Lernpfad - Biodiversität auf dem Campus

Wussten Sie, dass die Artenvielfalt auf dem Campus der Universität Augsburg schon fast preisverdächtig ist? Der Erlebnispfad „Natur auf dem Campus“ lädt dazu ein, die Biodiversität des Geländes an zehn Stationen zu entdecken – von der Landschaftsentstehung über Stadtökologie bis zu konkreten Lebensräumen wie Heide, Wasser oder Blühwiesen. Begleitet werden Sie dabei von kurzen Audioaufnahmen, die Sie direkt vor Ort anhören können.

 

Der Erlebnispfad wurde entwickelt, um Studierende, Beschäftigte und Gäste des Campus auf landschaftliche Besonderheiten, Lebensräume und typische Arten hinzuweisen. Die Audio-Stationen vermitteln verständlich, wie Biodiversität auf dem Campus entsteht, warum Pflege und Gestaltung wichtig sind – und wie jeder Beitrag im Alltag helfen kann, diese Vielfalt zu erhalten.

Das Projekt auf einen Blick

Intro: Der Campus Erlebnispfad der Universität Augsburg
  • Was? Audio-Erlebnispfad „Natur auf dem Campus“ mit Audioführung zur Biodiversität auf dem Campus der Universität Augsburg
  • Für wen? Studierende, Beschäftigte sowie Gäste und Interessierte (auch ohne Vorwissen)
  • Umfang: 10 Stationen auf dem Campus (in der Reihenfolge wie auf dieser Seite dargestellt)
  • Audio pro Station: ca. 4–5 Minuten
  • So funktioniert’s: Station auswählen, vor Ort (oder von überall) Audio starten und den Hinweisen folgen
  • Themen: Lebensräume, Artenvielfalt, Pflege und Gestaltung von Naturflächen, ökologische Zusammenhänge im Stadtraum
  • Ziel: Biodiversität sichtbar und verständlich machen – und zum Entdecken und Mitmachen anregen
Elisabeth Englram

Station 1: Landschaftsgenese

An dieser Station beginnt der Erlebnispfad mit einem Blick in die Erdgeschichte. Die Geländestufe auf dem Campus erzählt von Eiszeiten, abgelagertem Schotter und feinem Lössboden. Diese geologischen Prozesse haben den Untergrund geprägt und beeinflussen bis heute, welche Pflanzen an den verschiedenen Stellen wachsen können. So entsteht auf vergleichsweise engem Raum ein Mosaik unterschiedlicher Lebensbedingungen. Wer den Boden und seine Entstehung kennt, versteht daher auch die biologische Vielfalt des Campus besser.
1. Landschaftsgenese auf dem Campus

Station 2: Stadtökologie

Station 2: Stadtökologie
Stadt und Natur – passt das zusammen? Diese Station zeigt, dass Städte überraschend vielfältige Lebensräume bieten können. Sonnige und warme Flächen, schattige Nischen, Pflasterfugen, begrünte Dächer und unbebaute Bereiche schaffen auf engem Raum sehr unterschiedliche Bedingungen. Davon profitieren zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, die sich an das Leben in der Stadt angepasst haben. Der Campus ist dafür ein gutes Beispiel: Gebäude, Wege und naturnahe Grünflächen bilden hier gemeinsam einen vielfältigen Lebensraum.

Station 3: Lebensraum urbaner Wald

Auch kleinere Waldflächen und Gehölzgruppen erfüllen wichtige ökologische Aufgaben. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und bieten Tieren und Pflanzen Lebensräume vom Boden bis in die Baumkronen. Im dicht bebauten Stadtgebiet dienen sie außerdem als Trittsteine, über die sich Arten zwischen größeren Grünflächen bewegen können. Besonders wertvoll ist abgestorbenes Holz: Was auf den ersten Blick ungepflegt wirken kann, bietet Pilzen, Insekten und anderen Lebewesen Nahrung und Schutz. Der urbane Wald ist damit zugleich Rückzugsraum, Klimaschützer und Erholungsort.
Station 3: Lebensraum urbaner Wald

