen Settings. Hierzu gehören einige Themenbereiche wie Schule, Jobsuche, Herausforderungen mit behördlichen Angelegenheiten, familiäre Konflikte, Erkrankungen, Schulden, Süchten usw. Wichtig zu wissen ist dabei, die Jungs und Mädels sind im Zwangskontext bei mir, wer also nicht mitarbeitet, wird vom Gericht sanktioniert.

Sie waren bereits während Ihres Studiums für Brücke e.V. tätig. Wie kamen Sie dazu?

Ich wollte unbedingt ein Praxissemester machen, da ich es als wichtig angesehen habe, so viel wie möglich praktische Erfahrungen zu sammeln. Außerdem hatte ich die Hoffnung, so den „Fuß in die Tür“ zu bekommen und einfacher einen ersten Arbeitsplatz zu finden. Das hat ja dann auch geklappt. Besonders wichtig war mir dabei, dass ich viel durch eigenständiges Arbeiten lernen konnte. Genau das war bei Brücke e.V. möglich. Nach vier Wochen Einarbeitung hatte ich mein eigenes Arbeitsfeld und gleichzeitig immer genug Anleitung, wenn ich sie benötigte.

Gab es Situationen, die Sie emotional belastet haben? Haben Sie Tipps für Studierende, die sich für eine ähnliche Tätigkeit interessieren?

Die Arbeit in der Straffälligenhilfe bringt immer wieder belastende Momente mit sich. Es ist nur die Frage, wie lange diese anhält und ob man es mit in den Feierabend nimmt. Für mich ist ganz wichtig, dass ich Kolleg*innen habe, zu denen ich jederzeit gehen kann und mich akut über einen Fall aussprechen kann. Die Last auf mehrere Schultern verteilen hilft immer. Dann lässt es sich logischer denken, die Emotionen stehen nicht mehr im Vordergrund und man wird wieder handlungsfähig. Hilfreich sind zudem eine gute Teamabsprache, Supervisionen und eine klare Trennung zwischen Arbeit und Privatleben.

Fühlen Sie sich manchmal machtlos? Oder gibt es Situationen, die sie besonders motivieren?

Machtlosigkeit gibt es leider immer wieder. Wir können das System Deutschland nicht ändern oder auch nicht die psychische Erkrankung eines Jugendlichen heilen. Es gibt häufig Krisen, die nur sehr langsam durchschritten werden können und in denen ich durch meine Anwesenheit, meine Ideen und mein offenes Ohr versuche zu helfen. Manchmal kann man eben nicht mehr tun. Eine Verhaltensänderung kann ich nun mal nicht erzwingen. Besonders motivierend ist es für mich, wenn meine Jugendlichen sehr gerne und zuverlässig die Gespräche wahrnehmen. Wenn ich merke, dass sie so eine Stunde in der Woche Entlastung erleben und wieder Hoffnung schöpfen können. Dann weiß ich, dass ich das Richtige tue.

Was ist für Sie das Schönste an Ihrem Beruf?

Für junge Menschen da sein zu können, die es womöglich noch nie erlebt haben, dass sich jemand für sie einsetzt oder die es nicht kennen, ernst genommen zu werden. Ich bin einfach gerne eine Begleitung in schwierigen Lebensphasen, weil ich davon überzeugt bin, dass es jeder verdient hat, diese Hilfe zu bekommen – ich hatte diese schließlich auch immer, wenn ich sie gebraucht habe.

Vielen Dank Frau Lewin!

 

Interview vom 17.05.2019

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2016 Mitarbeiterin (Arbeitsweisungen, Beats, Gesprächsweisungen, Betreuungsweisungen) Brücke e.V. Augsburg

2015 - 2016 freie Trainerin beim Projekt „Clip“ der St. Gregor Jugendhilfe

2013 - 2017 B.A. der Erziehungswissenschaft (Schwerpunkt: Kindheit und Jugend, Erlebnispädagogik) an der Universität Augsburg

 

© Universität Augsburg

„Je klarer ich mir selbst gegenüber wurde, umso eindeutiger erkannte ich, was zu mir passt und was nicht.“

 

Frau Friedl, Sie sind als Mitarbeiterin im Career Service für die Hochschule Augsburg tätig. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Mein Tätigkeitsbereich ist recht vielfältig, was mit ein Grund dafür war, warum ich mich beworben hatte. Aktuell verbringe ich ungefähr die Hälfte meines Arbeitstages mit Aufgaben des Eventmanagements und der Durchsicht von Bewerbungsunterlagen. Den anderen Teil nutze ich, je nachdem was gerade anfällt, u.a. für Unternehmenskontakte, Interviewtrainings, interne Besprechungen oder auch für die Homepagepflege. Hin und wieder kommen Fortbildungen und Orientierungsberatungen dazu.

Woran haben Sie gemerkt, was der richtige berufliche Weg für Sie sein könnte?

