Berufswege MINT

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe "Jobtalk mit Alumni" stellen Ehemalige der Universität Augsburg ihren Werdegang und ihr Tätigkeitsfeld vor, geben interessierten Studierenden Hilfestellungen und Anregungen, wie die Studienzeit gestaltet werden kann, dass der Berufseinstieg wunschgemäß gelingt.

Mit einigen der Referierenden aus den Studienfächern der Mathematik, Physik und Material Science, Informatik und Geographie haben wir im Nachgang Interviews geführt. Sie finden darin eine hilfreiche Quelle für Informationen zu bestimmten Berufsfeldern und -bildern. Über die angegebenen Xing und LinkedIn Profile haben Sie die Möglichkeit sich zu vernetzen.

Mathematik/Wirtschaftsmathematik

© Nazli Andjic

„Als angewandte Statistikerin liebe ich es mit Daten zu arbeiten und immer wieder neue Methoden und Analyseinstrumente zu entwickeln.“

 

Frau Dr. Andjic, Sie sind als Fachreferentin Finanzcontrolling und Risikomanagement GKV-Spitzenverband, im Referat Finanzcontrolling und Risikomanagement tätig. Würden Sie kurz beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Zu meinen Hauptaufgaben gehört die Beurteilung und Bewertung der Finanzlage von allen gesetzlichen Krankenkassen. Diese Beurteilung geschieht auf Basis der Finanzstatistiken zum einen mit Hilfe von Standardanalysen und zum anderen auch mit Hilfe von Simulations- und Szenarienrechnungen, die ich durch AI-Systeme entwickelt habe. Wenn festgestellt wurde, dass eine Krankenkasse vermehrt Anhaltspunkte für eine Gefährdung ihrer Leistungsfähigkeit aufweist, beraten wir sie über geeignete Sanierungsmaßnahmen.

Sie hatten ursprünglich BWL studiert, wann kam die Leidenschaft für die Statistik bzw. welchen Impuls gab es für Ihre Promotion?

Ich habe schon zu Beginn meines Studiums gemerkt, dass mich Fächer wie Statistik und Mathematik sehr interessieren. Deshalb habe ich während meines Studiums als Tutorin am Lehrstuhl für Statistik gearbeitet. Als ich nach dem Studium als Statistikerin im Gesundheitswesen anfing, stellte ich für mich fest, dass Statistik in Verbindung mit gesundheitsrelevanten Fragestellungen ein Gebiet ist, was mir Spaß macht und wo es immer Bedarf für entsprechende Stellenbesetzungen gibt. Hinzu kam, dass ich Spaß am Forschen hatte. Beides gab mir letztlich den Impuls zu promovieren.  

Was begeistert Sie besonders an Ihrer Arbeit? Was sind aktuelle Herausforderungen?

Als angewandte Statistikerin liebe ich es mit Daten zu arbeiten und immer wieder neue Methoden und Analyseinstrumente zu entwickeln. Außerdem habe ich großen Spaß bei der Beratung und in der Kommunikation, wo ich den Gesprächsteilnehmern die Ergebnisse meiner Analysen vorstelle. Hierbei ist es natürlich sehr wichtig, komplexe Zusammenhänge so einfach wie möglich darzustellen. 

Haben Sie einen Tipp für Mathematikstudierenden wie sie sich bestens im Vgl. zu BWL-Absolventinnen positionieren können?

Wichtig ist bei einem Mathematikstudium, wo man seine Schwerpunkte setzt und vor diesem Hintergrund empfehle ich immer, dass sich die Studierenden rechtzeitig darum kümmern, Praktika zu absolvieren oder eine Werkstudententätigkeit in Betracht zu ziehen.

Empfehlen Sie Studierenden Zusatzqualifikationen zur Profilbildung und wenn ja welche?

Ich würde empfehlen, dass sie sich arbeitsmarktrelevante Zusatzqualifikationen unter anderem in wachsenden Branchen aneignen, die trotz Wirtschaftskrise zukunftsträchtig und beliebt sind.  Diese wären z.B. Logistik, Informatik, Datenverarbeitung, Marktforschung o.ä.

Ihre Meinung zur Corona-Situation: Chance oder Risiko für den Berufseinstieg?

Eine Einarbeitung fast ohne persönlichen Kontakt birgt für Berufseinsteiger gewissen Risiken. Chancen sehe ich zum einen darin, dass es nach wie vor Branchen (z.B. Maschinen- und Fahrzeugtechnik oder das Handwerk) mit exzellenten Jobaussichten. Zum anderen entstehen immer mehr neue Berufe.

 

Vielen Dank Frau Dr. Andjic!

 

Interview vom 01.03.2020

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

Seit 2019 Fachreferentin, GKV-Spitzenverband, Referat Risikomanagement und Finanzcontrolling

2015 bis 2019 Referentin bei BKK-Landesverband NORDWEST (Finanzcontrolling, Morbi-RSA)

2007 Statistikerin bei DAK-Zentrale (Finanzplanung und—steuerung)

2014 bis 2018 Promotion Stochastik & Numerische Mathematik an der Universität Augsburg

1999 bis 2006 Studium Betriebswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität zu Berlin

 

© Universität Augsburg

„Auch in Ehrenämtern erwirbt man Fähigkeiten, die für den Berufseinstieg nützlich sind.“

 

Frau Domnick, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag und welche Aufgaben Sie haben?

Einen typischen Arbeitsalltag in dem Sinne habe ich nicht. Wir arbeiten in der Regel in Teams dadurch besteht unser „Alltag“ aus Teammeetings (oft in Teams) und dann in der zugeteilten Aufgabenbewältigung.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf den Beruf vorbereitet?

Das ist als SAP-Consultant eine schwierige Frage. Fachlich brauche ich kaum etwas – wobei ich letztens ein bisschen etwas mit Knotentheorie zu tun hatte. CALEO stellt allerdings sehr gerne Mathematiker ein, das liegt daran, dass wir während dem Studium analytisch denken, etwas programmieren, eigenständiges Arbeiten und auch das Arbeiten im Team erlernen.

Warum haben Sie sich für Ihren Arbeitgeber entschieden? Was gefällt Ihnen dort am besten?

Mir war weniger wichtig was ich hinterher genau mache. Wichtiger war mir die Arbeitsatmosphäre, bzw. das Team mit dem ich arbeite und dass ich nicht das Gefühl habe, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Beides ist bei CALEO erfüllt.

Inwieweit hat Sie CALEO nicht ins kalte Wasser geworfen?

Am Anfang meines Einstieges habe ich zusammen mit den anderen Berufseinsteigern eine knapp zweimonatige Schulung bekommen und dort alles Wichtige gelernt, das ich jetzt brauche. Und danach waren die Manager für all meine Fragen da und ich hatte auch nie das Gefühl, dass es doofe Fragen gab. Selbst wenn man dieselbe Frage mehrfach gestellt hat, war dies nie ein Problem.

Sie sahen sich selbst als Einsteigerin mit wenig Berufserfahrung. Inwiefern hat sich das im Bewerbungsprozess bemerkbar gemacht?

Das ist richtig. Ich hatte kaum bis keine Berufserfahrung. Ich habe mich lange vor meiner Bewerbungsphase damit auseinandergesetzt, was das eigentlich heißt und für mich festgestellt, dass ich vieles von dem, was man während eines Praktikums erlernen kann, in meinen Ehrenämtern erworben habe. Und ich glaube darauf kommt es an: man sollte sich überlegen, was man kann und woher man dieses Können hat. Auch bei sämtlichen Bewerbungsgesprächen und Rückmeldungen auf meine Unterlagen hatte ich das Gefühl, dass die Personalverantwortlichen das ähnlich gesehen haben.

Wie wichtig ist der „rote Faden“ im Lebenslauf bzw. hilft es, bereits im Studium sein Berufsziel zu kennen?

Während dem Studium sein Berufsziel zu kennen halte ich für eher nicht so wichtig, das geht in der Mathematik auch einfach nicht so leicht. Ich wusste bis zur Akademika auch nicht was ich machen will und bin jetzt sehr zufrieden.

Welche Bedeutung haben Praktika für die Berufsorientierung und zur Verbesserung der Einstellungschancen?

Ich glaube, dass es je nach Berufseinstieg schon wichtig ist, Praktika gemacht zu haben, aber es ist nicht notwendig. Aus Erfahrung von Freunden kann ich sagen, dass es einem selbst hilft zu wissen, was man will oder vielleicht auch eher was man nicht will. Das hilft beim Berufseinstieg ja schließlich auch.

Was empfehlen Sie Studierenden als Zusatzqualifikation?

Es hilft auf jeden Fall, wenn man sich seiner Stärken und Schwächen bewusst wird und dann selbst überlegt, welche Qualifikationen man noch gebrauchen könnte. Und
diese zu erwerben, ist während dem Studium sehr leicht.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Interview vom 01.02.2020

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2019 SAP-Consultant bei CALEO

2010 bis 2019 Studium Bachelor und Master Mathematik mit Nebenfach Informatik an der Universität Augsburg

 

 

© Universität Augsburg

„Nutzt die Chancen, während dem Studium in die Praxis reinschnuppern zu können!“

 

 

Frau Geck, würden Sie bitte kurz Ihren  Arbeitsalltag beschreiben?

Wir versuchen mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden und technologischer Unterstützung, Informationen aus Daten zu generieren. Wir kümmern uns um den gesamten Lebenszyklus der Daten, beraten Kunden dabei, wie sie sinnvoll Daten generieren und speichern, bereiten die Daten auf, analysieren sie und visualisieren schließlich die Ergebnisse. Das alles erfolgt immer in enger Abstimmung mit dem
Kunden.

Wie sah Ihr Start ins Berufsleben aus?

Der Start ins Berufsleben wurde mir sehr einfach gemacht. Es gab   einen großen Hype rund um das Thema „Big Data“ und Mathematiker waren  aufgrund des Fachkräftemangels gefragt. Als ich mich dann entschieden hatte, dass ich mich gerne als Data Scientist versuchen möchte, hatte sich meine Jobsuche nach nur drei geschriebenen Bewerbungen und einem Vorstellungsgespräch sehr schnell erledigt.

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse, die man nicht an der Uni lernt, sind in Ihrem Beruf von Bedeutung?

Als größte Herausforderung empfinde ich die Zusammenarbeit mit den Kunden. Diesen zu entlocken, was sie wirklich benötigen, ihre Erwartungen aber auch manchmal einbremsen zu müssen, das sind Gespräche, die man so sicherlich nie an der Uni führen musste. Sie erfordern ein gewisses Maß an Menschenkenntnis und sicherlich auch ein Verständnis dafür, was der Gesprächspartner weiß und kann.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf den Beruf vorbereitet?

Wenig bis gar nicht. Ich habe mein Studium sehr theoretisch gestaltet mit Schwerpunkten in Algebra und auch Geometrie. Ich würde schon sagen, dass man beim Start ins Berufsleben zunächst ins kalte Wasser geworfen wird und dann schwimmen lernen muss.

Was würden Sie anders machen, wenn Sie nochmal studieren könnten?

Wenn ich nochmal studieren könnte, würde ich mich für ein anderes Nebenfach entscheiden, nämlich für Informatik. Das hätte mir im Nachhinein meinen beruflichen Einstieg sehr erleichtert, da ich so zum Berufsstart sehr viele Dinge nachlernen musste, so z.B. grundlegende Programmierkenntnisse.

Sie haben sich für ein kleineres Unternehmen entschieden. Wo sehen Sie hier die Vor- und Nachteile?

Jeder kennt jeden, Kommunikationswege sind kürzer und es entsteht eher ein Gefühl der Gemeinschaft. Ein großes Unternehmen bietet dafür bessere Karrierechancen und etablierte Prozesse.
Ich habe in der CYOSS (als Tochter der ESG GmbH) einen schönen Mix zwischen etablierten Unternehmen mit Vorteilen, wie 30 Tage Urlaub oder Gleitzeitmodell, und Start-Up gefunden.

Welche drei Ratschläge würden Sie Ihrem studentischen Ich rückblickend gerne mitgeben?

Genieße das Studium in vollen Zügen und lass dich nicht zu sehr von Prüfungen stressen.
Nutze die Angebote der Uni. Sie sind toll und kosten später ein Vermögen.
Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Das Arbeitsleben kommt früh genug.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Interview vom 01.12.2018

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2017 Data Scientist bei CYOSS GmbH

2015 bis 2016 Werkstudentin IT, 4sigma GmbH

2014 bis 2015 Wiss. Hilfskraft an der Universität Augsburg

2010 bis 2016 Studium Bachelor und Master Mathematik an der Universität Augsburg

 

Sven Aereboe

„Der Blick über den Tellerrand macht häufig den Unterschied“

 

Herr Aereboe, Sie sind Aktuar bei Guy Carpenter. Würden Sie bitte kurz Ihren Job beschreiben, wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Ich bin bei einem Rückversicherungsmakler in der Analyticsabteilung tätig. Meine Kunden sind Versicherer, die einen geeigneten Rückversicherungsschutz benötigen, um beim Eintritt großer Katastrophen oder Schäden zahlungsfähig zu bleiben. Einen Großteil meines Arbeitsalltags umfassen daher Projekte mit den Versicherungen, aber auch wiederkehrende Aufgaben in der Preisfindung, da die Rückversicherungsverträge in der Regel jährlich erneuert werden.

Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sollte man für den Beruf „Aktuar“ mitbringen?

Bei einem Aktuar setzt man strukturiertes Denken und Verständnis für komplexe Zusammenhänge sowie ein hohes Auffassungsvermögen voraus. Wichtig ist es, Probleme zu erörtern und selbstständig oder im Team zu lösen  - ganz wie im Mathematikstudium bei der Bearbeitung von Seminaren und Übungsaufgaben mit Kommilitonen. Ebenfalls wichtig sind Grundlagen der Informatik und die Fähigkeit zum Austausch mit Nicht-Mathema-tikern, seien es Kunden, Manager oder Kollegen, mit denen die Resultate zu diskutieren sind. Verbunden mit der zunehmenden Berufspraxis kommt dann das Meiste von selbst.

Welche Rolle spielen Fremdsprachenkenntnisse im Arbeitsalltag?

Ich habe regelmäßig mit internationalen Kunden und Kollegen Projekte und Geschäftstermine, sodass zumindest Englisch ein Muss ist und jede weitere Fremdsprache hilfreich sein kann.

Sie haben erwähnt, dass Programmierkenntnisse wichtig sind, wie kommen Studierende zu diesen?

Angefangen hat alles im Grundstudium mit den Programmiersprachen C und Java. In den späteren Statistikvorlesungen ist R für statistische Analysen unverzichtbar. Python setze ich vor allem im Unternehmen als ein effektives Werkzeug für Scripting in der Automatisierung von Prozessen und Programmabläufen ein.

Wie gestaltete sich Ihr Start ins Berufsleben?

Über den Jobtalk bin ich während meines Studiums in den Kontakt mit der Versicherungsbranche gekommen. Auch in der Finanzkrise wurden dann Mathematiker gesucht. Der Einstieg war spannend, da ich zuerst das „Handwerk“ in der Rückversicherung in Hamburg lernte. Besonders hervorzuheben war der Austausch mit Kollegen in London und Kunden in Skandinavien. Für meine aktuelle Position musste ich dann nur zum Telefonhörer greifen, da die Rückversicherungsbranche nicht groß ist und ich bereits Erfahrung gesammelt hatte.

Was empfehlen Sie während des Studiums unbedingt zu tun?

Ich hätte nicht auf meinen Auslandsaufenthalt in Schottland verzichten wollen, selbst kurz vor dem Ende des Studiums sollte man diese Möglichkeit nutzen. Der Hochschulsport und das Sprachenzentrum sind auch tolle Einrichtungen. Am liebsten erinnere ich mich an die vielen Freundschaften, der Mathe-Stammtisch war ein Klassiker!

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 01.09.2017

 

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2017 Aktuar bei Guy Carpenter & Company GmbH

2015 bis 2016 Versicherungsmathematiker bei Münchener Verein Versicherungsgruppe

2011 bis 2014 Actuarial Analyst bei Aon Benfield

2009 bis 2011 Werkstudent Aktuariat bei Dialog Versicherungs-AG

2008 bis 2009 Praktikant IT Audit bei BDO AG

2005 bis 2011 Studium der Wirtschaftsmathematik (Diplom) an der Universität Augsburg, Tutor für Analysis I und II

 

 

© Universität Augsburg

„Entscheidend für den Erfolg: Ausdauervermögen und Leidenschaft“

 

Herr Jakob, Sie sind  im Kreditrisikocontrolling der BayernLB tätig. Würden Sie ihre Tätigkeit bitte kurz beschreiben?

Als Mathematiker werden Sie darauf vorbereitet komplexe Problemstellungen zu ganz unterschiedlichsten Themengebieten zu analysieren und zu lösen. Ich empfinde dies als äußerst wertvoll, da es das eigene Tätigkeitsfeld enorm erweitert und man so besser das Zusammenspiel verschiedener Arbeitsgebiete gerade in einem so komplexen Arbeitsumfeld besser verstehen kann.

Ich selbst beschäftige mich mit einer Vielzahl von Aufgaben, die sich um das Thema Kreditrisiko drehen. Dazu gehören die Risikomodellierung von Kreditportfolios, die Entwicklung von Frühwarnmodellen z.B. anhand von Marktdaten oder das Thema Stresstesting.

Welche Voraussetzungen muss man für Ihren Beruf mitbringen?

Ein Studium der Mathematik/Wirtschaftsmathematik ist auf jeden Fall von Vorteil, nicht aber immer zwingend. Am wichtigsten ist, dass man sich schnell und flexibel in neue Themengebiete einarbeiten kann, ein großes Ausdauervermögen besitzt und sowohl als Teil eines Teams, aber auch selbständig und eigenverantwortlich arbeiten kann. Kenntnisse über die gängigen Office-Anwendungen sowie weiterführende Programmiersprachen sind ebenfalls sehr wichtig. Entscheidend für den Erfolg ist aber, dass man sich mit seinen Themen identifiziert und sie mit Leidenschaft verfolgt.

Warum sind Sie in die Finanzbranche gegangen und warum speziell zur BayernLB?

In einer so schnelllebigen und komplexen Welt wie der Finanzbranche war und bin ich nach wie vor davon fasziniert mithilfe der Mathematik eine gewisse Ordnung oder Regeln festhalten zu können. Jeder Mensch kennt den Begriff ‚Risiko‘ und hat davon seine ganz eigene Vorstellung. Risiko aus einer ökonomisch/mathematischen Perspektive zu analysieren und zu bewerten ist eine hoch interessante und vielschichtige Tätigkeit, die mich seit dem Studium gereizt hat.

Die Tatsache, dass ich dafür zur BayernLB gegangen bin, begründet sich zum einen durch mein Praktikum hier und dem sehr guten Arbeitsumfeld und zum anderen dadurch, dass München natürlich viel schöner ist als Frankfurt.

Was war bisher Ihr interessantestes / wichtigstes Projekt?

Sehr interessant war es bei der Entwicklung eines neuen Kreditportfoliomodells dabei zu sein. Bereits in meiner Abschlussarbeit hatte ich mich hier mit einigen Aspekten beschäftigt, was ich später sehr gut nutzen konnte. Daneben war aber auch z.B. das Mitwirken im Rahmen des EU-weiten Banken Stresstests 2014 sehr spannend.

Sie haben bereits Praktika bei der BayernLB absolviert. Wussten Sie damals schon, dass Sie bei dem Unternehmen bleiben möchten?

Nein, ich habe das Praktikum absolviert mit der Perspektive hier auch eine Abschlussarbeit schreiben zu können. Dass ich bei der BayernLB geblieben bin, lag im Wesentlichen an meinem Vorgesetzten sowie dem sehr guten Umfeld.

Sie promovieren am Lehrstuhl für Statistik. Wäre auch eine wissenschaftliche Karriere für Sie in Frage gekommen?

Für mich besteht ein großer Reiz darin sich mit den ganz konkreten/praktischen Problemen und Herausforderungen zu beschäftigen und gleichzeitig über den Tellerrand der heute verwendeten Lösungsmöglichkeiten hinaus zu blicken.

Ich habe durchaus mit dem Gedanken gespielt eine rein wissenschaftliche Karriere zu verfolgen, habe aber der Praxis letztendlich den Vortritt gegeben.

Welche Erfahrungen waren für Sie im Studium am wichtigsten?

Die harte Erfahrung sich durch schwierige Themen einfach mal durchzubeißen und das Glücksgefühl, wenn man dies getan hat.

Welchen Rat haben Sie für Studierende, die in die Finanzbranche streben?