Station 4: Lebensraum artenreiche Blühwiese

Station 7: Lebensraum artenreiche Blühwiese
Die Wiese am Physikgebäude zeigt, wie aus einem häufig gemähten Rasen schrittweise ein artenreicher Lebensraum entstehen kann. Dafür wurden heimische Wildpflanzen angesät und die Pflege an die natürlichen Entwicklungs- und Blühzeiten angepasst. Der nährstoffarme Boden verhindert, dass einzelne schnell wachsende Pflanzen alle anderen Arten verdrängen. Blühende Kräuter bieten Wildbienen, Schmetterlingen und weiteren Insekten Nahrung. Bewusst stehen gelassene Bereiche schaffen zusätzlich Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Station 5: Lebensraum Heide

Die Uni-Heide ist ein besonderer Lebensraum auf nährstoffarmen und trockenen Schotterböden. Unter diesen Bedingungen wachsen Pflanzen, die auf intensiv genutzten oder stark gedüngten Flächen kaum bestehen können. Durch gezielte Pflegemaßnahmen wie Bodenabtrag, die Übertragung von samenreichem Mähgut und die zeitweise Beweidung mit Schafen konnte sich die Fläche artenreich entwickeln. Ohne regelmäßige Pflege würden sich dort nach und nach Sträucher und Bäume ausbreiten und die typischen Heidearten verdrängen. Die Uni-Heide zeigt daher anschaulich, dass wertvolle Lebensräume nicht nur geschützt, sondern häufig auch aktiv gepflegt werden müssen.
Station 5: Lebensraum Heide

Station 6: Lebensraum Streuobstwiese

Station 6: Lebensraum Streuobstwiese
Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten vom Menschen geprägten Landschaften Mitteleuropas. Auf ihnen stehen hochstämmige Obstbäume meist locker über einer Wiese, die nur wenig gedüngt und selten gemäht wird. Alte Bäume, Baumhöhlen, Blüten und Früchte bieten Nahrung und Rückzugsorte für Insekten, Vögel und Fledermäuse. Gleichzeitig bewahren Streuobstwiesen häufig alte Obstsorten und sind damit auch kulturgeschichtlich wertvoll. Damit diese Lebensräume erhalten bleiben, benötigen sowohl die Bäume als auch die Wiesen eine regelmäßige, aber schonende Pflege.

Station 7: Übergangsbereiche

Dort, wo Wiesen, Sträucher und Bäume aufeinandertreffen, ist die Artenvielfalt häufig besonders groß. Solche Übergangsbereiche verbinden unterschiedliche Lebensräume und bieten sowohl lichtliebenden als auch schattenverträglichen Arten geeignete Bedingungen. In der Ökologie werden sie auch als Ökotone bezeichnet. Gemeint sind damit Grenzräume, in denen Eigenschaften verschiedener Lebensräume zusammenkommen. Wer hier genauer hinsieht, kann erkennen, wie sich Pflanzenbestand, Licht und Boden auf wenigen Metern verändern.
Station 4: Übergangsbereiche

Station 8: Der Lehrgarten

Der Lehrgarten der Didaktik der Biologie ist zugleich Lernort, Arbeitsfläche und Lebensraum. Studierende können hier ökologische Zusammenhänge beobachten und praktisch erproben, wie sich Gärten nachhaltig gestalten lassen. Themen wie Boden, Pflanzenwachstum, biologische Vielfalt, Ernährung und natürliche Kreisläufe werden unmittelbar erfahrbar. Die gewonnenen Kenntnisse fließen später auch in den Schulunterricht und andere Bildungsangebote ein. Gleichzeitig bieten Beete, Wasserstellen und weitere Strukturen Lebensräume für zahlreiche Tiere und Pflanzen.

Station 9: Lebensraum Wasser

Die Teiche auf dem Campus zeigen, dass auch künstlich angelegte Gewässer wertvolle Lebensräume sein können. Wasserpflanzen, Röhricht und unterschiedlich gestaltete Uferbereiche bieten Nahrung, Schutz und Fortpflanzungsmöglichkeiten für viele Arten. Dazu gehören beispielsweise Insekten, Amphibien und verschiedene Wasservögel. Gleichzeitig tragen die Wasserflächen zur Kühlung ihrer Umgebung bei und erhöhen die Vielfalt der Landschaft. Empfindlich reagieren solche Lebensräume jedoch auf Müll, Schadstoffe oder eine zu intensive Nutzung ihrer Ufer.
Station 9: Lebensraum Wasser

Station 10: Kleinstlebensräume für Insekten und Co.