Das ist eine sehr gute Frage und sie hat mich lange Zeit begleitet! Wo will ich hin? Wer zeichnet mich aus? Ich habe viele Bücher zur Persönlichkeitsentwicklung gelesen, diverse Erfahrungen gemacht und mich dabei mehr und mehr selbst kennengelernt. Je klarer ich mir selbst gegenüber wurde, umso eindeutiger erkannte ich, was zu mir passt und was nicht. Ich glaube, in der jetzigen Zeit gibt es nicht mehr den einen richtigen Weg. Wir müssen flexibel sein, uns immer wieder auf neue Begebenheiten einlassen und bereit dafür sein, über uns hinauszuwachsen.

Welche Tipps haben Sie für die Studierenden, um ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln?

Geht in die Stille. Hört eurer inneren Stimme zu. Oft sind die Eindrücke, Meinungen und Ablenkungen im Außen so groß, dass wir nicht mehr erkennen, was unser eigentlicher Weg ist. Viele verzetteln sich. Also: Hör in dich hinein. Erkunde deine Gefühle, denn sie zeigen dir, was für dich wichtig ist und was dich wirklich begeistert. Schreibe dir diese Erkenntnisse auf. Und falls du alleine nicht weiterkommst, kannst du dich gern bei mir melden.

Welche Zusatzausbildungen waren für Sie besonders wertvoll?

Die Systemische Beraterausbildung hat mich ein gutes Stück in meiner persönlichen und fachlichen Entwicklung weitergebracht, v. a. weil ich durch die Methodenvielfalt und im Austausch mit den anderen Teilnehmer*innen viel über mich selbst gelernt habe. Aktuell mache ich noch eine Fortbildung im Akasha Chronik Reading bei Gabrielle Orr, was mein bisheriges erworbenes Wissen nun wunderschön „rund“ macht.

Wann sollte man sich für Zusatzausbildungen entscheiden, die womöglich auch mit hohen Kosten verbunden sind?

Mache es nicht, weil du denkst, dass du es brauchst oder machen musst. Viele Wege führen nach Rom! Wenn dich eine Zusatzausbildung reizt und es in dir auf allen Ebenen „Ja“ ruft, dann go for it! Bei vielen kostspieligen Fortbildungen sind auch Ratenzahlungen möglich. Achte bei der Wahl auf Qualitätsmerkmale wie z.B. Zertifizierungsvorgaben an das Institut (z.B. durch Verbände wie die DGSF). Ein weiteres Qualitätsmerkmal aus meiner Sicht ist, wenn es eine Teilnahmehürde gibt, also nicht jede x-beliebige Person daran teilnehmen kann und somit ein gewisses Maß an Vorqualifikation nötig ist.  

Welche Gründe haben für Sie gegen ein Masterstudium gesprochen?

Ganz einfach: Ich hatte mehr Interesse daran, in die Praxis zu gehen, als noch weiter zu studieren

Vielen Dank Frau Friedl!

 

 

Interview vom 17.05.2019

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

Seit 2019 Mitarbeiterin im Career Service der Hochschule Augsburg

Seit 2018 Selbstständigkeit als Systemischer Coach, Bewusstseinstrainerin

2017 - 2018 Mitarbeiterin für zentrales Kundenmanagement und betriebliche Organisationsentwicklung bei Hörzentrum Böhler

2016 - 2018 Ausbildung zur Systemischen Beraterin (DGSF) am Systemischen Institut Augsburg

2016 - 2017 Mitarbeiterin in der Personalentwicklung bei der Rausch Verpackung GmbH

2011 - 2016 B.A. Erziehungswissenschaft (Schwerpunkt Erwachsenen– und Weiterbildung, Kunstpädagogik) an der Universität Augsburg

© Bettina Herrmann

„Ich habe während meines Studiums den Umgang mit Menschen sowie den Umgang mit komplexen Themen sehr geschätzt und profitiere davon auch beruflich.“

 

Frau Herrmann, Sie arbeiten als Projektleiterin Competence & Learning bei Premium AEROTEC. Würden Sie kurz beschreiben, wie Ihr Tätigkeitsgebiet bzw. Arbeitsalltag aussieht?

Meine Aufgaben sind Koordination des Projekts „Learning“ standortübergreifend; Entwicklung und Umsetzung des Kompetenzmanagements und der strategischen Personalplanung standortübergreifend; Unterstützung der Verhandlungen mit den Betriebsräten hinsichtlich Personalentwicklung.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf den Beruf vorbereitet? Welche Zusatzqualifikationen empfanden Sie als hilfreich?

Ich habe während meines Studiums den Umgang mit Menschen sowie den Umgang mit komplexen Themen sehr geschätzt und profitiere davon auch beruflich. Das Thema meiner Abschlussarbeit „Selbstegesteuertes Lernen“ treffe ich in vielen Projekten immer wieder als Herausforderung und mein Ziel an ;-).

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am besten? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten halten Sie für unverzichtbar zu dessen Ausübung?

Einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Unternehmens leisten zu können. Kommunikative und koordinative Fähigkeiten helfen mir dabei sowie eine gewisse Frustrationstoleranz.

Wie gestaltet sich für Sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? War Ihr Arbeitgeber aufgeschlossen für ein anderes Arbeitszeitmodell als Vollzeit?

Dank mobilem Arbeiten und meiner Teilzeitvereinbarung zu der es zu keiner Zeit eine Diskussion gab kann ich Familie und Beruf recht gut vereinbaren.

Wie wichtig ist der „rote Faden“ im Lebenslauf bzw. hilft es, bereits im Studium sein Berufsziel zu kennen?

Ein roter Faden hilft, wenn sich allerdings aus bestimmten erklärbaren Gründen andere Wege ergeben ist das auch okay.

Wenn Sie die Chance hätten, was würden Sie anders/genau gleich in Ihrem Studienverlauf/Berufseinstieg machen?

Ich würde es vermutlich wieder so machen.

Welche Bedeutung haben Praktika für die Berufsorientierung und zur Verbesserung der Einstellungschancen?

Halte ich für sehr wichtig, da dadurch Kontakte zu den Unternehmen hergestellt werden können. In meinem Fall habe ich dadurch meinen Job bekommen.

 

Vielen Dank Frau Herrmann!

 

 

Interview vom 14.01.2020

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

Seit 2018 Projektleitung Kompetenzmanagement und Learning bei Premium AEROTEC GmbH in Augsburg

2008 bis 2018 Dozentin bei IHK Oberbayern/Schwaben & Universität Augsburg; Tranerin bei Ausbildung der Ausbilder (AdA)

Seit 2009 in verschiedenen Positionen bei Premium AEROTEC

2008 Freie Mitarbeiterin Personalentwicklung (AUDI AG Ingolstadt)

2002 bis 2008 Studium der Diplom-Pädagogik

 

 

Evangelische Theologie

© Dr. Andreas Grabenstein

„Mich motivieren die tiefen Einblicke in unterschiedliche Unternehmen und die Arbeit mit den Menschen.“

 

Herr Dr. Grabenstein, Sie sind als Unternehmensberater am Institut persönlichkeit+ethik GbR tätig. Würden Sie kurz beschreiben, wie Ihr Aufgabenbereich/Arbeitsalltag aussieht?

Ich bin einer von zwei Partnern bei persönlichkeit+ethik (p+e). Wir arbeiten zusammen mit einem Netzwerk von ungefähr zehn Associates (Netzwerkpartnern). In einer typischen Woche bin ich zwei bis vier Tage in Workshops (Präsenz oder virtuell), die anderen Tage sind mit Vorbereitungen, Netzwerkarbeit und Akquise gefüllt.

Was sind die drei wichtigsten Anliegen für Sie in Ihrem Job?

Wir begleiten Organisationen und Unternehmen dabei, eine beteiligungsorientierte Kultur aufzubauen und weiterzuentwickeln. Wir beraten sie dabei, ihre Strategie den aktuellen sozialen und ökologischen Anforderungen entsprechend auszurichten. Wir unterstützen Führungsteams dabei, wertschätzend und wirksam zu arbeiten. Mich motivieren die tiefen Einblicke in unterschiedliche Unternehmen und die Arbeit mit den Menschen. Hier entstehen oft sehr vertrauensvolle Beziehungen.

Welche Rollen nehmen Sie in Ihrem Unternehmen ein? Was gefällt Ihnen am besten?

Ich bin Coach, Moderator, systemischer Berater und im Hintergrund immer wieder Theologe. Am meisten Spaß macht mir die Rolle des Beraters. Da entwickeln wir mit Unternehmen zusammen den großen Bogen: Veränderungskonzepte und Drehbücher, wie sie im Unternehmen vorankommen. Dazu brauche ich alle anderen Rollen auch, das macht es so interessant.

„Always be contracting“ - Welche Bedeutung hat dieses Motto für Sie?

Wir begleiten oft längere Prozesse in Unternehmen – Kultur- und Strategieentwicklungen. Da genügt es nicht am Anfang einmal zu klären, worum es geht, sondern wir müssen mit einem Steuerungsteam, mit Beteiligten und Betroffenen immer wieder klären, was der nächste Schritt sein kann, welche Verantwortung den Menschen aus dem Unternehmen zukommt und welche Rolle wir einnehmen können.

Wie schaffen Sie es, sich in der Selbständigkeit zu strukturieren?

Für mich sind Rituale morgens und abends sehr wichtig – und Pausen mitten am Tag, in Ruhe essen, mal eine Mittagspause machen können. Darüber hinaus helfen mir Familie,

Hobby und Partnerin, damit ich nicht ganz im Beruf versinke.

Was sind die drei wichtigsten Kompetenzen, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

Neugier auf andere Menschen und Unternehmen. Fragen und zuhören können, ohne die Antworten zu wissen. Distanz zu nehmen, eine Hubschrauber-Perspektive zu bewahren – und auch von eigenen Interessen und Vorurteilen Abstand nehmen zu können.

