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Karriereentscheidungen von Juristinnen


Eine Qualitative Studie zu Aufnahme und Aufrechterhaltung einer wissenschaftlichen Karriere im Fachbereich Jura

Die Wissenschaftswelt befindet sich in einem Modernisierungsprozess, der auch vor dem Hochschulsystem nicht haltmacht. Die Universitäten konkurrieren miteinander um die besten ProfessorInnen und WissenschaftlerInnen, um Forschungsprojekte und -kooperationen, um Drittmittel und Fördergelder. Der wissenschaftliche Nachwuchs stellt daher einen erheblichen Wettbewerbsfaktor dar. Betrachtet man jedoch die sinkende Quote der Habilitationen in Deutschland oder die Anzahl der Frauen, die nach einer ersten wissenschaftlichen Qualifikation, wie der Promotion, das Hochschulsystem verlassen, stellt sich unweigerlich die Frage, ob der akademische Nachwuchs seiner notwendigen Aufgabe in Zukunft noch umfänglich gerecht werden kann. Mittlerweile übersteigt der Anteil an weiblichen Studienanfängern den der männlichen Kommilitonen. Über den Ausbildungsverlauf hinweg kehrt sich dieser Trend jedoch um und verschärft sich von Qualifikationsstufe zu Qualifikationsstufe dramatisch. Es geht der Wissenschaft somit die große Beschäftigungsressource Frau verloren.

Dies führt zu der zentralen Frage, auf Basis welcher Faktoren Nachwuchswissenschaftlerinnen Karriereentscheidungen für oder wider eine wissenschaftliche Laufbahn treffen. Psychologische Forschung im Bereich der sozial-kognitiven Laufbahntheorie beschäftigt sich mit dem Einfluss verschiedener Personen- und Umweltfaktoren auf die Laufbahnintentionen von Akademiker/innen.

Im Rahmen des im Jahr 2014 durchgeführten Forschungsprojektes wurden daher die Fragen nach den wahrgenommen Arbeitsbedingungen und Verbleibchancen im Hochschulsystem, die Attraktivität und Verfügbarkeit von Exit-Optionen aus einer eingeschlagenen akademischen Laufbahn in andere Berufsfelder sowie der Einfluss von Mentoring-Programmen wie UniMento genauer untersucht. An der Universität Augsburg zeigt sich das Phänomen der Leaky Pipeline besonders an der Juristischen Fakultät, mit deren Kooperation die Studie durchgeführt wird.

Den Forschungsbericht der qualitativen Studie zu Aufnahme und Aufrechterhaltung einer wissenschaftlichen Karriere im Fach Jura finden Sie hier.

Weitere Ergebnisse der Untersuchung wurden zudem im folgenden Artikel veröffentlicht:

Hellwege, P.; Dorfschmidt, J.; Scharrer, K.; Benecke, M. (2015): Frauen in den Rechtswissenschaften – Ergebnisse einer Augsburger Studie. Zeitschrift für Rechtswissenschaft RW, Jahrgang 6 (2015), Heft 4