Beschlüsse des Studentischen Konvents vom 21.07.2021

Beschlüsse

In der Sitzung des Studentischen Konvents vom 21.07.2021 wurden folgende Beschlüsse gefasst:

  • Weitergabeerlaubnis der Emailadresse von Listenverantwortlichen an den AStA 
    Der Studentische Konvent möge beschließen, dass auf dem Formular zur Einreichung einer Liste für die Hochschulwahl die Möglichkeit hinzugefügt wird, die Erlaubnis zur Weitergabe der Emailadresse der Listenverantwortlichen an den AStA zu erteilen.
    Begründung: Der AStA organisiert wunderbare Informationsveranstaltungen vor den Hochschulwahlen um alle Studierenden der Universität zu begeistern. Diese wichtige Arbeit wird durch die schwierige Erreichbarkeit der einzelnen antretenden Listen deutlich erschwert. Um die Arbeit des AStA und die Vorbereitungen im Rahmen der Hochschulwahlen zu erleichtern, wäre diese kleine Änderung eine große Bereicherung.
    Antragssteller*innen: Elisabeth Schröder, Sibylle Lang
  • Offener Brief verschiedener Augsburger Studierendengruppen bezüglich des Hochschulgesetzes
    Der Studentische Konvent unterschreibt und unterstützt aktiv den Offenen Brief, welchen die Evangelische Hochschulgemeinde und die Katholische Hochschulgemeinde zusammen mit der Studierendenvertretung der Hochschule Augsburg und des AStA der Universität Augsburg geschrieben haben.
    Begründung: Das Bayrische Hochschulgesetz soll bald nach der Sommerpause des Bayrischen Landtages verabschiedet werden. Die aktuelle Version ist dabei allerdings für die wenigsten Interessensvertretungen an der Universität hinnehmbar. Daher gilt es jetzt, dass jeder alle Möglichkeiten nutzen soll, um noch möglichst viel am Gesetz zu ändern. Wir haben zusammen mit der ESG, der KHG, der StuVe der Hochschule Augsburg sowie einigen Privatunterzeichnern mit Hochschulbezug noch einen offenen Brief geschrieben, der an die Abgeordneten aus Augsburg, an Zeitungen sowie an weitere Entscheidungsträger gerichtet ist. Da sollten wir diesen Brief als gewählte Augsburger Studierendenvertretung ebenso unterstützen.
    Antragssteller*innen: Ludwig Sedlmaier, Fabio Tempelmann, Jarl Hengstmengel


    Text des offenen Briefs:
    Augsburger Brief zur Zukunft der Hochschulen in Bayern

    Mit dem bayerischen Hochschulinnovationsgesetz, ist ein neues Gesetz in Planung, welches das Hochschulleben für alle Beteiligten langfristig verändern wird.
    Als Vertreter*innen verschiedener Statusgruppen, als Studierende, Beschäftigte und Engagierte an den Augsburger Hochschulen begrüßen wir, dass das alte Hochschulgesetz an einigen Stellen modernisiert, an die aktuell bereits bestehende Realität angepasst und deutlich freier gestaltet wird.
    Dennoch identifizieren wir im Gesetzesentwurf noch wesentliche Regelungslücken und Fehlentwicklngen, die in den Stellungnahmen der Verbände bereits adressiert wurden, jedoch bisher keine Berücksichtigung gefunden haben.

    Demokratische Strukturen
    Durch die maximale Deregulierung, die sich durch den gesamten Entwurf zieht, wird die Festlegung grundlegender demokratischer Strukturen und Stimmverteilungen aufgelöst. Dies gilt besonders für die akademischen Selbstverwaltungseinheiten bzw. Fakultäten. Es sollte zumindest eine akademisce Leitung, deren demokratische Legitimierung durch ein gewähltes Entscheidungsgremium und dessen bisherige paritätische Besetzung festgelegt werden. Diese demokratischen Grundsätze fehlen im Entwurf gänzlich. Auch die über die Jahre mühsam errungenen studentischen Beteiligungsformen, werden durch den vorliegenden Entwurf weiter eingeschränkt.

    Humboldtsches Bildungsideal
    Wir sehen das humboldtsche Bildungsideal in Gefahr, wenn Hochschulen verstärkt von Drittmittelgeldern abhängig werden. Forschung und Lehre sowie die Breite des Studienangebots müssen in erster Linie vom Staat verantwortet und finanziert werden um Freiheit und Unabhängigkeit an Hochschulen zu gewährleisten. Dies ist im Entwurf nicht gegeben.

    Werte
    Hochschulbildung sollte für alle Studierende kostenfrei zu Verfügung stehen. Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer, wie sie im Gesetzentwurf verankert sind, lehnen wir ab. Internationale Forschung und Begegnung sollte unterstützt, statt verhindert werden. Wir kritisieren ebenso, dass in einem Innovationsgesetz wichtige gesellschaftliche Bereiche wie Nachhaltigkeit oder Wissenschaftsethik nicht ernsthaft behandelt und keine Strukturen sowie konkrete Ziele festgeschrieben werden.
    Die Eile und die geringen bzw. sehr kurzfristigen Partizipationsmöglichkeiten aller Interessengruppen haben uns im gesamten Gesetzesverfahren stark irritiert. Daher hoffen wir, dass auf den Entwurf noch positiv Einfluss genommen werden kann, um die von uns und der Mehrheit der Verbände genannten Anpassungen berücksichtigen zu können.