Auch wenn Ihre spätere Arbeit garantiert mit vielen Zahlen und mathematischen Modellen zu tun haben wird, glauben Sie nicht, dass Sie damit die Welt erklären können. Auch die Mathematik hat ihre Grenzen und diese nicht zu kennen ist auch ein Risiko.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

 

Interview vom 04.05.2015

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2013 Kreditrisikocontrolling, quantitative Analyse bei der Bayern LB

seit 2013 Promotion Lehrstuhl für Statistik an der Universität Augsburg; Titel „Quantifizierung von  Modellrisiken“

2012 bis 2013 Teilzeitpraktikum / Masterarbeit bei der Bayern LB

2011 bis 2012 Praktikum bei der Bayern LB Studium

2007 bis 2013 Wirtschaftsmathematik an der Universität Bayreuth, Abschluss: Master of Science

 

 

 

 

 

© Universität Augsburg

„Wirtschaftsmathematiker sind gefragt wie nie“

 

Frau Keim, Sie sind als Business Analyst - Actuarial Services bei der metafinanz Informationssysteme GmbH tätig. Würden Sie bitte kurz beschreiben wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Die metafinanz als IT-Unternehmen der Versicherungsbranche hat eine Vielzahl an internen und externen Kunden. Derzeit bin ich auf einem Projekt bei einem weltweit agierenden Versicherungskonzern und wirke durch fachlichen / versicherungsmathematischen Input bei der Implementierung eines Reportingsystems mit. Dies erfordert viel Projektmanagement-Expertise, aber auch versicherungsmathematisches Know-How. Ich arbeite in einem dynamischen Team und auch wenn ein Arbeitstag mal etwas länger geht, macht mir der Job sehr viel Spaß.

Wie wichtig sind Ihre Mathematikkenntnisse und wie können Sie diese einbringen?

Versicherungsmathematisches Wissen ist gerade im Actuarial Service schon wichtig (Stochastische Modellierungen und Statistikkenntnisse). Hauptsächlich brauche ich aber die Fähigkeit, mich schnell in neue Themen und Herausforderungen einzuarbeiten, wofür mein Studium den Grundstein gelegt hat.

Sie haben sich nach dem Studium für einen Direkteinstieg bei PwC entschieden. Würden Sie wieder so handeln oder ein Trainee-Programm empfehlen?

Da ich ziemlich genau wusste, was ich will nach dem Studium, war der Direkteinstieg bei PwC perfekt für mich. Ein Trainee-Programm empfehle ich, wenn man die Firma erst mal kennenlernen will und noch nicht auf eine bestimmte Abteilung festgelegt ist.

Frau Keim, Sie haben Wirtschaftsmathematik studiert. Wäre ein BWL-Studium einfacher gewesen und hätte zu den gleichen beruflichen Chancen geführt?

Ein BWL-Studium wäre mit Sicherheit einfacher gewesen, aber gerade in der Versicherungsbranche sind (Wirtschafts-) Mathematiker gefragt wie nie, wodurch mir mein Studium Türen geöffnet hat, die mir mit BWL verschlossen geblieben wären.

Sie erwähnten im Jobtalk, dass Sie nach relativ kurzer Zeit eine Teamleitungsfunktion über-nahmen. Wie war diese Herausforderung?

Das war anfangs nicht einfach, da ich Führungskompetenzen im Studium nicht gelernt habe. Aber man wächst ja bekanntlich an seinen Herausforderungen. Es hat mir jedoch sehr viel Spaß gemacht und auch neue Chancen eröffnet (wie jetzt bei der metafinanz).

Welchen Rat haben Sie für Studierende, die in die Versicherungsbranche streben?

Personality ist anfangs wichtiger als Fachlichkeit. Gerade Beratungsfirmen und große Konzerne suchen Menschen, die ins Team passen. Fachliches Wissen kommt dann von selbst, da der Grundstock dafür durch das Mathematikstudium ja schon gelegt ist.

Welche Frage würden Sie als Arbeitgeber in einem Bewerbungsgespräch auf jeden Fall stellen?

Wieso die Person sich für ein Mathematikstudium entschieden hat und mit welchen besonderen Eigenschaften das Team von ihr profitiert.

Wie wichtig war Ihr Auslandsaufenthalt?

Für mich persönlich sehr wichtig. Das war eine super Zeit und ich kann es nur jedem empfehlen. Für die Jobwahl sind nach meiner Ansicht Praktika wichtiger.

Gibt es eine Person an der Uni, die Ihnen besonders ans Herz gewachsen ist?

Na klar, viele. Ich habe auch jetzt noch mit vielen meiner Kommilitonen Kontakt und Freunde fürs Leben gefunden.

Was konnte Sie garantiert vom Lernen abhalten?

Besagte Kommilitonen und diverse Unifeiern.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Interview vom 19.05.2015

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2015 Business Analyst, Actuarial Services bei der metafinanz Informationssysteme GmbH

seit 2012 Ausbildung zum Aktuar (DAV)

2014 bis 2015 Senior Consultant - Actuarial Services bei der  PwC AG

2011 bis 2014 Consultanat - Actuarial Services

2005 bis 2011 Wirtschaftsmathematik an der Universität Augsburg; Abschluss: Dipl.-Math. oec.

 

© Universität Augsburg

„Der optimalste Weg ist manchmal etwas überraschend...“

 

Herr Luy, Sie sind als Softwareentwickler im Bereich Automotive bei der ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH tätig. Würden Sie bitte Ihr Tätigkeitsfeld kurz beschreiben?

In unserem Projekt sind wir für die Weiterentwicklung, Wartung und den 3rd Level Support eines umfangreichen Telematik-Backends zuständig. Eine große Rolle spielt dabei die Kommunikation innerhalb unseres inzwischen 20-köpfigen Teams, aber auch mit Kunden und Schnittstellenpartnern. Daher sitzen wir nicht nur am eigenen Rechner, sondern auch sehr oft mit Kollegen zusammen, um Anforderungen für neue Features zu besprechen, Lösungskonzepte zu erarbeiten, Probleme zu analysieren, usw. Dabei kommt der Spaßfaktor definitiv nicht zu kurz. Wir setzen natürlich moderne Technologien ein und schreiben ständig automatisierte Tests, weshalb wir eine hohe Softwarequalität aufweisen können.

Welche Voraussetzungen muss man als Softwareentwickler mitbringen?

Jede Praxiserfahrung in relevanten Bereichen ist ein großes Plus. Je nach Gebiet sollte man Kenntnisse der gängigen Technologien mitbringen; beim Berufsstart braucht man natürlich noch kein Experte sein. Teamfähigkeit wird groß geschrieben und dass man sich vor jeder Programmierung sehr genau überlegt, was man machen soll und will.

Herr Luy, Sie sind auch noch Gründer und Leiter der Technik und Entwicklung bei der buch7.de GmbH. Wie sieht hier ihr Tätigkeitsfeld aus?

Wir haben unseren sozialen Buchhandel buch7.de während des Studiums an der Uni Augsburg gegründet. Nachdem die Umsätze inzwischen stark wachsen, ist das für mich nun  eine Teilzeitbeschäftigung. Auch hier beschäftige ich mich mit Weiterentwicklung, Wartung und Support. Das Team ist bisher noch klein, dafür kann man die eigenen Vorstellungen noch mehr umsetzen.

Was waren Ihre Beweggründe eine eigene Firma zu gründen und wo sehen Sie die Vor- und Nachteile?

Wir wollten uns für die Gesellschaft engagieren und die meisten von uns sind begeisterte Leser. Da deutsche Bücher preisgebunden sind, kam die Idee, einen Buchhandel zu eröffnen, der einen großen Teil des Gewinns spendet. Wir können uns dabei selbst verwirklichen und unser Hobby zum Beruf machen. Das Geschäftsmodell ist an sich sehr erfolgversprechend, dennoch ging es erst nach 5 Jahren wirklich bergauf, d.h. man braucht schon einen langen Atem. Außerdem muss man Risiken abwägen können, ein Gefühl für Geld und die Branche haben und vieles mit der Zeit lernen oder extern beauftragen: Marketing, technische Umsetzung, Rechtliches, Buchhaltung, usw.

Aus welchen Seminaren konnten Sie im Bezug auf Ihre heutigen Tätigkeiten am meisten mitnehmen?

Ein Statistik-Seminar hat mir geholfen, manche Zusammenhänge noch besser analysieren zu können. Und in einem Proseminar während des Grundstudium hatte ich einen Vortrag (über einen Artikel "Bicycle Routing for Maximum Suntan“), bei dem es auf mathematische Weise darum geht, dass der optimalste Weg manchmal etwas überraschend ist..

Haben Sie ein Lieblingszitat, eine Weisheit oder ein Sprichwort im Hinblick auf das Berufsleben?

Ein strenger Lehrer hat in einer AbiZeitung gemeint, dass überall nur mit Wasser gekocht wird. Nach ein paar Jahren an der Uni kann man das bestätigen... Im Beruf ist das ähnlich

Gibt es eine Person an der Uni, die Ihnen besonders ans Herz gewachsen ist?

An der Uni laufen einige Unikate herum, das hält meine Gesichtsmuskeln langfristig aktiv :-)

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Interview vom 07.02.2015

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2011 Softwareentwicklung & Big Data bei ESG Elektoniksystem- und Logistik-GmbH

seit 2007 CIO bei buch7.de GmbH

2008 6 Monate IT-Beratung bei b.telligent

2008 2 Monate Projektmanagement bei TNS Infratest

2008 bis 2011 Kombinatorische Optimierung an der TU Berlin; Abschluss: Diplom

2004 bis 2008 Studium der Mathematik und Informatik; Schwerpunkte: Rechnerorientierte Statistik und Datenanalyse an der Universität Augsburg

 

 

© Universität Augsburg

„Ständig neue Problemstellungen lassen die Arbeit nie langweilig werden“

 

Herr Dr. Käufl, Sie sind Consultant bei  d-fine GmbH. Würden Sie ihre Tätigkeit kurz beschreiben?

Hm, das ist schwierig, da die Aufgaben eines Beraters bei d-fine je nach Projekt sehr unterschiedlich ausfallen können. Es gibt Problemstellungen, mit denen man sich erstmal alleine beschäftigt, das erinnert dann schon sehr stark an das Studium und die Promotion. Man arbeitet aber auch oft mit den Kollegen oder dem Kunden zusammen. Außerdem hält man Schulungen, bereitet Workshops vor, nimmt an Meetings teil, uvm.

Warum sind Sie in die Beraterbranche gegangen und warum speziell zu d-fine?

Mich reizt an dieser Branche besonders, dass man sich immer wieder mit neuen Themen beschäftigt und die Lernkurve dadurch sehr steil ist. Bei d-fine hat mich vor allem der Fokus auf quantitative Fragestellungen angesprochen und dass wir Projekte über die gesamte Laufzeit begleiten und nicht nach ein paar Wochen wieder aus dem Unternehmen verschwinden. Außerdem klappt es auch mit der Work-Life-Balance.

Was begeistert Sie besonders an Ihrer Arbeit und gibt es auch Schattenseiten?

Die Arbeit wird nie langweilig, da man sich immer wieder mit neuen Themen und Problemstellungen beschäftigt. Das Reisen kann manchmal etwas anstrengend sein, ist aber nicht so schlimm wie ich es mir vor meiner Zeit bei d-fine vorgestellt habe (zumindest wenn die Bahn ausnahmsweise mal nicht streikt).

Unternehmensberatung und Work Life Balance, wie passt das bei Ihnen zusammen?

Auch hier kann ich nur sagen: Das läuft deutlich besser als ich mir das vorgestellt hatte. Die Arbeitszeiten sind vollkommen in Ordnung und es gibt sogar einen großen Vorteil gegenüber dem Studium. Damals hatte ich nämlich immer das Gefühl, nie richtig frei zu haben, da man ja immer noch ein bisschen mehr für die Vorlesung oder die Dissertation machen kann. Wenn ich heute am Freitagnachmittag in den Zug einsteige, lasse ich die Arbeit dagegen hinter mir und kann vollkommen entspannen.

Wieviel und was aus dem Mathematikstudium verwenden Sie in der Lösung der Problemstellungen?

Auch das hängt ganz stark vom Projekt ab. Die analytische Denkweise, die man sich im Studium zwangsweise angewöhnt, hilft natürlich bei fast allen Fragestellungen. Es gibt aber auch Probleme, bei denen konkrete mathematische Methoden angewandt werden müssen.

Erst letzte Woche musste ich das Quantil einer abgeschnittenen Normalverteilung berechnen.

Wie wichtig waren Ihre Auslandsaufenthalte?

Inwiefern sie dafür relevant waren, dass ich die Stelle bei d-fine bekommen habe, kann ich leider nicht einschätzen. Trotzdem würde ich nie im Leben darauf verzichten wollen, da ich sehr viele Erfahrungen machen konnte, die ich sonst nie gemacht hätte. Und ich habe viele Leute verschiedenster Nationalitäten kennengelernt, mit denen ich auch heute noch in Kontakt bin. Ich kann daher jedem nur empfehlen: Wenn ihr die Chance habt ins Ausland zu gehen, tut es, auch wenn dadurch das Studium scheinbar etwas länger dauert

Welchen Rat haben Sie für Studierende, die in die Consultingbranche streben?

Wenn ihr heute schon wisst, dass ihr in die Beratung gehen wollt, nehmt euch die Zeit für ein Praktikum. Gerade in der Consultingbranche ist es sehr hilfreich, wenn man schon mal einen Fuß in der Tür hat. Und allen anderen kann ich nur empfehlen, Consulting nicht von vorneherein auszuschließen. Ich hatte auch nie geplant, in die Beratung zu gehen und mir macht der Job sehr viel Spaß.

Hatten Sie ein Lieblingsessen an der Mensa?

Der Klassiker war natürlich der Feuerspieß mit Pommes. Gibt´s den in der neuen Mensa noch? (Ja! Anm. CS)

 

Vielen Dank für das Interview!

 

 

Interview vom 12.11.2014

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2013 Consultant bei d-fine GmbH

2011 bis 2012 Promotion in Mathematik an der Universität Augsburg

2011 Forschungsaufenthalt an der University of Chicago

2008 bis 2011 Fast-Track-Studiengang TopMath; M. Sc.

2006 bis 2007 Studium Wirtschaftsmathematik

 

© Universität Augsburg

„Die meisten werden mutmaßen, dieser Job sei furchtbar langweilig und man sitze den ganzen Tag vor seinem Rechner. Weit gefehlt!"

 

Zum Interview

 

 

Interview vom 01.11.2013

 

 

 

 

© Universität Augsburg

„ Ich würde immer wieder den Direkteinstieg bevorzugen, da ich dadurch vom ersten Tag an Verantwortung übertragen bekommen habe"

 

Frau Kraus, Sie sind Underwriter bei der Münchener Rückversicherung. Würden Sie kurz beschreiben wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Als Underwriter im Bereich Kreditrückversicherung bin ich für die Bearbeitung eines weltweit tätigen Kunden - also einer Erstversicherung, die Kreditversicherung anbietet - zuständig. Die Bearbeitung umfasst die Analyse des Kunden und seiner Produkte, sowie die Vertragsstrukturierung und -erneuerung jedes Jahr, Vorgabe des gewährten Deckungsumfangs und das Pricing der Verträge und Einzelrisiken.

Was war bisher Ihr interessantestes/ wichtigstes Projekt?

Jede neue Produktanfrage ist interessant und jede Vertragserneuerung ist spannend, da sich das Portfolio des Kunden und vor allem das wirtschaftliche Umfeld von Jahr zu Jahr ändert. In der Folge ist unsere Verhandlungsposition jedes Jahr eine andere und eine neue Herausforderung.

Sie kannten die Münchener Rückversicherung bereits aus Ihrem Praktikum und haben sich nach dem Studium für einen Direkteinstieg entschieden. Würden Sie wieder so handeln oder ein Trainee-Programm empfehlen?

Beides hat Vor - und Nachteile. Dadurch, dass ich sowohl Unternehmen als auch Kollegen schon kannte, brauchte ich nicht unbedingt ein Traineeprogramm zur Orientierung innerhalb des Unternehmens. Was mir beim Direkteinstieg jedoch etwas gefehlt hat, war ein organisierter Kontakt zu anderen Einsteigern ins Unternehmen.

Trotzdem würde ich immer wieder den Direkteinstieg bevorzugen, da ich dadurch vom ersten Tag an Verantwortung übertragen bekommen habe - das dauert mit Traineeprogramm deutlich länger.

Welche Voraussetzungen muss man für Ihren Beruf mitbringen? Wie wichtig sind Ihre Mathematik-Kenntnisse und wie können Sie diese einbringen?

Der perfekte Mitarbeiter im Underwriting ist Versicherungskaufmann, Jurist, BWLer und Mathematiker zugleich, was man natürlich schwer findet. Mit einem Wirtschaftsmathematikstudium wird ein Teil der Anforderungen zumindest in der Theorie gut abgedeckt, aber vor allem bezüglich der juristischen Aufgaben ist selbständiges Learning-on-the-Job gefragt. Es hilft aber auf alle Fälle, Aufgaben strukturiert und logisch angehen zu können, was mit einem Mathematikstudium normalerweise kein Problem darstellt. Die Spezialgebiete der Mitarbeiter werden in unserem Bereich gut eingesetzt, das heißt dass ich als Mathematikerin in unserem Bereich Ansprechpartnerin für spezielle Fragen zum Pricing, zu mathematischen Methoden, zum quantitativen Teil von Solvency II (entspricht Basel II für Versicherungen) und auch zu Excel bin.

Sie haben viele, auch kurzzeitige Praktika, bei verschiedenen Unternehmen absolviert. Wie schwierig war es, diese zu bekommen und welche Erfahrung haben Sie dabei gemacht?

Das hat sich so ergeben, nachdem nach meinem Praktikum bei der MR fast alle Bewerbungen erfolgreich waren. Es war sehr interessant, so viele Unternehmen kennenzulernen, aber tiefergehende Aufgaben und Einblicke sollte man nur bei längeren Praktika erwarten.

Welche (persönlichen) Erfahrungen waren für Sie im Studium am wichtigsten?

Das Mathematikstudium war für mich mit Stress und Frustration verbunden, wodurch ich jetzt im Berufsleben mit Stresssituationen und komplexen Fragestellungen gut umgehen kann.

Gibt es eine Qualifikation, die Sie anfangs/heute besonders vermiss(t)en bzw. gerne im Studium gelernt hätten?

Im Nachhinein hätte ich während des Studiums ins englischsprachige Ausland gehen sollen, um beim Berufseinstieg noch bessere Sprachkenntnisse zu haben. Ein sicheres Englisch wird in internationalen Unternehmen vorausgesetzt und muss vom ersten Tag an sitzen.

Welchen Rat haben Sie für Studierende, die in die Versicherungsbranche streben?

Möglichst Vorlesungen besuchen, die in Richtung Finanzen und Versicherungen gehen (das Angebot war zu meiner Zeit leider noch sehr dürftig) und versuchen, Praktika in entsprechenden Unternehmen zu bekommen.

Was konnte Sie garantiert bei Lernen abhalten?

Freunde und tolles Wetter, was leider nicht selten vorkam.

Welche Person war Ihnen im Studium sehr wichtig?

Kommilitonen, die die Aufgaben der Übungsblätter lösen konnten ;)

 

Vielen Dank für das Interview !

 

 

Interview vom 01.07.2012

 

Wichtige Karriereschritte:

 

Seit 2007 Underwriter bei der Münchener Rückversicherung

Handel– und Gewerbebank Augsburg, Münchener Rück, Stadtsparkasse Augsburg, HypoVereinsbank BayernLB

2002-2007 Studium der Wirtschaftsmathematik mit Diplom-Abschluss an der Universität Augsburg

 

 

 

 

 

© Universität Augsburg

„Und das wichtigste: Spaß im Job und trotzdem das Privatleben nicht vernachlässigen. “

 

Frau Parun, Sie sind Consultant und in der Aktuarausbildung bei PwC. Würden Sie kurz beschreiben wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Ein "Alltag" lässt sich schwer beschreiben, da ich jeden Tag aufs Neue vor spannende, interessante und neue herausfordernde Aufgaben gestellt werde. So wie mein Alltag im Winter  geprägt ist durch Reisen im Rahmen von Jahresabschlussprüfungen verschiedenster Versicherungsunternehmen, so ist er im Sommer mehr von Beratungsprojekten, Weiterbildung und interner Facharbeit zur Vorbereitung auf neue Projekte gezeichnet.

Vermissen Sie die Uni manchmal? Wäre für Sie statt dem Berufseinstieg in die Wirtschaft auch eine wissenschaftliche Karriere in Frage gekommen?

Natürlich habe ich auch mit dem Gedanken gespielt, einer wissenschaftlichen Karriere nachzugehen. Allerdings hat mich letztendlich doch die Neugierde auf die Arbeitswelt in die Wirtschaft getrieben. Trotzdem möchte ich mir die Möglichkeit weiterhin offen halten, unter Umständen doch noch einmal an die Uni zurückzukehren.

Was sind für Sie die bedeutendsten Stationen auf Ihrem bisherigen Berufsweg und aus Ihrem Studium? Würden Sie heute noch einmal dasselbe studieren oder doch einen anderen Studiengang wählen?