Vielen Dank Herr Dr. Grabenstein!

 

Interview vom 07.06.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

LinkedIn

Xing

Seit 2017 Geschäftsführer Institut persönlichkeit+ethik GbR

Seit 2000 Partner Institut (p+e)

1997 Promotion, Evang. Theologie und Ethik (Augustana Hochschule Neuendettelsau)

1990 bis 2002 Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern

1983 bis 1987 Studium Evang. Theologie & Philosophie (Ruprecht-Karls Universität Heidelberg & Eberhard-Karls-Universität Tübingen)

1981 bis 1983 Studium Evang. Theologie (Augustana HS Neuendettelsau)

 

Sozialwissenschaften

Tabea Dirscherl

"Praktika sind enorm wichtig für den Bewerber selber, um Erfahrung zu sammeln und sicher zu werden in dem was man möchte. Für die Arbeitgeber ebenso, ein Bewerber der sich ausprobiert hat und einen Lebenslauf vorlegt in dem „bereits etwas drinnen steht“, ist immer attraktiv. Auch wenn das Fach nicht 100% passt."

 

Frau Dirscherl, Sie sind als Employer Branding Managerin für SThree tätig. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht und welche Hauptaufgaben Sie im Unternehmen übernommen haben? 

Kandidatensuche über Social Media (Instagram, Linkedin, Xing), Koordination von Uni Vorträgen und Karrieremessen, Kampagnenplanung um neue Talente für uns anzusprechen und Plattform-Management, sei es für Stellenanzeigen oder z.B. auch Feedbacks auf Kununu kommentieren. 

Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit und am Unternehmen? Was schätzen Sie an Ihrer Stelle besonders? 

Flexibilität, Kommunikation auf Augenhöhe und Spaß bei der Arbeit. Wir sind ein junges Team bzw. die Altersstruktur bei uns im Unternehmen ist recht jung, wir duzen uns alle, es sind kurze Wege der Absprachen und wir pflegen einen entspannten Umgang miteinander. Das macht die Arbeit im Unternehmen total angenehm.

Was unterscheidet einen Headhunter von einem:r Personalberater:in?

Ein Headhunter sucht ganz gezielt nach Person A oder B. Wir als Personalberater „beraten“ unsere Kunden viel mehr. Wir zeigen auf was der Kandidatenmarkt zu bieten hat, teilen unser Wissen zu zukünftigen Trends und Entwicklungen auf dem Markt - und können somit gemeinsam mit unseren Kunden den Bedarf an neuen Talenten planen, genau besprechen – und letzten Endes für den Kunden auch ausführen. 

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf diesen Beruf vorbereitet? Und welche Fähigkeiten haben Sie sich noch aneignen müssen?

Mein Studium hat in dem Sinne nicht wirklich viel mit meinem Job zu tun. Viel mehr haben die Praktika die ich in den Semesterferien absolviert habe, haben mich auf den Job vorbereitet. In der Universität habe ich gelernt strukturiert an eine Sache heranzugehen, dies ist für jeden Job sinnvoll 😉 Die Geisteswissenschaften vermitteln natürlich ein tolles Allgemeinwissen, die Tätigkeiten die ich aber nun Tagtäglich in meinem Job ausübe, sind nicht mit den Inhalten des Bachelor- und Masterstudiums in Verbindung zu bringen. 

Wie viele unterschiedliche Praktika haben Sie während des Studiums absolviert? Und welche Bedeutung haben Praktika und Nebentätigkeiten für die Berufsorientierung und zur Verbesserung der Einstellungschancen? 

Ich habe 4 Praktika in den Semesterferien während des Bachelors und des Masters gemacht. Immer 3-4 Monate, einmal sogar 6 Monate. Praktika sind enorm wichtig für den Bewerber selber, um Erfahrung zu sammeln und sicher zu werden in dem was man möchte. Für die Arbeitgeber ebenso, ein Bewerber der sich ausprobiert hat und einen Lebenslauf vorlegt in dem „bereits etwas drinnen steht“, ist immer attraktiv. Auch wenn das Fach nicht 100% passt. 

Was raten Sie Bewerber*innen beim Einstieg in das gefürchtete "Anschreiben"? 

Klassisch starten… den kreativen/lustigen 1. Satz braucht es nicht 😉 Glänzen Sie mit Beispielen und anschaulichen Erzählungen zu sich selber, immer angepasst auf das Stellenprofil auf welches Sie sich aktuell bewerben.

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

Kommunikationsstärke, Interesse/gut zuhören können, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten (ist nicht nur für den Beruf als Personalberater/in wichtig). Sich nicht einschüchtern lassen…

Ihre Meinung zur Corona-Situation: Chance oder Risiko für den Berufseinstieg? Was kann man aus der Krise lernen? Welche Konsequenzen ergeben sich für Ihr Arbeitsfeld? 

