Dr. Theresia Dingelmaier
Fakultät: Philologisch-Historische Fakultät
Lehrstuhl: Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Art des Stipendiums: Postdoktorandinnenstipendium
Laufzeit: 01.01.2020 - 31.12.2020
Kurzvita
Theresia Dingelmaier studierte Germanistik, Geschichte und Spanisch für das Lehramt an Gymnasien an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und promovierte zum Thema deutschsprachiger jüdischer Märchen an der Universität Augsburg. Seit 2018 ist sie dort wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Neure deutsche Literaturwissenschaft.
Forschungsschwerpunkte:
• Empfindsamkeit und Romantik
• Kinder- und Jugendliteratur
• Literatur und Medien
Auszug aus der geförderten Arbeit
Empfindsam glückselig – zur Bedeutung der Glückseligkeit in der Epoche der Empfindsamkeit am Beispiel von Sophie von La Roches “Geschichte des Fräuleins von Sternheim”
Entwürfe von Glückseligkeit, gr. εὐδαιμονία, finden sich im 18. Jahrhundert zuhauf – in Predigten, pädagogischen und philosophischen Abhandlungen und natürlich auch literarischen Texten. Das Habilitationsprojekt spürt diesen Glückseligkeitskonstruktionen nach und untersucht deren weiterreichende kulturgeschichtliche Entwicklungslinien. Die These ist, dass sich im Zusammendenken und Neulesen von Empfindsamkeit und Eudaimonie ein neues Bild der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und deren literaturhistorischer Verwicklungen ergibt und sich grundlegende neue Erkenntnisse über die Parameter der Epoche wie Zärtlichkeit, Innerlichkeit, Tugendhaftigkeit und Sozialität sowie zur Rolle der Empfindsamkeit und ihrer Literatur für die Gesellschaft aufzeigen lassen. Empfindsame – nicht selten glückselig machende – Literatur, die nicht zuletzt im „Kitsch“-Verdacht der Postmoderne wenn nicht in Vergessenheit, so doch aus dem Kanon zu geraten droht, wird neu in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt und auch aus literaturtheoretischer Sicht das Verhältnis von Kunst und „Kitsch“ neu betrachtet.