Meine bedeutendsten Stationen waren natürlich das Studium an der Universität Augsburg und der sehr schnelle Direkteinstieg bei PwC. Da ich mir durch das Studium der Wirtschaftsmathematik nicht nur fachliches Wissen, sondern auch viele wichtige Dinge wie Ausdauer und Durchhaltevermögen aneignen konnte, würde ich auf jeden Fall wieder diesen Weg wählen.

Welche Voraussetzungen muss man für Ihren Beruf mitbringen?

Grundsätzlich ist ein Abschluss in (Wirtschafts-)Mathematik erforderlich, vorzugsweise mit Diplom- / Masterabschluss; für die Aufnahme in die Deutsche Aktuarsvereinigung (DAV) ebenfalls. Allerdings haben auch Bachelorabsolventen die Möglichkeit, durch eine Eingangsprüfung in die DAV aufgenommen zu werden und die Ausbildung zu beginnen.

Sie haben im Jobtalk hervorgehoben, dass Sie wahnsinnig viel gelernt haben in dieser kurzen Zeit, in der Sie bei PWC beschäftigt sind. Was nehmen Sie davon mit in Ihre Zukunft?

Weiterbildung wird in unserem Unternehmen sehr groß geschrieben. Nicht nur fachliche, sondern auch Schulungen zur persönlichen Weiterentwicklung sind ein wichtiger Bestandteil. Denn auch  in unserem Job gilt noch "Man hat nie ausgelernt" und der Erwartungshorizont kann über die ganze Berufslaufbahn erweitert werden. So wird es nie langweilig.

Was war bisher Ihr interessantester Auftrag / Ihr wichtigstes Projekt?

Rückblickend auf die letzten Monate finde ich alle meine Projekte sehr interessant und wichtig, da alle sehr unterschiedlich waren und ich so einen sehr guten Gesamtüberblick über das Geschäft eines Wirtschaftsprüfers / Beraters bekommen habe.

Gibt es eine Qualifikation, die Sie heute besonders vermissen?

Im Nachhinein würde ich mir wünschen, ich wäre nach dem Studienabschluss mindestens für ein halbes Jahr um die Welt gereist, um eine weitere Sprache zu lernen.

Frau Parun, wie gehen Sie mit Stress um? Denn Stress ist ja bei einer 60 Std Woche schon vorprogrammiert.

Mit viel Sport, guten Freunden und einer regelmäßigen Auszeit vom Arbeitsalltag lässt sich dieser Stress sehr gut bewältigen - allerdings muss dies gelernt sein. Und das wichtigste: Spaß im Job und trotzdem das Privatleben nicht vernachlässigen.

Haben Sie Tipps für das Bewerbungsgespräch?

In jedem Fall sollte sich der Bewerber bei einem Wirtschaftsprüfer im Aktuariat genau bewusst sein, was die Aufgaben in diesem Berufsfeld sind und in welchen Bereichen wir tätig sind. Dazu gehören selbstverständlich zum einen ein Allgemeinwissen bzgl. aktueller Geschehnisse in der Branche, zum anderen aber auch bereits fachspezifisches Wissen, um dem zukünftigen Arbeitgeber deutlich zu machen, dass man sich bereits mit dem Beruf und der Branche beschäftigt hat.

Für weitere Tipps, Fragen und Anregungen rund um das Bewerbungsgespräch bei einem Wirtschaftsprüfer stehe ich gerne weiterhin jederzeit zur Verfügung.

 

Vielen Dank für das Gespräch !

 

Interview vom 01.07.2011

 

Wichtige Karriereschritte:

seit 2010 Consultant bei PricewaterhouseCoopers, Ausbildung zum Aktuar

Praktika unter anderem bei Mercer Deutschland, Linde AG

2005 bis 2010 Studium der Wirtschaftsmathematik (Diplom) mit Schwerpunkten Statistik, Informatik und Finance & Information an der Uni Augsburg

 

 

 

 

 

 

 

© Universität Augsburg

„Das reine (Fach-)Wissen ist oft nicht der entscheidende Faktor, sondern die Arbeitsweise und Methodik.“

 

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Interview vom 01.01.2012

 

 

 

 

 

 

 

© Universität Augsburg

„Manchmal habe ich mich gefühlt wie ein Artist bei einer dieser Dreh-Teller Nummern."

 

 

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Interview vom 01.01.2011

 

 

 

 

 

 

 

 

© Universität Augsburg

„Als IT-Consultant ist Reisebereitschaft unabdingbar, wobei mindestens ein Tag pro Woche im Standort-Büro angestrebt wird.“

 

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Interview vom 01.01.2011

 

 

 

 

 

 

 

© Universität Augsburg

„Ich bevorzuge es mit Menschen zu arbeiten, die die Themen durchdringen, statt mit jenen, die nur ‘Buzzwords’ von sich geben."

 

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Interview vom 01.05.2010

 

 

 

 

 

 

 

Physik/Materialwissenschaften

Andrej Kamenac

"Für die Zukunft meiner Branche wünsche mir mehr Diversität im Maschinenbau und in der Messtechnik."

 

Herr Kamenac, Sie sind als Trainee International R&D Project Manager bei ZEISS Industrial Metrology tätig. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Einen 0815 Arbeitsalltag habe ich nicht. Ich lerne im 3-Monate-Rhythmus eine neue Abteilung kennen und dort wiederum die einzelnen Teams. Das ist völlig unterschiedlich und erstreckt sich über den Service-Einsatz beim Kunden über theoretische Diskussionen mit der Entwicklungsabteilung. Natürlich habe ich aber auch Tage am Rechner, an denen ich Auswertungen mache, Präsentationen vorbereite und an Meetings teilnehme.

Wie sind Sie zu ZEISS Industrial Metrology gekommen?

ZEISS war mir aus meiner Laborarbeit an der Uni Augsburg ein Begriff und einige Kollegen sind dort glücklich geworden. Da habe ich mich auf Stellensuche gemacht und bin in den Onlineportalen fündig geworden.

Der Bewerbungsprozess bringt einige Herausforderungen mit sich und kann sehr emotional sein. Welche Tipps haben Sie für Studierende für diese Phase?

Bereite dich vor. Lege dir Anekdoten zurecht von Situationen, in denen einem etwas geglückt ist oder gescheitert ist. Das können auch Kleinigkeiten sein, aber sie sollten originell sein. So entdeckt man vielleicht noch die ein oder andere Stärke oder Schwäche – oder zumindest die, man gut vermitteln kann. Außerdem kann ich nur empfehlen eine 10-Minuten Präsentation zu entstellen, bei der man sich selbst, vorstellt, inklusive Freizeit und Lebenslauf. Das kann man super üben und man kann was aus dem Verein oder der Bachelorarbeit herzeigen.

Sie haben sich für eine Promotion entschieden. Was hilft Ihnen dieses Projekt zu meistern?

Die Menschen am Lehrstuhl. Klingt abgedroschen, ist aber so. Ich hatte Freunde am Lehrstuhl, keine Kollegen. Gutes Klima am Lehrstuhl ist aber kein Konsumgut, sondern man muss sich einbringen, organisieren und motivieren.

Was macht ZEISS Industrial Metrology für Berufseinsteiger*innen besonders attraktiv?

Bei ZEISS fällt es einem besonders leicht für die Produkte Begeisterung zu zeigen. Die Produkte überzeugen durch die Bank – in Qualität, Funktionalität und Design. Das melden einem auch die Kunden zurück, man ist immer sehr willkommen und gern gesehen. Aber auch intern wird Wissen bereitwillig geteilt und einander geholfen. Das Unternehmen ist sehr sozial, da ZEISS ein Stiftungsunternehmen ist.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Branche?

Mehr Diversität, im Maschinenbau und in der Messtechnik könnte der Frauenanteil höher sein.

 

Vielen Dank für das Interview!

Interview vom 18.01.2022

 

 

Wichtige Karriereschritte

LinkedIn

Seit Okt 2021 bei ZEISS

2017 bis 2022 Promotion Biophysik an der Universität Augsburg

2017 bis 2021 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Augsburg

2015 bis 2016 4 Monate Forschungspraktikum an der University of Glasgow

2013 bis 2014 Wissenschaftliche Hilfskraft bei Fraunhofer IGCV

2014 bis 2017 Master of Science Physik an der Universität Augsburg

2011 bis 2014 Bachelor of Science Materialwissenschaften an der Universität Augsburg

 

Mario Löffler

"Als „Neuling“ in dem Beruf bekommt man aus vielen Richtungen hilfreiche Tipps und Ratschläge, um sich auf dem Spezialgebiet gleich zurechtzufinden."

 

Herr Löffler, Sie sind als Patentanwaltskandidat für Grünecker Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB tätig. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Sehr gerne. Nach meiner wissenschaftlichen Tätigkeit an einem Forschungsinstitut habe ich mich Ende 2020 dafür entschieden, das Labor gegen ein Büro, genauer eine Patentanwaltskanzlei, einzutauschen. Diesen Schritt habe ich bis heute nicht bereut. Ein typischer Arbeitstag sieht so aus, dass ich in die Kanzlei komme, die Kolleg*innen begrüße und angekommen im eigenen Büro den Tag plane. Es ist sehr wichtig in dem Beruf, den Überblick über die aktuellen Fristen der einzelnen Akten zu behalten. Anschließend beginne ich, oft im Selbststudium, mich in einen neuen Fall einzulesen und mir Gedanken zu machen, wie man beispielsweise eine Patentanmeldung zur Erteilung bringen kann. Zu Beginn der Ausbildung ist man dabei in enger Abstimmung mit seinem Ausbilder/seiner Ausbilderin, einem erfahrenen Patentanwalt/einer erfahrenen Patentanwältin, der/die einen an die Grundlagen des Patentbereichs heranführt. Die Mittagspause gestalte ich mit Kolleg*innen meist mit einer Spazierrunde durch den nahegelegenen Englischen Garten, was uns gleich zu dem nächsten Punkt bringt.

Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit und am Unternehmen? Was schätzen Sie an Ihrer Stelle besonders?

Neben der ausgezeichneten Lage der Kanzlei im Herzen Münchens schätze ich vor allem das internationale und kollegiale Umfeld der Mitarbeiter*innen in der Kanzlei. Vor allem als „Neuling“ in dem Beruf bekommt man aus vielen Richtungen hilfreiche Tipps und Ratschläge, um sich auf dem Spezialgebiet gleich zurechtzufinden.

Wie wichtig / wegweisend waren die vielen Praktika während Ihres Studiums?

Rückblickend kann ich sagen, dass ich keine der Erfahrungen missen möchte. Von der Tätigkeit am Lehrstuhl über ein Forschungsinstitut bis hin zur Industrie ist für mich jede Station mit ganz individuellen Fortschritten sowohl fachlich, als auch menschlich, verbunden. Das ist auch mein Tipp an alle Studierenden: Seid neugierig und probiert etwas aus! Wenn man weiß, wie die Abläufe in verschiedenen Unternehmensformen sind, hilft das nicht zuletzt bei der Berufswahl bedeutend.

Was war das bereichernde an Ihrem Auslandssemester in Lund, Schweden?

Als besonders bereichernd an meinem Auslandsstudium habe ich neben den Vorlesungen in einem fremden Land vor allem die kulturelle Erfahrung und konkret den Kontakt zu „echten“ Schweden in einem lokalen Basketballverein empfunden. Ich bin dann mit dem Wissen zurückgekehrt, dass man innerhalb von kurzer Zeit in einer zunächst fremden Umgebung von Null starten und sich gut einleben kann. Das kann man nicht aus Büchern lernen.

Was hat Sie dazu motiviert zu promovieren, obwohl Sie durch die Masterarbeit leicht in die Industrie wechseln konnten?

Bei mir war vor allem der Antrieb sehr stark zu forschen, etwas Neues herauszufinden und dabei an Themen zu arbeiten, die mich begeistern. Genau diese Möglichkeit wurde mir dann in einer internationalen Arbeitsgruppe am Institut auf dem Bereich der Elektrochemie geboten. Ich konnte mir auch vorstellen, von dort aus direkt in die Industrie zu wechseln, weil vor allem auf dem Gebiet der Batterie-, Elektrolyseur- und Brennstoffzellenforschung hervorragende Aussichten auf entscheidende Entwicklungen in den kommenden Jahren bestehen.

Welche 3 Wünsche, Werte oder Ziele sind Ihnen bei der Entscheidung, Patentanwalt zu werden, am wichtigsten gewesen?

Wenn ich es auf drei Punkte herunterbreche, dann sind das lebenslanges Lernen, Internationalität und Einsetzen der soliden technisch/naturwissenschaftlichen Grundausbildung, die man als Physiker*in mitbringt.

Welchen Rat möchten Sie den Augsburger Studierenden mit auf den Weg geben?

Seid neugierig, geht Euren eigenen Weg und gebt nicht auf, bis Ihr „Euren“ Bereich gefunden habt!

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

Mit Sicherheit sind ein gutes Zeitmanagement, sprachliche Ausdrucksfähigkeit und Überzeugungsfähigkeit hilfreich. Mir persönlich haben die Softskill-Kurse an der Universität Augsburg geholfen, frühzeitig für diese Fähigkeiten sensibilisiert zu sein.

Ihre Meinung zur Corona-Situation: Chance oder Risiko für den Berufseinstieg? Was kann man aus der Krise lernen? Welche Konsequenzen ergeben sich für Ihr Arbeitsfeld?

Meine Meinung: Auf jeden Fall eine große Chance! Durch die sich durchsetzenden Homeoffice-Möglichkeiten wird der Arbeitsmarkt insgesamt flexibilisiert und viele Mitarbeiter*innen können sich Ihre Arbeitszeit besser einteilen und an die privaten Bedürfnisse anpassen. Zudem profitieren viele Geschäftsfelder von der Krise und es werden neue Mitarbeiter*innen eingestellt. Ich denke, wir alle können aus der Krise mitnehmen, wie verletzlich eine globale Gesellschaft doch ist und wie gut sie trotzdem mit Rückschlägen klarkommt. Speziell für den Patentbereich sind mir keine negativen Auswirkungen bekannt. Unternehmen haben schon längst erkannt, wie wichtig der Innovationsschutz ist, um langfristig global erfolgreich zu sein – vor allem in der Krise. In diesem Bereich gibt es ständig neue Stellen zu besetzen!

 

Vielen Dank für das Interview!

Interview vom 30.11.2021

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

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Seit 2020 Patentanwaltskandidat bei Grünecker Patent- und Rechtsanwälte PartG mbB

2017 bis 2021 Promotion in Elektrochemie an der Universität Erlangen-Nürnberg/ Forschungszentrum Jülich GmbH

2014 bis 2017 Master of Science in Physik an der Universität Augsburg

2014 Auslandssemester an der Universität Lund, Schweden

2011 bis 2014 Bachelor of Science in Physik an der Universität Augsburg

 

© Universität Augsburg

„Wichtig ist: Arbeitserfahrung sammeln, egal was man beruflich machen will.“

 

Herr Dr. Dutschke, Sie arbeiten aktuell als Freelancer. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Tätigkeitsgebiet  bzw. Arbeitsalltag aussieht?

Ich werde von Firmen beauftragt, die für ein Entwicklungsprojekt auf meine Expertise im Bereich Algorithmus-Entwicklung und Datenanalyse angewiesen sind. Da das Unternehmen nicht über das Entwicklungsprojekt hinaus einen Mitarbeiter für dieses Thema einstellen will, ist ein Freelancer das Mittel der Wahl.

Und wie war Ihr Start ins Berufsleben?

Meine Zeit bei JMS Augsburg, der studentischen Unternehmensberatung der Uni Augsburg, war hierfür prägend. Hier habe ich alles gelernt, was notwendig ist, um auf selbstständiger Basis bzw. als Unternehmer tätig zu sein.

Warum kam für Sie eine Festanstellung nicht in Frage? Welchen Rat würden Sie an dieser Stelle den Studierenden geben?

Ich brauche ein sehr hohes Maß an Selbstbestimmtheit bei meiner Arbeit. Das ist nicht unbedingt kompatibel zu jedem Arbeitgeber. Was mich an der Arbeit als Freelancer besonders reizt ist zudem der regelmäßige Wechsel zwischen verschiedenen Projekten.

Studierenden würde ich folgenden Rat geben: Wenn du stressresistent bist, sehr selbstständig und gerne viel arbeitest, ist das Freelancertum eine äußerst lukrative Option für dich. Wenn du nach einem 8h Arbeitstag nichts mehr von der Arbeit hören willst, geregelte Abläufe oder Planungssicherheit brauchst, solltest du definitiv einen Bogen um jede Art von Selbstständigkeit machen.

Vor welchen Herausforderung stehen Sie bei jedem neuen Projekt?

Die größte Herausforderung bei den meisten Projekten ist die Startphase. Hier gilt es den Kunden von den eigenen Fähigkeiten zu überzeugen. Diese Überzeugungsarbeit leiste ich häufig durch den Bau eines Prototypen (in meinem Fall eine Softwaresimulation). Meistens gibt es hierfür enge Deadlines, was die Sache ziemlich arbeitsintensiv macht.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf den Beruf vorbereitet?

Als Absolvent habe ich mich bestenfalls mittelmäßig vorbereitet gefühlt. Ich hatte gehört, als Physiker kann man sich sehr schnell in neue Themengebiete einarbeiten. Jetzt weiß ich: JA, wir sind deutlich schneller als die (meisten) anderen Disziplinen. Das Problem ist nur, dass einem das kein Headhunter, Personaler und Kunde glauben will. Deswegen heißt es Arbeitserfahrung sammeln, egal was man beruflich machen will.

Wie wichtig ist das Netzwerken als Freelancer und warum?

Ein Netzwerk zu haben ist sehr wichtig: sowohl für Aufträge als auch für Tipps zu allen möglichen Themen. Viele meiner aktuellen Aufträge erhalte ich über IT-Vermittlerfirmen. Mittelfristig möchte ich meine Aufträge rein aus meinem persönlichen Netzwerk akquirieren. Als Unternehmer-Netzwerk kann ich die Wirtschaftsjunioren sehr empfehlen.

Vielen Dank Herr Dr. Dutschke!

 

Interview vom 01.05.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

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Seit 2019 verschiedene Freelance Projekte

2018 bis 2019 Startup auXolutions

2014 bis 2018 Promotion in Theoretischer Physik

2012 bis 2016 JMS Augsburg

2008 bis 2014 B.Sc. Physik mit Nebenfach Informatik;  M.Sc. Physik mit Fokus Numerik, Algorithmen-Entwicklung an der Universität Augsburg 

 

 

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„Für den Berufseinstieg sind praktische Erfahrungen von unschätzbarem Wert.“

 

Herr Gnedel, Sie arbeiten als Entwicklungsingenieur bei der Carl Zeiss SMT GmbH. Würden Sie kurz beschreiben, wie Ihr Tätigkeitsgebiet bzw. Arbeitsalltag aussieht?

Allgemein gesprochen entwickle ich Elektronenstrahlsäulen für die Halbleiterindustrie. Hierzu führe ich  Hard- und Softwaremodifikationen an Testständen durch, nehme Messdaten auf und werte diese aus. Darüber hinaus bin ich an Softwareentwicklung von Test- und  Justageprogrammen für diese Säulen beteiligt und als Teilprojektleiter tätig.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf den Beruf vorbereitet?

In fachlicher Hinsicht fühlte ich mich durch meine Erfahrung an Elektronenmikroskopen und die Programmierkenntnisse sehr gut vorbereitet. Für beide Faktoren wurde durch das Studium der Grundstein gelegt, allerdings war es essenziell, dass ich das Wissen auch schon industrienah und selbstständig einsetzen konnte.

Ihr Arbeitgeber, die Carl Zeiss SMT GmbH ist ein internationales Unternehmen. Wie würden Sie das Arbeitsklima beschreiben?

Das Arbeitsklima kann ich als locker, aber hochprofessionell be-

schreiben. Man zieht innerhalb der Abteilung, aber auch konzernübergreifend an einem Strang und stößt bei Fragen stets auf Interesse und Hilfsbereitschaft. Ich bin begeistert vom Unternehmen.

Wie ist Ihre Meinung zu Praktika? Welche Bedeutung messen Sie diesen bei?

Praktika, Tätigkeiten als Werkstudent*in und Abschlussarbeiten in der Industrie sind nicht nur, aber vor allem für den Berufseinstieg von unschätzbarem Wert. Gerade in den Naturwissenschaften, wo man sich nur an der Uni am wissenschaftlichen Puls der Zeit fühlt, verlieren manche den Blick auf die Anwendung. Ich würde also selbst Leuten, die ihre Zukunft in der akademischen Karriere sehen, unbedingt raten Industrieerfahrung zu sammeln.

Sie waren für ein Auslandssemester in Italien. Welchen Wert  hatte diese Erfahrung für Ihren späteren Werdegang?

Leider absolvieren Studierende der MINT-Fächer eher selten ein Auslandssemester, obwohl gerade hier Abwechslung in der Lehrmethodik und dem Aufbau von Netzwerken sehr hilfreich sein kann. Diskussionsbasiertes Lernen und die Öffnung für Kultur und Leute haben mich persönlich viel weitergebracht

und mir sicherlich in (Bewerbungs-)Gesprächen und in Sachen Teamwork schon oft weitergeholfen.