    Verfasser*innen: Vertreter*innen des AStA Augsburg und der Studentischen Vertretung, Dozierende und Mitarbeitende von Hochschule und Uni Augsburg, und Vertreter*innen der Evangelischen und Katholischen Hochschulgemeinde
     
  • Maskenpflicht in der Bibliothek sinnvoll gestalten
    Der studentische Konvent fordert, die FFP2-Maskenpflicht in der Universitätsbibliothek am Sitzplatz unverzüglich abzuschaffen.
    Hilfsweise kann die FFP2-Maskenpflicht durch eine Pflicht zum Tragen von OP-Masken oder Community-Masken ersetzt werden.
    Die Universitätsleitung wird aufgefordert, sich bei der Staatsregierung für eine entsprechende Anpassung der Coronaschutzmaßnahmenverordnung einzusetzen und den Spielraum in den landesrechtlichen Vorgaben im Sinne der oben formulierten Forderungen auszunutzen.
    Begründung: Während die meisten coronabedingten Beschränkungen des öffentlichen Lebens mittlerweile aufgehoben und sich sowohl Inzidenz- wie Belegungszahlen der Intensivstationen auf niedrigem Niveau befinden herrscht in der Universitätsbibliothek nach wie vor eine strikte FFP2-Maskenpflicht.
    Ein konzentriertes Arbeiten über mehrere Stunden hinweg ist mit diesen Masken nicht möglich. Für viele Studierende ist die Bibliothek aber der einzige Ort, an dem sie sich auf ihre Prüfungen vorbereiten oder ihre Seminar- und Abschlussarbeiten verfassen können. In Anbetracht der beginnenden Klausurenphase ist es daher dringend geboten, Studierenden angemessene Lernbedingungen anzubieten. Dazu gehört auch die Erlaubnis zum Tragen medizinischer oder Community-Masken bzw. der gänzliche Entfall der Maskenpflicht am Sitzplatz.
    Antragssteller*innen: Erik Pallas, Stefan Edenharder, Caroline Bachmann
  • Impfangebot offensiv bewerben
    Der studentische Konvent fordert die Universität auf, die Werbung für das Impfangebot für Studierende im Augsburger Impfzentrum deutlich auszuweiten. Dazu sollen sowohl die Mailverteiler wie auch die Social Media-Kanäle der Universität genutzt werden. Auch ein Aufruf in der Presse wäre wünschenswert.
    Begründung: Eine hohe Impfquote unter den Studierenden ist die Kernvoraussetzung für eine Rückkehr zum regulären Präsenzbetrieb. Das nach einer Initiative der Studierendenvertretung von Unileitung und Impfzentrum geschaffene Impfangebot bietet dafür die Voraussetzung, wird aber momentan zu wenig beworben.
    Auch wenn mittlerweile ausreichend Impfstoff vorhanden ist muss den Studierenden dieser einfache Weg zu einem Impftermin ausreichend aufgezeigt werden.
    Die Kanäle der Universität haben eine beachtliche Reichweite. Auch Bekanntmachungen der Universität, die Eingang in die Tagespresse finden, können bei der Bewerbung der Impfkampagne unterstützend wirken. Dieses Potenzial muss ausgenutzt werden um eine möglichst breite Durchimpfung und damit einhergehend eine baldige Rückkehr auf den Campus zu erreichen.
    Antragsteller*innen: Erik Pallas, Stefan Edenharder, Caroline Bachmann
  • Zurück zur Normalität: Präsenzlehre auch praktisch ermöglichen.
    Die Universitätsleitung wird aufgefordert, sich mit äußerstem Nachdruck gegenüber den zuständigen Stellen der Staatsregierung dafür einzusetzen, dass mit dem Start des kommenden Wintersemesters alle bestehenden Beschränkungen für den Präsenzlehrbetrieb, insbesondere das Abstandsgebot und Vorgaben zur maximalen Belegung von Räumen, entfallen.
    Folglich soll auch auf universitätseigene, die Präsenzlehre einschränkenden, Maßnahmen verzichtet werden und zum regulären Präsenzbetrieb zurückgekehrt werden. Für das Übergangssemester im Wintersemester sollen die bisherigen Bestrebungen zur Hybridlehre insofern umgesetzt werden, dass alle Vorlesungen gestreamt werden.
    Sollte bei der Staatsregierung keinerlei Bereitschaft bestehen, diesen Forderungen flächendeckend für Universitäten und Hochschulen nachzukommen, so soll die Universitätsleitung für die Universität Augsburg initiativ eine Bewerbung um ein Modellprojekt bei den zuständigen Stellen einreichen, mit dem die Auswirkungen der oben formulierten Forderungen erprobt werden sollen.
