Lisa Rettinger

 
Helle Tage Fotografie
 

Fakultät: Phil.-Hist.

Lehrstuhl: Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (Ethik)

Art des Stipendiums: Langzeitstipendium, Promovendinnenstipendium

Laufzeit: 01.01.2024 - 31.12.2024

 

 

Kurzvita

Lisa Rettinger studierte im Bachelor Vergleichende Literaturwissenschaft sowie Erziehungswissenschaft und schloss ihr Studium mit dem Elite-Masterstudiengang Ethik der Textkulturen ab. Seit 2020 forscht Lisa Rettinger im Rahmen ihres Dissertationsprojekts zu Figuren des Anderen und deren ethischem Potential in der Kinder- und Jugendliteratur. Zugleich arbeitet sie als Lehrbeauftragte in der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft (Universität Augsburg) sowie in der Deutschdidaktik (TU Dresden).

 

Forschungsschwerpunkte:

•        Auto(bio)fiktionen im Kontext des Erzählens von Kindheit

•        Auseinandersetzung mit literarischen Konstruktionen von Welt und deren Mehrdeutigkeiten (auch Mehrsprachigkeit)

 

          Auszug aus dem geförderten Projekt

Sprachen des Anderen – Sprachen des Selbst. Das ethische Potenzial der Figur des Anderen in der Kinder- und Jugendliteratur.

 

 „Im selben Augenblick ertönte ein Knall […] und hinter ihm stand das sonderbarste Kind, das Martin je gesehen hatte.“ (Maar, Paul (1997 [1996]): Ein Sams für Martin Taschenbier. Hamburg: Oetinger. S. 43) – Wie die zitierte Passage illustriert, sieht sich Martin Taschenbier plötzlich mit einer Figur des Anderen konfrontiert. Infolge dieser unvermittelten Begegnung und aufgrund der besonderen Andersheit des Gegenübers – hier des Sams – wird nicht nur das Wahrnehmen und Erleben des Protagonisten irritiert, auch zu ethischen Aushandlungsprozessen zwischen Selbst und Gegenüber lädt die Figur des Anderen ein. Figuren des Anderen erscheinen in kinder- und jugendliterarischen Texten stets als disruptives Element in der dargestellten (vertrauten) Lebenswelt und konfrontieren infolge ihres Oszillierens zwischen ‚nah‘ und ‚fern‘ die im Text ausgestellten Normen, Kategorien und Wertmaßstäbe. Neben der Sensibilisierung für die Möglichkeit pluraler Weltkonstruktionen fördern die Figuren somit ethische Reflexionen: Was bedeutet Geschlechtlichkeit? Worin liegt die Andersheit von Maschinenwesen begründet? Kann ein Vampir als ‚verwandelter‘ Mensch zum Anderen werden?

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