Haben Sie noch einen Tipp für Bewerbungsgespräche? Gab es Fragen mit denen Sie  überhaupt nicht gerechnet hatten?

Mein jetziger Chef hat mich auf Englisch nach meiner Lieblingszeile in einem Songtext gefragt und wollte dadurch mitten im Kreuzverhör Spannung rausnehmen und testen, ob ich persönlich ins Team passe. Ich kann also nur raten, sich nicht zu verstellen und auch Persönlichkeit zu zeigen.

Vielen Dank Herr Gnedel!

 

Interview vom 12.05.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

LinkedIn

Seit 2021 Entwicklungsingenieur bei der Carl Zeiss SMT GmbH in Oberkochen

2017 bis 2021 Promotion und Wissenschaftliche Mitarbeit am Lehrstuhl für Experimentalphysik I, Anstellung am Anwenderzentrum für Material- und Umweltforschung (AMU)

2017 Praktikum und Masterarbeit bei der Daimler AG in Ulm

2011 bis 2017 B.Sc. Materialwissenschaften; M.Sc. Physik mit Nebenfach Informatik an der Universität Augsburg

 

 

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„In meinen Augen ist es mindestens hilfreich Programmieren zu können.“

 

Herr Dr. Motz, Sie sind als Entwicklungsingenieur für die Liebherr Group tätig. Würden Sie bitte kurz Ihren Tätigkeitsbereich beschreiben. Welche Hauptaufgaben haben Sie im Unternehmen übernommen und was begeistert Sie besonders?

Meine Hauptaufgaben sind Entwicklung, Analyse und Test von Algorithmen für einen Sensor, der die Position von Hydraulikzylindern misst. Dies geschieht mit Hilfe von Hochfrequenzsignalen, die in den Zylinder eingekoppelt werden und deren Streuung Signaturen aufweisen, die zur Positionsbestimmung genutzt werden können. Besonders schätze ich die Vielfältigkeit der Aufgaben und Lösungsansätze, die verfolgt werden. So loten wir zum Beispiel Methoden aus der KI aus, um Verschleiß am Zylinder feststellen zu können und nutzen Finite-Elemente Methoden zur Simulation der Elektrodynamik im Zylinder.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf den Beruf vorbereitet? Welche Studieninhalte sind von großer Bedeutung und welche Fähigkeiten mussten Sie sich noch aneignen?

Die größte Rolle spielt sicher die Elektrodynamik und Hochfrequenztechnik. Letzteres ist zwar nicht direkt Inhalt im Studium gewesen, die Voraussetzung sich schnell einlesen zu können war jedoch gegeben. Ebenfalls eine sehr wichtige Rolle in der Signalverarbeitung spielen numerische Verfahren.

Wieso hatten Sie sich für eine Promotion entschieden? Eher Forschungsinteresse oder bessere Berufsaussichten?

Sowohl als auch. Das Studium bereitet vor allem auf wissenschaftliches Arbeiten vor und da wollte ich nach der Masterarbeit einfach gerne noch länger im wissenschaftlichen Betrieb tätig sein. In Hinblick auf einen möglichen Wechsel in die Industrie ist die Promotion vor allem in der F&E häufig Einstellungsvoraussetzung und bot mir außerdem Gelegenheit vorhandene Programmierkenntnisse noch zu vertiefen.

Welche Bedeutung haben Ihrer Meinung nach Praktika und Nebentätigkeiten für die Berufsorientierung und späteren Einstellungschancen?

Da ich bereits als Schüler betriebliche Praktika und Nebentätigkeiten absolvierte war ich während dem Studium vor allem als Tutor an der Uni tätig. Dies hatte den Vorteil, dass das Wiederholen der Inhalte und der Kontakt zu den Dozent*innen und Kommiliton*innen im eigenen Studium sehr hilfreich ist. Da sich jedoch die möglichen Berufsbilder für Physiker*innen in der Industrie enorm unterscheiden und ein Wechsel zum Beispiel von der Beratung in die Entwicklung nach einiger Zeit auch nicht mehr so einfach möglich ist, empfehle ich eher gegen Ende des Studiums ein Praktikum zu absolvieren.

Welchen Rat möchten Sie den Augsburger Studierenden mit auf den Weg geben?

In fast jedem Job ist es in meinen Augen mindestens hilfreich das Programmieren zu können. Python zum Beispiel ist sehr geeignet, um anspruchsvolle Numerik zu machen, oder auch um einfach schnell Messdaten zu plotten und zu analysieren.

Vielen Dank Herr Dr. Motz!

 

Interview vom 31.05.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

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Xing

Seit 2018 Entwicklungsingenieur bei der Liebherr-Elektronik GmbH in Lindau

2014 bis 2018 Wissenschaftliche Mitarbeit am Institut für komplexe Quantensysteme an der Universität Ulm

2014 bis 2018 Promotion in Theoretischer Physik an der Universität Ulm

2013 bis 2014 Wissenschaftliche Mitarbeit am Lehrstuhl für Theoretische Physik an der  Universität Augsburg

 

 

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„Flexibilität macht einen Materialwissenschaftler aus und ist seine Stärke.“

 

Herr Krones, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag und welche Aufgaben Sie haben?

Als Project Development Engineer (PDE) bei Britax Römer bringe ich Verbesserungsvorschläge zu bestehenden oder neuen Produkten ins jeweilige Projektteam ein. Diese Vorschläge beruhen auf detaillierte Analysen von eigens beauftragten Schlitten-/Crashtests. Die Crashtests werden von geschultem
Personal im Haus durchgeführt.

Können Sie Studieninhalte in Ihrem Arbeitsalltag einbringen?

Studieninhalte kann ich nicht direkt anwenden. Das allgemeine und breit gefächerte Fachwissen aus dem Studium und die Fähigkeit, sich in neue Sachverhalte einzuarbeiten, hilft mir jedoch sehr.
Generell sind das technische Verständnis und das Erfassen von logischen Sachverhalten unabdingbar.

Warum haben Sie sich für Ihren Arbeitgeber entschieden? Was gefällt Ihnen dort am besten?

Da meine Auswahl an potenziellen Arbeitgebern in meinem Heimatlandkreis und im Allgäu (früherer Wohnort meiner Frau) relativ beschränkt war, fiel die Wahl schnell auf Britax Römer. Das heißt aber nicht, dass ich nicht froh darüber bin, ein Teil dieses Unternehmens zu sein. Ganz im Gegenteil. Ich weiß, dass mein Beruf etwas Bedeutsames bewirkt und genau das war immer mein Ziel. Mein Beruf gibt mir die Möglichkeit mein eigenes Kind und die Kinder vieler anderer Familien so gut als nur möglich im Straßenverkehr zu schützen.

Wie wichtig ist der „rote Faden“ im Lebenslauf bzw. hilft es, bereits im Studium sein Berufsziel zu kennen?

Ein roter Faden im Lebenslauf ist vermutlich nicht notwendig. Meine Erfahrung zeigte, dass Praktika bei Unternehmen hilfreicher sind als ein „sauberer“ Lebenslauf. Seine Ziele zu kennen ist gut, aber nicht zwingend notwendig. Ich hatte nie einen bestimmten Arbeitgeber im Kopf. Ich glaube auch, dass Materialwissenschaftler flexibel sind und viele Möglichkeiten haben. Genau das macht uns aus.

Welche Bedeutung haben Praktika für die Verbesserung der Einstellungschancen?

Wie ich bei der Frage zuvor schon erwähnt habe, sehe ich Praktika als wichtig an. Das war mir zum damaligen Zeitpunkt nicht bewusst und hat mir sehr wahrscheinlich den Berufseinstig erschwert.

Warum haben Sie sich für den Studiengang Materialwissenschaften entschieden?

Für mich war relativ spät klar, dass ich Materialwissenschaftler werden möchte. Gegen Ende meiner Schulzeit nahm ich an einer Infoveranstaltung der Uni Augsburg teil. Dort lernte ich den Studiengang
Materialwissenschaft kennen. Ich war sofort überzeugt, da mein naturwissenschaftliches Interesse schon immer sehr ausgeprägt war. Tatsächlich hatte ich Physik in der Oberstufe am Gymnasium abgewählt. Das hat mich offensichtlich nicht daran gehindert Material-wissenschaftler zu werden. Ich würde empfehlen, dass man sich auf seine Interessen konzentriert und sich dahingehend weiterbildet.

Was vermissen Sie aus Ihrer Studienzeit am meisten?

Vermutlich geht es mir hier wie vielen anderen. Ich vermisse die freie Zeit.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 01.03.2020

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2018 Project Development Engineer bei Britax Römer

2016 bis 2018 Assistant R&D Manager bei der BWF in Offingen

2010 bis 2015 Nebentätigkeit beim städtischen Bauhof

2009 bis 2015 Studium der Materialwissenschaften an der Universität Augsburg

 

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„In der Halbleiterindustrie finden sich auch abseits der universitären Forschung interessante Fragestellungen.“

 

Herr Dr. Krätschmer, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Alltag und welche Aufgaben Sie haben?
Als Product Owner habe die Aufgabe,mich um die Performance dermir zugeteilten Produkte bzw. Technologien unseres Portfolios innerhalb der Fertigungskette zu kümmern. D. h., dass ich mir einerseits einen Überblick über die Ausbeute (das ist in allen Bereichen der Halbleiterindustrie die wichtigste Kennziffer) aller Fertigungsbereiche verschaffe, um bei Bedarf aktiv zu werden. Andererseits versuchen meine Kollegen und ich ständig, Bereiche
zu identifizieren, in denen man die Effizienz der Produktion steigern kann – mit dem Ziel einer Senkung der Herstellungskosten. Unser Team stellt die Schnittstelle vieler verschiedener Bereiche dar, daher ist viel Kommunikation und Synchronisation gefragt. Dabei sind wir i.d.R. nicht die dedizierten Experten beim jeweiligen Thema, müssen jedoch ein gutes Gesamtverständnis für das Produkt und dessen Herstellungsprozess mitbringen.
Was fasziniert Sie an Ihrer Branche besonders?
Die Halbleiterindustrie ist eine High-Tech Branche mit sehr vielen Tätigkeitsfeldern. An der Mikroelektronik
fasziniert mich besonders der Umstand, dass der Mensch es fertig bringt, hochkomplizierte Produkte mit kleinsten Strukturen im Mikround Nanometerbereich millionenfach herzustellen – und alle funktionieren! Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf den Beruf vorbereitet?
Als Physiker steht man am Ende des Studiums oder der Promotion meist vor der Frage, was genau
man nun eigentlich „im richtigen Leben“ damit anfangen soll. Für mich selber kann ich behaupten, dass ich vor allem gelernt habe wie man analytisch Probleme löst und am Ball bleibt, wenn es mal etwas zäh wird. Kommunikationsfähigkeit und -wille schätze ich als wichtige Eigenschaften bzw. Kompetenzen ein, da in vielen Bereichen über alle Zeitzonen und Länder- bzw. Kulturgrenzen hinweg zusammen gearbeitet wird. Manchmal braucht es dafür ein wenig Überwindung und das erkennt man am ehesten im jeweiligen Job.
Wieso entschieden Sie sich für eine Promotion? Welche Auswirkung hatte diese auf Ihren Berufseinstieg?
Der Hauptgrund war bei mir das Interesse am Thema und ich wollte mich nach der Diplomarbeit einfach noch eingehender mit der Physik befassen und ein Forscher sein – ein klein wenig habe ich auch damit geliebäugelt, in der Forschung zu bleiben. Letztendlich habe ich mir dann mit der Halbleiterindustrie eine Branche
ausgesucht, in der man auch abseits der universitären Grundlagenforschung jederzeit genügend anspruchsvolle Fragestellungen findet, an denen man sich ausprobieren kann.
Was betrachten Sie rückwirkend als wertvolle Erfahrung während der Zeit an der Uni Augsburg?
An der Uni Augsburg habe ich mich immer gut aufgehoben gefühlt und die Professoren und deren
Assistenten waren sehr zugänglich und nahbar. Aus den Jahren an der Uni habe ich heute noch gute Freunde und auch der Kontakt zu meinem früheren Lehrstuhl ist erhalten geblieben – ich freue mich jedes Mal, wenn ich die alten Weggefährten wiedersehe!
Vielen Dank für das Gespräch!

Interview vom 10.03.2020

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2018 Production Management bei Infineon Technologies AG
2014 bis 2018 Product Engineer bei Micron Technology
2007 bis 2013 Promotion am Lehrstuhl Experimentalphysik V der Universität Augsburg
2001 bis 2007 Studium der Physik an der Universität Augsburg

 

© Universität Augsburg

„Der Beruf des Patentanwalts verbindet technische, juristische und unternehmer-ische Herausforderungen miteinander.“

 

Herr Dr. Zeitler, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag?

Die Haupttätigkeit besteht aus Schreibtischarbeit wie z.B. Verfassen von Patentanmeldungen und Beantworten von Prüfungsbescheiden der Patentämter. Aber auch die persönliche Beratung von Erfindern und Firmen entweder vor Ort oder telefonisch nimmt einen großen Teil des Arbeitsalltages ein. Da eine Kanzlei ein kleines Unternehmen ist, fallen auch Personalangelegenheiten sowie steuerliche und wirtschaftliche Fragestellungen an. Auch wenn es nicht jeden Tag ist, gehört natürlich auch die Vorbereitung und Teilnahme an Gerichtsverfahren und Anhörungen vor den Patentämtern zu den Tätigkeiten eines Patentanwaltes. Um neue Aufträge zu bekommen, muss Akquise (Vorträge halten, Besuche abstatten, …) betrieben werden, dies ist mit Reisen und Abendveranstaltungen verbunden. Sämtliche Tätigkeiten müssen in Deutsch und Englisch beherrscht werden.

Wie sah Ihr Start ins Berufsleben aus? Wie kamen Sie zu Ihrer aktuellen Position?

Angefangen habe ich als Entwickler in einem großen Halbleiterunternehmen. Über eigene Erfindungen und die Zusammenarbeit mit der Patentabteilung habe ich dann den Beruf des Patentanwaltes kennengelernt. Auch wenn die Promotion für den Beruf des Patentanwaltes keine Voraussetzung ist, habe ich diese Zeit an der Uni besonders genossen und würde daher rückblickend beruflich nichts anders machen.

Wie sind die Voraussetzungen, um den Beruf eines Patentanwalts ergreifen zu können? Wie sieht die Ausbildung aus?

Voraussetzung ist ein technisches Studium an einer Universität und mindestens ein Jahr Berufserfahrung. Dann muss man sich einen zugelassenen Patentanwalt suchen, der einen als Kandidaten nimmt und für 3 Jahre ausbildet. Parallel dazu muss man für 2 Jahre an einer Universität ein „abge-specktes“ Jurastudium absolvieren. Die letzten etwa 9 Monate Ausbildung arbeitet man am Deutschen Patentamt und guckt den Patent-, und Markenprüfern sowie Richtern über die Schulter. Ein Staatsexamen schließt die Ausbildung ab.

Was begeistert Sie besonders an Ihrer Arbeit? Wo sehen Sie die Vor- und Nachteile dabei?

Die Vielfalt der Tätigkeiten und die immer wieder neuen technischen Herausforderungen um die neuesten Erfindungen verstehen und wiedergeben zu können.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium vorbereitet auf den Beruf? Vermissen Sie gewisse Qualifikation?

Insbesondere als Partner/Gesellschafter einer Kanzlei, kommen zusätzlich zu den fachlichen Fragen noch viele weitere Aufgaben auf einen zu, auf die man meist nicht vorbereitet ist, hier hilft dann nur Weiterbildung und „learning by doing“.

Haben Sie ein Hobby, mit dem Sie vom berufsalltag abschalten können?

Die Berge sind mein Hobby. Vieles was man da zu jeder Jahreszeit machen kann mache ich gerne: Bergsteigen, Klettern, Skitouren, Mountainbiken, Berglauf, …

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 05.12.2018

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2009 Patentanwalt bei KUHNEN & WACKER

2005 bis 2008 Leiter der Abteilung “Patent & Trademark Prosecution“ bei Qimonda AG

2000 bis 2005 Patent Professional bei Infineon Technologies AG

1999 bis 2000 IP Manager bei Infineon Technologies AG

1989 bis 1998 Physik-Studium an der Universität Augsburg

 

 

© Universität Augsburg

„Viele Promovierende kommen über vorangehende Hiwi-Tätigkeiten an ihre Stellen.“

 

Herr Helbig, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag?

Wenn ich nicht gerade im Hörsaal, Seminarraum oder auf Konferenzreise bin, bin ich im Büro. Mein Forschungsfeld in der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Resource Lab“ befasst sich mit Material- und Energieflüssen in Wirtschaft, Technik, Gesellschaft und Natur sowie deren Wechselwirkungen. Ich entwickle insbesondere Materialfluss- und -bewertungsmodelle für Metalle und Minerale. Zur Datenrecherche, Programmierung von Modellen in Python, Austausch mit anderen Wissenschaftlern und dem Schreiben von Manuskripten sowie, nicht zu vergessen, auch der Doktorarbeit, ist der Computer unverzichtbar.

Auf den direkten Austausch mit Kollegen für schnelles Feedback und zum Brainstorming will ich aber nicht verzichten, denn Forschung ist auch Teamarbeit. Deswegen ist es auch wichtig, nach Draußen zu gehen und Konferenzen und Workshops zu besuchen. Für die Lehre halte ich Vorlesungen und Seminare, bespreche mit Studierenden ihre Forschungsthemen, stelle Übungs- und Klausuraufgaben und bewerte auch Klausur- und Abschlussleistungen.

Was begeistert Sie besonders an Ihrer Arbeit? Wo sehen Sie die Vor- und Nachteile dabei?

Als Wissenschaftler habe ich das Privileg, meiner Neugier jeden Tag nachgehen zu dürfen. Ich bearbeite Fragestellungen, deren Lösung mich interessiert. Mein Doktorvater gibt mir dafür zum Glück nicht zu enge Vorgaben. Da ich vielseitig interessiert bin, ist das interdisziplinäre Themenfeld der Industrial
Ecology ideal und ermöglicht mir durch die Verknüpfung verschiedener Methoden aktuell gesellschaftlich relevante Themen umfassend zu betrachten.

Welche Studienschwerpunkte wählten Sie und warum?

Ich habe meine Leistungspunkte im Master hauptsächlich durch Veranstaltungen der Theoretischen Physik gesammelt. Die mathematische Modellierung machte mir schon immer Spaß, daher vertiefte ich diese. Außerdem ist es für Labor-einrichtungen besser, wenn ich Ihnen nicht zu nahe komme.

Meine Masterarbeit habe ich an dem Lehrstuhl für Ressourcenstrategie geschrieben, was zu meinem Promotionsthema überleitete.

Warum haben Sie sich für eine Promotion entschieden? Wie kamen Sie zu Ihrer aktuellen Position?

Ich bin zu meiner Stelle über die vorherige Hiwi-Tätigkeit gekommen. Ich durfte als Hilfskraft bereits an einem Aufsatz mitschreiben und so mein mögliches Arbeitsfeld kennenlernen. In einer Promotion kann man sich so lange und so intensiv wie nie wieder im Leben mit einer einzelnen Fragestellung auseinandersetzen. Dies erfordert Geduld und schult die Frustrationstoleranz, kann aber auch unglaublich erfüllend sein. Neugier ist hierbei für mich der entscheidende Antrieb.

Was ist Ihr Traumberuf nach der Promotion?

Professor für Industrial Ecology an einer Universität.

Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem studentischen Ich rück-blickend gerne mitgeben?

Vergiss nicht auch das Leben zu genießen. Das hat sich übrigens gebessert.


Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 12.12.2018

 

 

Wichtige Karriereschritte

(am 01.02.2022 wurde Prof. Dr. Helbig zum  Lehrstuhlinhaber für Ökologische Ressourcentechnologie an der Universität Bayreuth berufen)

seit 2013 Doktorand und wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Production & Supply Chain Management an der Universität Augsburg, in dieser Funktion seit 2016 auch Erasmus-Fachbetreuer für Wirtschaftsingenieurwesen

2008 bis 2013 Physik-Studium an der Universität Augsburg

 

 

© Universität Augsburg

„Mein Tipp an die Studierenden: Am Ball bleiben und auf die eigenen Fähigkeiten vertrauen!“

 

Herr Dr. Völk, würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag als Projektleiter aussieht?

Mein Arbeitsalltag besteht sowohl aus Tätigkeiten, bei denen ich in die Tiefe gehe - z.B. für Analysen oder Durchführung von Simulationen und Tests - als auch aus Tätigkeiten, bei denen es gilt, einen breiteren Überblick zu wahren. Dies ist z.B. bei Projekttreffen, Budgetplanungen oder Koordination von Arbeits-paketen der Fall.

Inwiefern spielen Reisetätigkeiten in Ihrem Berufsalltag eine Rolle?