    Begründung: Impfungen sind der Weg aus der Pandemie. Mittlerweile ist durch das seit Anfang Juli bestehende Impfangebot für Studierende der Universität Augsburg die Möglichkeit für fast alle Studierenden geschaffen, sich bis zum Start des Wintersemesters im Oktober vollständig gegen das SARS-CoV-2 immunisieren bzw. sich gegen schwere Krankheitsverläufe im Falle einer Infektion zu schützen. Studierende mit diversen Vorerkrankungen, Schwangere und solche, die sich und ihr Umfeld mit einer Impfung nicht ausreichend schützen können sollten daher die Möglichkeit bekommen, auch digital an allen Veranstaltungen teilzunehmen.
    Klar ist, dass auf kurz oder lang in allen Lebensbereichen wieder zur Normalität zurückgekehrt werden muss. Ein dauerhafter Ausnahmezustand ist vor allem bei fortschreitender Durchimpfung der Bevölkerung nicht mehr erforderlich, um Überlastungen des Gesundheitssystems zu verhindern und insofern rückabzuwickeln.
    Auch an Präsenzuniversitäten muss der Schritt gegangen werden, zum Regelbetrieb zurückzukehren. Faktisch ist dieser bei allen bisherigen Bekenntnissen nach dem Tenor „So viel Präsenzlehre wie möglich“ jedoch mitnichten in Sicht, da insbesondere völlig realitätsferne Belegungskapazitäten für Räume dafür sorgen, dass Vorlesungen unmöglich werden und selbst in großen Hörsälen bestenfalls kleinere Seminare o.Ä. durchgeführt werden können.
    In Augsburg bestehen für den Schritt zurück zur Normalität optimale Voraussetzungen, da fast alle Studierenden bis zum Semesterstart immunisiert und somit gegen schwere Krankheitsverläufe geschützt sein können, sofern sie möchten. Ob man dieses Angebot wahrnimmt, obliegt jedem Einzelnen im Rahmen seiner oder ihrer Eigenverantwortung als
    mündiges Universitätsmitglied.
    Sollte dieses Kriterium nicht ausreichen, um eine Rückkehr zum Normalbetrieb zu ermöglichen, würde dies angesichts der Tatsache, dass Covid-19 aus infektiologischer Sicht kein Kandidat für eine Ausrottung ist, bedeuten, sich auf ewig dem Ausnahmezustand zu verschreiben, was angesichts der großen Belastungen und teils gravierenden Folgen der Einschränkungen der letzten Monate keine vernünftige Perspektive und von keinem billig und gerecht denkenden
    ernsthaft gefordert sein kann.
    Es ist daher an der Zeit, besagten Schritt zu gehen und mit dem Start des Wintersemesters zum regulären Lehrbetrieb in den Hörsälen zurückzukehren. Sollte dies seitens der Staatsregierung nicht vorgesehen sein, ist es erforderlich, dass die Universitätsleitung ihren Einfluss gegenüber dem zuständigen Ministerium mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geltend macht. Hilfsweise soll sich initiativ für ein Modellprojekt mit eben diesem Inhalt beworben werden, um das formulierte Ziel zumindest in Augsburg zu erreichen.
    Antragssteller*innen: Stefan Edenharder, Erik Pallas, Caroline Bachmann
  • Mitunterzeichnung Offener Brief – für mehr Präsenzlehre an bayerischen Hochschulen
    Der studentische Konvent unterzeichnet den vom Studierendenparlament der Universität Bayreuth verfassten offenen Brief an Ministerpräsident Dr. Markus Söder, MdL und Staatsminister Bernd Sibler, MdL und unterstützt den Aufruf an die Staatsregierung, ein verantwortungsvolles Konzept für Präsenzlehre im Wintersemester 21/22 zu entwickeln.
    Offener Brief des Studierendenparlaments Bayreuth: https://www.studierendenparlament.unibayreuth.de/de/Offener-Brief/index.html
    Begründung: Seit drei Semestern befinden wir uns in einer Ausnahmesituation und meistern unser Studium digital von zu Hause aus. Dieser Situation haben wir uns angenommen und die Maßnahmen solidarisch mitgetragen. Mit dem Fortschreiten der Impfkampagne und der Möglichkeit von Schnelltests werden in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft Maßnahmen gelockert. Nur die Unis werden hier mal wieder vergessen. Stattdessen wird die Verantwortung zur sinnvollen Ausgestaltung des nächsten Semesters an die Universitätsleitungen abgeschoben, welche diese Verantwortung an die Fakultäten und damit faktisch an die Lehrstühle abgeben. Ein ganzheitliches Konzept, das die Qualität der Lehre sichert, fehlt komplett. Deshalb wollen wir den Aufruf des StuPa Bayreuth unterstützen. Ein weiteres chaotisches Online-Semester wäre für viele Studierende fatal.
    Antragssteller*innen: Jarl Hengstmengel, Alexander Mayer

Weitere Informationen zum Studentischen Konvent und seinen Mitgliedern findest du auf dessen Webseite.

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