Station 10: Kleinstlebensräume für Insekten und Co.
Für viele Tiere und Pflanzen sind bereits kleine Strukturen von großer Bedeutung. Trockenmauern, offene Sandflächen, Totholz, Steinhaufen oder unbewachsene Bodenstellen bieten Wärme, Schutz und geeignete Plätze zur Fortpflanzung. Solche kleinen Lebensräume werden auch Mikrohabitate genannt, weil sie nur wenig Raum einnehmen, aber besondere Bedingungen schaffen. Gerade Insekten, Spinnen und andere kleine Tiere sind auf diese Strukturen angewiesen. Sie zeigen, dass Biodiversität nicht nur auf großen Naturschutzflächen gefördert werden kann, sondern auch durch gezielte kleine Maßnahmen auf dem Campus oder im eigenen Garten.

FAQ - Frequently Asked Questions

Ja, der Lernpfad ist grundsätzlich jederzeit zugänglich. Je nach Jahreszeit verändert sich jedoch die Natur auf dem Campus: Besonders im Herbst und Winter sind daher möglicherweise nicht alle im Audioguide beschriebenen Pflanzen und Tiere zu sehen.

 

Nein. Die Stationen können grundsätzlich auch einzeln und in einer anderen Reihenfolge besucht werden. Die vorgeschlagene Route erleichtert jedoch die Orientierung und verbindet die verschiedenen Lebensräume zu einem zusammenhängenden Rundgang.

 

Die Audiodateien dauern pro Station etwa vier bis fünf Minuten. Für alle zehn Stationen sollten einschließlich der Wege und eigener Beobachtungen ungefähr 60 bis 90 Minuten eingeplant werden. Die tatsächliche Dauer hängt vom individuellen Tempo ab.

Eine besondere App ist nicht erforderlich: Die Audiodateien können direkt über die Webseite abgespielt werden. Für das Anhören vor Ort sind Kopfhörer empfehlenswert, damit andere Menschen und Tiere möglichst wenig gestört werden.
Der Lernpfad richtet sich an Studierende, Beschäftigte, Gäste und alle weiteren Interessierten. Die verständlich aufbereiteten Inhalte können auch von Jugendlichen und älteren Schulklassen genutzt werden; besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Viele Pflanzen und Insekten sind vor allem im Frühjahr und Sommer gut zu beobachten. Vögel, Gehölze, Gewässer und andere Lebensräume lassen sich jedoch das ganze Jahr über entdecken. Je nach Wetter, Tages- und Jahreszeit kann sich der Campus bei jedem Besuch anders zeigen.
Bitte bleiben Sie möglichst auf den vorgesehenen Wegen und betreten Sie empfindliche Flächen wie Blühwiesen oder die Uni-Heide nicht. Pflanzen sollten nicht gepflückt und Tiere weder gefüttert noch gestört werden. So helfen Sie mit, die Lebensräume auf dem Campus zu schützen und langfristig zu erhalten.

Die Projektumsetzung - Making of des Audio-Lernpfads

Die Umsetzung des Projektes "Audio-Lernpfad zu Biodiversität auf dem Campus" wurde von Elisabeth Englram vom Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg mit Unterstützung der Stabsstelle für Kommunikation & Marketing der Universität Augburg durchgeführt. 

Frau Englram studierte Geoökologie (B.Sc.) in Bayreuth und Umweltethik (M.A.) an der Universität Augsburg. Seit Juni 2023 arbeitet sie als Bildungsreferentin für Klima- und Ressourcenschutz im Umweltbildungszentrum Augsburg ( www.ubz-augsburg.de) sowie als Projektmitarbeiterin in der Landschaftspflege beim Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg e.V., der Träger der Umweltstation Augsburg und Betreiber des Umweltbildungszentrum Augsburg (UBZ) ist. Im Rahmen des Projekts „Mehr Natur auf dem Campus“ erarbeitete sie den Lernpfad zu Biodiversität und sprach den ergänzenden Audioguide ein.

Das Projekt wurde gefördert über den Bayerischen Naturschutzfonds aus Zweckerträgen der GlücksSpirale.

 

 

 

Elisabeth Englram ist Projektmitarbeiterin in der Landschaftspflege beim Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg e.V. LPVA

Das Projekt wurde gefördert über den Bayerischen Naturschutzfonds aus Zweckerträgen der GlücksSpirale.

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