Reisetätigkeiten spielen in meiner derzeitigen Stelle eine große Rolle. Neben Reisen innerhalb Deutschlands, war ich des Öfteren in anderen Ländern Europas und in den USA unterwegs. Im Rahmen von Kampagnen kann es auch vorkommen, dass ich mehrere Wochen am Stück verreise. In meinem Fall
nehmen die Reisetätigkeiten nicht überhand, so dass ich sie eher als willkommene Abwechslung zum Büroalltag sehe.

Was war für Sie die ausschlaggebende Motivation für Ihre Promotion?

Für mich war es ausschlaggebend, Grundlagenforschung betreiben zu dürfen.

Im Anschluss starteten Sie als Trainee bei ESA in der Nähe von Madrid. Wie kam es zu  diesem eher unüblichen Karrierebeginn als Promovierter?

Die Ausschreibung für die konkrete Traineestelle hat explizit auch
Promovierte angesprochen. Eventuell unterscheidet sich hier das Traineekonzept von vergleichbaren Programmen in der Industrie. Zudem bleibt man in der Regel am gleichen ESA-Standort, d.h. es ist kein Wechsel an andere ESA-Standorte vorgesehen.

Hat sich Ihre Begeisterung für den Weltraum als Nebeneffekt Ihrer Tätigkeit bei ESA - ESAC entwickelt?

Die Begeisterung für den Weltraum hatte sich bei mir bereits seit meiner Kindheit entwickelt.

Mit welchen Vorstellungen haben Sie damals Ihr Studium begonnen? Sind diese erfüllt worden?

Meine Vorstellung war, in die Forschung einzusteigen. Diese Vorstellung wurde dann während meiner Zeit als Diplomand und Doktorand erfüllt.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium vorbereitet auf den Beruf?

Meine Arbeit beim DLR und vorher bei der ESA ist /war keine Grundlagenforschung, sie dient aber letztendlich der Erforschung des Weltraums. Ich benutze außerdem viele Methoden, die ich mir während
meines Studiums und meiner Promotion angeeignet habe. Insofern hat mich das Studium der Physik sehr gut auf den Beruf vorbereitet.

Gibt es etwas an der Universität Augsburg, das Ihnen besonders ans Herz gewachsen ist?

Hier hat mich sicherlich die Zeit am Lehrstuhl Experimentalphysik I
geprägt. Die tolle Atmosphäre und das produktive Umfeld dort werde ich immer in Erinnerung behalten.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Interview vom 13.12.2018

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2013 Projektleiter beim DLR

2011 bis 2013 German Trainee Programme beim European Space Astronomy Centre (ESA - ESAC)

2007 bis 2010 Promotion in Physik an der Universität Augsburg

2006 Wiss. Mitarbeiter am Instituto Microelectrónica de Madrid

1999 bis 2005 Physik-Studium an der Universität Augsburg

 

 

© Universität Augsburg

 „Sein eigenes Ding machen - dabei behält man das Ziel im Auge und kommt so zum Erfolg“

 

Herr Dr. Matthias Knoll, sie sind Projektleiter / Wertanalyst bei der BAUER Maschinen GmbH. Welchen Aufgaben erfüllt ein Pro-jektleiter?

Der Projektleiter führt zu Beginn des Projektes eine Planung hinsichtlich Ziel, Kapazitäten und Aufwänden durch. Im Verlaufe des Projektes koordiniert er die Aufgaben, vergleicht SOLL- und IST-Zustände, führt die Dokumentation durch und ergreift gemeinsam mit dem Team Maßnahmen, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Warum haben Sie sich nach dem Studium für eine Promotion entschieden? Bieten sich mit einem Doktortitel berufliche Möglichkeiten, die es sonst nicht gibt?

Nach Abschluss des Diplomstudiengangs hat sich die Möglichkeit zur Promotion ergeben, die ich gerne ergriffen haben.

Eine Antwort auf die Frage nach den Möglichkeiten mit Doktortitel beginnt mit „Das hängt davon ab…“, da hierbei viele Faktoren eine Rolle spielen. Dies sind u.a. das Unternehmen, in dem man tätig ist, und dessen Kultur, die Branche des Unternehmens, die Kollegen, etc. Daher ist eine pauschale Antwort dieser Frage mit JA oder NEIN nicht möglich – es hängt immer davon ab …

Was begeistert Sie besonders an Ihrer Arbeit und gibt es auch Schattenseiten?

An der Arbeit begeistert mich die Tätigkeit an sich, da immer wieder neue Dinge „passieren“, was wiederum zu einem dynamischen Alltag führt, der nicht durch ein wiederkehrendes Alltagsgeschäft geprägt ist. Auf diese Situationen muss man entsprechend reagieren. Gemäß „Wo Licht ist, ist auch Schatten“, gibt es auch Schattenseiten – solange aber die positiven Seiten überwiegen macht die Arbeit Spaß.

Work Life Balance und ihr Job, wie passt das bei Ihnen zusammen?

Die Antwort dieser Frage beginnt ebenfalls mit „Das hängt davon ab…“. Die Basis der Work Life Balance sind persönliche Wünsche und Ansprüche. Führt man sich diese vor Augen und gleicht sie mit den Informationen über potentielle Arbeitgeber ab, so ergibt sich die Work Life Balance von alleine.

Mein Hobby, das Mountainbiken, kann ich bspw. mit dem Job sehr gut in Einklang bringen. Die 30km Arbeitsweg – idealerweise im Sonnenaufgang – zu absolvieren sind für mich eine sehr erholsame Art den Tag zu beginnen.

Was würden Sie Studierenden empfehlen um ihren eigenen Weg zu finden?

„Sein eigenes Ding zu machen“ – d.h. das zu tun, was einem Spaß macht und Freude bereitet. Dabei behält man im Normalfall das Ziel im Auge, ist mit der nötigen Konsequenz bei der Sache und kommt so zum Erfolg.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 14.05.2018

 

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2018 Projektleiter / Wertanalyst bei der Bauer Maschinen GmbH

2009 bis 2017 Lech– Stahlweke GmbH

2005 bis 2009 Promotion an der Universität Augsburg

1999 bis 2005 Physik Studium (Diplom) an der Universität Augsburg

 

© Universität Augsburg

„Werkstudententätigkeiten bieten die Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln und seine persönlichen Präferenzen zu entwickeln“

 

Herr Thomas Metzenrath, Sie sind als Versuchsingenieur bei der Haimer GmbH tätig. War für Sie nach dem Studium direkt klar, dass dies die richtige Beschäftigung für Sie ist?

Ich wollte nach dem Abitur Maschinenbau oder Physik studieren. Nach dem Master-Abschluss in Physik habe ich mich bewusst bei Unternehmen in der Maschinenbaubranche beworben, da ich großes Interesse in diesem Bereich habe. Eine Promotion war für mich demnach eher unattraktiv. Dass es dann die Haimer GmbH wurde, war mehr oder weniger Zufall.

Was begeistert Sie besonders an Ihrer Arbeit und gibt es auch Schattenseiten?

Ich habe hier die Möglichkeit bekommen alle Grundkenntnisse der Metallbearbeitung und der Konstruktion zu erlangen. Gerade in der Anfangszeit konnte ich den kompletten Zyklus von Konzeption, Konstruktion, Bestellung, Fertigung, Montage, Inbetriebnahme alleine durchlaufen. Ich habe einen abwechslungsreichen, mobilen Job und sitze nicht den ganzen Tag im Büro vor dem PC, was mir persönlich sehr wichtig ist.

Die Haimer GmbH ist ein rasant wachsendes Unternehmen und die aktuelle wirtschaftliche Situation verschärft diesen Zustand hinzukommend, wodurch es ab und an stark herausfordernd werden kann.

Welche Voraussetzungen muss man für Ihren Beruf mitbringen?

Meiner Meinung nach sind in jedem Beruf die grundsätzlichen und selbstverständlichen Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Offenheit, Kritikfähigkeit, etc. unabdingbar. In meinem speziellen Beruf sollte man Interesse an technischen Aufgaben haben und einen Drang diese so einfach wie möglich zu lösen. Dazu gehört abstraktes und logisches Denken, Mut über den Tellerrand hinauszusehen, nach Alternativen zu suchen, das Bisherige zu analysieren und zu hinterfragen, sowie eine gewisse Frustrationstoleranz.

Wie wichtig sind Informatik und Mathematik Kenntnisse in Ihrem Beruf?

Da wir heutzutage in einer digitalisierten Welt leben und in Zukunft immer mehr automatisiert wird, ist eine Grundausbildung in Informatik in einem technischen Beruf fast schon Standard. Die Fähigkeit einen Quellcode zu lesen und bei Bedarf zu ändern sollte vorhanden sein.

Grundkenntnisse in Statistik und Analysis sollten ebenso vorhanden sein. Man muss jedoch keine seitenlangen Beweise anfertigen.

Was sollte man während des Studiums unbedingt tun? Welche Tipps haben Sie für die Studierenden?

Wenn ich etwas bereue während meiner Studienzeit, dann dass ich zu wenig Werkstudententätigkeiten ausgeübt habe. Man hat hierbei die Möglichkeit als Student gutes Geld zu verdienen, Erfahrung zu sammeln und seine persönlichen Präferenzen zu entwickeln. Mit dieser gewonnenen Erfahrung tut man sich bei der späteren Berufswahl deutlich leichter. Außerdem füllt man seinen Lebenslauf und kann Kontakte knüpfen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Interview vom 12.05.2018

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2016 Versuchsingenieur bei der Haimer GmbH

2009 bis 2016 Physik Studium (Bachelor und Master) an der Universität Augsburg

 

 

© Universität Augsburg

„Eine geschickte Kommunikation und die Fähigkeit, sich in neue Themenbereiche einarbeiten zu können, sind essentiell!“

 

Herr Wolfert, Sie sind Entwicklungsingenieur bei Colténe Whaledent GmbH & Co. KG. Würden Sie kurz beschreiben wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Das lässt sich sehr schwer kurz beschreiben ;-) Eigentlich bieten sich ständig neue Themengebiete, die zu betrachten und zu bearbeiten sind. In der F&E-Abteilung arbeitet man im Laufe der Zeit mit fast allen Unternehmensbereichen zusammen, da kommt nie Langeweile auf. Ansonsten muss ich neben der Entwicklung neuer auch die Pflege bestehender Produkte sicherstellen. Hierbei wechselt sich Büroarbeit mit Berichten, Planung, Recherchen und Literatur mit Labor- und Produktionstätigkeiten sowie gelegentlichen Dienstreisen zu Messen, Tagungen oder Lieferanten ab.

Wie sind sie bei ihrem ersten Jobwechsel bei der neuen Stellensuche vorgegangen?

Ich habe mir gezielt Firmen und auch Stellenanzeigen herausgesucht, die mich interessieren, die zu mir passen könnten und von denen ich mir neue Herausforderungen versprochen habe. Ich habe sowohl Initiativbewerbungen an interessante Firmen als auch Bewerbungen zu konkreten Anzeigen geschrieben. Wenn man nicht arbeitslos ist kann man relativ entspannt nach einer neuen Stelle suchen!

Wie ist der Schritt vom universitären Arbeiten hin zum Arbeiten in der Industrie?

Eigentlich wurde ich durch das Physikstudium recht gut auf die Arbeitswelt vorbereitet. Man lernt seine Aufgaben selbst zu organisieren und auch zu priorisieren. Außerdem kann man sich als Physiker in (fast) jedes Thema gut einarbeiten. Allerdings muss man im Job anders kommunizieren, hierbei haben mir meine Erfahrungen in der Freizeit beim Verein und dem Ehrenamt sicherlich geholfen.

Sie arbeiten in Langenau bei Ulm für ein Schweizer Unternehmen. Haben Sie in Ihrem Berufsleben bisher kulturelle Unterschiede erlebt? Und welche Auswirkungen hatten diese?

Die wesentlichste Auswirkung, die ich verspüren konnte sind eigentlich nur „Missverständnisse“. Gott sei Dank musste ich noch keine Diskriminierung oder ähnliches erleben. Über kulturelle Grenzen hinweg kann es bei jeder Kommunikation noch leichter zu Missverständnissen kommen als diese sowieso schon vorkommen. Mit einer offenen, klaren Ausdrucksweise, was nicht immer leicht ist, kommt man schon recht weit. Man muss kulturelle Unterschiede kennen und sie akzeptieren, dann kann man gut mit ihnen zurecht kommen. Ich denke auch die eigene Authentizität und damit seine Glaubwürdigkeit sollte man immer bewahren. Jede Mentalität, sowohl kulturell als auch persönlich, hat nicht nur Nach- sondern auch Vorteile.

Sie erwähnten im Jobtalk, dass für Sie nach dem Studium auch eine Promotion in Frage gekommen wäre. Wie denken Sie im Nachhinein darüber und welche Vorteile hätten Sie in einer Promotion gesehen?

Zu mir hat jemand mal gesagt: „Wenn du wirklich promovieren willst, dann mach es“. Ich wollte nie wirklich völlig zweifelsfrei, daher war es sinnvoll es nicht zu tun. Ein Doktortitel würde wahrscheinlich meine zukünftigen Karrierechancen verbessern. Das sollte aber nicht die Motivation für eine Promotion sein.

Welche Voraussetzungen muss man für Ihren Beruf mitbringen?

Die die man im Physikstudium vermittelt bekommt! Darüber hinaus: Kommunikationsfähigkeit! Ich muss sehr viel mit Kollegen aus fast allen anderen Abteilungen zusammenarbeiten, die in der Regel einen anderen Hintergrund haben als ich selbst. Um hier Missverständnisse zu vermeiden ist eine geschickte Kommunikation sehr wichtig. Außerdem ist die Fähigkeit sich in neue Themenbereiche schnell einarbeiten zu können essentiell, da im Alltag immer wieder neue Fragen und Aufgaben entstehen.

Würden Sie heute noch einmal dasselbe studieren oder doch einen anderen Studiengang wählen?

Eventuell würde ich mir einen etwas spezialisierteren Studiengang wählen, da ich heute besser weiß was ich kann und was mich interessiert. In jedem Fall aber würde es ein sehr physikalischer Studiengang sein.

Haben Sie Tipps für das Bewerbungsgespräch?

Ich denke man sollte sich auf jeden Fall intensiv mit der Bewerbung und im Vorfeld auch mit dem Bewerbungsgespräch auseinandersetzen, üben, einlesen, etc.

Der enorme qualitative Unterschied zwischen meiner ersten und meiner letzten Bewerbung überrascht mich im Nachhinein, obwohl der Inhalt der gleiche ist. Mit einer gut geschriebenen Bewerbung kann man seine Erfolgschancen enorm erhöhen.

Vielen Dank für das Interview!

Interview vom 11.11.2013

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2012 Entwicklungsingenieur, Colténe Whaledent GmbH & Co. KG

2010 bis 2012 Entwicklungsingenieur, OFS Fitel Deutschland GmbH

Praktika SGL Group Meitingen, manroland

2002 bis 2008 Studium Physik (Diplom) mit Nebenfach BWL

 

 

 

© Universität Augsburg

„Es ist wichtig mal über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen.“

 

Herr Machunze, Sie sind Prozessingenieur bei Osram Opto Semiconductors GmbH. Würden Sie kurz beschreiben wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Ich fahre meinen PC hoch, überprüfe den Status „meiner“ Anlagen, bearbeite, wenn vorhanden, gestoppte Produktionschargen und kümmere mich dann um laufende Projekte. Das sind Verbesserungen an Arbeitsplätzen, Evaluierungen / Prozessfreigaben von neuen Anlagen oder aber auch mal Ursachenforschung bei Problemen, Mitarbeit in Task-Forces Leitung von sog. 8D-Teams. Kein Tag gleicht dem anderen und morgens weiß ich noch nicht sicher wie der Nachmittag ausschaut.

Was würden Sie den Studenten hinsichtlich der Promotion empfehlen? Sollte man als Physiker promovieren und wo? Wie wichtig ist die  Dissertation für die Karriere?

Als Physiker muss man nicht promovieren. Die Hälfte meiner Physiker-Kollegen ist nicht promoviert. Wenn doch, würde ich in den meisten Fällen empfehlen die Uni zu wechseln. Ob man an der Uni oder im Unternehmen promovieren will, ist Geschmackssache, will ich Grundlagen erforschen oder angewandte Forschung betreiben. Letzteres findet man eher in Unternehmen oder an Fraunhofer Instituten.

Sie schwärmten von Ihrem Aufenthalt im Ausland. Soll dies jeder machen und wann passt es am Besten?

Ja, die Erfahrungen waren prägend und ich kann jedem Studenten nur dazu raten, wenn möglich, eine Weile ins Ausland zu gehen. Hinsichtlich des Zeitpunkts: Warum nicht zum Master?

Wie wichtig ist der „rote Faden“ im Lebenslauf bzw. hilft es bereits im Studium sein Berufsziel zu kennen?

Meiner Meinung nach ist der rote Faden überbewertet. Während des Studiums sollte man für sich herausfinden was einem besonders Freude macht. Dabei sollte man unbedingt mal über den Tellerrand hinaus schauen, wenn es die Zeit denn zulässt . Warum nicht mal Kunstgeschichte hören oder ein völlig fachfremdes Praktikum machen? Und sein Berufsziel kennen, kann man das schon während des Studiums? Es kommt doch eh immer anders. Entscheidend ist erst einmal die passende Studienrichtung.

Was war bisher Ihr interessantestes Projekt? Was begeistert Sie besonders an Ihrer Arbeit und was sollte anders sein?

Während meiner Promotion sicherlich die Zusammenarbeit mit der Universität in Sheffield. Und bei Osram OS ist es bisher die Einführung eines völlig neuen Anlagentyps in die Fertigung. Da sind viele Absprachen und Runden nötig, um alle ins Boot zu holen und jeden zufrieden zu stellen. Oft vermisse ich die Zeit für Muße. Gerade die ist doch wichtig um neue Ideen zu entwickeln.

Sie haben sich bewusst für ein globales Unternehmen entschieden. Wie haben Sie das Unternehmen ausgewählt und wo sehen Sie die Vorteile?

Hab ich mich bewusst für Osram OS entschieden? Auch auf die Gefahr hin, dass mich meine Personaler schimpfen, wenn sie das hier lesen: nein. Wenn man seinen ersten ernsten Job im Ausklingen der Wirtschaftskrise von 2009 sucht, dann ist man froh über jedes vernünftige Angebot. Frische Absolventen sind mehr Spielball von Angebot und Nachfrage als man es meint. Aber dennoch ist  Osram OS natürlich  ein interessanter Arbeitgeber hinsichtlich der Größe: groß genug für internationale Erfahrungen, klein genug für kurze Dienstwege und um nicht den Überblick zu verlieren.

Wie wichtig sind ihrer Meinung nach „Softskills“ neben den naturwissenschaftlichen Fachkenntnissen? Was haben Physiker an Key Assets um gerade gegen Ingenieure zu punkten?

Zunächst sind Softskills für Physiker, die in der Wirtschaft bestehen und auch noch Karriere machen wollen, von entscheidender Bedeutung. Im Unternehmen ist ein gutgepflegtes Netzwerk von großer Wichtigkeit. Der Werkstattmeister kooperiert doch eher, wenn man sich mit ihm gut stellt als wenn man ihn von oben herab behandelt. Hinsichtlich der Key Assets von Physikern sagt mein Chef immer: „Von Physikern erwarte ich, dass sie sich in jedes Thema einarbeiten können und sei es noch so fachfremd.“ Wir haben Physiker in allen erdenklichen Bereichen eingestellt, von der Applikationsentwicklung über Chipdesign bis hin zum Qualitätsmanagement.

Welchen Ort an der Uni mochten Sie besonders?

...den Teich neben der Mathe-Bibliothek. Auf den Bänken und im Rasen hielten wir immer unsere Lern-Siestas ab. Wir nannten das „eine Runde ins Gras beißen“.

Was konnte Sie garantiert vom Lernen abbringen?

...eine Leberkäsesemmel mit süßem Senf und ein Mittagessen in der Mensa bei Frau Kuschek.

Sie haben das letzte Wort. Möchten Sie noch etwas Bestimmtes anmerken?

Macht etwas das Euch Freude bereitet. Und wenn es Euch gelingt es zu Eurem Beruf zu machen, dann meine besten Glückwünsche.

Vielen Dank für das Interview!

 

Interview vom 23.05.2012

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2010 Prozessingenieur, Osram Opto Semiconductors GmbH

2006 bis 2010 Promotion in Materialwissenschaften an der Uni Delft (Niederlande)

2000 bis 2006 Studium der Physik an der UniA

 

 

 

© Universität Augsburg

„Die geistige Flexibilität ist ein wichtiges Gut in einem Umfeld, das sich schnell ändert.“

 

Zum Interview

Interview vom 15.01.2010

 

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2005 Hardware Engineer bei Dionex Soft ron GmbH.
2005 Post-Doc, Universität Augsburg.

ab 2002 Dissertation und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Wixforth (München/Augsburg).
ab 1996 Studium der Physik (Diplom) an der LMU München.
 