Ganz Klar: Chance. Wir (Unternehmen) suchen alle nach wie vor nach geeigneten Talente. Daran hat sich nichts geändert, der Arbeitsmarkt braucht nach wie vor dringend neuen Nachwuchs. Es ist noch flexibler und einfacher geworden sich zu bewerben, durch „home office“ und „remote-Möglichkeiten“, kann man sich jetzt auch noch leichter auf Jobs in andere Städten bewerben!

 

P.S.: Hinter diesem Link warten spanende Junior Positionen bei SThree in ganz Deutschland auf Dich.

 

 

Vielen Dank Frau Dirscherl!

 

 

Interview vom 26.02.2022

 

 

 

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

LinkedIn

Seit 2018 Manager Employer Branding bei SThree 

2016 - 2018 HR Marketing Specialist bei SThree

2015 - 2016 Campus Recruitment Consultant bei SThree

2013 - 2014 Research Assistant bei Entourage GmbH

2012 - 2013 Praktikantin Personalentwicklung / Bildungsakademie bei BMW 

2011 Praktikantin Personalentwicklung bei Gruner + Jahr GmbH & Co. KG

2010 Praktikantin PR / Öffentlichkeitsarbeit bei ZDF

2009 Praktikantin PR / Öffentlichkeitsarbeit bei NCL-Stiftung

 

Johannes Wessel-Bothe

"Ich habe das Studium nie als Mittel zum Zweck gesehen, sondern versucht möglichst viel mitzunehmen."

 

Herr Wessel-Bothe, bitte beschreiben Sie kurz Ihren Arbeitsalltag als Mitarbeiter bei Europe Direct Augsburg. Was sind Ihre vorrangigen Tätigkeiten?

Die Arbeit im Europe Direct Augsburg ist sehr vielseitig. Sie umfasst unterschiedliche Tätigkeitsgebiete. Neben der allgemeinen Bürger:innenberatung und –information sind dies vor allem die Organisation von Veranstaltungen zu EU-Themen, europapolitische Bildungsarbeit sowie lokale und internationale Vernetzung. Außerdem bieten wir kostenlose Bildungsmaterialien an, die insbesondere bei Lehrkräften sehr gefragt sind. Daneben gibt es allgemeine bzw. begleitende Tätigkeiten wie die Öffentlichkeits- und Verwaltungsarbeit. Da wir ein kleines Team sind, bin ich in alle Tätigkeitsfelder eingebunden und wir überlegen gemeinsam, wie wir unser Jahresprogramm gestalten und umsetzen möchten.

Wie empfinden Sie das Arbeitsumfeld? Gibt es etwas, das Sie besonders schätzen? 

Die Atmosphäre ist sehr angenehm. Das Team funktioniert sehr gut und man hilft sich gegenseitig aus. Gleichzeitig wurde mir von Beginn an viel Vertrauen entgegengebracht. Insbesondere bei der (politikwissenschaftlichen) Erarbeitung unterschiedlicher Themenbereiche, für die ich die Rolle des Experten im Team übernahm (z.B. der European Green Deal oder die Konferenz zur Zukunft Europas). 

Sie sind neben Ihrer beruflichen Tätigkeit noch Student an der Uni Augsburg. Wie sind Sie zu Ihrer aktuellen Anstellung gekommen? Wie lässt sich das mit der Arbeit an Ihrer Masterarbeit vereinbaren?

Zu der Anstellung bin ich über den ganz normalen Weg gekommen. Ich habe über den studentischen E-Mail-Verteiler die Ausschreibung erhalten und mich aus Interesse an der Stelle direkt beworben, wohl wissend, dass es mit der Masterarbeit knapp werden könnte.

Parallel zum Arbeitseinstieg die Masterarbeit zu schreiben ist natürlich eine zusätzliche Arbeitsbelastung. Man benötigt einen langen Atem und ein gutes Zeitmanagement. Gleichzeitig fällt natürlich der Druck weg, nach dem Studium eine Stelle finden zu müssen, den ich in meinem Umfeld erlebe.

Haben Sie während des Studiums Praxiserfahrungen gesammelt? Wie wichtig waren diese für Sie?

Während des Studiums hatte ich die Möglichkeit in viele unterschiedliche Arbeitsfelder hinein zu schnuppern. Ich habe das Studium nie als Mittel zum Zweck (also einen Abschluss zu machen) gesehen, sondern versucht möglichst viel mitzunehmen. Nach sehr unterschiedlichen Nebenjobs habe ich gegen Ende meines Bachelors begonnen im Bereich der politischen Bildung zu arbeiten. Außerdem habe ich immer wieder Veranstaltungen wie die Peace Summer School oder die Lange Nacht der Demokratie (mit)organisiert. Gerade die politische Bildungsarbeit stellte einen praxisorientierten Gegenpol zum theorielastigen Sozialwissenschaftsstudium dar. Durch die didaktische Übersetzung sowie die Arbeit mit Jugendlichen konnte ich viel lernen und mitnehmen.

