Beschlüsse der außerordentlichen Sitzung des Studentischen Konvents vom 04.12.2022

In der außerordentlichen Sitzung des Studentischen Konvents vom 04.12.2022 wurden folgende Beschlüsse gefasst:

Solidaritätsbekundung zu den Forderungen von EndFossil Augsburg

Anlässlich der Besetzung eines Hörsaals der Universität Augsburg begrüßt der studentische Konvent die von End Fossil: Augsburg gestellten Forderungen an die Universität und übergeordneten Institutionen und implizit die den Forderungen zugrundeliegenden Ideale. Der studentische Konvent freut sich überdies über den durch die Initiative End Fossil: Augsburg angeregten Diskurs.

Begründung: Begründung: Am 28.11.22 wurde Hörsaal 1 des C Gebäude von dem Studierendenbündnis end fossil Augsburg besetzt. Dieses Bündnis hat eine Reihe an Forderungen an die Universität Augsburg gestellt, welche die verschiedenen Dimensionen von Klimagerechtigkeit beinhalten und sich theoretisch im Rahmen des Umsetzbaren der Universität befinden.  Warum die verschiedenen Forderungen Facetten von Klimagerechtigkeit darstellen und diese nicht getrennt voneinander betrachtet werden können, wird im Folgenden erläutert.

Klimagerechtigkeitsbezug des ausformulierten Forderungskatalogs von end fossil Augsburg: Die Forderung „Klimaneutralität bis 2027“ ergibt sich aus der Dringlichkeit und Notwendigkeit durch den Klimawandel. 

Die Universität soll dabei jedoch nicht mit der Umsetzung effizienter und niedrigschwelliger Maßnahmen bis zur gesetzlichen Norm 2030 warten, welche staatliche Einrichtung in Bayern gesetzlich verpflichtet, klimarneutral zu arbeiten und zu agieren. Klimaneutralität meint hierbei Maßnahmen, die unter das SCOPE Konzept fallen. Erreicht werden sollen schnellstmöglich die Kategorisierungen SCOPE 2 und 3, was in Anbetracht der aktuellen weltweiten Lage notwendig ist. Die Forderung nach „Dekolonialisierung der Lehre“ bezieht sich auf die ungleichen Abhängigkeitsverhältnisse zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden. Unser Wohlstand (und der damit verbundene CO2 Ausstoß: von Bayern, Deutschland, Europa) ist nur durch die Ausbeutung des Globalen Südens möglich. Dabei erfahren die Menschen des globalen Südens die Auswirkungen des Klimawandels schon jetzt am stärksten. Deshalb muss auch die Lehre hinterfragt und ihre Perspektiven erweitern und verändert werden, um der Klimakatastrophe gerecht zu begegnen.Die Forderung nach einer „Sozialen Universität“ ist für Klimagerechtigkeit ebenfalls elementar, da der wissenschaftliche Diskurs für alle Menschen unabhängig ihrer ethischen Zugehörigkeit und dem Bildungsstand ihrer Eltern offenstehen muss. Das Privileg Bildung muss demnach allen ermöglicht werden, die daran interessiert sind. Wissenschaftliche Diskurse und Innovationen sind eine große Hoffnung für die Verwirklichung von Klimagerechtigkeit, an der sich alle Lehrstühle der Universität Augsburg beteiligt und verantwortlich fühlen sollten. Die Hürden, sich an zukunftsorientierter Wissenschaft zu beteiligen, müssen daher abgebaut werden um Chancengleichheit zu erreichen.Durch die Klimakatastrophe werden militärische Konflikte zunehmen, weshalb eine antimilitaristische Lehre und Forschung notwendig ist. Dabei muss ein antimilitaristischer Ansatz, der über die Friedens- und Konfliktforschung hinausgeht, an der Universität Augsburg etabliert werden. Die Intransparenz von Drittmittel, die die Universität Augsburg für Forschungsvorhaben verwendet, sind nicht mit Klimagerechtigkeit vereinbar. Die Produktion von Rüstungsgütern, sowie deren Einsatz erzeugen global enorme CO2 Emissionen.Die Forderung nach „Studentischem Mitspracherecht“ richtet sich auf die hierarchischen Strukturen der Universität Augsburg. Die Klimakrise als globales Problem kann nur durch das Zusammenwirken verschiedener gesellschaftlicher Akteure, darunter wissenschaftlicher Instanzen wozu die Studierendenschaft in ihrer Allgemeinheit gehört, gelöst werden. In den universitären Gremien sind die Studierenden unterrepräsentiert, was zu einer eingeschränkten Mitbeteiligung an wichtigen Entscheidungen führt. 