 

© Universität Augsburg

„Es begeistert mich, an einem weltweit renommierten Institut mit führenden Wissenschaftlern und sehr guter Ausstattung zu forschen.“

 

Zum Interview

Interview vom 16.12.2009

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2008 Doktorand am Max-Planck-Institut für Quantenoptik - Attosecond and High-Field Physics.
2008 University of Utah.
ab 2004 Hauptstudium Physik (Diplom), LMU München.
ab 2002 Grundstudium Physik (Diplom), Universität Augsburg.

 

© Universität Augsburg

„Im Kern geht es darum, Auge und Geist offen zu halten für Neues und scheinbar unumstößliche Gegebenheiten kritisch zu hinterfragen.“

 

Zum Interview

Interview vom 22.11.2009

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2009 Leiter der Vorentwicklung,Bosch Siemens Home Appliances.
ab 2003 Teamleiter/Projektleiter, Bosch Siemens Home Appliance.
ab 2002 Wissenschaft licher Mitarbeiterund Postdoc, Max Planck-Institut fürPlasmaphysik.
ab 1992 Studium der Physik und Promotion, Universität Augsburg.
ab 1986 gewerbliche Ausbildung zum Facharbeiter ITT (Stahlformenbauer).
 

Informatik

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„Die Auseinandersetzung mit möglichen Einsatzbereichen während des Studiums ist sehr hilfreich.“

 

Frau Ludwig, Sie sind Associate Business Consultant im Bereich Automotive bei der msg systems ag. Würden Sie bitte kurz beschreiben, wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Als Associate Business Consultant bin ich derzeit als Fachberaterin in einem Projekt bei einem Automobilhersteller beschäftigt. Meine Tätigkeit als Fachberaterin umfasst dabei die Anforderungsanalyse und anschließende Spezifikation fachlicher Anforderungen. Außerdem bin ich im Testmanagement, der Testfallerstellung und der Testdurchführung tätig. Ein besonderer Schwerpunkt meiner täglichen Arbeit liegt auf der Abstimmung und der Kommunikation mit dem Kunden und den Entwicklern aus meinem Projektteam.

Welche Voraussetzungen muss man für Ihren Beruf mitbringen?

Neben dem fachlichen Know-how, welches man im Studium lernt, spielen vor allem eine gute Kommunikationsfähigkeit sowie eigenverantwortliches und lösungsorientiertes Denken eine große Rolle. Außerdem sollte man Freude an der Arbeit im Team und Flexibilität bezüglich sich schnell ändernder Situationen mitbringen.

Was begeistert Sie besonders an Ihrer Arbeit als IT-Beraterin und wo sehen Sie die Nachteile?

Besonders spannend finde ich, dass man die Möglichkeit hat, viele unterschiedliche Aufgaben zu übernehmen und mit verschiedensten Menschen in Kontakt zu kommen. Die Arbeit kommt einem nie langweilig oder eintönig vor und man kann immer wieder etwas Neues dazulernen.

Wenn es Sie nicht in den Bereich Automotive verschlagen hätte, wohin dann?

Den Bereich Automotive habe ich aus persönlichem Interesse an der Branche Automotive gewählt. Da mein fachlicher Schwerpunkt im Studium „Finance & Information“ war, hätte ich innerhalb der IT-Beratung vermutlich die Branchen Finanzdienstleistung oder Versicherungen gewählt, wenn es den Bereich Automotive nicht gegeben hätte.

Wäre für Sie statt dem Berufseinstieg in die Wirtschaft auch eine wissenschaftliche Karriere in Frage gekommen?

Nein, eine wissenschaftliche Karriere wäre für mich nach dem Masterstudium nicht in Frage gekommen. Nach guten fünf Jahren an der Universität wollte ich unbedingt neue Erfahrungen in der Praxis sammeln.

Was haben Ihre Kollegen größtenteils studiert?

Der Großteil meiner Kollegen hat Wirtschaftsinformatik, Informatik oder BWL studiert. Für die Arbeit in der IT-Beratung ist vor allem das Interesse an der IT wichtig. Daher ist es auch in einem BWL-Studium von Vorteil, IT-Grundlagen zu erlernen.

Ihre Meinung zum Thema „Frauen in Führungspositionen“?

In Führungspositionen spielen vor allem Soft Skills wie sehr gute Kommunikationsfähigkeit, sehr gutes Konfliktmanagement oder sehr gute Durchsetzungsfähigkeit eine große Rolle. Diese Fähigkeiten können sowohl Frauen als auch Männer mitbringen. Daher können Frauen meiner Meinung nach genauso gut Führungspositionen übernehmen wie Männer.

Hatten Sie während des Studiums einen Traumberuf?

Zu Beginn meines Studiums hatte ich keinen richtigen Traumberuf. Über verschiedene Praktika habe ich herausgefunden, dass ich den Beruf der IT-Beraterin besonders spannend und interessant finde. So hatte ich für meine Bewerbungsphase einen guten Anhaltspunkt, in welche Richtung meine zukünftige Beschäftigung gehen soll. Die Auseinandersetzung mit möglichen Einsatzbereichen während des Studiums ist daher meiner Meinung nach sehr hilfreich.

Welchen Platz an der Uni mochten Sie besonders?

Einen richtigen Lieblingsplatz hatte ich an der Uni nicht. Sowohl an der Wiwi-Fakultät als auch an der Informatik-Fakultät habe ich jederzeit eine gute Umgebung zum Lernen vorgefunden. Insgesamt fand ich das Studieren auf einem Campus von großem Vorteil.

Vielen Dank für das Interview!

 

Interview vom 16.11.2015

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

 

Seit 2014 Associate Business Consultant bei der msg systems ag

2009 bis 2014 wissenschaftliche Hilfskraft im Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement an der Universität Augsburg

2013 3 Monate Praktikum bei der Carls Zeiss AG

2011 5 Monate Praktikum bei der Senacor Technologies AG

2008 bis 2014 Studium Wirtschaftsinformatik (B.Sc.) und Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre   (M.Sc.)

 

 

© Universität Augsburg

„Machen Sie sich bewusst, was Sie möchten und wieso Sie sich genau auf diese Stelle bewerben.“

 

Herr Dr. Lautenbacher, Sie sind Abteilungsleiter IT Services bei der GS Elektromedizinische Geräte GmbH. Würden Sie kurz beschreiben wie Ihr Berufsalltag aussieht?

Unsere Abteilung ist für die komplette IT-Infrastruktur in unserem Haus als auch für den Betrieb der IT-Systeme, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen, zuständig. Daher plane ich zusammen mit allen Stakeholdern die erforderlichen strategischen Veränderungen der IT-Landschaft und unterstütze meine Kollegen bei der Umsetzung. Dies bedeutet, dass ich meinen Mitarbeitern entsprechende Leitplanken vorgebe, mich über den Stand der Projekte informieren lasse und in einigen Projekten (z.B. Datenschutz oder Prozessoptimierung) auch aktiv mitarbeite.

Was begeistert Sie besonders an Ihrer Arbeit und gibt es auch Schattenseiten?

Ich bin stolz darauf bei einem Hersteller zu arbeiten, der Medizinprodukte entwickelt und produziert, die tagtäglich helfen Menschenleben zu retten. Wir entwickeln EKGs, welche in vielen Teilen der Welt im Rettungsdienst eingesetzt werden. Als Rettungssanitäter habe ich bereits in der Vergangenheit viel mit Medizinprodukten gearbeitet und weiß, dass die Zuverlässigkeit der Produkte an oberster Stelle steht.

Sie hatten mehrere Unternehmenswechsel und sind jetzt im 3. Unternehmen. Nach welchen Kriterien wählten Sie die Unternehmen aus?

Flache Hierarchien sind mir wichtig. Durch meine Praktika oder Beratertätigkeiten in Großkonzernen habe ich kennengelernt, wie lange es dort manchmal dauern kann bis erforderliche Entscheidungen getroffen werden. Bei meinen Arbeitgebern der letzten Jahre konnte durch den kurzen Dienstweg immer schnell auf Herausforderungen reagiert und Lösungen umgesetzt werden.

Sie haben auch die Bedeutung des Architektur Managements hervorgehoben. Wofür braucht man das und warum ist dies so wichtig?

Jedes Unternehmen hat eine Architektur – ob gemanaged oder nicht. Vergleichbar ist dies mit der Architektur von Städten. Damit die Bewohner in einem Wohngebiet (und nicht umgeben von großen Fabriken) sind und schnellen Zugang zu Schulen, Kindergärten und Supermärkten haben, muss die entsprechende Infrastruktur (z.B. Straßen) vorhanden sein.

In einem Unternehmen müssen auch die IT-Systeme miteinander kommunizieren können, wenn die Geschäftsprozesse es erfordern. Redundante Funktionalität in unterschiedlichen IT-Systemen bringt auch hier wenig Mehrwert, sondern mehr Probleme (z.B. Inkonsistenzen) mit sich. Durch das Management der Unternehmensarchitektur bekommen die Entscheidungsträger einen Überblick und können die zielgerichtete Weiterentwicklung des Unternehmens vorantreiben.

Was gab Ihnen den Antrieb zur Dissertation – Forschungsinteresse oder bessere Berufsaussichten?

Die Tätigkeiten in der Forschung haben mich bereits während des Studiums fasziniert. Da ich bereits als Hilfswissenschaftler an einem Lehrstuhl gearbeitet hatte, kannte ich die Kollegen, den Vorgesetzten und die Thematik. Im Nachgang haben mich vor allen Dingen die Erfahrungen aus dieser Zeit vorangebracht: die nachhaltige Bearbeitung von Themen, die Organisation von Tätigkeiten unterschiedlicher Mitarbeiter mit Blick auf ein gemeinsames Ziel sowie die eigenen Projekte eigenständig organisieren können, sind nur einige davon.

Wie wichtig sind neben Fachkenntnissen Themen wie Erfahrung im Projektmanagement und welche Herangehensweisen empfehlen Sie in Projekten?

Auch wenn es trivial erscheint, sollte man erst Denken, dann Handeln. In vielen Projekten habe ich erlebt, dass ohne eine konkrete Projektplanung gestartet wurde, was im Nachgang zu zahlreichen Problemen geführt hat. Gleichzeitig wird oft die regelmäßige Abstimmung mit den Stakeholdern vernachlässigt.

Haben Sie Tipps für das Bewerbungsgespräch?

Wichtig ist es man selbst zu sein. Wenn man versucht eine Maske aufzusetzen und etwas vorzuspielen, kommt dies irgendwann immer zum Vorschein. Stehen Sie zu Ihrem bisherigen Leben, auch wenn manche Stationen nicht so gelaufen sind, wie Sie es sich selbst vorgestellt hatten. Machen Sie sich vorher bewusst, was Sie möchten und wieso Sie sich genau auf diese Stelle bewerben.

Vielen Dank für das Interview!

 

 

 

 

 

Interview vom 16.11.2015

 

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2015 Abteilungsleiter IT-Services bei der  GS Elektromedizinische Geräte GmbH

10/2014 bis 05/2015 Enterprise Architect bei der GS Elektromedizinische Geräte GmbH

08/2010 bis 09/2014 Unternehmensarchitekt bei der Softplant GmbH

02/2010 bis 07/2010 Senior Technical Consultant bei der Senacor Technologies AG

09/2005 bis 01/2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter (Programmierung verteilter Systeme) an der Universität Augsburg

09/2005 bis 01/2010 Studium Angewandte Informatik Abschluss: Dr. rer. nat.

10/2001 bis 09/2005 Studium Angewandte Informatik Abschluss: Diplom Informatiker

 

 

 

© Universität Augsburg

„Getting things done!“

 

Herr Palme, Sie sind Softwareentwickler & Berater bei der AraCom IT Services AG. Würden Sie bitte kurz beschreiben wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Einen Großteil meiner Zeit verbringe ich mit der Softwareentwicklung. Auch nach mehreren Jahren im Beruf, ist es immer wieder spannend Softwareprojekte von Anfang bis Ende zu begleiten und die Software anschließend im produktiven Einsatz zu sehen.

Darüber hinaus berate ich Kunden zu Architekturthemen und halte gelegentlich Vorträge.

Worin unterscheidet sich die AraCom von anderen Systemhäusern?

AraCom arbeitet als IT-Dienstleister mit verschiedenen Technologien und Kunden. Abwechslung ist auf jeden Fall geboten. Hierarchisch sind wir flach aufgestellt. Viel Wert wird auch auf den Austausch gelegt, hierzu gibt es über das Jahr verteilt mehrere Events.

Herr Palme, Sie haben im Jobtalk angemerkt, dass die Lernkurve in einem Beratungsunternehmen viel steiler ist.

Heißt dass, man sollte auf jeden Fall Wert darauf legen in solch einem Unternehmen den Berufseinstieg zu finden?

Das muss jeder selbst entscheiden und ist nicht zuletzt eine Typfrage. Durch den direkten Kundenkontakt und die wechselnden Projekte ist man auf jeden Fall stärker gefordert, als bei vielen internen IT-Abteilungen.

Würden Sie heute noch einmal dasselbe studieren oder doch einen anderen Studiengang wählen?

Ich würde jederzeit wieder Informatik studieren. Das Studium bietet eine solide Grundlage für den späteren Beruf.

Gibt es eine Qualifikation, die Sie heute besonders vermissen?

Im Großen und Ganzen nicht. Ein paar Grundkenntnisse im Bereich BWL wären manchmal von Vorteil.

Sie sind auch Betreuer für Werkstudenten und Praktikanten bei AraCom. Wie wichtig ist Ihnen eine ehrenamtliche Tätigkeit und Auslandserfahrung bei den Studierenden?

Wir achten zunächst auf die fachliche Kompetenz. Hier sind entsprechende Praktika und Nebentätigkeiten entscheidend. Darüber hinaus ist uns wichtig, dass BewerberInnen sich gut ins Team einfügen, Engagement zeigen und gute kommunikative Fähigkeiten haben.

Auslandserfahrung ist ein Pluspunkt, aber letztlich nicht entscheidend.

Wie wichtig ist der „rote Faden“ im Lebenslauf bzw. hilft es bereits im Studium sein Berufsziel zu kennen?

Es ist sicher hilfreich ein Studium mit einem gewissen Ziel zu beginnen. Aber wenn man merkt, dass man sich falsch entschieden hat, so ist das auch kein Beinbruch.

Lassen sich schlechte Noten durch viel Praxiserfahrung ausgleichen und umgekehrt?

Praxiserfahrung ist immer sehr viel wert, insbesondere wenn sie aus Eigenantrieb entsteht und nicht nur aus absolvierten Pflichtpraktika. Allerdings zeigt die Erfahrung dass bei engagierten Personen meist beides Hand in Hand geht. Da stimmen dann Arbeitserfahrung und zugleich die Noten oder eben beides nicht.

Was konnte Sie garantiert vom Lernen abhalten?

Das Lernen vor Klausuren empfang ich nie als sonderlich aufwendig. Viel zeitintensiver waren die wöchentlichen Übungsaufgaben. Aber für Freunde, Konzerte und Sport war eigentlich immer noch genug Zeit übrig.

Haben Sie ein Lieblingszitat, eine Weisheit oder ein Sprichwort im Hinblick auf das Berufsleben?

„Getting things done“ – Ich arbeite am liebsten fokussiert und versuche möglichst wenig Zeit in endlosen Besprechungen zu verbringen.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Interview vom 18.01.2022

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2007 Senior Softwareentwickler und Consultant bei der AraCom IT Services Gmbh

2006 bis 2009 Tutor an der Universität Augsburg

2004 bis 2009 Studentische Hilfskraft an der Universität Augsburg

2006 bis 2007 Werkstudent bei Fujitsu Siemens Computers

2005 bis 2009 Informatik (Diplom) an der Universität Augsburg 

 

 

© Universität Augsburg

„Praxiserfahrung mitnehmen - wo immer es geht!“

 

Herr Dr. Gull, Sie sind Head of IT Governance bei Fujitsu CE & WEMEIA. Würden Sie uns bitte kurz Ihren Arbeitsalltag beschreiben?

Der IT Governance Bereich und speziell die IT Architekten schlagen die Brücke zwischen den Geschäftsanforderungen und den mittlerweile hoch spezialisierten IT Bereichen. Dazu gehört u.a. die fachliche Ausrichtung und Begleitung großer und komplexer IT Projekte. Ein typischer Tag ist vergleichbar mit einem Architekten in der Stadtplanung: Viel Kommunikationstätigkeit in Meetings, Telefonkonferenzen oder Emails, bei denen man strategische Konzepte erarbeitet, Vorgaben macht, wichtige Entscheidungen trifft oder auch nur zwischenmenschliche Pro-bleme löst. Das spannende an Fujitsu ist, dass sich diese „Stadtplanung“ über mehr als 100 Länder weltweit erstreckt.

Welche Voraussetzungen muss man für Ihren Beruf mitbringen?

Analytik & Innovation, damit sich die Herausforderungen auch unter schwierigen Rahmenbedingungen bewältigen lassen. Wissen & Führungskompetenzen, um richtige Entscheidungen zu treffen, welche das Management und die Fachspezialisten gleichermaßen überzeugen, sowie eine gute Portion Gelassenheit, damit der Spaß an der Arbeit auch langfristig erhalten bleibt. Letzteres bekommt man übrigens ganz nebenbei, wenn man sich eigene Kinder ins Haus holt. 

Wie gehen Sie mit der hohen Verantwortung und dem Stress um?

Man wächst mit den Aufgaben. Eine hohe Verantwortung bedeutet, dass eigene Handlungen und Entscheidungen große Auswirkungen haben. Durch Wissen und Erfahrung, lassen sich Risiken und Folgen leichter vorhersehen oder einschätzen. Daher ist es gerade in diesem Beruf so wichtig, ständig weiter zu lernen und erfahrene Spezialisten aus allen Bereichen im Team zu haben. Mit Stress kann man lernen professionell umzugehen, was auch ein ganz wichtiger Teil meiner Lernkurve war.

Was war bisher Ihr interessantestes bzw.  wichtigstes Projekt?

Die komplette IT Landschaft bei Fujitsu wird für 160.000 Mitarbeiter weltweit gerade auf eine neue Plattform umgezogen. Als leitender Architekt bin ich hier bei der Konzepterstellung und der Umsetzung beteiligt. Die Komplexität ist hier enorm und der Umbau im laufenden Betrieb eine hohe Herausforderung. Dieses Großprojekt wird mich noch die nächsten Jahre beschäftigen.

Sie haben sich bewusst für die Arbeit in einem globalen Unternehmen entschieden. Wo sehen Sie die Vorteile?

Von Kindheit an spiele ich am liebsten mit Baukästen, je mehr Teile desto besser! Daher habe ich mich gerne für eine Architektenrolle in einem globalen Mega-Baukasten entschieden. Ein weiterer sehr reizvoller Effekt sind die unterschiedlichen Menschen und Kulturen, mit denen ich täglich zusammenarbeite. Das geht neben Europa von Japan über Indien bis nach Südamerika.

Was gab Ihnen den Antrieb zur Dissertation – Forschungsinteresse oder bessere Berufsaussichten?

Mich faszinieren schwierige Aufgabenstellungen und deren Lösungswege, wobei ich vor meiner Dissertationszeit noch keine genaue Vorstellung hatte, was Forschung wirklich ist und welchen Einfluss diese für die Praxis haben kann. Die Bedeutung des Titels ist für mich im Laufe meiner Forschungszeit deutlich in den Hintergrund gerückt, da das in dieser Zeit erworbene Wissen und die gesammelte Erfahrung einen deutlich höheren Wert darstellen.

Wie kann man sich schon während des Studiums am besten qualifizieren?

Praxiserfahrung mitnehmen, wo immer man die Gelegenheit dazu hat. Das kann ein Praktikum im Bereich IT oder die Teamleitung einer Seminargruppe an der Uni sein. Wer seine späteren Bewerbungschancen noch etwas mehr steigern will, kann sich dabei bereits in praxisrelevante Methodiken wie z.B. professionelles Projektmanagement, einarbeiten

Wie wichtig ist der „rote Faden“ im Lebenslauf?

Es ist viel wichtiger seine Stärken, Vorlieben und privaten Ziele im Studium zu erkennen. Wer Spaß mit Talent kombiniert, und auf seine innere Stimme zwischendurch hört, wird automatisch zum richtigen Beruf finden.

Vielen Dank für das Interview!