Diese Lerneffekte und die damit verbundene Vernetzung mit unterschiedlichen Akteuren in Augsburg waren natürlich von großem Wert und vielleicht der entscheidende Faktor meiner erfolgreichen Bewerbung.

Sie haben zwei Auslandssemester absolviert. Von welchen Erfahrungen konnten Sie hier profitieren?

Bei den Auslandssemestern gab es immer mindestens zwei Ebenen. Man könnte sagen die der Hard- und die der Softskills. Als Hardskills würde ich das Erlernen von Sprachen (Italienisch, Englisch und in sehr rudimentärer Form Mandarin) sowie die Fachseminare der Universitäten bezeichnen. Außerdem war für meinen Masterstudiengang der Konfliktforschung die reine Anwesenheit bzw. der Austausch mit den Menschen in der Konfliktregion im Südchinesischen Meer äußerst lehrreich. Als Softskills würde ich Fähigkeiten bezeichnen, die benötigt werden, um sich in einer neuen Umgebung zurecht zu finden, wo die gewöhnlichsten Alltagshandlungen oftmals nicht mehr funktionieren. Vom Kauf der SIM-Karte über die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bis Art und dem Zeitpunkt des Essens stellt vieles erst einmal eine Herausforderung dar. Besonders hervorzuheben sind natürlich auch die Lerneffekte im Umgang mit den Menschen unterschiedlichster kultureller Hintergründe. In den Seminaren in Taiwan waren immer Teilnehmende aus allen Kontinenten vertreten. Interessant für mich waren dahingehend auch die Sitten und Gebräuche bzw. das Verhalten der Menschen zu beobachten.

Was sind die wichtigsten Voraussetzungen für den öffentlichen Dienst? Wie typisch ist Ihr Studiengang für Ihre jetzige Stelle? Was haben Ihre Kolleg*innen studiert?

Das ist pauschal nicht leicht zu beantworten. Meine Stelle im Europabüro wurde für Politik- bzw. Sozialwissenschaftler ausgeschrieben, was sie natürlich sehr typisch macht. Allerdings gibt es bei der Stadt nur eine Handvoll Stellen, die explizit für diesen Bereich ausgeschrieben sind. Meine Kolleg*innen kommen aus den Bereichen Verwaltungs-, Rechts- und Politikwissenschaften.

Welche Vor-/ Nachteile hat die Arbeit im öffentlichen Dienst für Sie?

Als Sozialwissenschaftler hat die Arbeit überwiegend Vorteile. Sie ist verhältnismäßig gut bezahlt, familienfreundlich und tarifgebunden, was mit starken Arbeitnehmerrechten einhergeht. Ein Nachteil ist natürlich die Möglichkeit jederzeit bei entsprechender Corona-Lage im Gesundheitsamt eingesetzt zu werden und dort eine weniger interessante Tätigkeit auszuführen – auch das ist Teil des öffentlichen Dienstes.

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in der politischen Arbeit gebraucht werden?

In meiner persönlichen Arbeit ist es besonders wichtig neugierig und offen auf andere Menschen, Organisationen und sich bietende Möglichkeiten zuzugehen. So entstehen Kooperationen und gemeinsame Projekte. Außerdem unerlässlich sind ein fundiertes sozialwissenschaftliches Grundwissen um politische Entwicklungen einordnen zu können und natürlich die englische Sprache und der damit verbundene Zugang zum internationalen Austausch.

Ihre Meinung zur Corona-Situation: Chance oder Risiko für den Berufseinstieg?

Ich habe die Corona-Situation eher als Chance wahrgenommen. Durch die Digitalisierung der Lehre hatte die Freude am Studium nachgelassen und die Möglichkeit etwas Neues anzufangen war sehr reizvoll. Der Arbeitsbeginn, die Struktur und der Arbeitsplatz im Büro war während des Lockdowns fast eine Befreiung.

Was die konkrete Arbeit betrifft, ist die Situation allerdings schwieriger. Die eigentlich (auch räumlich) sehr abwechslungsreiche Tätigkeit beschränkt sich auf die Arbeit im Büro. Der „persönliche“ Austausch findet über Zoom statt. So lange die Corona-Situation kritisch ist, ist dies selbstverständlich. Ich hoffe allerdings, dass mittelfristig die tatsächlichen Begegnungen wieder in den Vordergrund treten werden.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

 

Interview vom 09.06.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

seit 2020 Mitarbeiter im Europabüro mit Europe Direct Augsburg

seit 2017 Freier Mitarbeiter im Netzwerk Politische Bildung Bayern

seit 2018 Master Sozialwissenschaften: Konflikte in Politik und Gesellschaft Universität Augsburg

2016 und 2019/20 Auslandssemester in Bologna und Taiwan

2013 – 2018 Bachelor Sozialwissenschaften

Lehramtsbezogene Studiengänge

© Universität Augsburg

„Das Interesse am Menschen, die Fähigkeit zum genauen Zuhören und Kenntnisse aktueller Entwicklungen machen einen guten Berater aus.“