Antragstellende: Florian Wolf, Natalie Franck

Offene Debatte über die Forderungen von „End Fossil: Augsburg“ und Stellungnahme an die Universitätsleitung
Der studentische Konvent fordert die Universitätsleitung auf, die aus der nachfolgend skizzierten Situation entstandene Stellungnahme zur Kenntnis zu nehmen. Aktuell ist der HS1/C durch die Bewegung „End Fossil: Augsburg“ besetzt. Dazu fand in der heutigen Sitzung eine offene Debatte zu den Forderungen und der Aktion von „End Fossil: Augsburg“ gemeinsam mit den Aktivist*innen statt und im Anschluss daran wurde anhand von Vorschlägen der Konventsmitglieder eine Stellungnahme des Konvents an die Universitätsleitung formuliert , in der unter anderem auf die Forderungen von „End Fossil: Augsburg“ eingegangen wurde. Die erarbeitete Stellungnahme befindet sich im Anhang zu diesem Beschluss.

Begründung: Die Besetzung des Hörsaals 1 der Universität Augsburg durch die aktivistische Gruppe „End Fossil: Augsburg“ ist aktuell von großer medialer Relevanz, zu der sich auch die Studierendenvertretung äußern sollte. Durch die Besetzungwurde ein Diskurs über die Forderungen der Gruppe (Klimaneutralität bis 2027, Dekolonialisierung, Soziale Uni, Antimilitarismus, Studentisches Mitspracherecht) geschaffen und auch die Universitätsleitung und Dozierende haben sich bereits mit der Situation auseinandergesetzt. Der studentische Konvent sieht sich als demokratisch legitimierte Vertretung der Studierenden dazu verpflichtet, in der eigens einberufenen außerordentlichen Sitzung über die Forderungen zu debattieren und dazu Stellung zu beziehen. Ein Behandlung der Thematik am 14.12.2022 zur nächsten regulären Sitzung wäre zu spät, da vermutlich bis dahin der Hörsaal nicht mehr besetzt sein wird.

Antragsteller: Linus Nolte, Philipp Pschera, Fabian Uhlich

Stellungnahme: Der Studentische Konvent befürwortet das Engagement von End Fossil: Augsburg für mehr Klimagerechtigkeit und freut sich über den dadurch angestoßenen Prozess. Er begrüßt die weitere Bereitschaft aller Beteiligten, am offenen Diskurs teilzunehmen und insbesondere das offene Forum am 08.12. um 15:00 Uhr. Weiterer Austausch über dieses Format hinaus, der für alle Studierenden zugänglich ist, muss gewährleistet sein. Dabei entstehende Ergebnisse sollen konsequent umgesetzt werden. Weiterhin betont der Studentische Konvent die Notwendigkeit, die Studierendenschaft rechtzeitig über Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren. Anstehende Austauschformate sollen von der Pressestelle über  den Mailverteiler "studierende@listserv.uni-augsburg.de" beworben und die mit den teilnehmenden Studierenden gemeinsam verfassten Berichte über diesen kommuniziert werden. Die Besetzung des Hörsaal 1 sollte beendet werden, sobald Formate, die den weiteren Diskurs aller beteiligten Akteure sicherstellen, sowie konkrete Ideen zur Umsetzung der geforderten Ziele gefunden und festgelegt wurden.

 

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