Interview vom 09.02.2015

 

Wichtige Karriereschritte

Seit 2013 Head of IT Governance bei Fujitsu CE & WEMEIA

2010 bis 2013 Head of Architecture bei Fujitsu Technology Solutions

2005 bis 2010 Bereichsleiter IT Infrastruktur & Services beim Kompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement (fim)

2005 bis 2010 Wiss. Mitarbeiter an der Universität Augsburg

2005 bis 2010 Promotion in Wirtschaftsinformatik; IT-Management & IT-Sourcing an der Universität Augsburg

1997 bis 2004 IT Architekt bei Fujitsu Siemens Computers GmbH

1997 bis 2004 Studium der Informatik an der TU München; Nebenfach BWL; Abschluss: Diplom

 

 

© Universität Augsburg

„Eine Dissertation betrifft immer eine sehr spezielle ,Ecke‘ in der jeweiligen Wissenschaft.“

 

Herr Eisenbarth, Sie sind Geschäftsführer der makandra GmbH. Würden Sie kurz beschreiben wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

Dieser gliedert sich mittlerweile in verschiedene Tätigkeiten. Ich bin in viele Kundenprojekten eingebunden und dort als Entwickler und/oder in der Koordination der Projekte tätig. Das ist letztlich auch genau das gleiche, was die meisten der Kollegen jeden Tag tun: Produktives leisten, Kunden beraten, Software (weiter)-entwickeln. Natürlich ist daneben noch ein größerer Teil administrative Tätigkeit, beispielsweise Interviews mit Bewerbern und Steuerung des Unternehmens.

Was gab Ihnen den Antrieb zur Dissertation – Forschungsinteresse oder bessere Berufsaussichten?

Die Berufsaussichten waren wenig ausschlaggebend, nachdem diese für Informatiker ja bekanntermaßen nicht wirklich schlecht sind –- noch dazu weil wir 2009 frisch gegründet hatten. Mich hat gereizt, einen Blick hinter die Kulissen der Wissenschaft zu werfen und mich über längere Zeit intensiv mit einem Thema zu beschäftigen.

Worauf wird bei der Vergabe von Dissertationen besonders geachtet?

Die Themen werden in der Regel nicht fertig vergeben, sondern das wissenschaftlich passende Themenspektrum mit Doktormutter bzw. -vater unter Berücksichtigung eigener Interessen so lange diskutiert, bis sich ein interessanter und relevanter Bereich herauskristallisiert. In diesem forscht man dann, bis sich wiederum ein Themenkomplex herausbildet, zu dem die Dissertation geschrieben werden kann. Man muss sich auch bewusst machen, dass die Themen praktisch immer eine sehr spezielle „Ecke“ in der jeweiligen Wissenschaft betreffen.

Wo sehen Sie die Vor- und Nachteile einer Promotion?

Dass man sich über längere Zeit auf eine Sache konzentrieren darf und auch muss, um die Promotion erfolgreich abzuschließen, ist sicherlich sowohl Vor- als auch Nachteil. Es ist unheimlich anstrengend weil man sich durchweg motivieren muss, auch in Zeiten in denen wenig Fortschritt passiert. Die Möglichkeiten Ergebnisse auf internationalen Konferenzen zu präsentieren oder sich in der Lehre einzubringen sind sicherlich auch nennenswerte Vorteile.

Warum haben Sie sich für eine Unternehmensgründung entschieden? Was muss man dabei beachten bzw. was sind die Voraussetzungen dafür (auch die Persönlichkeit betreffend)?

Eine gewisse Risikobereitschaft ist unabdingbar. Sicherlich muss man auch die ein oder andere Überstunde einplanen und darf sich auch vor unangenehmen Entscheidungen nicht fürchten. Für mich lag der Reiz darin, selbst steuern zu können, wohin sich das Unternehmen entwickelt. Als Gründer ist man mindestens in der Anfangszeit in praktisch jede Entscheidung eingebunden.

Wie viel Zeit sollte man für den Prozess einer Unternehmensgründung einplanen?

Abhängig davon welche Rechtsform man wählt kann das formell sehr schnell gehen. Für Kapitalgesellschaften gelten etwas kompliziertere Vorschriften, weil man sich rechtlich beraten lassen sollte und die Eintragung beim Notar durchführen muss. Viel wichtiger ist meiner Ansicht nach, dass man sich genügend Zeit nimmt, die Entscheidung zur Gründung und auch die Auswahl der Gründer-Teams sorgfältig vorzubereiten.

Was versteht man unter einer „Vorrats-GmbH“?

Das sind existierende, im Handelsregister bereits eingetragene Gesellschaften, die man übernehmen kann. Man kann so Zeit sparen – allerdings lassen sich die veräußernden Unternehmen die Vorratsgesellschaften natürlich entlohnen.

Was macht makandra für Studenten als potenzielle zukünftige Mitarbeiter attraktiv? Gibt es Praktikums-/ Werkstudentenstellen?

Wir sind ein junges, motiviertes Team und zählen uns auf unserem Bereich zu den führenden Unternehmen in Deutschland. Wir haben täglich mit einer Vielzahl verschiedener Projekte zu tun, vom jungen und frisch gegründeten Startup bis hin zum Großkonzern. Für den Einstieg haben wir ein spezielles Trainee-Programm entworfen: http://start.makandra.de

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Interview vom 01.12.2013

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2009 Geschäftsführer makandra GmbH

2009 bis 2012 Promotion bei Prof. Dr. Bernhard Bauer, SMDS, FAI

Praktika u.a. bei Siemens I&S, SBS; Dozent an der VHS Donauwörth

2004 bis 2009 Studium Informatik

2004 bis 2009 Studium Informatik

2003 bis 2004 Zivildienst

 

 

 

© Universität Augsburg

„Ideen gibt es wie Sand am Meer. Diese gut umzusetzen und damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, schaffen hingegen die wenigsten.“

 

Herr Koch, Sie sind Gründer und Geschäftsführer der makandra GmbH. Würden Sie Ihre tägliche Arbeit kurz schildern?

Meine wichtigste Aufgabe ist, dass in unserem Team aus ca. 13 Entwickler alles rund läuft. Das mache ich, indem ich wiederverwendbare Lösungen für wiederkehrende Probleme erarbeite und jederzeit für Ratschläge bereit stehe. Außerdem programmiere ich auch selbst an Kundenprojekten, um nicht den Anschluss an den Arbeitsalltag meiner Mitarbeiter zu verlieren.

Was waren Ihre Beweggründe eine eigene Firma zu gründen und welche Themen lieben Sie daran?

Ich habe eine starke Meinung zu vielen Themen der Softwareentwicklung und wollte meine Ideen und Arbeitsweisen auf dem Markt beweisen. Nur nach den Vorstellungen eines anderen zu arbeiten, hätte ich nicht ertragen.

Welche Tipps haben Sie, wenn man selbst mit dem Gedanken spielt sich Selbstständig zu machen?

Die große Idee zu haben, ist gar nicht so wichtig, wie es oft verklärt wird. Ideen gibt es wie Sand am Meer. Diese gut umzusetzen und damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen schaffen hingegen die wenigsten. Mein Tipp ist, es mit vollem Enthusiasmus zu probieren, aber einen Plan B zu haben, falls es nicht klappt.

Was waren Ihre größten Fehler bei der Gründung und wie hätten diese sich vielleicht vermeiden lassen?

Wir hatten große Hoffnungen in ein Produkt, von dem wir selbst überzeugt waren, aber dann im Markt keine Abnehmer gefunden hat. Außerdem dachten wir, dass wir wegen unsere technischen Finesse den Vertrieb nebenher erledigen könnten. Ob wir diese Erfahrungen hätten vermeiden können, weiß ich nicht, denn wir waren Feuer und Flamme für unseren Weg. Man kann als Person und auch als Firma gewisse Schritte nicht überspringen.

Wie wichtig waren/sind betriebswirtschaftliche Kenntnisse? Wie sollten Gründungswillige sich diese aneignen?

Die meisten buchhalterischen Themen lassen sich prima an Dienstleister weggeben. Man sollte aber sehr  wissen, über welchen Weg man Einkommen generiert, an welcher Stelle die großen Kosten entstehen und über welche Maßnahmen man an neue Aufträge gelangt. Eine Zusammenstellung aller erwarteten Erträge und Kosten über das Jahr, Teil des klassischen „Businessplans“, ist  z.B. ein wichtiger erster Reality Check um zu prüfen, ob das Vorhaben Bestand haben könnte.

Zum Erwerb dieser Kenntnisse gibt es zahlreiche Beratungsstellen von Bund, Ländern und der EU, welche die Gründung von Unternehmen aktiv fördern. Z.B. kann man sich im Augsburger aiti-Park zu Formalitäten, benötigten Skills und Förderprogrammen ausführlich beraten lassen.

Im Herzen sind Sie Software-Entwickler? Was ist das faszinierende an der Webprogramierung? Wie wichtig sind neben Fachkenntnissen Themen wie Erfahrung im Projektmanagement?

Ich liebe schöne Programme und möchte programmieren, so lange ich arbeite. Die Webentwicklung fasziniert mich, da sie mit Hochsprachen arbeitet und die Ergebnisse immer sofort für den Benutzer sichtbar sind.

Die Einstellung mancher Informatik-Kommilitonen, die meinen, nach dem Studium ohne Umweg über die „niedere Tätigkeit Programmierung“ direkt im Projektmanagement einsteigen zu können, kann ich nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach fehlen einem auf diesem Weg essentielle Fähigkeiten, um ein Entwicklungsteam erfolgreich zu führen und zu motivieren. Fähigkeiten im Projektmanagement sind extrem wichtig, aber auf einer ganz anderen Ebene, als mir an der Uni vermittelt wurde. Sich selbst gut zu organisieren, die Zeit seiner Kollegen zu respektieren, auf Details zu achten und gut mit Kunden zu kommunizieren, ist wichtiger, als als „Big Picture“-Architekt auf einer Wolke zu schweben.

Wie wichtig ist der „rote Faden“ im Lebenslauf bzw hilft es bereits im Studium sein Berufsziel zu kennen?

Gerade als Informatiker hat man viele Möglichkeiten, schön während des Studiums in viele Bereiche hinein zu schnuppern. Nutzt man dies nicht, vertut man eine Chance. Es ist aber nie zu spät! Die Hälfte unserer Mitarbeiter ist auf unkonventionellem Weg zu uns gekommen, und ich schätze jeden davon als Person und herausragenden Softwareentwickler.

Haben Sie ein paar Tipps für ein Bewerbungsgespräch zum Beispiel bei Ihnen?

Ich suche bei Bewerbern nach Liebe und Begeisterung für die Softwareentwicklung jenseits von Uni und Karriere.

Hatten Sie damals ein Lieblingsessen an der Mensa? ..einen Lieblingsort am Campus ?

Mein Mensa-Tipp ist eine Straba-Station weiterzufahren, und die LfU-Kantine zu besuchen. Mein Lieblingsort was das Zimmer der WiWi-EDV, wo ich lange Jahre also HiWi Rechner geschraubt habe.

 Vielen Dank für das Interview!

 

Interview vom 01.06.2012

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2009 Gründung und Geschäftsführer der makandra GmbH

freiberufliche Arbeit für verschiedene Firmen

2002 bis 2008 Informatik- und Multimediastudium an der Universität Augsburg

 

 

© Universität Augsburg

„Die Zeiten, in denen man bei einem Unternehmen anfing und dann dieses als Rentner wieder verlässt, sind definitiv vorbei.“

 

Zum Interview

Interview vom 01.07.2010

 

Geographie

Jan Spremann

"Geographen sind in der Lage Sachverhalte zu verknüpfen, zu einem Gesamtkonstrukt zusammenzuführen und potenzielle Probleme schnell zu erkennen bzw. zu lösen."

 

Herr Spremann, würden Sie kurz beschreiben wie Ihr Arbeitsalltag aussieht?

In meinem aktuellen Beruf bin ich verantwortlich für die Projektentwicklung von Leitungsbauprojekten im Höchstspannungsnetz (220/380 kV, „Stromautobahn“) der TransnetBW GmbH bis zum Erhalt der öffentlich-rechtlichen Genehmigung. Ich verantworte den gesamten Planungs- und Genehmigungsprozess, erstelle Genehmigungsanträge und betreue die langwierigen Genehmigungsverfahren im engen Kontakt zu Behörden und Trägern öffentlicher Belange. Dabei beauftrage, koordiniere und steuere ich diverse externe Dienstleister sowie interne Projektteams im Zuge der Planungsprozesses. Darüber hinaus liegen das Termin-, Qualitäts- und Budgetmanagement in meinem Aufgabenbereich.

Sie hatten bereits leitende Funktionen in ihrem bisherigen Berufsleben. Welche Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach wichtig, um derartige Positionen zu meistern?

Als Teilprojektleiter verantworte ich die mir zugeordneten Arbeitspakete im Projekt. Dabei ist eine regelmäßige Kommunikation mit allen Projektpartnern bzw. Mitgliedern des Projektteams aus den verschiedensten Disziplinen (Recht, Technik, Natur- und Artenschutz, Wirtschaftlichkeit etc.) von großer Bedeutung. Die Komplexität besteht oftmals darin, das Gesamtprojekt in seiner Gänze zu erfassen und dabei die einzelnen Teile eines Projektes zu verknüpfen. Hierbei ist es oftmals schwierig, die jeweiligen Anforderungen der verschiedenen Fachbereiche für alle nachvollziehbar aufzubereiten und jeden für die jeweiligen Problemstellungen zu sensibilisieren.

Ähnliche Fähigkeiten muss auch eine Führungskraft mitbringen. Es gilt, die jeweiligen Stärken und Schwächen seiner Mitarbeiter zu erkennen und diese entsprechend einzusetzen bzw. weiterzuentwickeln. Dafür stellt wiederum Kommunikation die wichtigste Basis dar. Eine Führungskraft sollte m.E. eine eher familiäre Atmosphäre (kurze Wege, gutes Arbeitsklima etc.) zu seinen Mitarbeitern schaffen, wobei die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben gewahrt bleiben muss. Dies stellt zumeist eine Gradwanderung dar. Des Weiteren sollte eine Führungskraft auch fachlich kompetent sein, um bei Fragen kurzfristig Hilfestellung geben zu können.

Welche Zukunft sehen Sie für die (erneuerbare) Energiebranche?

Erneuerbare Energien sind der Grundstein der künftigen Energieversorgung. Es gilt dabei einen ausgewogenen Mix der erneuerbaren Energieträger zu schaffen, um die gesteckten Klimaziele erreichen zu können und dennoch eine zuverlässige und sichere Energieversorgung zu gewährleisten. Gerade die neuen Bestrebungen der Bundesregierung sowie jüngste Klima-Bewegungen machen sich insbesondere am Jobmarkt der Erneuerbaren Energien bemerkbar: die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften ist derzeit enorm.

Welche Chancen sehen Sie hier für Geograph:innen?

Im Bereich der Erneuerbaren Energien trifft man häufig auf Geographen. Gerade in Projektmanagement-Tätigkeiten sind diese sehr gefragt. Grund hierfür ist m.E., dass Geographen in der Regel ein sehr gutes Verständnis für komplexe übergeordnete Strukturen haben. Sie sind in der Lage Sachverhalte zu verknüpfen, zu einem Gesamtkonstrukt zusammenzuführen und potenzielle Probleme schnell zu erkennen bzw. zu lösen. Gerade diese Soft Skills sind sehr gefragt.

Was war die größte Herausforderung in Ihrem ersten Job?

Nachdem meine erste berufliche Station in einer sehr kleinen Firma war, hatte ich nach sehr kurzer Zeit bereits viel Verantwortung in den jeweiligen Projekten zu tragen. Dies ist einerseits ein Zeichen von Anerkennung, bringt jedoch andererseits auch einen gewissen Druck mit sich, mit welchem man als 22-jähriger Berufsanfänger erstmal umgehen muss. Im Nachhinein bin ich jedoch froh darüber, da mich eben diese Verantwortung in meiner persönlichen Entwicklung enorm vorangebracht hat.

Darüber hinaus benötigt man im Bereich der Wärme- und Stromversorgung auch ein gewisses technisches Verständnis. Sich dieses während des Jobs anzueignen, stellt zumeist eine der ersten Hürden dar. Sofern man sich gegenüber anderen Fachdisziplinen aber nicht verschließt, ist dies alles machbar. Man sollte sich in diesem Zusammenhang auch bewusst machen, dass niemand erwartet „man könne schon alles von der ersten Sekunde an“.

Sie haben direkt nach dem Bachelorabschluss angefangen zu arbeiten. Würden Sie es heute anders machen?

Während des 4. bzw. 5. Semesters meines Studiums ist mir bewusst geworden, dass ich nach meinem Bachelorabschluss direkt den Einstieg ins Berufsleben meistern möchte und Erfahrung sammeln will. So war ich umso erfreuter, als mir der Job während meiner Tätigkeit als Bachelorand angeboten wurde. Ich würde es auf jeden Fall auch wieder so machen. Grund hierfür ist, dass Berufserfahrung ab einem gewissen Zeitpunkt bedeutend wichtiger ist als bspw. die damalige Fachrichtung des Studiums. Das sehe ich allein schon daran, wie verschieden die Hintergründe meiner Arbeitskollegen (Geographen, Wirtschaftsingenieure, Elektrotechnikingenieure, Infrastrukturplaner etc.) im gleichen Tätigkeitsbereich sind. Gerade im Projektmanagement ist es meines Erachtens enorm, welcher Fachrichtungsvielfalt man im Berufsleben über den Weg läuft.

Was gefällt Ihnen besonders gut bzw. weniger gut an Ihrer Branche?

Der Bereich der Erneuerbaren Energien sowie auch der Stromversorgung ist enorm vielfältig. Man kommt mit verschiedensten Fachbereichen in Kontakt und muss sich immer neue Lösungen einfallen lassen. Langweilig wird einem hier nicht. Zudem sind diese Arbeitsfelder sehr zukunftsträchtige Branchen, welche gute Entwicklungsmöglichkeiten und langfristig sichere Jobs bieten.

Leider stellen insbesondere die Genehmigungsverfahren oftmals sehr langwierige Prozesse dar. Auch längere „Durststrecken“ mit ggf. weniger Erfolgserlebnissen bzw. Meilenstein-Abschlüssen dürfen einen hier nicht abschrecken.

Sie wussten anfangs nicht, in welche Richtung Sie gehen wollen. Wie haben Sie das herausgefunden?

Ich habe mich zunächst darüber informiert, in welchen Branchen man als Geograph gut Fuß fassen kann. Dabei hat mir geholfen, sich mit Absolventen bzw. Studierenden höherer Semester auszutauschen, um spätere Jobchancen zu identifizieren. Danach führt m.E. kein Weg daran vorbei, erste eigene Erfahrungen durch Praktika und Werkstudententätigkeiten zu sammeln und so die einem liegende Fachrichtung zu finden (und sein Netzwerk zu erweitern!).

Sie haben sich für ein kleines Unternehmen entschieden. Wo sehen Sie die Vorteile/Nachteile?

Vorteile in einem kleinen Unternehmen sind vor allem die kurzen Wege zu Vorgesetzten/Kollegen und das familiäre Arbeitsklima. Jeder hilft jedem und das ohne lange Wege gehen zu müssen. Auch erhält man schnell die Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen. Das hat mir sehr in meiner persönlichen Entwicklung geholfen. Zudem besteht in kleinen Firmen die Chance, sich in verschiedenste Bereiche einzubringen und fachlich breit aufzustellen/zu entwickeln. Dies dürfte in einem Großkonzern mit vielen Spezialisten/Fachteams oftmals schwer sein.

Nachteil kann natürlich sein, dass man in einem kleineren Unternehmen ggf. strapazierfähiger sein muss. Anders als in einer großen Firma kann die vorhandene Arbeit nicht ohne Weiteres von anderen Kollegen einfach mitgemacht/auf diese umverteilt werden, sodass man auch mit Phasen von Überstunden und Mehrbelastung rechnen muss. Auch sind die Aufstiegsmöglichkeiten in einer kleineren Firma eher begrenzt. Es gibt weniger hierarchisch höher angesiedelte Stellen, welche zumeist für längere Zeiträume besetzt sind. Deshalb werden kleinere Firmen häufig auch als Sprungbrett genutzt, was oft zu einem höheren Personalwechsel führt.

Haben Sie noch einen Rat an die Studierenden für die Studienzeit?

Schafft euch bereits im Studium große Netzwerke. Egal in welchem Fachbereich sind persönliche Kontakte für spätere Berufsoptionen Gold wert. Sie erleichtern euch den Einstieg und eröffnen häufig auch Optionen auf „hidden jobs“, die ggf. nicht öffentlich ausgeschrieben sind bzw. auf die ihr euch bspw. aufgrund der Stellenbeschreibung bzw. -anforderungen von selbst nicht beworben hättet.