 

Herr Ekmeščić, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag und welche Aufgaben Sie haben?
Zu den Schwerpunkten meiner Arbeit gehört die trägerneutrale und unabhängige Bildungsberatung, die Pflege und Weiterentwicklung des Bildungsportals A³ sowie die Mitarbeit im Gesamtprojekt „Augsburger Bildung gemeinsam verantworten“. Ich bin täglich mit der Vor- und Nachbereitung sowie der Durchführung von Beratungsgesprächen beschäftigt und muss mir dazu die notwendigen Kenntnisse über bestehende Weiterbildungsangebote, den regionalen Arbeitsmarkt und weitere Beratungsstellen aneignen.

In welchen Lebenslagen werden Sie als Berater aufgesucht?
Die Bildungsberatung in Augsburg wurde für Fragen rund um die Themen Weiterbildung und Qualifizierung, berufliche Um- und Neuorientierung sowie Wiedereinstieg ins Berufsleben eingerichtet. Die meisten Ratsuchenden wollen oder müssen sich aus unterschiedlichen Gründen beruflich verändern. Die Bildungsberatung kann hier bestehende Wege und Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen und so die Menschen bei ihrer Entscheidung für die berufliche Zukunft unabhängig und individuell unterstützen.

Inwiefern spielt Politik in Ihre Tätigkeit als Berater mit rein?
Politische Entscheidungen haben direkten Einfluss auf meine Arbeit. Im Sommer 2019 beschloss der Bayerische Landtag, schulische Ausbildungen zukünftig über Steuergelder zu finanzieren. Anfang Dezember wurde die Meisterpflicht für zahlreiche Handwerksberufe nach 15 Jahren wiedereingeführt. Allein diese Beispiele zeigen, wie Politik berufliche Rahmenbedingungen verändert und damit individuelle berufliche Karrieren beeinflusst. Meine Aufgabe ist es, diese Entwicklungen zu kennen und vielleicht sogar ein Stück weit vorauszusehen, damit die persönliche Entscheidung, die jemand heute trifft, auch noch in 20 Jahren richtig ist.

Welche Kompetenzen erachten Sie als essenziell in Ihrem Beruf?
An erster Stelle würde ich die Fähigkeit zum genauen Zuhören nennen. Das ist die Grundlage für jede Beratung. Wenn ich nicht in der Lage, bin genau zu erfassen, in welcher Situation sich der oder die Ratsuchende befindet, was die eigentliche Motivation bspw. für eine berufliche Veränderung ist, so wird meine Beratung unter Umständen am jeweiligen Bedarf vorbeigehen. Weitere wichtige Kompetenzen sind die Selbstorganisation und Kontaktfreudigkeit sowie ein lebhaftes Interesse an anderen Menschen.

Was empfehlen Sie Studierenden als Zusatzqualifikation?
Praxis, Praxis, Praxis. Es gibt aus meiner Sicht nichts wertvolleres als das eigene Ausprobieren. Natürlich wird man ohne die nötigen Qualifikationen und beruflichen Erfahrungen eher selten eine verantwortungsvolle Beratungsrolle einnehmen können. Doch man kann auch in anderen Settings, wie bspw. der offenen Jugendarbeit, der Erwachsenenbildung oder auch im Verkauf immer wieder Beratungssituationen erleben und erproben. Auch Weiterbildungen können hilfreich sein. Ich habe mit Seminaren zum Thema Gesprächsführung, Gruppendynamik sowie interkulturelle Kommunikation gute Erfahrungen gemacht. Ebenso gehört ein Grundverständnis der menschlichen Psyche zum Handwerkszeug von Beratungspersonal.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 01.12.2019

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2018 Bildungsberatung, Stadt Augsburg

2016 - 2018 Kommunales Bildungsmanagement, LRA Aichach-Friedberg

2010 - 2016 Koordinator Projekt FlüB&S, Münchner Volkshochschule

2006 - 2011 Studium Lehramt an Realschulen, LMU

2006 - 2009 Studium Soziologie, LMU

2002 - 2012 Studium Soziale Arbeit (FH)

 

© Alexander Kaya

„Man sollte sich unbedingt vorher, beispielweise durch Praktika, anschauen, was man viele Jahre lang jeden Tag machen möchte.“

 

Frau Lindner, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag und welche Aufgaben Sie haben?

Eines kann man als Redakteur sagen: Es gibt eigentlich keinen Alltag und das ist gerade das Spannende. Planen kann man natürlich trotzdem ein wenig. Generell beginnt der Tag mit einer Morgenkonferenz um 10 Uhr. Danach recherchiere ich meine Geschichten, gehe also auf Termine oder führe Telefonate mit den passenden Gesprächspartnern. Online wird den ganzen Tag über aktuell gearbeitet, die Printzeitung meist am Nachmittag erstellt. Außerdem warten auch auf Redakteure Verwaltungsarbeiten. Abends gibt es noch einmal eine Konferenz für die Überschriften in der Zeitung. Wenn kein Abendtermin auf mich wartet, kann ich gegen 19 Uhr nach Hause gehen. Sonst kann eine Sitzung des Stadtrats schon mal bis 22:15 Uhr dauern.