Des Weiteren kann ich nur dazu raten das vorhandene Weiterbildungs- bzw. Studienangebot zu nutzen. Bspw. Excel-Kurse, Sprachkurse oder andere (ggf. auch fachfremde) Schulungen können euch später sehr weiterhelfen und sind zudem (fast immer) kostenlos. Dagegen kostet jede Weiterbildung im späteren Berufsleben (z.T. nicht gerade wenig) Geld. Vor allem ist aber die Zeit für eine Weiterbildung während eines Vollzeit-Jobs begrenzt. Man muss hier deutlich mehr Abstriche in Kauf nehmen, als dies während des Vollzeit-Studiums der Fall ist. Kommen dann noch familiäre Verpflichtungen hinzu, wird die freie Zeit noch weniger.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Interview vom 22.11.2021

 

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

Seit 2021 Manager Genehmigung Leitungstrassen bei der TransnetBW GmbH

2019 bis 2022 Master of Laws Nachhaltigkeitsrecht an der Leuphana Universität Lüneburg (berufsbegleitend)

2020 bis 2021 stellvertretender Teamleiter des Teams Projektentwicklung

2020 bis 2021 Certificate of Advanced Studies Ingenieurwissenschaftliche Grundlagen des Energiemanagements an der Universität Koblenz-Landau (berufsbegleitend)

2016 bis 2021 Projektmanager Erneuerbare Energien bei der KWA Contracting AG bzw. EVIVA Energy GmbH (Tochterunternehmen der KWA Contracting AG)

Praktikant und anschließend Bachelorand bei der KWA Contracting AG

Praktikant bei einer Wirtschaftsförderungs- und Standortmarketinggesellschaft

diverse Nebenjobs während des Studiums (u.a. Unternehmen für Wertstofftechnik, Sicherheitsfachkraft)

2013 bis 2017 Bachelor of Science Geographie an der Universität Augsburg

 

 

© Alexander Virag

„Ich bin überzeugt, dass Kooperation der einzige Weg aus den Krisen des 21. Jahrhunderts ist.“

 

Herr Roth, Sie sind Geschäftsführer bei CIPRA Deutschland. Welche Ziele verfolgt CIPRA?

CIPRA Deutschland ist der Dachverband von Verbänden und Vereinen, die sich für eine nachhaltige Entwicklung des deutschen Alpenraumes einsetzen. Ziel von CIPRA Deutschland ist es, einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft in den deutschen Alpen zu leisten. Wichtige Basis für unser Denken und Handeln ist die Alpenkonvention.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Als Geschäftsführer bin ich für die grundsätzliche Organisation des Vereins und der Geschäftsstelle zuständig. Als Dachverband ist es unsere Aufgabe die Mitgliedsorganisationen, aber auch andere nahestehende Akteur:innen, zu bestimmten Themen zu vernetzen. Zu diesen und anderen international relevanten Themen betreibe ich klassische Lobbyarbeit. Neben dieser vernetzenden und politischen Arbeit haben wir immer wieder auch Projekte in denen wir konkret an der nachhaltigen Entwicklung der Alpen arbeiten.

Wie wurden Sie Geschäftsführer und welche Herausforderungen kamen auf Sie zu?

Ich glaube ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich habe als Projektleiter bei der CIPRA angefangen. Als der Geschäftsführer dann in den Ruhestand gegangen ist, hat er mich gefragt, ob ich mir vorstellen kann, zu übernehmen. Die größten Herausforderungen waren aber die Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse.

Umweltschutz ist heutzutage aktueller denn je. Welche Perspektiven sehen Sie für Studierende und Alumni im Umwelt- und Alpenschutz?

Was in meinen Augen noch fehlt, ist ein richtiger Umschwung in Wirtschaft und Administration zu einem integrierten nachhaltigen Handeln im Sinne von ökonomisch, ökologisch und sozial. Für alles gibt es eigene Abteilungen oder Behörden, die sich dann gegenseitig kontrollieren. Dies wird sich aber hoffentlich ändern. Und so sind die Menschen, die bereits Erfahrung mit ökologischen und sozialen Aspekten der Nachhaltigkeit gesammelt haben, auch immer interessanter für viele Jobs und damit breiter aufgestellt.

Was sind die 3 wichtigsten Kompetenzen/Softskills, die in Ihrem Beruf gefragt sind?

Sicherlich braucht es eine gewisse kommunikative Grundkompetenz, um für eine Organisation zu arbeiten, die sich selbst als „Netzwerkorganisation“ sieht. Darüber hinaus sind ein Interesse und Grundverständnis der politischen und gesellschaftlichen Prozesse notwendig. Schließlich hilft mir auch eine gewisse Affinität zur Arbeit mit dem Computer und den verschiedensten Programmen. So muss ich nicht nur Office Anwendungen gut und effizient bedienen können, sondern auch in InDesign Flyer, in HTML-Editoren Webseiten oder in QGIS Karten überarbeiten können. In alle diesen Dingen bin ich kein Profi, aber ich muss mir eben zu helfen wissen. 

Welcher Aspekt Ihrer Arbeit ist Ihr größter persönlicher Antrieb und warum?

Ich freue mich sehr über das Privileg zu Themen arbeiten zu dürfen, die mich auch privat interessieren und umtreiben. Ich bin überzeugt, dass Kooperation der einzige Weg aus den vielen Krisen des 21. Jahrhunderts ist (vor allem Biodiversitätskrise und Klimakrise). Diese Überzeugung dient mir als großer Antrieb, meinen Teil bei der Vernetzung von Akteur:innen, die aktiv an der Milderung dieser Krisen arbeiten, beizutragen.

Vielen Dank, Herr Roth!

 

Interview vom 01.12.2020

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

Seit 2018 Geschäftsführer bei CIPRA Deutschland

2016 bis 2020 Projektleiter bei CIPRA Deutschland

2016 freiberuflicher Visiting Researcher beim ICCCAD

2015 Praktikum Geospatial Solutions bei der Munich Re Group

2013 bis 2016 Master Humangeographie an der Universität Bayreuth

2013 Praktikum bei der Bayerischen Energieagentur Energie Innovativ

2010 bis 2013 Bachelor Geographie an der Universität Augsburg

 

© Trafficon GmbH

„Das eigene Interesse und die Neugierde spielen bei der späteren Berufswahl eine große Rolle, um motiviert für seine Interessen im Berufsleben einstehen zu können.“

 

Herr Sesselmann, Sie sind Consultant bei Trafficon - Traffic Consultants GmbH. Würden Sie kurz beschreiben, wie Ihr Tätigkeitsfeld aussieht?

Ich bin für den Fachbereich Verkehrs- und Mobilitätsmanagement am Standort München verantwortlich und leite insbesondere Realisierungs- und Forschungsprojekte im dynamischen Verkehrsmanagement. Wichtige Arbeitsinhalte sind die Entwicklung von Organisationsmodellen, Ursachenforschung und Analyse von Verkehrs- und Mobilitätsverhalten, Entwicklung von Lösungsstrategien und Maßnahmen.

Wie sind Sie auf Ihren Arbeitgeber aufmerksam geworden?

Über Praktikum und Abschluss der Masterarbeit zum Thema „Analyse des Mobilitätsmanagements in Metropolregionen“ erfolgte das Knüpfen von Kontakten in der Verkehrs- und Mobilitätsbranche sowie zwischen Beratungsunternehmen innerhalb des Sektors.

Was begeistert Sie besonders an Ihrer Arbeit?

Begleitung von Projekten von Beginn an bis zur späteren Umsetzung dieser mit der Realisierung neuer zukunftsfähiger Verkehrs- und Mobilitätslösungen „vom Schreibtisch auf die Straße“. Täglich enger Austausch mit Menschen, sowohl im Projektteam als auch ggü. dem Auftraggeber oder Dritten. Kommunikation und Wissenstransfer sowie die hohe Eigenverantwortlichkeit motivieren sehr!

Was war bisher Ihr interessantestes Projekt?

Konzeption intelligenter dynamischer Verkehrsmanagementstrategien zur umweltgerechten Verkehrslenkung und -information von VerkehrsteilnehmerInnen in Ballungsräumen.

Welche geographischen Aspekte finden sich in Ihrem heutigen Job wieder?

Siedlungs- und soziogeographische Aspekte sowie die sich daraus ergebenden Einflüsse der Verkehrsgeographie und Raumordnung / -planung.

Sie haben noch den Masterstudiengang in Augsburg absolviert. Wie sinnvoll oder notwendig stufen Sie einen Masterabschluss in Ihrem Berufsfeld ein?

Ein Masterabschluss ermöglicht die Spezialisierung / Vertiefung des bisher Erlernten bzw. der eigens gesetzten Interessen. Das eigene Interesse und die Neugierde spielen bei der späteren Berufswahl eine große Rolle, um ambitioniert und engagiert sowie motiviert für seine Interessen im Berufsleben einstehen und diese auch mit Spaß sowie Überzeugung selbst erbringen zu können.

Ihre Meinung zur Corona-Situation: Chance oder Risiko für den Berufseinstieg?

Geänderte Teamstrukturen und Abstimmungsprozesse sind verschlankt und physisch vor Ort auf ein Minimum / geringes Maß reduziert, der Einstieg ins Team wird somit erschwert. Als Chance hingegen kann die Flexibilität im Arbeitsalltag und das Umdenken in diversen Themenbereichen gesehen werden.

 

Vielen Dank Herr Sesselmann!

 

 

Interview vom 01.12.2020

 

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

 

Seit 2017 Consultant bei Trafficon - Traffic Consultants GmbH am Standort München

2016 bis 2017 Praktikum und Masterand (Verkehr und Mobilität) bei MRK Management Consultants GmbH

2014 Praktikum beim Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (Coburg)

2014 bis 2017 M.Sc. Humangeographie an der Universität Augsburg

2011 bis 2014 B.Sc. Humangeographie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

 

 

© Universität Augsburg

„Mein Tipp für alle Bewerber*innen: authentisch bleiben.“

 

Frau Reitsam, Sie sind Geschäftsfeldleiterin für Industrie und Innovation bei der IHK Schwaben. Würden Sie bitte kurz Ihr dortiges Tätigkeitsfeld beschreiben?

Ich führe ein Team mit sechs Mitarbeiter*innen. Wir beraten und bündeln Interessen in den Bereichen Digitalisierung, Energie, Umwelt und Innovation mit besonderem Fokus auf die Industriebranche. Außerdem führen wir im Bereich Wirtschaftsforschung eine Vielzahl an Umfragen durch und treffen Aussagen über die konjunkturelle Lage in unserer Wirtschaftsregion. Dabei arbeiten wir sehr eng mit Unternehmen, aber auch Vertretern aus Verwaltung und Politik zusammen. Ich koordiniere hier die Aktivitäten meiner Mitarbeiter*innen und bin für die strategische Ausrichtung zuständig.

Wie wurden Sie auf die Stelle bei der IHK aufmerksam und welche Aspekte fanden Sie reizvoll?

Ich wurde klassisch über das Portal StepStone auf die Stelle – damals auf die Ausschreibung als Referentin für Energie – aufmerksam. Mit der IHK hatte ich vorher keine Berührungspunkte. Das Themenfeld und die Möglichkeit der politischen Interessensvertretung hatten mich damals besonders gereizt und für eine Bewerbung motiviert.

Inwieweit fühlten Sie sich durch Ihr Studium auf den Beruf vorbereitet?

Im Studium habe ich gelernt, mir einen großen Umfang an Fachwissen anzueignen und dieses auch zu verarbeiten. Auch im Beruf muss man stetig lernen und daher war mein Studium hierfür schon eine gute Vorbereitung.

Gab es zusätzlich Kenntnisse, die Sie sich erworben haben und, wenn ja, wie?

In meinem Job sind die Themen Kunden- und Dienstleistungsorientierung sehr wichtig. Das kann man nicht im Studium lernen, sondern das lernt man vor allem in der Praxis. Meine langjährige Tätigkeit als Verkäuferin und mein Job auf dem Oktoberfest haben mir dabei sehr geholfen.

Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sollte man in Ihrem Berufsfeld unbedingt mitbringen?

Nicht nur in meinem Berufsfeld, sondern generell sollte man teamfähig sein, gut mit seinen Mitmenschen kommunizieren können und immer wieder Wege finden sich zu motivieren.

Haben Sie Tipps für das Bewerbungsgespräch? Welche Frage würden Sie als Arbeitgeberin auf jeden Fall stellen?

Mein Tipp für alle Bewerber*innen ist authentisch zu bleiben. Trotz aller Aufregung interessieren wir uns auch für den Menschen hinter dem Lebenslauf und ob er ins Team passt. Die wichtigste Frage im Gespräch wäre für mich, wieso man sich beworben hat. Dafür ist es wichtig sich mit dem Unternehmen, zu beschäftigen. Also keine Standardantwort, sondern etwas individuell und kreativ sollte es schon sein.

Welche Erfahrung aus Ihrem Studium bewerten Sie rückblickend als besonders wertvoll?

Ich musste während meines Studiums viele Referate halten und hatte daher im Vortragen viel Übung. Heute muss ich sehr oft vor Menschen sprechen und habe nun die Gelassenheit mehr auf die Details wie Wirkung oder Körpersprache zu achten.

Vielen Dank Frau Reitsam!

 

Interview vom 01.04.2021

 

 

Wichtige Karriereschritte

Xing

Seit 2018 Geschäftsfeldleiterin Industrie & Innovation, IHK Schwaben

Seit 2017 externe Doktorandin der Energiewirtschaft ,TU München

2015 bis 2018 Referentin für Energie, IHK Schwaben

2014 bis 2015 Praktikantin und Masterandin in der Abteilung Geo Risk Research and Corporate Climate Centre, Munich Re (Group)

2012 bis 2015 M.Sc. Humangeographie, Schwerpunkt u.a. Energiewirtschaft, Universität Bayreuth

2012 Praktikum Environmental, Health and Safety, SGL Group

2010 bis 2012 B.Sc. Geographie, Schwerpunkte VWL, Umwelt- und Ressourcenstrategien, Politikwissenschaften, Universität Augsburg

 

 

 

© Universität Augsburg

„Der erkennbare Beitrag zur Energiewende und dem Klimaschutz begeistert und motiviert mich.“

 

Herr Kempf, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag und welche Aufgaben Sie haben?
Mein Arbeitsalltag als Projektakquisiteur bei der Green City AG war vor allem dadurch geprägt, dass ich durch mein GIS neue Photovoltaik (PV) - und Wind-Projektansätze generiere und akquiriere. Diese neuen Projektansätze müssen anschließend auf viele energiespezifische Details und Kriterien überprüft und priorisiert werden sodass sich ein realisierbarer sowie finanzierbarer Projektansatz herauskristallisiert. Als nächstes werden die Außendienstmitarbeiter für die jeweiligen Regionen koordiniert, sodass diese die notwendigen Flächen vertraglich sichern und Aufstellungsbeschlüsse für BPläne bei den involvierten Gemeinden erwirken. Hierfür müssen Vorhabenbeschreibungen und Verträge erstellt und ausgegeben werden. Als letztes wird der fertige Projektansatz mit den Vorgesetzten abgestimmt und beschlossen. Danach erfolgt die Übergabe an die Projektentwicklung.

Zwischenzeitlich wurden Sie zum Projektleiter befördert. Wie gelang Ihnen die Beförderung?
Aufgrund einer internen Umstrukturierung ist ein neues und reines PV-Team gegründet worden. Aufgrund meiner Kenntnis über die vorhandenen PV-Projekte sowie Vorerfahrungen im Bereich der Bauleitplanung wechselte ich in das neue Team und widme mich nun dem nächsten Schritt des Projektlebens, der Projektentwicklung.

Wie kamen Sie zu Green City? Was begeistert Sie an dem Unternehmen?
Ich besuchte das Seminar eines Gastdozenten, der Projektleiter Wind bei Green City ist und war sofort von der absolut neuen praktischen Perspektive meines Schwerpunkts begeistert! Ab da war für mich final klar, dass ich zukünftig in diese Branche möchte. Nach meinem Referat in dem Seminar habe ich den Gastdozenten nach einem Praktikum gefragt.
Mich begeistert an der Firma, dass meine Arbeit und ich hier von Beginn an ernst genommen wurden und stets Platz für die eigene Entwicklung ist. Darüber hinaus gefällt mir, dass ein echter und positiver Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz geleistet wird. Zu guter Letzt begeistert mich, dass meine Arbeit bei dieser Firma erkennbar und real ist, also tatsächlich echte Kraftwerke gebaut werden, welche tatsächlich echten Strom in die Netze einspeisen.

Welche Themen und Tools aus dem Studium können Sie direkt anwenden?
Praktisch wende ich meine Kenntnisse/Fähigkeiten über die Raumordnung und Landesplanung sowie über GIS an. Theoretisch benötige ich meine Kenntnisse über die erneuerbaren Energien, da mir ohne diese die kompletten Abläufe und Strukturen in der Branche unverständlich wären. Ohne diese als Grundlage würde mir ein großer Teil an Knowhow fehlen.

Wieso fokussierten Sie sich auf das Thema erneuerbare Energien?
Die erneuerbaren Energien haben mich seit dem Zeitpunkt sehr interessiert, als ich das erste Mal ein Windrad gesehen habe. Deswegen war klar, dass ich auch meinen Studienschwerpunkt mit auf dieses Thema lege, sobald dies möglich war. Seitdem ist das Thema wie ein Hobby für mich geworden, was das Arbeiten in diesem Bereich sehr einfach, erfüllend und leidenschaftlich macht.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Interview vom 01.03.2020

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2020 Projektleiter Photovoltaik bei Green City AG

2019 Projektakquisiteur bei Green City AG

2018 bis 2019 Werkstudent/Praktikant bei Green City AG

2014 bis 2019 Hilfskraft am ZWW der Universität Augsburg

2012 bis 2020 Studium Geographie an der Universität Augsburg

 

© Universität Augsburg

„Geeignete Nebenfächer sowie Praktika und Nebenjobs helfen, das eigene Profil zu schärfen.“

 

Frau Jahn, beschreiben Sie bitte kurz Ihren Arbeitsalltag und welche Aufgaben Sie haben?

Meine Hauptaufgabe ist es, die Netzplanung bei Vodafone zu unterstützen, sei es beim Netzausbau, der Neuplanung oder der Optimierung des bestehenden Netzes. Hierfür beschäftige ich mich mit großen Datenmengen aus unterschiedlichen Datenbanken. Meine Schwerpunkte liegen im Bereich der statistischen Analyse, der Aufbereitung und Bereitstellung von Daten für ad-hoc Anfragen oder regelmäßige Reportings. Die Aufbereitungen können einfache Tabellen bis hin zu aufwendigen räumlichen Visualisierungen mithilfe von GIS Software sein. Diese sind zum Teil in einer firmeninternen Web-Oberfläche abrufbar, für dessen Betreuung ich zuständig bin.
Auch die Sicherung der Datenqualität (Bereinigung und Optimierung) spielt in meinem Beruf eine große Rolle. Jede Analyse ist nur so gut wie ihre Datenbasis.

Welche Vorteile bringen Sie als Geographin für Ihren Beruf mit?

Geographen lernen Themen schriftlich fundiert aufzuarbeiten und diese vorzutragen, was im späteren Berufsleben gegenüber anderen Studiengängen, die dies nicht/kaum beinhalten, von großem Vorteil ist. Ein weiterer Vorteil ist die Interdisziplinarität. Als Geograph besitzt man Wissen aus verschiedenen Bereichen und hat den Blick für das große Ganze, was die Zusammenarbeit mit Kollegen aus verschiedenen Fachbereichen erleichtert und bei Projekten hilfreich ist.

Welches Arbeitszeitmodell haben Sie und war das in Ihrem Unternehmen bereits durchgesetzt?

Vodafone Kabel Deutschland bietet flexible Arbeitszeitmodelle an. Statt ständiger Büropräsenz und starren Arbeitszeiten arbeite ich auf Gleitzeitbasis mit flexiblem Arbeitszeitkonto und der Möglichkeit von Zuhause aus zu arbeiten (Home Office). Dies ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. eine bessere Work-Life-Balance.

Welche Zusatzqualifikation empfinden Sie als sinnvoll?

Mein Arbeitsschwerpunkt ist die Geodatenverarbeitung aus unterschiedlichen Datenquellen. Im Nachhinein würde ich Geo-informatik bzw. Informatik als Nebenfach wählen, da ich mir zum Berufsstart vieles selbst aneignen musste. Ich empfehle den Studenten Nebenfächer möglichst sinnvoll zu belegen. Neben dem reinen Interesse sollte man geeignete Schwerpunkte setzen, um das eigene Profil zu schärfen. Auch Praktika und Nebenjobs helfen, sich Zusatzqualifikationen anzueignen.

Welche Gründe waren ausschlaggebend für den Master?

Neben den fachlichen Inhalten und der Möglichkeit ein außeruniversitäres Forschungssemster zu absolvieren, war für mich der Hauptgrund mein Wissen zu vertiefen und fachlich auszuweiten. Daneben ist der Master eine gute Möglichkeit sich nach dem recht allgemein gehaltenem Bachelorstudiengang Geographie in einem bestimmten Fachbereich zu spezialisieren. Außerdem ist ein Master häufig Voraussetzung für manche Berufsfelder und verbessert spätere Aufstiegsmöglichkeiten, was sich im (Einstiegs-)Gehalt bemerkbar macht.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Interview vom 01.02.2020

 

 

Wichtige Karriereschritte

seit 2017 Expert Traffic Engineer, Vodafone Kabel Deutschland

2014 bis 2017 Spezialistin Planungstools, Vodafone Kabel Deutschland

2012 bis 2014 Studium der Klima- und Umweltwissenschaften, M.Sc. an der Universität Augsburg

2013 bis 2014 Studentische Hilfskraft am Institut für Physik der Atmosphäre, DLR

2009 bis 2012 Studium Geographie, B.Sc. an der Universität Augsburg

 

 

 

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