Wieso haben Sie sich mit einem abgeschlossenen Lehramts-Studium für das Volontariat bei der AZ beworben?

Ich habe mich schon immer gerne mit Sprache und Texten befasst. Außerdem hat es mich fasziniert, täglich etwas Neues dazuzulernen. Was manchmal anstrengend sein kann, ist gleichzeitig toll: Kein Tag gleicht dem anderen. Ich wäre sicher auch in der Grundschule glücklich geworden, aber mich hat es vor allem gereizt, meinen Horizont sowohl im Bereich Wissen als auch in der Zusammenarbeit mit völlig unterschiedlichen Menschen zu erweitern.

Welche Kompetenzen und Interessen sollten Journalisten generell mitbringen?

Auf jeden Fall Neugierde und den Wunsch, anderen wichtige/spannende/emotionale Inhalte zu vermitteln. Zudem sollte man gerne mit Menschen zu tun haben, auf diese zugehen können und ihnen aktiv zuhören – oft kommt es im Gespräch ja gerade auf die versteckten Gesten und Worte an. Wichtig ist natürlich auch ein
gewisses Sprachverständnis. Vieles kann man aber auch lernen.

Wie wichtig ist die vorherige Studienrichtung? Haben Sie Unterschiede zu Kollegen mit Studium im Medienbereich festgestellt?

Zu Kollegen, die ein Studium im Medienbereich absolviert haben, merke ich keinen Unterschied. Mir hilft mein Studium im Beruf aber schon. Im Bildungsbereich, der einen wichtigen Teil in der Berichterstattung einnimmt, kenne ich mich gut aus und kann deswegen dort mehr in die Tiefe gehen. Generell würde ich dazu raten, das zu studieren, was einen interessiert.

Wieso haben Sie sich für den Lokalteil Ihrer Redaktion entschieden?

Das Lokale ist meiner Ansicht nach die beste Möglichkeit, den Beruf des Redakteurs auszuüben. Denn ein Redakteur schreibt für die Leser. Und wo lässt sich besser erfahren, was die Leute bewegt als vor Ort? Manchmal braucht man ein dickes Fell, denn die Leser halten nicht mit ihrer Meinung hinterm Berg – die rufen schon mal an oder stehen vor der Tür. Aber neben Kritik (die berechtigt sein kann oder nicht), gibt es auch Lob. Und auch in einer kleineren Stadt muss man nicht jeden Tag über den Kaninchenzüchterverein schreiben (was übrigens auch Spaß machen kann), sondern kann und muss politische Entscheidungen kommentieren, über Verbrechen berichten oder emotionale Geschichten erzählen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 17.05.2019

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2017 Redakteurin in Neu-Ulm

2016 AZ-Zentrale im Ressort Journal und Kultur

von 2014 bis 2015 Volontariat in Mindelheim und Augsburg

von 2009 bis 2013 Studium Grundschullehramt mit dem Hauptfach Deutsch und Didaktikfächern Mathe, Geschichte, Kunst, evangelische Religion

Interviews vor 2019

„Bedarf an seriös recherchierten, verständlich und interessant präsentierten journalistischen Nachrichten wird es immer geben.“

Zum Interview  (02/2019)

„Selbst das vermeintlich Unmögliche kann sich als etwas entpuppen, das richtig Spaß machen kann.“

Zum Interview (10/2016)

„Ich lerne viel von der Welt, da ich eine ‚Mini-Erde’ in meinem Klassenzimmer habe.“

Zum Interview (10/2016)

„Sucht euch eine Tätigkeit, die ihr sinnvoll findet und euch erfüllt.“

Zum Interview (02/2016)

„Machen Sie neugierig auf Ihre Person.

Zum Interview  (01/2016)

 

„Findet heraus was ihr gut könnt und versucht darin, so gut wie möglich zu werden.“

Zum Interview  (11/2015)

„...da muss man kommunikativ sein und manchmal eine dicke Haut haben.“

Zum Interview  (11/2015)

„Für die Arbeit im Verlagswesen ist es eher zweitrangig, was man studiert hat.“

Zum Interview (10/2015)

„Einfach Mut beweisen, dann kommt so manch verborgenes Talent zum Vorschein.“

Zum Interview (10/2015)

„Man muss für die Kultur brennen.“

Zum Interview (05/2015)

„Selbstständig arbeiten, viel Abwechslung, viele neue Erfahrungen.“

Zum Interview  (04/2015)

„Do what you love.“

Zum Interview (01/2015)

„Offenheit für neue mediale Entwicklungen!“

Zum Interview (01/2015)

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